Elternbrief Elternbrief - Häusliche Gewalt

Kostenloser Elternbrief in vier Sprachen ...

Kinder leiden mit

Elternbrief Häusliche Gewalt Hilfe Unterstützung LI Hamburg

Ein dumpfer Schlag. Noch einer. Lena hört die Mutter ihrer besten Freundin Sophie weinen. Plötzlich schreit der Vater: "Du bist doch gar nicht fähig, die Gören zu erziehen. Und dann auch noch arbeiten wollen!" Ein Glas zerspringt.
Lena schleicht schnell an der Küchentür vorbei und huscht in Sophies Kinderzimmer. Sie hat so ein mulmiges Gefühl. So etwas kennt sie nicht.

Die achtjährige Lena wurde zufällig Zeugin häuslicher Gewalt in der Wohnung ihrer gleichaltrigen Freundin. Häusliche Gewalt: Dieses Wort kennt sie gar nicht.
Auch Sophie weiß nicht, dass es einen Begriff für das gibt, was sie und ihr kleiner Bruder Max zu Hause erleben. Sie weiß nur: Ihr Vater rastet immer wieder aus. Dann schreit er die Mutter an, manchmal schlägt er sie auch. Die Eltern glauben, ihre beiden Kinder würden von all dem nichts mitbekommen. Weil es hinter verschlossenen Türen geschieht oder nachts. Aber Sophie und Max fühlen ganz genau, dass zuhause etwas nicht stimmt. Sie haben Angst, wenn Papa schreit und Mama weint.

In diesem Elternbrief geht es um Gewalt in Partnerschaften. Der Fachbegriff dafür heißt häusliche Gewalt. Häusliche Gewalt, das ist nicht "nur" prügeln. Auch Demütigungen, Drohungen und Einschüchterungen gehören dazu. Menschen, denen Gewalt angetan wird, brauchen Hilfe - auch Kinder, die miterleben, dass Eltern miteinander gewaltvoll umgehen. Sie erleiden schwere seelische Verletzungen. In einem Klima von Angst und Gewalt gibt es keinen Schutz und keine Sicherheit. Und das brauchen Kinder für ihre gesunde Entwicklung.

Wir möchten zeigen, dass es Wege aus der Gewalt gibt. Sie zu gehen und sich dabei begleiten zu lassen, lohnt sich. Im eigenen Interesse und im Interesse der Kinder.

Wie können betroffene Eltern aus einer Gewaltbeziehung aussteigen? Wie können andere Keltern, die Nachbarschaft, Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer aktiv werden, wenn sie bemerken, dass ein Kind zu Hause in einem Klima der Gewalt aufwächst?

Der Gewalt begegnen
Alle Mütter und Väter wollen ihren Kindern gute Eltern sein, ihnen Zuwendung geben, sie fördern und beschützen.
Klar, in allen Partnerschaften gibt es Auseinandersetzungen, in vielen Fällen wird es auch mal laut. Das ist okay, solange es fair bleibt. Es ist sogar wichtig, dass Kinder erleben: Mama und Papa streiten auch miteinander und vertragen sich wieder. Doch in manchen Familien wird aus Streit schnell Gewalt. Das kommt in allen sozialen Schichten vor, unabhängig vom Einkommen der Eltern, ihrem Beruf oder ihrer Religion. In den allermeisten Fällen sind es die Frauen, die vom Mann geschlagen werden. Und immer leiden auch die Kinder.

Oft kommt es zu Gewalt, wenn sich im Leben vieles ändert und die junge Familie plötzlich vor großen Problemen steht, z.B. nach der Geburt eines Kindes, bei Krankheit oder Trennungen. Auch Arbeitslosigkeit oder Suchtprobleme können Auslöser (aber keine Entschuldigung!) für Gewalt sein.
Der Versuch, Probleme gewaltsam zu lösen, ist zum Scheitern verurteilt.

Wer überfordert ist und nicht mehr weiter weiß, kann eines tun: Hilfe suchen und Unterstützung annehmen.
Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Verantwortung!


Diesen Elternbrief, der hier nur in Teilen gezeigt werden darf, können Sie kostenlos in vier Sprachen beziehen. Der Arbeitskreis Neue Erziehung bietet ihn auf seinen Internetseiten an.
http://www.ane.de/bestellservice/haeusliche-gewalt/ 

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Weitere Informationen gibt es beim:
Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.
www.ane.de

Hilfe und Beratung für Kinder, die in Not sind oder Sorgen haben:
Nummer gegen Kummer Telefon: (kostenlos) 0800 - 111 0 333
www.kinderschutz-zentren.org

Hilfe, Schutz, Beratung und Information für Frauen:
www.frauen-gegen-gewalt.de
www.frauenhauskoordinierungsstelle.de
www.gewaltschutz.info

Hilfe und Beratung für Täter:
www.taeterarbeit.com

Weitere Informationen bei:
Sabine Schmiegelow
Beratungsstelle Gewaltprävention

Hamburger Straße 129
22083 Hamburg
Tel.: 4 28 63 - 7013
sabine.schmiegelow@bsb.hamburg.de

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