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Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema "Elektromagnetische Felder".

Elektrosmog Fragen und Antworten

Was ist eigentlich "Elektrosmog"?

Der Begriff "Elektrosmog" wird vor allem in den Medien und in der Umgangssprache gebraucht. "Elektrosmog" soll den Eindruck erwecken, dass uns eine Art Nebel an elektromagnetischer Strahlung umgibt. Fachleute sprechen richtiger von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern. 

Der Begriff Elektrosmog setzt sich aus den beiden Wörtern "elektro-" und "smog" zusammen. Das Wort "elektro-" steht für elektromagnetische Strahlung. "Smog" wiederum ist ein Kunstbegriff, der ursprünglich die gefürchtete Londoner Dunstglocke aus smoke (Rauch) und fog (Nebel) beschrieb.

Heute bedeutet "Smog" allgemein eine Ansammlung von Schadstoffen in der Luft, die sich aus Abgasen des Verkehrs, der Industrie und des Hausbrandes zusammensetzt und bei bestimmten Wetterlagen entsteht. 

Im Gegensatz zu dieser Form des Smogs handelt es sich bei den elektromagnetischen Feldern aber um keine luftgetragenen Schadstoffe, die mit dem Wind weiterverbreitet werden oder sich anreichern können. Weil "Elektrosmog" aber umgangssprachlich inzwischen so weit verbreitet ist, benutzen wir den Begriff gelegentlich auch auf diesen Informationsseiten stellvertretend für elektromagnetische Felder.

Was ist unter elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern zu verstehen?

Elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder kommen natürlicherweise in unserer Umwelt vor. Beispiele sind von Gewittern ausgehende elektrische Felder, das statische Magnetfeld der Erde oder die Strahlen der Sonne.

Felder aus künstlichen Quellen wie z.B. von Hochspannungsleitungen und Sendetürmen gehören zunehmend zu den Umweltfaktoren des Menschen, über deren mögliche Auswirkung eine öffentliche Diskussion geführt wird. 

Elektrische Felder bilden sich als unvermeidliche physikalische Erscheinung um jede unter Spannung stehende Stromleitung aus. Magnetische Felder entstehen, wenn eine Leitung von elektrischem Strom durchflossen wird. Es können dabei statische Gleichfelder, niederfrequente oder hochfrequente Wechselfelder entstehen. 

Gleichfelder werden durch Gleichstrom, z. B. einer Batterie, erzeugt. Wechselfelder werden durch Wechselstrom erzeugt, bei dem sich in zeitlich regelmäßigen Abständen sowohl Spannung als auch Strom ändern. Die Anzahl der Änderungen je Sekunde bezeichnet man als Frequenz, deren Einheit Hertz (Hz) ist. Während Gleichfelder also 0 Hz haben, bezeichnet man Wechselfelder bis zu 30 kHz (30.000 Hz ) als niederfrequente Felder und Wechselfelder bis zu 300 GHz (300 Milliarden Hz) als hochfrequente Felder. In unserem Elektrizitätsnetz, also auch im Haus, hat der Wechselstrom 50 Hz, er ist niederfrequent. 

Bei Gleichstrom und niederfrequentem Wechselstrom sind das magnetische und elektrische Feld an die erzeugende Anlage oder Leitung gebunden. Sie treten nur in der unmittelbaren Nähe von Geräten und Leitungen auf und nehmen mit der Entfernung sehr schnell ab. 

Im Hochfrequenzbereich entstehen elektromagnetische Felder, die nicht mehr "leitungsgeführt" sind, sondern abgestrahlt werden. Alle Funkanwendungen wie Rundfunk, Fernsehen, Mobilfunk und Schnurlos-Telefone, aber auch der Mikrowellenherd in der Küche gehören in den Hochfrequenzbereich. Ohne die Abstrahlung von elektromagnetischen Feldern sind die modernen Kommunikationstechniken nicht möglich.

 Die biologischen Wirkungen der elektromagnetischen Felder hängen von der Frequenz ab. Daher muss zwischen den Wirkungen hoch- und niederfrequenter Felder deutlich unterschieden werden.

Auf dem Dach des Nachbarhauses wurde über Nacht eine Antennenanlage errichtet. Dürfen die das einfach so?

Nein! Für jede Antenne mit einer Sendeleistung von mehr als 10 Watt - das sind praktisch alle Mobilfunkanlagen - muss vor der Inbetrieb-nahme in einem mehrfachen Genehmigungsverfahren den zuständigen Behörden gegenüber nachgewiesen werden, dass sie die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) und die Anforderungen der Freien und Hansestadt Hamburg einhält: 

  • Ohne Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur darf eine Sendeantenne nicht in Betrieb genommen werden. In der Standortbescheinigung wird auch der Sicherheitsabstand der Antennenanlage angegeben.
  • In Hamburg muss außerdem für jeden Antennenmast mit einer Höhe von mehr als 10 Metern eine Baugenehmigung beantragt werden. Im Baugenehmigungsverfahren werden sowohl die bau- und planungsrechtlichen Anforderungen der Stadt wie auch die Belange des Immissionsschutzes geprüft.
  • Zusätzlich steht Hamburg gemäß der Vereinbarung der kommunalen Spitzenverbände in einem regelmäßigen Abstimmungsverfahren mit den Mobilfunkbetreibern. Danach informieren die Betreiber die Bezirksämter frühzeitig über geplante Standorte und bemühen sich um eine mit dem Bezirksamt einvernehmliche Standortauswahl. Dadurch sind die zuständigen Behörden immer über die aktuellen Bauvorhaben der Mobilfunk-Netzbetreiber informiert.

  • Die bevorstehende Inbetriebnahme einer Anlage muss schließlich noch beim Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und und Umwelt des Bezirkes angezeigt werden.

 Nur wenn alle Prüfungen und Verfahrensschritte erfolgreich durchgeführt wurden, darf eine Mobilfunk-Anlage in Betrieb gehen. Auf die vertraglichen Abmachungen zwischen den Mobilfunk-Netzbetreibern und den Grundstückseigentümern haben die Behörden allerdings keinen Einfluss.

Warum stehen ausgerechnet in unserem Wohnviertel so viele Mobilfunkantennen?

Mobiltelefone können nicht direkt miteinander kommunizieren. Bei einem Gespräch zwischen zwei Mobilfunknutzern wird vom Telefon des einen Gesprächspartners die Gesprächsinformation an die nächste Mobilfunkbasisstation geleitet. Über einen Vermittlungscomputer wird die Information über Leitung oder Richtfunk an die Mobilfunkbasis-station weitergegeben, in deren Bereich sich der zweite Gesprächspartner gerade aufhält. Von dieser Station werden die Funksignale mit den Gesprächsinformationen dann an das Telefon des Empfängers gesendet. Damit das funktioniert, müssen die Mobilfunksendestationen da aufgebaut werden, wo Menschen üblicherweise telefonieren. Der Bereich, den eine einzelne Mobilfunksendeanlage abdeckt, die Funkzelle, hat in der Innenstadt einen Durchmesser von wenigen hundert Metern, auf dem Land bis zu 15 km. Da über jede Mobilfunkbasisstation nur eine begrenzte Anzahl von Gesprächen gleichzeitig übertragen werden kann, werden in Bereichen mit hohem Gesprächsaufkommen zusätzliche Anlagen aufgestellt. Die Anzahl der Mobilfunkantennen in Ihrem Wohnviertel ist also hauptsächlich vom Kommunikationsbedarf der Mobilfunknutzer und von der Bevölkerungsdichte abhängig. Eine gewisse Rolle spielt auch noch die Bauweise der Gebäude. Große Gebäude verringern durch Abschattung die Reichweite der Sendeanlagen. Zum Teil müssen dann gezielt einzelne Straßen und Plätze mit viel Publikumsverkehr durch Zusatzanlagen versorgt werden, um das mobile Telefonieren dort möglich zu machen. Aus diesen Gründen ist in Hamburg die Dichte der Mobilfunkbasisstationen im Citybereich am größten. 

Wichtig: Die Anzahl der in der näheren Umgebung zu sehenden Antennenanlagen ist kein Maß für die persönliche Belastung mit "Elektrosmog"! Mehrere kleine Antennenanlagen mit geringer Leistung führen eher zu einer geringeren Einstrahlung als eine einzelne Anlage mit höherer Leistung. Auch vermindert sich beim Telefonieren mit dem Handy die Einstrahlung im eigenen Körper, wenn die nächste Basisstation gut erreichbar ist.

Wir wollen ein Haus am Stadtrand kaufen, aber da geht eine Hochspannungsleitung über das Grundstück. Wer kann uns sagen, ob das gefährlich ist?

Hochspannungsfreileitungen und Transformatoranlagen müssen die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder einhalten. Diese Grenzwerte stützen sich auf die wissenschaftlich begründeten Empfehlungen internationaler Gremien. Abgeleitet wurden sie aus bekannten biologischen Wirkungen innerer Körperströme, die von äußeren Feldern hervorgerufen werden. Bei Einhaltung dieser Werte ist sichergestellt, dass keine akuten gesundheitsschädigenden Effekte auftreten. Praktisch alle diese Anlagen halten die Grenzwerte auch ein. Dennoch können auch bei Feldstärken unterhalb der Grenzwerte in Einzelfällen unangenehme Empfindungen auftreten und das Wohlbefinden stören. Auch können durch elektrische und magnetische Felder elektronische Körperhilfsmittel, z.B. Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate, beeinflusst werden. Betroffene sollten starke Felder unter Hochspannungsleitungen deshalb meiden.

Neben den bekannten akuten Wirkungen starker elektrischer und magnetischer Felder wird in der Wissenschaft und in den Medien ein Einfluss lang andauernder schwacher magnetischer Felder auf die Gesundheit diskutiert. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat 2002 niederfrequente elektromagnetische Felder als "möglicherweise krebsauslösend" eingestuft. In einigen gesundheits-statistischen Studien wurde ein schwacher Zusammenhang zwischen dauerhaften schwachen Magnetfeldeinwirkungen mit alltagstypischen Werten weit unterhalb der Grenzwerte und dem Auftreten kindlicher Leukämie gefunden. Ob es sich hierbei um eine Ursache-Wirkungsbeziehung handelt oder um einen rein statistischen Effekt, konnte bisher nicht aufgeklärt werden, obwohl weltweit ein großer Aufwand in die Klärung dieser Frage investiert wurde. Weder in Tierversuchen noch in Laborversuchen an Zellen fand man einen krebsauslösenden Effekt oder Hinweise auf einen biologischen Wirkungsmechanismus. Aus heutiger Sicht gibt es unterhalb der Grenzwerte auch keine wissenschaftlichen Hinweise auf sonstige gesundheitliche Auswirkungen.

Der aktuelle Stand der Forschung liefert keine ausreichende Basis, um die empfohlenen Grenzwerte weiter abzusenken. Immissionsschutz-rechtlich ist die Errichtung und Nutzung von Gebäuden bei oder unter Hochspannungsfreileitungen daher nicht zu beanstanden. Die offenen Fragen aus den wissenschaftlichen Untersuchungen geben jedoch Anlass, über Vorsorge nachzudenken. Aus diesem Grund werden in Hamburg seit einigen Jahren in neuen Bebauungsplänen im Nahbereich von Hochspannungsfreileitungen keine Nutzungen für Wohngebäude, bauliche Anlagen für Kinder und Jugendliche, Spiel- und Sportstätten, Krankenhäuser, Pflegeheime und Erholungsstätten mehr ausgewiesen.

Der tatsächliche Einfluss einer Hochspannungsfreileitung auf einem Grundstück hängt sehr von den örtlichen Gegebenheiten ab und kann sehr gering sein. Falls Sie ein solches Gebäude oder Grundstück nutzen wollen, kann Ihnen eine Feldmessung Klarheit über die Immissionssituation verschaffen. Weitere Informationen zu dieser Frage finden Sie in unseren Downloads.

Ich habe verschiedene gesundheitliche Beschwerden. Hängt das mit den neuen UMTS-Antennen zusammen, die hier überall gebaut werden?

Die Einstrahlungen, die durch Mobilfunkantennen in Ihrer Nachbarschaft in Ihrer Wohnung erzeugt werden, sind nach allen Messergebnissen und Untersuchungen, die uns vorliegen, sehr gering. Die gesetzlichen Grenzwerte sind so gestaltet, dass nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft keine gesundheitlichen Auswirkungen auftreten können. Diese Grenzwerte werden im alltäglichen Wohnumfeld um die Sendeanlagen nur zu einem sehr geringen Bruchteil ausgeschöpft, meist wird noch nicht einmal ein Tausendstel der Grenzwerte erreicht. Eine Ursache-Wirkungsbeziehung ist für gesundheitliche Beschwerden bei so niedrigen elektromagnetischen Feldstärken nicht nachweisbar. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Beschwerden mit den Mobilfunkanlagen in der Nachbarschaft, sei es GSM oder UMTS, zu tun haben. Sie sollten durch einen Arzt Ihres Vertrauens andere Ursachen für Ihre Beschwerden ausschließen lassen.

Es gibt allerdings einzelne Menschen, bei denen Beschwerden auch im Zusammenhang mit sehr schwachen elektromagnetischen Feldstärken aufzutreten scheinen, obwohl ein Kausalzusammenhang bisher nicht nachweisbar ist. Dieses Phänomen nennt man Elektrosensibilität. Ob dies auf Ihre Beschwerden zutrifft, lässt sich in einem persönlichen Telefongespräch mit uns klären.

Ist mein neues Schnurlos-Telefon gesundheitlich unbedenklich?

Moderne schnurlose Telefone übertragen die Sprache aus dem normalen Telefonnetz per Funk zum Hörer. Sie bestehen aus einer Basisstation und einem oder mehreren Mobilteilen. Schnurlostelefone nach dem DECT-Standard benutzen zur Informationsübertragung gepulste hochfrequente elektromagnetische Felder mit einer Frequenz von 1,9 Gigahertz. Sie arbeiten also etwa im gleichen Frequenzbereich wie Mobiltelefone des E-Netzes. Mit Sendeleistungen, die etwa zehn bis zwanzig mal niedriger sind als bei einem Mobiltelefon, kann man im Freien Reichweiten von 300 m und 50 m in Gebäuden überbrücken. Während das Mobilteil nur dann sendet, wenn telefoniert wird, gibt die Basisstation immer ein elektromagnetisches Signal ab, allerdings nur mit einem Viertel der maximalen Leistung. Die durch die Basisstation eines DECT-Telefons in einem Meter Abstand erzeugte Einstrahlung liegt in der gleichen Größenordnung wie die durch weiter entfernten Mobilfunkanlagen in der Umgebung erzeugte.

Gesundheitliche Risiken sind bei diesen niedrigen Einstrahlungen auch für empfindliche Personen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht zu befürchten. Um die persönliche Belastung mit Elektrosmog möglichst gering zu halten, empfehlen wir aber, die Basisstation nicht unmittelbar am Bett oder am bevorzugten Sitzplatz in der Wohnung aufzustellen, sondern an einer entfernteren Stelle, z.B. im Flur. Das Mobilteil können Sie problemlos dauernd mit sich herumtragen.  

Wie gefährlich sind Fernsehantennen und Satellitenschüsseln auf dem Dach oder dem Balkon?

Satellitenschüsseln und Fernsehantennen fangen die von den Rundfunksendern ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen, die sich überall in unserer Umgebung befinden, auf und leiten sie zum Radio- oder Fernsehempfänger weiter, der daraus wieder Bild und Ton erzeugt. Die Wellen sind auch da, wenn an einem Ort keine Antenne oder Satellitenschüssel aufgestellt ist. Die Empfangsantennen erzeugen selbst keinen "Elektrosmog". 

Kann die Behörde bei mir Messungen durchführen?

Die Behörden in Hamburg führen selbst keine Messungen elektromagnetischer Felder durch.

Bei Hochfrequenzanlagen sind aussagekräftige Messungen sehr aufwändig und teuer. Die in unserem Auftrag von einem externen Institut durchgeführten Übersichtsmessungen in der näheren Umgebung von Mobilfunksendeanlagen haben gezeigt, dass die in Hamburg gemessenen Werte der Immissionen durch Hochfrequenzanlagen gering sind. Die derzeit gültigen gesetzlichen Grenzwerte werden um mehr als das 600fache unterschritten. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie bei den Downloads. Auch die Bundesnetzagentur kommt bei ihrer bundesweiten Messkampagne zu einem vergleichbaren Ergebnis. Es ist daher nicht sehr sinnvoll, aufwändige Hochfrequenzmessungen privat zu beauftragen.

Die Messung von Niederfrequenzfeldern ist einfacher möglich. Dies kann im Einzelfall auch für Privatpersonen sinnvoll sein, wenn z.B. ein Haus oder Grundstück in der Nähe einer Hochspannungsfreileitung gekauft werden soll. 

Kontakt

Immissionsschutz und Abfallwirtschaft

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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