Behörde für Umwelt und Energie

Fernwärme Rückkauf des Fernwärmenetzes

Der Hamburger Senat und die Bürgerschaft haben beschlossen, das größte Fernwärmenetz der Stadt zurückzukaufen. Die Energienetze für Strom, Gas und Fernwärme sind damit wieder in öffentlicher Hand.

Rückkauf des Fernwärmenetzes

Senat und Bürgerschaft vollenden mit dem vollständigen Rückkauf des Vattenfall-Fernwärmenetzes den Auftrag des Volksentscheids aus dem Jahr 2013. Das Stromnetz und das Gasnetz hatte die Stadt bereits 2014 und 2018 erworben. Mit dem Rückkauf der Energieinfrastruktur schafft der Senat die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende in Hamburg, die auf fossile Brennstoffe in Zukunft verzichten und den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich reduzieren will.

Vollständige Übernahme ist die beste Lösung

Das größte Fernwärmesystem der Stadt wird in Hamburg bislang von der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH betrieben (VWH-Netz). Die Stadt Hamburg hatte 2011 bereits einen Anteil von 25,1 Prozent am VWH-Netz erworben. Das VWH-Netz verteilt etwa 80 Prozent der Fernwärme in Hamburg. Die Wärme für das VWH-Netz wird überwiegend durch Steinkohle erzeugt. Erneuerbare Energien tragen nur zu 14 Prozent zur Fernwärme bei. Die Vattenfall-Fernwärme verursacht rund sechs bis sieben Prozent der CO2-Emissionen in Hamburg. Der Erwerb des VWH-Netzes durch die Stadt wurde rechtlich, technisch und wirtschaftlich intensiv unter Einbezug externer Gutachter geprüft. „Am Ende hat sich die vollständige Übernahme der Fernwärmegesellschaft als die beste Lösung erwiesen“, sagte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher vor der Bürgerschaft.

Neues Wärmekonzept setzt auf erneuerbare Energien und Abwärme

Die Beschlüsse von Senat und Bürgerschaft enthalten bereits die Grundzüge eines zukünftigen Wärmekonzepts der Stadt Hamburg. Dabei verzichtet die Stadt darauf, das Kohlekraftwerk Moorburg in das Fernwärmenetz einzubinden. Mit einem innovativen Wärmekonzept soll die Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energien, CO2-ärmere Brennstoffe und industrielle Abwärme umgestellt und stabile Fernwärmepreise gesichert werden. Das Wärmekonzept zum Ersatz des kohlebetriebenen Heizkraftwerks Wedel hat die Behörde für Umwelt und Energie in enger Zusammenarbeit  mit Vattenfall und städtischen Unternehmen im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Erneuerbare Wärme Hamburg“ erarbeitet.

Weitere Informationen

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft zum Erwerb der Vattenfall Wärme GmbH (Drs. 21/14636, vom 16.10.2018)

Regierungserklärung des Ersten Bürgermeisters (vom 17.10.2018)

Pressemitteilung des Senats (vom 9.10.2018)