Behörde für Umwelt und Energie

Innovation und Effizienz Hamburg heizt ein

Die Industrie in Hamburg produziert viel – dabei entsteht auch viel Wärme, die bisher wenig genutzt wurde. Das ändert sich gerade. Der neue Stadtteil Hafen-City Ost wird schon heute mit Wärme aus der Kupferproduktion versorgt.

Hamburg heizt ein

Mollig warm dank Kupfer – das gilt seit einigen Monaten für den gesamten Osten der Hafen-City. Der Metallproduzent Aurubis versorgt den neuen Stadtteil mit Wäme aus der Kupferherstellung. Das ist eine Innovation - nicht nur in Hamburg. 

Viel Wärme – keine Nutzung 

Bisher wird das Potenzial so genannter Abwärme aus der Industrie kaum genutzt. Das ist Energie, die bei vielen Produktionsprozessen frei wird, dort aber niemand brauchen kann. Das galt auch für Europas größte Kupferhütte auf der Peute-Insel im Hamburger Hafen. Dort entsteht bei der Kupferschmelze Schwefeldioxid. Aurubis verarbeitet das Gas zu Schwefelsäure. Dabei fällt viel Wärme an, die bisher aufwändig mit Elbwasser gekühlt werden musste. Das ist nun nicht mehr nötig, so dass der Wärmeeintrag in die Elbe künftig deutlich reduziert wird.

Hafen-City nutzt Abwärme 

Um die Abwärme außerhalb des Werksgeländes zu nutzen, war ihre Temperatur bisher zu niedrig. Aurubis hat seinen Produktionsprozess technisch so umgestellt, dass die Industrieabwärme mit der passenden Temperatur über eine neue Fernwärmeleitung des Unternehmens enercity in die Hafen-City Ost geleitet werden kann. Dort dient sie zum Heizen und zur  Erzeugung von Warmwasser. Auf konventionelle Fernwärme – zum Beispiel aus Heizwerken – kann verzichtet werden. Auf diese Weise spart die Hafen-City-Ost mittelfristig rund 4.500 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Großes Potenzial für Fernwärme 

Aurubis nutzt für die Versorgung des neuen Quartiers nur einen von drei Strängen ihrer Schwefelsäure-Kontaktanlagen. Das Potenzial ist noch weitaus größer. Der Umbau der beiden anderen Kontaktanlagen würde Aurubis perspektivisch die Möglichkeit bieten, weitere Abwärme zur Verfügung zu stellen, die etwa im zentralen Fernwärmenetz genutzt werden könnte. Hier würde die Abwärme einen wichtigen Beitrag für eine klimafreundliche Fernwärme leisten. Ob diese Option genutzt werden kann, wird von den beteiligten Unternehmen und der Stadt noch geprüft und hängt unter anderem davon ab, wie sich rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen entwickeln.

Mit gutem Beispiel voran 

Die Firma nutzt die Abwärme im Übrigen auch selbst. So wird rund ein Viertel des heißen Kühlwassers aus der Schwefelsäureanlage Dampf ersetzen, der vorher mit Erdgas erzeugt wurde. Dadurch vermeidet Aurubis den Ausstoß von circa 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr.