Behörde für Umwelt und Energie

Abfallentsorgung und Energie Power von der Reste-Rampe

Hamburgs Müll steckt voller Energie. Ob Strom, Wärme oder Biogas – in Stellingen wird aus dem Abfall künftig ein cleverer Energierohstoff.

Power von der Reste-Rampe

Hamburgs Müll macht warm. Heute schon. Und in Zukunft sowieso. Denn die Stadtreinigung plant eine Technologieoffensive. Am Standort der früheren Müllverbrennung im Stadtteil Stellingen baut sie eine der modernsten Abfallverwertungsanlagen Europas. Ihr Name: Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE). Ihr Ziel: ab 2022 aus dem Schiet und Schrott der Hamburger Fernwärme, Biomethan und Strom zu gewinnen. 

Sortierung, Trennung, Energie 

Und so funktioniert es: Die Abfälle, die die Müllabfuhr bei den Haushalten einsammelt, werden künftig noch genauer getrennt und sortiert. Dabei entstehen drei Fraktionen: alles, was  recycelt werden kann – dazu gehören Metalle – wird ebenso aussortiert wie organischer Müll  - etwa alte Pommes Frites und Eierschalen. Übrig bleiben Reststoffe wie Abfälle mit Holzanteilen, die noch reichlich Energie enthalten. Die werden in einem Heizkraftwerk zu Strom und Wärme verbrannt. 

Biomüll macht Biogas 

Die aussortierten organischen Abfälle aus dem Hausmüll fermentieren nebenan in modernen Biogasanlagen und produzieren Biogas. Das gleiche geschieht mit dem Müll aus den Biotonnen der Hamburger und dem Grünschnitt aus den Parks. Aus dem Biogas lässt die Stadtreinigung dann Biomethan entstehen. Der Biobrennstoff kann wie Erdgas verwendet werden, hat aber eine bessere CO2-Bilanz. Nach der Produktion des Biogases bleiben so genannte Gärreste übrig. Die werden zusammen mit anderen Bioresten wie Laub und Altholz getrocknet, die die Stadtreinigung in Hamburg einsammelt. Dann wandern sie in ein zweites Heizkraftwerk, wo sie Strom und Wärme erzeugen. 

Reste-Rampe statt Kohlekraftwerk 

Der Clou an der effektiven Verwertung: die Stadtreinigung holt viel mehr Energie aus dem Müll als bisher und macht auch solche Reste zu Rohstoffen, die bisher gar nichts zur Energiegewinnung beitragen konnten. So kann das ZRE mit seiner modernen Reste-Rampe einen erheblichen Teil der bisher noch vom Kohlekraftwerk in Wedel erzeugten Fernwärme klimafreundlich ersetzen. Außerdem gut für die Hamburger: Bei der Abgasbehandlung aus den Heizkraftwerken werden Reinigungsstandards angewendet, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.