Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Sektorkopplung Aus der Stromwende eine Energiewende machen

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist bislang im Stromsektor am erfolgreichsten. Für weitere Fortschritte bei der Energiewende müssen die Sektoren Verkehr und Wärme einen Klimaschutzbeitrag leisten – unter anderem dadurch, dass sie mit dem Stromsektor gekoppelt werden. Hamburg kann als Metropole zeigen, wie das funktioniert.

Solartankstelle

Aus der Stromwende eine Energiewende machen

Wer beim Thema Energiewende an Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen denkt, liegt nicht falsch: Im Stromsektor haben erneuerbare Energien bereits einen Anteil von knapp 40 Prozent am Verbrauch. Energie ist aber mehr als Strom. In den Sektoren Verkehr und Wärme ist der Anteil der Erneuerbaren wesentlich geringer. Sie machten 2018 knapp 14 Prozent des deutschen Wärmebedarfs und weniger als 6 Prozent des Energieeinsatzes im Verkehrssektor aus. (Quelle: Umweltbundesamt)

Damit die Energiewende gelingt, müssen sich erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen in allen Sektoren durchsetzen. Das lässt sich direkt umsetzen, etwa wenn ein Haus durch Sonnenwärme beheizt wird. Eine andere Möglichkeit: den Ökostrom auch in anderen Sektoren nutzen. Darum geht es bei der Sektorkopplung. 

Forschen, entwickeln, ausprobieren

Zahlreiche Pilotprojekte werden derzeit umgesetzt, um zu erproben, wie und unter welchen Bedingungen die Sektorkopplung optimal funktioniert. Etwa im Großprojekt „Norddeutsche EnergieWende 4.0“, in dem 60 Partner aus Hamburg und Schleswig-Holstein am Energiesystem der Zukunft feilen und zeigen wollen, wie die Stromversorgung in der Modellregion bis 2025 versorgungssicher mit 70 Prozent erneuerbarer Energien sichergestellt werden kann – und bis 2035 mit 100 Prozent.

Eine dicht besiedelte Metropole wie Hamburg bietet sehr gute Voraussetzungen, die Sektorkopplung zu testen und umzusetzen. Mit einem Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung von 40 Prozent befindet sich die Region Hamburg und Schleswig-Holstein bereits heute dort, wo die Bundesrepublik nach aktuellen Plänen erst 2025 stehen soll. Die Herausforderung für die Region: die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien schwankt je nach Wetterlage. Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien, desto komplexer wird es, das System stabil zu halten. Dafür sorgen gut ausgebaute Netze mit Speichermöglichkeiten sowie Firmen und Forschungseinrichtungen mit viel Know-how. Am Energiecampus Bergedorf zum Beispiel erproben Wissenschaftler am Windpark Curslack die Nutzung von Windstrom für die Bereiche Verkehr und Wärmeversorgung sowie die Erzeugung und den Einsatz von Wasserstoff.

Power-to-Gas

Wenn überschüssiger regenerativ erzeugter Strom genutzt wird, um Wasserstoff oder Methan zu erzeugen, nennen Fachleute das „Power-to-Gas“. Das kann sinnvoll sein, da sich Gase wie Wasserstoff oder Methan länger speichern lassen als Strom. Sie stehen zum Beispiel im Winter zur Wärmeversorgung zur Verfügung. Oder sie werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Stromerzeugung eingesetzt. Klar ist dabei: bei jeder Umwandlung geht Energie verloren. Deshalb ist es sinnvoll, Strom in erster Linie direkt einzusetzen.

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch