Projekt ‚Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia‘

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In Namibia ist die „Verbuschung“ der Savanne ein großes ökologisches Problem. Große Teile der Grassavanne werden von Dornakazien überwuchert, mit schwerwiegenden Folgen für heimische Tiere, Pflanzen und Weidewirtschaft.  Experten sind sich einig, dass internationale Nachfrage und Verwertung von entnommenem Buschholz zur Lösung dieses  Umweltproblems beitragen können. Deshalb prüfen die Umweltbehörde und die Wärme Hamburg GmbH gemeinsam mit der Wissenschaft die effiziente Nutzung und Verwertung der Biomasse in Hamburg. Im Mai 2020 wurde dazu ein Memorandum of Understandig (MoU) unterzeichnet. 

‚Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia‘

Was ist die Idee hinter dem Projekt?

Namibia ‚verbuscht‘ massiv: Rund ein Drittel der ursprünglich offenen Grassavanne mit nur vereinzelten Bäumen wird von der Schwarzdorn-Akazie und anderen Büschen überwuchert. Das hat schwerwiegende negative Folgen für das Ökosystem und die Landwirtschaft. Nur das Ausdünnen dieser Büsche in großem Maßstab kann Abhilfe schaffen.

Durch kontrollierte Ernte und Verarbeitung dieses Buschholzes in Nambia soll die Verbuschung dort aufgehalten und die zu Holzpellets verarbeitete Biomasse per Schiff nach Hamburg geliefert werden. Dadurch bieten sich neue Möglichkeiten, hier bei der Fernwärme-Versorgung schneller aus der Kohle auszusteigen.

Wie weit ist das Projekt bisher gediehen?

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die seit Jahrzehnten in Namibia engagiert ist und das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Universität Trier (IFAS) kamen 2019 erstmals mit der Idee auf die Umweltbehörde zu, Buschholz aus Namibia in Hamburger Kraftwerken zu verfeuern. Im Januar 2020 besuchte eine namibische Delegation Hamburg und berichtete über die Verbuschung im Land ausführlich. ‚Tschüß Kohle‘ und die namibische NGO Namibia Nature Foundation (NNF) waren in Hamburg von Anfang dabei. Die Projektpartner haben am 7. Mai 2020 eine Vereinbarung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Damit wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Deren Aufgabe ist es zu prüfen, wie die Idee, namibisches Buchholz nach Hamburg zu bringen und zu verfeuern, langfristig und nachhaltig umgesetzt werden kann.

Umweltstaatsrat Michael Pollmann: ‚Die Bedingung dafür ist, dass über die gesamte Lieferkette die soziale und ökologische Bilanz stimmt. So viel Wertschöpfung wie möglich soll in Namibia verbleiben und so viele Menschen wie möglich sollen vor Ort davon profitieren.“ Die Prüfergebnisse sollen im Sommer 2021 vorliegen. Die Umweltbehörde hatte darüber am 12. Mai 2020 in einer Pressemitteilung informiert.

Welche Folgen hat Verbuschung?

Verbuschung führt zu schwerwiegenden Einschränkungen der biologischen Vielfalt, des Lebensraums von Tieren und Pflanzen, der Produktivität von (Weide-)Flächen und der Neubildung von Grundwasser. Diese Entwicklung läuft auch in anderen Ökosystemen, zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehören aber halbtrockene Savannen in Namibia und Südafrika.


Diese Verbuschung stellt andererseits aber auch eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung Namibias dar. Die beim Ausdünnen anfallende Biomasse kann gewinnbringend genutzt werden und ist Erwerbsquelle für einheimische Bauern und Unternehmen. Buschholz ist Rohstoff  für zum Beispiel Brennholz, Viehfutter, Holz- und Pflanzenkohle, Baustoffe oder Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe. Weitere Möglichkeiten bietet die Nutzung der Biomasse zur Energiegewinnung.

Wie wird Buschholz in Namibia geerntet?

Es wird v.a. lokal und in kleinem Umfang entnommen. Das meiste Holz wird für Feuerholz und für Export-Holzkohle per Hand gefällt. Maschinen werden bisher nur z.T. eingesetzt. Die Entnahme ist kontrolliert und limitiert: Für jede Buschernte wird eine zeitlich und geographisch begrenzte Genehmigung durch die namibische Forstbehörde ausgestellt. Mit Blick auf Exportmärkte wie Deutschland greifen zusätzliche Kontrollmechanismen wie Zertifizierungen des Forest Stewardship Council (FSC) oder des Sustainable Biomass Program (SBP).

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