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Projekt Über die Biomasse-Partnerschaft Hamburg Namibia

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Die Idee für das Projekt wird seit 2019 im gemeinsamen Austausch namibischer und deutscher Experten entwickelt. In Hamburg ist die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) zusammen mit Hamburg Wärme GmbH und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) für das Projekt  ‚Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia‘ verantwortlich.

Namibia Biomass Partnership

Über die Biomasse-Partnerschaft Hamburg Namibia

Die Entstehung der Projektidee

Die Partnerschaftsidee entstand 2019 im Rahmen einer Besuchsreise namibischer Vertreter aus den Bereichen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt nach Deutschland. Diese Reise wurde durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert. Die GIZ Namibia unterstützt seit 2014 Namibia bei der Entwicklung von Maßnahmen gegen die Verbuschung. Aktuelle Grundlage ist ein Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Kooperation mit dem namibischen Ministerium für Umwelt, Forst und Tourismus (MEFT) von 2018-20211, der eine verbesserte Nutzung von Busch-Biomasse aus kontrollierter Buschernte vorsieht. Dabei sollen ausdrücklich auch internationale Märkte einbezogen werden.

Hintergrund: Verbuschung als ökologisches Problem

Namibia leidet seit Jahrzehnten massiv und zunehmend unter der Verbuschung der Savanne, die heute mehr als  50% der Landesfläche betrifft (Zitat früherer Landwirtschaftsminister John Mutorwa: „a national disaster situation“). Trotz vielfältiger inländischer Nutzung von Buschholzhäcksel zu beispielsweise Brennholz, Viehfutter, Holz- und Pflanzenkohle, Baustoffe oder Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe und auch energetisch reicht diese Nachfrage gerade mal aus um ca. 1/10 des jährlichen Zuwachses zu verwerten. Deshalb wird händeringend nach internationaler Nachfrage für diese Biomasse gesucht und es wurden in diesem Zusammenhang mehrere europäische Städte und Unternehmen gefragt. 

Hamburg hat auf Grund des geplanten Kohleausstiegs, des großen zentralen  Wärmebedarfs im Fernwärmenetz und nicht zuletzt wegen der internationalen Hafenanbindung gute Grundvoraussetzungen für die Abnahme von Busch-Biomasse und deshalb soll in diesem Projekt die Möglichkeit einer zukünftigen Biomasse-Partnerschaft zwischen Hamburg und Namibia beleuchtet werden.

Beteiligte Akteure

Verantwortliche Stelle in Hamburg ist die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), zusammen mit Hamburg Wärme GmbH und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW).

Diese haben im Mai 2020 mit der IfaS eine Vereinbarung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Die Umweltbehörde hatte darüber am 12. Mai 2020 informiert.

Die Vereinbarung sieht die Einrichtung von Arbeitsgruppen vor, im Rahmen derer geprüft wird, wie die Idee einer ‚Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia‘ langfristig und nachhaltig umgesetzt werden könnte. Umweltstaatsrat Michael Pollmann: „Die Bedingung dafür ist, dass über die gesamte Lieferkette die soziale und ökologische Bilanz stimmt. So viel Wertschöpfung wie möglich soll in Namibia verbleiben und so viele Menschen wie möglich sollen vor Ort davon profitieren.“

Die ersten Sitzungen der Arbeitsgruppen haben mit folgender Beteiligung stattgefunden:

Arbeitsgruppe 1 (Kommunikation und Sensibilisierung):

Aufgabe: In dieser Arbeitsgruppe werden Vor- und Nachteile für die vorgeschlagene Biomassenutzung in Deutschland / außerhalb Namibias zusammengestellt. Ziel ist es, die allgemeine Sensibilität zu bewerten und die Risiken aus umwelt- und entwicklungspolitischer und kommunikativer Sicht zu analysieren. Alles unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven von verschiedenen Interessensgruppen. Diese Arbeitsgruppe wird sich dann auf die Entwicklung einer soliden Kommunikationsstrategie / eines Konzepts für eine Biomassepartnerschaft mit Namibia konzentrieren. Die Arbeitsgruppe wird sich auf ökologische und sozioökologische Fragen sowie auf Aspekte der Nachhaltigkeit (z. B. lokale Arbeitsbedingungen, Zertifizierung, CO2-Ausgleich [LCA], Biodiversität usw.] im Hinblick auf die Ausdünnung des Busches in Namibia und die Nutzung von Buschbiomasse in Deutschland konzentrieren. Die Gruppe wird alle relevanten Themen von der Ernte bis zur endgültigen Verwendung abdecken. Schließlich wird die Gruppe das weltweite Potenzial für ähnliche Buschbiomasse untersuchen und bewerten, ob weitere Länder auch ein nachhaltiger Lieferant sein könnten.

  • Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
  • Namibische Botschaft Berlin
  • Ministry of Environment, Forestry and Tourism Windhoek,
  • Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)
  • Wärme Hamburg GmbH (WH)
  • Namibia Biomass industry Group (N-BiG)
  • Namibia Nature Foundation (NNF)
  • Zukunftsrat Hamburg *
  • „stop greenwashing” Hamburg *

* agieren als Vertreter einer selbstständig formierten Gruppe mehrerer    Nichtregierungsorganisationen und Verbände, die zu diesem Thema ebenfalls konferiert. 

Arbeitsgruppe 2 (Technoökonomische Bewertung):

Aufgabe: Diese Arbeitsgruppe wird sich auf die eingehende Analyse der technoökonomischen Anforderungen an die Nutzung von Buschbiomasse in Hamburg konzentrieren. Die Gruppe wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Ernte über die Verarbeitung, den Transport bis zur endgültigen Verwendung analysieren, wobei der Schwerpunkt auf Zuverlässigkeit und einem vertrauenswürdigen, kollaborativen und zukunftsorientierten Liefervertrag mit Namibia liegt.

  • Wärme Hamburg GmbH (WH)
  • Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)
  • Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)
  • Namibia Biomass industry Group (N-BiG)
  • Carbon Capital Namibia

Arbeitsgruppe 3 (BtL / PtL-Zentrum Hamburg)

Stand September 2020: Noch nicht konstituiert:

Aufgabe: Neben der vorgeschlagenen Nutzung der Biomasseverbrennung für WH für Fernwärme­zwecke wurde die Idee der Einrichtung eines Innovationszentrums für erneuerbare Brennstoffe diskutiert. Es könnte als Drehscheibe für die künftige Erzeugung und Verteilung von Kraftstoff auf der Grundlage erneuerbarer Energien dienen. Die Idee ist, auch Biomasse als Quelle zu nutzen, während aktuelle Technologien (z. B. BtL) als zusätzliche Abwärmequelle für das Hamburger Fernwärmenetz dienen könnten. Es muss geprüft werden, wo oder welcher Teil solcher Innovationszentren sich idealerweise befinden sollte. Wenn es nicht möglich oder nicht realisierbar ist, solche Zentren in Namibia einzurichten, könnte Hamburg eine logische Lösung sein.

  • Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)
  • Wärme Hamburg GmbH (WH)
  • Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
  • Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)  
  • ·Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)
  • Namibia Biomass industry Group (N-BiG)

Teilergebnisse werden hier auf dieser Homepage (link zur Startseite) nach und nach veröffentlicht.

Die abschließenden Prüfergebnisse werden im Sommer 2021 erwartet.


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1 https://www.giz.de/en/worldwide/28648.html

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