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Energieeinkauf für die Stadt Gut, günstig und umweltbewusst

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Die Stadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, Energie umweltfreundlich und zu guten Preisen einzukaufen. Wie das gelingt? Neun Fragen, neun Antworten.

Strommasten und Fernwärme

Gut, günstig und umweltbewusst

Für welche Gebäude kauft die Hamburger Umwelt- und Energiebehörde Erdgas und Strom ein?

Die Behörde organisiert die Lieferung von Erdgas und Strom für den Bereich der Kernverwaltung, also für Behörden und Bezirksämter, sowie für Hochschulen, Schulen, Polizei- und Feuerwachen und für Landesbetriebe.

Warum wird der Einkauf zentral organisiert?

Die Behörde bündelt das notwendige fachliche Spezialwissen. So kann sie alle vertraglichen Details umfassend, nach einheitlichen Standards und „auf Augenhöhe“ mit den jeweiligen Versorgungsunternehmen vorgeben bzw. festlegen.

Wie organisiert die Behörde die Stromversorgung der öffentlichen Gebäude Hamburgs?

Die Versorgung wird in regelmäßigen Abständen EU-weit ausgeschrieben. Dabei gilt die Bedingung: Geliefert wird 100 Prozent Ökostrom. Bei der jüngsten Ausschreibung im Frühjahr 2018 hat sich der Stromversorger Energie Vertrieb Deutschland EVD den Zuschlag gesichert. Der Liefervertrag mit der EVD läuft bis Ende 2022.

Wie funktioniert das technisch? 

Der Strom wird strukturiert beschafft, also nicht zu einem Einkaufszeitpunkt, sondern in mehreren Schritten in Teilmengen. Das senkt das Risiko, an einem bestimmten Stichtag einen zu hohen Preis bezahlen zu müssen. Der gesamte Strombedarf, das sind derzeit etwa 430 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, wird in sieben Lose eingeteilt, je nach Nutzerverhalten der 4.400 Verbrauchsstellen.

Hat die Einkaufsstrategie zu günstigen Preisen geführt?

Da an der Börse nur der Erzeugungsanteil des Stroms beschafft wird, kann die Einkaufsstrategie auch nur auf diesen Preisbestandteil des Stroms wirken. Andere Strompreisbestandteile wie Netzkosten oder die sogenannte EEG-Umlage folgen anderen Regeln und unterliegen nicht dem Preiswettbewerb für Stromkunden. Das Ergebnis der optimierten Einkaufsstrategie seit 2012 war: Der Strompreis konnte kontinuierlich gesenkt und der allgemeine Anstieg der Stromgesamtkosten, also der Summe aus Börsenstrompreis, Netzkosten und EEG-Umlage, für Hamburg abgemildert werden.

Wird Gas nach demselben Prinzip eingekauft?

Die Versorgung der öffentlichen Gebäude Hamburgs mit Erdgas wird ebenfalls in regelmäßigen Abständen EU-weit ausgeschrieben. Der aktuelle Liefervertrag läuft bis Ende 2021. Benötigt werden derzeit rund 530 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, verteilt auf rund 1.900 Abnahmestellen. Diese sind – dem Nutzerverhalten entsprechend – in fünf Lose eingeteilt. Drei der fünf Lose werden von der Berliner GASAG versorgt, zwei Lose von der E.ON Energie Deutschland.

Verfolgt Hamburg auch bei der Gasversorgung ökologische Ziele?

Als klimapolitisches Zeichen ersetzt die Umwelt- und Energiebehörde beim Einkauf einen kleinen Teil des Erdgasbedarfes der öffentlichen Gebäude der Stadt durch Biomethan.

Wer liefert Fernwärme für die öffentlichen Gebäude?

Vor allem die seit September 2019 stadteigene Wärme Hamburg (WHH), der größte Wärmeversorger der Stadt, versorgt die öffentlichen Gebäude der Stadt mit Fernwärme. Daneben gibt es mit HanseWerk Natur, Innogy, Urbana Energiedienste, Hamburg Energie und Vattenfall Energy Solutions mehrere kleine sogenannte Inselversorger, die lediglich für kleine Stadtgebiete verantwortlich sind.

Für die Fernwärmeversorgung schreibt eine Verordnung Vertragslaufzeiten von maximal 10 Jahren vor. Sollte keine Vertragspartei den Vertrag fristgerecht kündigen, verlängern sich die Vertragslaufzeiten um jeweils weitere fünf Jahre.

Was ändert sich, wenn das Fernwärmenetz wieder der Stadt Hamburg gehört?

Nach dem Volksentscheid von 2013 wird das Hamburger Fernwärmenetz derzeit vom Energieversorger Vattenfall an die Stadt übertragen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, sollen erneuerbare Energien, Abwärme und Erdgas die bisherigen Kohlekraftwerke Wedel und Tiefstack ablösen. Das senkt die CO2-Emissionen der Fernwärme um mehrere hunderttausend Tonnen pro Jahr.

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Danke für Ihr Interesse!