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Hamburger Engagementstrategie Umsetzung der Hamburger Engagementstrategie: Umsetzungsplan

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(Auftrag aus Kapitel 6.1. der Strategie)

Die aktuelle fortgeschriebene Engagementstrategie (Drs. 21/19311) zielt auf eine inklusive, bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Unterstützung von freiwillig Engagierten und deren zahlreichen Einsatzfeldern.
Alle Hamburgerinnen und Hamburger sollen möglichst einfachen Zugang zu einem passgenauen freiwilligen Engagement haben und zugleich für ihr Engagement gute Rahmenbedingungen vorfinden.
Die Strategie beinhaltet deshalb acht zentrale Ziele, die aus den Bedarfen und Handlungsfeldern der freiwillig Engagierten resultieren, die in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren ermittelt wurden. Jedes Ziel wurde dabei mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. In den kommenden Jahren sollen folgende Schwerpunkte aus der fortgeschriebenen Engagementstrategie umgesetzt werden. 

Umsetzung der Maßnahmen


Schwerpunkte im Jahr 2020

Stärkung der Freiwilligenagenturen

Im aktuellen Jahr wird die staatliche Förderung der fünf Freiwilligenagenturen in den Bezirken Hamburg-Nord, Wandsbek, Bergedorf, Harburg und Altona fortgesetzt. Zudem werden deren jährlichen Zuwendungen ab 2021 verdoppelt. Mit dieser erhöhten Förderung soll ab dem kommenden Jahr auch das Aufgabenspektrum der Agenturen erweitert werden. Denn die Förderung des freiwilligen Engagements wird sich künftig noch stärker als bisher an den Bedarfen und Gegebenheiten vor Ort orientieren, so dass die Freiwilligenagenturen intensiver in die Quartiere hineinwirken sollen. Hierfür wird die Sozialbehörde in Abstimmung mit den Freiwilligenagenturen eine entsprechende Änderung der Regelungen für die Zuwendung vorbereiten.

Darüber hinaus wird im Sommer 2020 eine Öffentliche Bekanntgabe zur Förderung von je einer Freiwilligenagentur in den Bezirken Hamburg-Mitte und Eimsbüttel gemacht werden, damit es ab 2021 in allen sieben Bezirken je eine geförderte Freiwilligenagentur gibt. Dann soll es dazu auch eine Öffentlichkeitskampagne geben, um diese bekannter zu machen. 

Kostenfreie Räume für freiwillig Engagierte

Im Rahmen der fortgeschriebenen Strategie ist langfristig ein Haus des Engagements als Kompetenzzentrum und zentrale Anlaufstelle für freiwillig Engagierte in Hamburg vorgesehen. Dieses soll insbesondere kleine und mittlere Initiativen sowie  große Träger, zivilgesellschaftliche und staatliche Akteure des freiwilligen Engagements zusammenbringen, um Kooperationen anzuregen, Erfahrungsaustausch zu fördern und Fachwissen zu bündeln.

Voraussichtlich ab Herbst 2020 stellt die Sozialbehörde deshalb im Museum für Hamburgische Geschichte (MGH) auf Anfrage kostenlos Räume für Tagungen, Gruppentreffen oder andere Veranstaltungen von freiwillig Engagierten zur Verfügung. Ab Oktober 2020 wird der Kontakt zu einer Raumkoordination im Museum auf der Webseite der Sozialbehörde bekanntgegeben. Eine zunächst für Sommer 2020 angedachte Kontaktmöglichkeit musste COVID-19-bedingt verschoben werden. 

Niedrigschwellige Projektförderung für freiwillig Engagierte

Bereits mit Jahresbeginn wurde die Förderrichtlinie Forum Flüchtlingshilfe erweitert, so dass nun auch andere Freiwilligenprojekte, die sich für das gelingende Zusammenleben in unserer Stadt einsetzen, finanziell unterstützt werden. Im Verlauf des Jahres wird die Sozialbehörde in Abstimmung mit den Bezirksämtern die Förderverfahren aktualisieren, um auch mittelfristig feste Strukturen zu schaffen, durch die freiwillig Engagierte niedrigschwellig und möglichst unkompliziert in ihrer Arbeit unterstützt werden können.

Bonus Ticket für alle Engagierten in den Freiwilligendiensten 

Ab August 2020 können Auszubildende und Freiwilligendienstleistende für 30 Euro statt bisher rund 70 Euro monatlich im gesamten HVV-Bereich Bus und Bahn fahren. Da alle, die sich im Rahmen eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahrs oder in den Bundesfreiwilligendiensten engagieren, nur ein Taschengeld erhalten, ist das eine deutliche finanzielle Entlastung.

Die Stadt Hamburg ermöglicht dieses BonusTicket durch einen Kostenzuschuss für Auszubildende und Freiwilligendienstleistende. Detaillierte Inforationen dazu stehen im Internet unter hvv.de/bonusticket.

Darüber hinaus sollen die Freiwilligendienste zukünftig stärker unterstützt werden, z.B. durch Öffentlichkeitsarbeit und Prüfung von Modellprojekten.

Gezielte Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund

Der Hamburger Senat möchte die öffentliche Wahrnehmung des freiwilligen Engagements von Migrantenorganisationen erhöhen und deshalb entsprechende Angebote von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte stärken. Dazu soll die interkulturelle Öffnung bestehender Strukturen in der Engagementförderung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie beispielsweise dem AKTIVOLI-Landesnetzwerk und Hamburger Stiftungen ab dem Mitte 2020 weiter vorangetrieben werden.

Steuerliche Entlastungen für freiwillig Engagierte

Die Finanzbehörde wird ihre Initiativen zur stärkeren steuerlichen Entlastung des freiwilligen Engagements und zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts in diesem Jahr auch auf Bundesebene weiter vorantreiben. 


Schwerpunkte im Jahr 2021

Forum WIR in Hamburg

Die jährliche Großveranstaltung Forum Flüchtlingshilfe kann 2020 aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie erstmals nicht stattfinden. In 2021 soll dieses Format aber wieder aufgegriffen werden und – wie in der Engagementstrategie vorgegeben - gemeinsam mit den Bezirken und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren zum Forum WIR in Hamburg weiterentwickelt werden.

Dabei soll das Forum an die aktuellen Gegebenheiten des freiwilligen Engagements und nachbarschaftliches Miteinander angepasst werden. Denn inzwischen steht weniger die Flüchtlingshilfe, sondern die Integration von Menschen, die nach Hamburg geflüchtet sind, im Vordergrund. Und auch die Corona-Pandemie zeigt wieder den unverzichtbaren Wert der gegenseitigen Unterstützung und Nachbarschaftshilfe durch freiwilliges Engagement. Das Forum wird deshalb mit quartiersbezogenen Angeboten stärker als zuvor sozialräumlich ausgerichtet. 

Weiterentwicklung der Freiwilligenakademie

Freiwilliges Engagement erfordert fachliche Kenntnisse, die stets aktualisiert werden müssen. Gleichzeitig bedeuten Qualifizierung und Supervision für viele Freiwillige auch Wertschätzung ihres Engagements.

Die Akademie wird deshalb im kommenden Jahr weiter ausgebaut, um ihr Fortbildungsportfolio künftig durch Kooperationen oder eigene Angebote erweitern zu können. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche digitale Fortbildungsangebote für Freiwillige ebenso wie eine Vermittlung von Supervisionsangeboten insbesondere für kleine und mittlere Initiativen. Dafür erhält die Akademie im Jahr 2021 ein eigenes Fortbildungsbudget.

Fachtag zum Umsetzungsstand der Engagementstrategie

Zur Jahresmitte wird gemeinsam mit dem AKTIVOLI-Landesnetzwerk e.V. wieder ein Fachtag organisiert, um die bisherigen Entwicklungen darzulegen und das weitere Vorgehen mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Hamburger Engagementlandschaft zu diskutieren. 

Hamburger Nachweis wird zu einem Kompetenznachweis

Der Hamburger Nachweis als Zertifikat insbesondere für junge Engagierte, die damit gerne bei Bewerbungen beispielsweise um einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz belegen möchten, dass sie sich engagieren, wird zu einem aussagekräftigen Kompetenznachweis ausgebaut. So soll er künftig deutlicher hervorheben, welche Schlüsselqualifikationen und andere persönliche Fähigkeiten durch das freiwillige Engagement erworben wurden.

Vergünstigungen für freiwillig Engagierte

Der Hamburger Senat möchte seine Wertschätzung von Menschen, die sich freiwillig engagierten, noch deutlicher als zuvor erfahrbar machen. Dazu soll im kommenden Jahr ein konkretes Konzept entwickelt werden, wie die Stadt freiwillig Engagierten nützliche nicht-monetäre Vorteile als Anerkennung ihres jeweiligen Einsatzes gewähren kann. Dazu gibt es bereits einen Austausch zwischen dem AKTIVOLI-Landesnetzwerk e.V und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie zwischen der Sozialbehörde und anderen Ministerien in Deutschland. 

Mehr Austausch mit Akteuren im Sozialraum

Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Mehrgenerationenhäuser, Senioren- und Jugendtreffs sollen im kommenden Jahr als so genannte „verlässliche Orte“ für das freiwillige Engagement deutlich sichtbarer gemacht werden. Denn diese Orte dienen als Multiplikatoren und sollen somit in die Engagementförderung intensiver eingebunden werden. So wird auch gemeinsam mit der Hamburger Schulbehörde geprüft, wie Engagementprojekte in die Ganztagsangebote in den Schulen künftig stärker integriert werden können.


Geplante Schwerpunkte ab dem Jahr 2022

Das Haus des Engagements soll im Jahr 2022 als ein zentrales Kompetenzzentrum in Hamburg ausgebaut werden, in dem freiwillig Engagierte nicht nur Räume kostenfrei mieten können, sondern in dem sie möglichst auch kompetente Ansprechpartner in einer barrierefreien Freiwilligenagentur, in der AKTIVOLI-Geschäftsstelle und in der Freiwilligenakademie finden werden. Hier wird auch eine digitale Geschäftsstelle entstehen, die vor allem kleinere und mittlere Initiativen in ihren Verwaltungsprozessen unterstützen soll. Zudem wird die Zusammenarbeit von Menschen im Haupt- und Ehrenamt durch ein Modellprojekt unterstützt, das ebenfalls im Jahr 2022 starten soll. 

In die Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen wird die Sozialbehörde jeweils verschiedene Akteure einbeziehen, darunter die Bezirksämter, weitere Fachbehörden, Vertreterinnen und Vertreter aus Stiftungen und Wirtschaft, das AKTIVOLI-Landesnetzwerk e.V., die Freiwilligenagenturen und andere Initiativen und Netzwerke der Hamburger Engagementlandschaft. 

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