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Phase 2 Ziele und Szenarien

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Präsentation der Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt. Am 02.02. fand die Zukunftswerkstatt und am 19.02. das zweite öffentliche Forum statt.

Ziele und Szenarien

Wir sind StadtLand. Wir sind Bergedörfer. Wir sind Hamburgs schönste Perle.

Mit diesen drei Prämissen sind ca. 60 Bürgerinnen und Bürger am 2. Februar in eine Zukunftswerkstatt gestartet. Einen Tag lang wurden in drei parallelen Gruppen Szenarien zu Bergedorfs Zukunft entwickelt. Jedes Szenario nahm ein unterschiedliches Selbstverständnis des Bezirks in den Fokus mit dem Ziel, mit Hilfe der Szenarien das Profil des Bezirks Bergedorf zu schärfen und damit einen Orientierungsrahmen für die Ausrichtung der Entwicklung zu schaffen.

Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt wurden im öffentlichen Forum #2 am 19.02. vorgestellt. Jedes Szenario ist visualisiert und in einer Kurzgeschichte beschrieben worden. Die Gäste Frau Prof. Antje Stokmann (Professorin für Architektur und Landschaft an der HafenCity Universität), Achim Georg (Fachmann für Regionalökonomie und Immobilen Wirtschaft) sowie Verkehrsexperte Konrad Rothfuchs haben die drei Szenarien ebenso kommentiert, wie die anwesenden Bürgerinnen und Bürger.

Die Online-Beteiligung ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Bis zum 15.03. konnten die drei Szenarien diskutiert werden, wobei alle Ergebnisse gleichwertig nebeneinander stehen ohne eine Konkurrenz untereinander zu bilden.

Wir sind StadtLand!

Es gibt Stadt. Und es gibt Land. Darüber hinaus gibt es Bergedorf, wo Stadt und Land, wie kein zweites mal in Deutschland, aufeinandertreffen und in enger Koexistenz ihren eigenen Weg gehen können.

Bis 2035 wird der städtische Kern Bergedorfs urbaner, dichter und ein dynamischer Schauplatz, wo aufgezeigt wird, wie Bevölkerung steigt und Gebäude, Mobilität, öffentliche Räume sowie Einkaufszonen reorganisiert werden. Das Motto: Urbanität ist kein Widerspruch zur Lebensqualität. Bergedorf Stadt wird zu einem innovativen, kulturellen und ökonomisch wichtigen Zentrum für Hamburg und seine Region, urbanes produzierendes Gewerbe und vor allem Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen werden zu Treibern für neue Arbeitsplätze.

Der Charakter der Altstadt Bergedorfs bleibt erhalten, sie wird aber zu keinem Museum, sondern kann sich neuen Bedürfnissen und Veränderungen anpassen. Bergedorf Stadt wächst, aber sehr flächeneffizient – Baulücken werden geschlossen, Gewerbe gestapelt und gewohnt, gearbeitet und sich in Nachbarschaft getroffen wird hier durchaus auch mal im 7 Stock, mit prächtigem Blick auf den Counterpart, die Vier- und Marschlande. Hier vollzieht sich der andere Trend: Dörfer, Natur, Landwirtschaft, Tiere – was früher bedroht war, wird durch lokale Visionäre mit neuen Konzepten und Investitionen wiederbelebt und in die Zukunft gedacht. Dörfliches Leben in der Vier- und Marschlande ist ruhig und langsam? – nicht 2035, da zeigt sich reges Landleben, offen, vielfältig und auch mal schlaflos. Die historischen Dörfer werden von den Bewohnern als Lebensmittelpunkt wiederentdeckt, Schulen ausgebaut und mit der Nachbarschaft verbunden, offene Grünflächen und neue Typen von Treffpunkten geschaffen – was früher die Kirche war, ist heute ein offenes, vielfältig nutzbares Gemeinschaftszentrum für Alle. Es ist gelungen, Traditionen der Dorfgemeinschaft in die Zukunft zu holen.

Neue Kommunikationstechnologien machen in Zukunft möglich, dass mehr dort gearbeitet, wo auch gewohnt wird, mindestens in der näheren Umgebung vor Ort. Pendlerströme nehmen deutlich ab. Der übrige Verkehr wird mit regenerativen Antrieb von Kleinbussen geregelt. Tatsächlich hat die Vier- und Marschlande früher als Bergedorfer Stadt den „Nullpunkt“ erreicht: endlich autofrei.

Auch der wertvolle Landschaftsraum wird geschätzt und ist uns erhalten geblieben. Der positive Einfluss der sensiblen Grünflächen auf das Stadtklima wird von den Menschen anerkannt. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Naherholung, weil die Arbeitszeit der Menschen deutlich zurückgegangen und flexibler gestaltet wird. Städter verbringen mehr Freizeit auf dem Land. Durch Maßnahmen für das Konzept des sanften Tourismus profitieren beide davon: ausgebaute Radwegenetze, historische Bausubstanz wird gefördert, erhalten und für ökologischen Tourismus ausgebaut, offene Hofläden und „Mitmach-Höfe“ nehmen als Attraktion zu. Aussichtsplattformen ermöglichen den weiten Blick auf die Elbe, ohne auf den Deich steigen zu müssen.

Und: Landwirtschaft ist immer noch Bestandteil der Vier- und Marschlande, auf den gleichen Flächen, nur mit weniger Landwirten. Die "digitale Transformation" trägt ihren Teil dazu bei und hat die zunehmende Entwicklung von 2019 bestätigt, dass immer mehr Landwirte größere Flächen bewirtschaften werden. Kleinroboter helfen, arbeiten Tag und Nacht auf dem Feld ohne Pause. Der Landwirt selbst arbeitet nicht mehr so hart, per App werden Abläufe der Kleinroboterflotte gesteuert und so der Acker bestellt, hocheffizient, aber auch nachhaltig, denn: Bauer Eckhardt kümmert sich nun mehr um "gesunde" Bodenwerte seiner Flächen und forscht zusammen mit wissenschaftlichen Instituten der HAW an "grünen" Biotechnologien für Gartenbau- und Landwirtschaft. Damit wird ein verantwortungsvoller Umgang mit Boden und den Ressourcen der Vier- und Marschlande für künftige Generationen gesichert. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse finden zu 90 % ihren Absatzmarkt direkt beim Nachbarn – der Stadtkern Bergedorf hängt am Landgemüse nebenan. Vertriebsplatz und öffentliches Zentrum des Bezirks ist die neu errichtete Markthalle kombiniert mit neuem Mobilitätshub auf dem Frascatiplatz, gut erreichbar für Landwirte und Städter, die einen verkaufen und kochen, die anderen essen und kaufen jeden Tag ein.

Und es geht weiter! Was lernen wir für 2050? Bergedorf Stadt ist keine Kleinstadt, es ist ein pulsierendes Zentrum. Aber auch das Land lebt, es schläft nicht! Urbane und ländliche Lebensweise schließen sich nicht aus, sie durchdringen einander immer mehr. Der Fokus wird auf den eigenen Identitäten dieser Seiten liegen als auch auf den Schnittstellen. Die Symbiose von Stadt- und Landleben findet vor allem statt in neuen Typen von Treffpunkten der Versorgung, Mobilität oder Bildung, z.B. Markthallen, Mobilitätsstationen als Knotenpunkten und neuartigen Lernzentren für alle. Hier treffen sich Städter und Landbewohner.

Wir sind Bergedörfer!

Bergedorf ist ein Landkreis in der Großstadt mit einem urbanen Zentrum, Bergedorf sind urbane kleinstädtische Wohngebiete, Bergedorf sind auch Dörfer in großzügiger Kulturlandschaft – in Bergedorf findet jeder seinen Platz! 2035 zeichnet sich der Bezirk durch eine Vielzahl von selbstverwalteten und mit eigenem Haushalt ausgestatteten Bergedörfern aus: jedes auf seine Art eigen, die Gemeinschaft in jedem stark, in den jeweiligen Zentren von allen konzentriert sich das Zusammenleben. (…vollwertig mit attraktiven Wohnungen, wohnortnahen Arbeitsplätzen, vielfältiger Nahversorgung und Bildungs–, Kultur– und Freizeitangeboten.) Bergedörfer zeichnen sich durch eine hohes Maß an kollektiver Mitbestimmung, transparenten Entscheidungsprozessen und demokratischer Vielfalt in den Gemeinschaftszentren aus – so wird darüber verhandelt, wie und ob Wachstum stattfindet und mit welchen Qualitäten. Wirtschaft hat einen starken lokalen Bezug: lokale Produkte, inhabergeführte Geschäfte, ansässige Unternehmen oder Landwirtschaftsbetriebe haben nach wie vor hohen Stellenwert; neue wirtschaftliche Kooperationsmodelle und gemeinwohlorientierte Produktion haben Konjunktur, es bilden sich z.B. Genossenschaften für eine neue Dorfbrauerei in Ochsenwerder, alternative solidarische Landwirtschaftsgärten oder für die Wiederbelebung von brachliegenden Hofstellen in den Vier- und Marschlanden.

Jedes der Bergedörfer baut aus und schafft sich sein eigenes individuelles Profil, z.B.…

…gewinnen die beiden urbanen Zentren von Bergedorf und Lohbrügge wieder an Strahlkraft, gerade für das Umland. Hier finden sich viele verschiedene Nutzungen und Angebote, für die früher noch in die Hamburger Innenstadt gefahren werden musste. Sie werden zu dynamischen Hauptzentren und Mitten für den Lebensalltag der Menschen aus der Region.

…wird der Schleusengraben ein Mekka für lokales Handwerk, Produktion und Wissensökonomie. Neue innovative Ansätze bei der Herstellung und Verarbeitung lokaler Produkte werden hier entwickelt. Diese Produkte werden direkt in den Markthallen für lokale Produkte vertrieben.

…liegt mit der HAW weiterhin ein innovativer Forschungsstandort im Herzen des Bezirks. Hier werden Zukunftstechnologien entwickelt, von denen auch die vielen Bergedörfer direkt profitieren können. Neue Forschungsprojekte beschäftigen sich zum Beispiel mit zukunftsfähigen Anbaumethoden und dem Einsatz von Robotern in der Landwirtschaft, getestet wird in den Vier- und Marschlanden.

…ist in Kirchwerder die neue Schule ein Ort für Alle. Neben Schulalltag werden andere Nutzungen (z.B. Café, Bibliothek, Beratungsangebote, Co-Working-Spaces, Restaurant, Kurse) auch von den Bewohnern und Bewohnerinnen genutzt.

…haben sich das Bildungsinformationszentrum des Gartenbaus, die Kita und das Gemeinschaftszentrum in Fünfhausen zu einem Bildungs- und Gemeinschaftscampus zusammengeschlossen. Mit der Verknüpfung beruflicher und frühkindlicher Bildung sowie den Angeboten aus dem Gemeinschaftszentrum finden die Bewohnerinnen und Bewohner von Fünfhausen vielschichtige Möglichkeiten sich einzubringen und Neues zu erlernen.
Und jedes der Bergedörfer ist nicht allein, z.B.

…setzt Neuallermöhe auf sein Netz aus Grachten; neue Verbundlinien auf dem Wasser werden ausgebaut zum Schleusengraben und den Vier- und Marschlanden, die nicht nur im Alltag genutzt sondern auch zum Tourismusmagnet werden. »Wasserstadt« wird zu einem Thema, das Bergedörfer verbindet.

In den vielfältigen Bergedörfern ist es gelungen, Altgewachsenes und Tradition in die Zukunft zu transformieren. So sind die alten Dorfkerne in den Vier- und Marschlanden mit selbstfahrenden Shuttles verbunden und gut erreichbar. In den Schulen der Zukunft mischen sich verschieden Lebenswelten, sie sind Lernort und Dorfgemeinschaftszentrum zugleich.

2035 setzt sich Bergedorf aus vielen unterschiedlichen Kernen, die ihre vielfältigen Qualitäten stärken konnten, zusammen. Bergedörfer sind aber keine "gallischen Dörfer" – trotz ihrer Autonomie zeigen sie sich kooperativ und schmieden zu wichtigen Themen, die alle Bergedörfer angehen, Allianzen. In alljährlichen Bezirkskonferenzen werden die Grundwerte für Bergedorf diskutiert und beschlossen. Zudem sind die einzelnen Bergedörfer durch alternative Mobilitätskonzepte – Wassertaxis, ausgebaute Rad- und Fußwege, selbstfahrende Shuttles – hoch erschlossen und hervorragend miteinander verbunden. 2035 können die lokalen Identitäten der vielen verschiedenen Bergedörfer wirklich erlebt werden. Und deshalb ist Bergedorf inklusiv! Viele Dörfer werden gemeinsam eins.

Wir sind Hamburgs schönste Perle!

2035 strahlt der Bezirk Bergedorf mit neuem Selbstbewusstsein. Seine Eigenart ist seine Vielfalt: reichhaltige Kulturlandschaft, Geest und Marsch, Diversität der Milieus und Lebensstile, stolze Altstadt, starkes lokales Handwerk, zukunftsorientierte Forschungsfelder, städtische und ländliche Lebensräume.

Der Bezirk spinnt seine Netze in die Metropolregion. Durch neue S- und U-Bahnverbindungen nach Glinde, über Lohbrügge nach Reinbek oder die neue Bahnlinie bis nach Lauenburg mit höherer Taktung rücken Hamburg und Umland näher an Bergedorf. Die stärkere Vernetzung mit der Region und Kooperationen mit den Umlandgemeinden eröffnen neue Perspektiven für alternative Wachstumsstrategien: neu angebunden durch S-Bahn-Anschlüsse nimmt das angrenzende Schleswig-Holstein einen Teil der Aufgaben für neuen Wohnungsbau ab, dadurch bleiben mehr kulturlandwirtschaftliche Flächen in Bergedorf für Tourismus und Landwirtschaft erhalten.

Das Zentrum Bergedorfs mit seiner Altstadt wird zu einem urbanen Ort, für Jung und Alt, neu aufgeladen mit attraktiven Nutzungen und öffentlichen Treffpunkten. Das "alte" Herz von Bergedorf ist mittlerweile bekannter als die Lüneburger oder Lübecker Altstadt.

2035 ist Bergedorf längst zu einem Motor regionaler Innovation geworden. Die Verknüpfung von den Forschungsfeldern Life-Sciences, Energie, Wasser, und additiven Produktionstechnologien (3D-Druck) mit lokalem Handwerk und Landwirtschaft bringen neue Arbeitsplätze, Ausbildungsstätten und Gründerzentren hervor. Die Campi von Arbeits- und Ausbildungsstätten, Wissenschaftsclustern, Universität- und Forschungsinstituten sind neue Aufenthaltsorte für die Bergedorf*Innen, Auszubildenden, Studierende und Forscher mit öffentlichen Plätzen, Coworking-Spaces und Sportangeboten. Im Zuge der Initiative Campus-Stadt ist Bergedorf zu einem Magneten für junge Menschen aus der gesamten Metropolregion geworden. Vielfältige Lernangebote, attraktive Wohnungen, junge Szenen und kulturelle Angebote in der Stadt sowie Sport, Wasser, Freiräume und Landschaft – spätestens jetzt ist Bergedorf für die Studierenden der HAW lebenswert und Lebensmittelpunkt geworden.

Die Landwirte der Vier- und Marschlande sind in regionale Produktions- und Wertschöpfungsketten eingebettet, finden direkte Abnehmer und ernähren die gesamte Region. Die Landwirtschaft ist immer noch Alleinstellungsmerkmal Bergdorfs.

2035 ist Bergedorf immer noch Hamburgs grünster Bezirk, der Landschaftsraum ist emotionaler Anker für Bergedorfer*innen und wird innerhalb der gesamten Region wertgeschätzt. Die Vier- und Marschlande wird zum beliebten touristischen Ziel, ein grüner Naherholungs- und Landschaftspark für Hamburgs. Hier gilt der "sanfte Tourismus" als unausgesprochenes Gebot: Bewegung findet mit Booten, Fahrrädern und Wasserstoffbussen statt; Naherholung wird verträglich mit Naturschutz und Landwirtschaft. Der Tourismus ist auch neue Wirtschaftsquelle für die Dörfer, investiert wird in neue Schulen und Bildungseinrichtungen, autarke Energieversorgung und alternative Mobilitätsträger sowie Infrastruktur – die Vier- und Marschlande sind Pilotprojekt für nachhaltige Energien und Fortbewegung in ländlichen Räumen.

In Zukunft lernt Hamburg von Bergedorf. Grün und Metropolregion sind kein Widerspruch. Nachhaltigkeit wird zu einem zentralen Zukunftstreiber. Innovation entsteht aus der Kombination von Tradition und Neuausrichtung. Damit hat Bergedorf als Teil Hamburgs einen festen Platz in der Metropolregion eingenommen.

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