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Hintergrund Was sind Essstörungen?

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In Deutschland sowie in anderen westlichen Gesellschaften zählen Essstörungen zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen. Diese äußern sich, indem starke psychische Belastungen körperliche Schäden verursachen. Essstörungen zeichnen sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper aus.

Was sind Essstörungen?

schlanke Frau sieht im Spiegel ein dickes Spiegelbild

Die Erkrankung beinhaltet aber mehr als nur Probleme mit dem Essverhalten - und nicht jedes merkwürdige Essverhalten deutet auf eine Essstörung hin. 

Komplexe psychische Hintergründe stehen hinter der Entwicklung einer Essstörung. Die Übergänge von einem auffälligen zu einem krankhaften Essverhalten sind fließend. 

Dabei werden Essen, Hungern oder auch exzessives Sporttraining als „Problemlöser“ betrachtet.

Essstörungen sind entgegen des in der Öffentlichkeit verbreiteten Bildes kein ausschließliches Frauenproblem. Expertinnen und Experten zufolge ist jede zehnte von einer Essstörung betroffene Person männlich. 

Bei der sogenannten Binge-Eating-Störung bilden Männer sogar ein Drittel der Betroffenen.

Mann beim Gewichteheben

Über die weiter unten beschriebenen Essstörungsformen hinaus, die bei beiden Geschlechtern auftreten, gehört die Muskelfixierung zu den typisch männlichen Symptomen. 

Um sich dem männlichen Schönheitsideal eines muskulösen Körpers zu nähern, betreiben die Betroffenen exzessiv Sport.

Formen von Essstörungen

Es können verschiedene Essstörungsformen unterschieden werden, die sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenalter auftreten können:

Magersucht  (Anorexia nervosa)

Die Betroffenen nehmen stark ab und empfinden sich auch noch als zu dick, wenn sie schon unter starkem Untergewicht leiden. Der Gewichtverlust wird in erster Linie durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme herbeigeführt. Manchmal werden zusätzlich Appetitzügler, Abführ- oder Entwässerungsmittel eingenommen, die Betroffenen erbrechen sich oder sind übertrieben sportlich aktiv.  

Bulimie  (Bulimia nervosa)

Die Betroffenen sind zwar meistens schlank, fallen aber mit ihrem Erscheinungsbild nicht auf. Typisch für Bulimie sind regelmäßige Essanfälle. Innerhalb von kürzester Zeit werden große Nahrungsmengen zu sich genommen. Danach erbrechen sich die Betroffenen, um nicht zuzunehmen. Es werden aber auch andere Maßnahmen angewandt. So wird zum Beispiel gefastet, Abführmittel werden missbraucht oder es wird im übertriebenen Maße Sport getrieben. Zwischen den Essattacken wird häufig eine Art Dauerdiät gehalten.

Binge-Eating-Störung

Charakteristisch für diese Essstörung sind wiederkehrende Heißhungerattacken, bei denen enorm große Mengen an Nahrung herunter geschlungen werden. Die Betroffenen haben bei den Essanfällen das Gefühl, die Kontrolle über das Essen verloren zu haben. Anders als bei der Bulimie werden nach den Essattacken keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Daher sind die Betroffenen häufig übergewichtig oder fettleibig (adipös). Übergewicht oder Fettleibigkeit gehört jedoch nicht zwingend zum Krankheitsbild.

Atypische Essstörungen

Die oben genannten Essstörungsformen können ineinander übergehen und Mischformen bilden. Bei atypischen Essstörungen handelt es sich also um Erkrankungen, auf die nicht alle Merkmale der oben beschriebenen Essstörungsformen zutreffen oder bei denen die Merkmale mehrerer Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten. Atypische Essstörungen stellen die häufigste Essstörungskategorie dar.

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Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration

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