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Versorgungssicherheit Mehr Produkte aus Europa - mehr Souveränität

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Dass sich die EU eine stärkere wirtschaftliche Souveränität auf die Fahne geschrieben hat, ist auch eine Entscheidung für mehr wirtschaftliche Freiheit. Denn Lieferengpässe wegen der Corona-Krise zeigen: für eine unabhängige Ökonomie braucht Europa eigene strategische Kapazitäten.

Laptop mit gelbem Stern

Mehr Produkte aus Europa - mehr Souveränität

Ob Medizinprodukte oder Solarzellen: die Corona-Krise hat schmerzlich gezeigt, dass Europas Wirtschaft empfindlich ist für Engpässe. Denn eine hohe Abhängigkeit von Produkten aus fernen Regionen kann für leergefegte Lager in Europa sorgen, wenn die Lieferketten unterbrochen sind. Dies wurde im Frühjahr 2020 besonders deutlich, als asiatische Länder in den Lockdown gingen und wichtige Produkte für Europa nicht geliefert werden konnten.

Solarzellen: Europas Comeback

Beispiel Photovoltaik: obwohl Europa und speziell Deutschland zu den Entwicklern der modernen Solarstromtechnologie zählen, ist die Fertigung von Solarzellen in der Vergangenheit im großen Stil abgewandert. Das führte 2020 zu Engpässen bei der Versorgung mit der sauberen Energietechnologie, auf die Unternehmen in Europa mittlerweile reagiert haben. Sowohl in den östlichen Ländern Deutschlands als auch im französischen Lothringen bauen sie mit öffentlicher Unterstützung neue Solarzellenfabriken. Das ist wichtig, weil die Photovoltaik eine Schlüsseltechnologie für die grüne Energiewende Europas ist.

UKE: Schutzkleidung aus Europa

Auch das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) weiß über Engpässe zu berichten. So stammten 90 Prozent der Schutzkleidung zu Beginn der Krise aus Asien. Weil die Lieferungen stockten und zugleich der Bedarf deutlich angestiegen ist, versucht das UKE seitdem seinen Einkauf von zentralen Materialien wie Masken stärker in Europa zu decken. Auch wenn das teilweise gelungen ist; noch gebe es hier zu wenig Hersteller von kritischen Schutzmaterial-Produkten, sagt Sven Mildahn, Leiter Strategischer Einkauf am UKE. „In Europa sollten aktiv Produktionsstätten für Medizinprodukte, Pharmazeutika und Schutzausrüstung gefördert werden, damit in künftigen Krisensituationen keine Abhängigkeiten durchschlagen“, schlägt er vor.

Die EU unterstützt die Bemühungen für die wirtschaftliche Souveränität unter anderem im Rahmen ihres Budgets zur Überwindung der Corona-Krise (Link zu Text über Recovery). Zugleich ist aber klar: faire globale Kooperationen bleiben wichtige Pfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung Europas.

„Die Förderung von Lieferanten mit Produktionsstätten in Europa kann die Versorgungssicherheit von Kliniken in Krisenzeiten deutlich erhöhen – allein schon, weil der lange Transportweg entfällt und die Qualität durch Audits vor Ort bei den Lieferanten schneller und unkomplizierter erfolgen kann.“ Sven Mildahn, Leiter Strategischer Einkauf am UKE.

 

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Kurzinfo Europawoche - Was ist das?

Die Europawoche findet jährlich im Frühjahr statt und wird europaweit gefeiert - so auch in Hamburg. Zwei wichtige Eckdaten bilden den Rahmen der Veranstaltung: Der 5. Mai als Gründungstag des Europarates, der 9. Mai ist der Tag, an dem der französische Außenminister Robert Schumann 1950 mit einer Regierungserklärung die Grundlage zum EU-Vorläufer Montanunion legte. Beide Daten werden auch als „Europatage“ bezeichnet. Die Europawoche bietet vielfältige Veranstaltungen rund um das Thema Europa an.

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