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6. Mai 2021, 19 Uhr Virtuelle Lesung mit Diskussion des historischen Romans "Das Judaskreuz"

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Lessing tut Not! ​​​​​​​Das geistige Erbe der Aufklärung und das Aufkommen des modernen Antisemitismus. Eine Einführung in den Roman DAS JUDASKREUZ

William Boehart

Virtuelle Lesung mit Diskussion des historischen Romans "Das Judaskreuz"

Die Juden sind ein Krebsgeschwür am Deutschen Volkskörper! – diese und ähnliche Äußerungen wurden im Zuge des Aufkeimens des modernen Antisemitismus, der nach 1873 im Deutschen Reich eine erste Blütezeit erlebte, gesellschaftsfähig. Dieser Saat ist, wie wir wissen, in mörderischer Weise aufgegangen, und er wirkt bis heute nach. Es hat jedoch seit dem 18. Jahrhundert eine andere geistige Strömung gegeben – das Erbe der Aufklärung mit ihren Werten der Humanität, Toleranz und der Bereitschaft, sich allen Menschen als potenziellen Freunden zu begegnen; Werte, denen Gotthold Ephraim Lessing in seinem Dialog Ernst und Falk – Gespräche für Freimaurer diskursiv darstellte und in seinem Theaterstück Nathan der Weise einem Denkmal setzte.
Mit meinem historischen Roman DAS JUDASKREUZ lade ich meine Leser und Leserinnen auf eine Reise durch Hamburg und Umgebung um 1880 ein. Der Roman ist jedoch kein historischer Regionalkrimi. Das Buch greift vielmehr Themen auf, die heute hochaktuell sind; es regt zum Nachdenken an, zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und ist eine Hommage an die Macht der Bücher.
Im Dunstkreis des Antisemitismus ist um 1880 ein Geheimbund entstanden – das Judaskreuz. Eine Synagoge in Grevesmühlen geht in Flammen auf; in Hamburg erscheinen Flugblätter gegen das geplante Lessingdenkmal; in Mölln wird die Leiche des vom Judentum konvertierten Hamburger Kaufmann, Hermann Goldschmidt, mit einem Dolch im Rücken gefunden; Spekulanten schmieden Pläne mit Hilfe vertraulicher Unterlagen aus Senatskreisen, um ein Sanierungsvorhaben in den Hamburger Elendsvierteln zu realisieren. Und im scheinbar undurchdringlichen Labyrinth der Hamburger Gängeviertel taucht zur gleichen Zeit der Möllner Winkeladvokat Friedrich Sprewitz unter, um die Wahrheit über seine ehemalige Geliebte, die Schriftstellerin und Revolutionärin Recha Mendelssohn herauszufinden. Gelenkt von den politischen Entwicklungen, aber auch getrieben von Rachsucht und Machthunger, von Liebe, Hass und Tatendrang, geraten die Akteure in ein unheilvolles Netz aus Verstrickungen. Diese reichen weit in die Vergangenheit, bis zur gescheiterten Revolution 1848 zurück.
Ich bin zu Lessing über mein Studium der europäischen Geschichte in der frühen Neuzeit gekommen. Ich lernte seine Schriften kennen und schätzen. Daraufhin beschloss ich, über den Fragmentenstreit zwischen Lessing und dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze zu promovieren. So begann ich Lessings Werke intensiver zu lesen – und entdeckte meine Lieblingsschrift Ernst und Falk – Gespräche für Freimaurer. Sie ist weniger bekannt als andere Werke, wie natürlich Nathan. Für mich ist Ernst und Falk jedoch Lessing-Pur. Geistreich, doppelbödig, listig, humorvoll und zutiefst politisch. Lessing liebte das Gespräch unter Freunden (übrigens das Leitmotiv der Aufklärung, damals wie heute), und Falk entpuppt sich als gewiefter Gesprächspartner. Es sind Gespräche für Freimaurer, nicht in erster Linie über die Freimaurerei. Die Zielsetzung ist Handeln – Es gibt nichts Gutes, als man tut es. Die Freimaurerei hat nicht immer Freimaurerei gespielt; sie ist nicht identisch mit den Logen, sondern so alt wie die bürgerliche Gesellschaft. Sie ist in der Tat ihre notwendige Kehrseite, der eigentliche Motor, der alles letztlich zusammenhält und vorantreibt. Freimaurerei - Revolution mit friedlichen Mitteln. Das Gute tun, weil es das Gute ist.

William Boehart, DAS JUDASKREUZ, Roman, 506 Seiten Gebunden, mit Schutzumschlag
€ 22,00, ISBN 978-3-95510-169-5

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenlos 

Anmeldung

Anmeldungen für den Zugangslink bitte per E-Mail an: wolfgang.p.kobler@gmail.com

Veranstaltungsort

Die Veranstaltung findet digital statt

Veranstalter

Freimaurer Hamburg: http://www.hamburg-freimaurerei.de

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Kurzinfo Europawoche - Was ist das?

Die Europawoche findet jährlich im Frühjahr statt und wird europaweit gefeiert - so auch in Hamburg. Zwei wichtige Eckdaten bilden den Rahmen der Veranstaltung: Der 5. Mai als Gründungstag des Europarates, der 9. Mai ist der Tag, an dem der französische Außenminister Robert Schumann 1950 mit einer Regierungserklärung die Grundlage zum EU-Vorläufer Montanunion legte. Beide Daten werden auch als „Europatage“ bezeichnet. Die Europawoche bietet vielfältige Veranstaltungen rund um das Thema Europa an.

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