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Schon im Vorschulalter Frühe Prävention und Intervention

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Mit frühzeitigen Hilfen soll dauerhaften Verfestigungen aggressiven und antisozialen Verhaltens von Kindern begegnet werden.

Drei kleine Jungs mit Mützen

Handeln gegen Jugendgewalt Hamburg

Warum Gewaltprävention schon im Kindesalter?

Kinder zwischen anderthalb und drei Jahren lernen, dass sie einen eigenen Willen haben. Den wollen sie oft unbedingt durchsetzen und werden schnell aggressiv und es kommt zu Wutausbrüchen. Das ist eine normale Entwicklungsphase (Trotzphase).

Wenn die Kinder aber im weiteren Entwicklungsverlauf das aggressive Verhalten nicht wieder ablegen, deutet dies auf ein erhöhtes Risiko für Verhaltensprobleme hin. Ohne Präventionsmaßnahmen kann sich dann eine anhaltend negative Entwicklung einstellen.

Somit stellt die Zeitspanne vom Kindergarten an bis in die ersten Schuljahre hinein einen besonders günstigen Zeitraum dar, Verhaltensauffälligkeiten effektiv vorzubeugen. Werden entsprechende entwicklungsangemessene Maßnahmen eingeleitet, so kann ein frühzeitiges Problemverhalten aufgegeben und sozial kompetentes Verhalten gefördert werden.

Wie können die Kinder mit erhöhtem Risiko für Verhaltensprobleme erkannt werden?

In Hamburg gibt es 18 Gewaltpräventionsfachkräfte. Davon arbeiten zehn Fachkräfte in den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASD) der bezirklichen Jugendämter und acht in den Regionalen Bildungs- und Beratungsstellen (ReBBZ) der Behörde für Schule und Berufsbildung. Die Gewaltpräventionsfachkräfte aus ASD und ReBBZ arbeiten als Tandem verbindlich in „Regionalen Teams“ in den Bezirken zusammen. 

Beispiele zur Arbeitsweise der Gewaltpräventionsfachkräfte finden Sie hier:

Die Kinder, bei denen ein Verfestigungsrisiko des aggressiven Verhaltens besteht, werden von diesen besonders geschulten Gewaltpräventionsfachkräften mit Hilfe einer speziellen Diagnostik identifiziert. Gleichzeitig wird die Diagnostik als Grundlage für die Festlegung geeigneter Gewaltpräventionsmaßnahmen eingesetzt.

Die Gewaltpräventionsmaßnahmen richten sich an Kinder, Eltern, pädagogische Fachkräfte wie Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Lehrerinnen und Lehrer.

Gewaltpräventive Angebote für Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte

Für die betroffenen Kinder, ihre Familien und pädagogischen Fachkräfte wurden in Hamburg mit dem Handlungskonzept gegen Jugendgewalt neue gewaltpräventive Hilfeangebote eingeführt, deren positive Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist und die das bestehende Angebotsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe ergänzen. Im Einzelnen handelt es sich um:

Papilio

Papilio ist ein Programm für Kindertageseinrichtungen (und Spielhäuser oder andere Einrichtungen mit festen, regelmäßig stattfindenden Kindergruppen) mit Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren. 

Papilio setzt auf drei Ebenen an: Erzieherinnen / Erzieher, Kinder und Eltern. Die fortgebildeten pädagogischen Fachkräfte wenden die Methoden in der alltäglichen Arbeit mit den Kindern an. Sie informieren die Eltern über Inhalte und Ziele, so dass erziehungsorientierte Gespräche entstehen. Mit Papilio wird Kind gerecht der Umgang mit sozialen Regeln geübt sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Gefühlsfähigkeit und Kreativität gefördert.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.papilio.de oder beim Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., Projekt Papilio

EFFEKT® (EntwicklungsFörderung in Familien: Eltern- und Kinder Training)

EFFEKT® besteht aus einem spielerischen Kinderkurs für alle Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren sowie einem Elternkurs, der für alle Eltern mit Kindern im Altern von drei bis zehn Jahren geeignet ist.
Beide Kurse können sowohl einzeln als auch in Kombination angewendet werden. Mit diesen Kursen können die soziale Entwicklung der Kinder unterstützt sowie Schwierigkeiten im Verhalten und in der Erziehung vermindert werden.

In Hamburg wird die etwas abgewandelte Form „EFFEKT®-Interkulturell“ für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund angeboten. Pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen, die mit Kindern im Vorschulalter/Schulalter und/oder Eltern arbeiten (zum Beispiel Spielhäuser, Eltern-Kind-Zentren, Kindertagesstätten, Vorschulen, Erziehungsberatungsstellen, Elternschulen), führen die Kurse durch.

Weitere Informationen finden Sie unter www.effekt-training.de oder über die Fachkräfte Gewaltprävention im Kindesalter in den Bezirksämtern, Fachamt Jugend- und Familienhilfe, Kontakt über den Telefonischen Hamburg Service:, Tel. 428 280.

PEP (Präventionsprogramm für Expansives Problemverhalten)

PEP besteht aus einem Elternprogramm und einem für pädagogische Fachkräfte. Zielgruppe sind Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren (für das Elternprogramm bis zu zehn Jahren), die frühe Zeichen ausgeprägten expansiven Verhaltens aufweisen, also Kinder, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, Impulsivität, motorische Unruhe und Aggressivität zeigen.

Beide Programme zielen auf Veränderungen des alltäglichen Umgangs mit dem Kind, indem anhand individueller Problemsituationen Grundstrategien für deren Lösung erarbeitet und geübt sowie die Umsetzung im Alltag reflektiert wird. Dabei steht die Stärkung der positiven Beziehung der Eltern bzw. der pädagogischen Fachkräfte zum Kind stets im Mittelpunkt.

Die Kurse werden in Hamburg vom AWO – Landesverband Hamburg e.V. und von Nordlicht e.V. angeboten. Die Vermittlung erfolgt auch über die Fachkräfte Gewaltprävention im Kindesalter in den Bezirksämtern, Fachamt Jugend- und Familienhilfe, und bei ReBBz - Kontakt über den Telefonischen Hamburg Service: 428 280.

Triple P (Positive Parenting Program - Positives Erziehungsprogramm)– Einzeltraining für Eltern

Das Triple P Einzeltraining ist für Eltern von Kindern bis zwölf Jahren geeignet, die in mehreren Bereichen von Schwierigkeiten in der Erziehung ihres Kindes berichten. Das Training vermittelt den Eltern positive Erziehungskompetenz durch ein auf die individuelle Familiensituation angepasstes Training in der häuslichen Umgebung.

Das Erziehungsprogramm von Triple P umfasst fünf Interventionsebenen mit steigendem Intensitätsgrad, um Eltern möglichst individuell zugeschnittene Hilfen im Erziehungsalltag zu bieten. Das Einzeltraining für Eltern stellt die vierte Interventionsebene von Triple P dar und vermittelt Eltern positive Erziehungskompetenz durch ein auf die individuelle Familiensituation angepasstes Training in der häuslichen Umgebung. Günstiges Erziehungsverhalten wird in kleinen Schritten vermittelt und die Umsetzung im Familienalltag systematisch begleitet.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.triplep.de. Das Training wird in Hamburg von pädagogischen Fachkräften der ambulanten Hilfen zur Erziehung angeboten. Die Vermittlung erfolgt über die Fachkräfte Gewaltprävention im Kindesalter in den Bezirksämtern, Fachamt Jugend- und Familienhilfe - Kontakt über den Telefonischen Hamburg Service, Tel. 428 280.

Mehr Informationen

Mehr zum Handlungskonzept gegen Jugendgewalt und zur Gewaltprävention im Kindesalter finden Sie auch im Hamburger Kinder- und Jugendbericht.


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