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Beratung und Hilfe Sexueller Missbrauch - was tun?

Sexueller Missbrauch Hamburg

Was ist sexueller Missbrauch?

vergr??ern Titel des Faltblattes 'Sexueller Missbrauch - was tun?' (Bild: FHH) Sexueller Missbrauch wird h?ufig gleichgesetzt mit Vergewaltigung.

Aber zwischen Erwachsenen und Kindern sind nicht nur Geschlechtsverkehr, oraler oder analer Sex sexueller Missbrauch, sondern auch alle Handlungen eines Erwachsenen, die er mit der Absicht ausf?hrt, sich sexuell zu stimulieren.

Verantwortung f?r sexuellen Missbrauch tragen stets die Erwachsenen,?nie die Kinder!

Wie k?nnen Sie Ihrem Kind helfen?

  • Wenn Kinder berichten, sexuell missbraucht worden zu sein, l?gen sie in der Regel nicht. Deshalb: Glauben Sie Ihrem Kind!
  • Nehmen Sie Ihr Kind in allen seinen Gef?hlen ernst. F?r das Kind ist es eine gro?e Hilfe, wenn es seine Gef?hle aussprechen kann.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, ?ber das Erlebte zu sprechen. Sie k?nnen Ihr Kind durch vorsichtiges Nachfragen dabei unterst?tzen. Bedenken Sie, dass es f?r Ihr Kind besonders schwer sein kann, ?ber seine Erlebnisse zu sprechen, wenn die missbrauchende Person Ihnen nahe steht.
  • Vermeiden Sie "Warum-Fragen". Ihr Kind kann dadurch den Eindruck gewinnen, dass es schuldhaft beteiligt war.
  • Machen Sie Ihrem Kind keine "Vorw?rfe (etwa: "Warum hast Du es mir nicht fr?her gesagt?").
  • Sagen Sie Ihrem Kind ganz deutlich, dass es an dem Geschehenen keine Schuld trifft, sondern dass einzig und allein die missbrauchende Person verantwortlich ist und dass ihm Unrecht geschehen ist.
  • Respektieren Sie es, wenn Ihr Kind emotional anders reagiert als Sie (es kann zum Beispiel sein, dass Ihr Kind der missbrauchenden Person gegen?ber auch positive Gef?hle hat).
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit. ?berlegen Sie gemeinsam, was Ihr Kind jetzt besonders braucht, um sich sicher zu f?hlen.

Wie finde ich Hilfe?

Wenn Sie den Verdacht haben oder wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind sexuell missbraucht wird, werden Sie wahrscheinlich heftige Gef?hle wie zum Beispiel?Wut, Ohnmacht, Sorge um Ihr Kind und Traurigkeit durchleben.

Suchen Sie das Gespr?ch mit Menschen, denen Sie vertrauen. Das kann Sie entlasten.

Rat und Unterst?tzung finden Sie auch bei einer Beratungsstelle. In den speziellen Beratungsstellen zum sexuellen Missbrauch, den Erziehungs- und Familienberatungsstellen oder den Allgemeinen Sozialen Diensten der Bezirks?mter?k?nnen Sie Ihre Fragen ansprechen und kl?ren, wie Sie jetzt vorgehen k?nnen.

Zur Planung aller weiteren Schritte sollten Sie sich Hilfe von Fachleuten holen!

Was Sie noch wissen sollten


?rztliche Untersuchung
In vielen F?llen ist sexueller Missbrauch medizinisch nicht nachweisbar, da das missbrauchte Kind keine k?rperlichen Sch?den zeigt. Es kann jedoch sein, dass Ihr Kind besorgt dar?ber ist, ob sein K?rper noch "heil" oder "normal" ist. In diesen F?llen kann es Ihrem Kind helfen, durch eine ?rztliche Untersuchung versichert zu bekommen, dass sein K?rper ganz gesund und "in Ordnung" ist.

Therapie
Nicht jedes missbrauchte Kind braucht eine Therapie. Ob eine Therapie n?tig ist, h?ngt von verschiedenen Bedingungen ab, zum Beispiel von Art, Dauer und Schwere des Missbrauchs und von der allgemeinen Stabilit?t des Kindes. Ein Umfeld, dass dem Kind ausreichende Unterst?tzung gibt, kann entscheidend zur Bew?ltigung seiner Erlebnisse beitragen.

Rechtliche Schritte
In der Regel l?sst sich sexueller Missbrauch nur mit rechtlicher Unterst?tzung beenden, zum Beispiel wenn die missbrauchende Person das Kind nicht in Ruhe l?sst, das Geschehene leugnet, wenn weitere Kinder in Gefahr sind oder wenn der Missbraucher das Kind und Sie bedroht.

  • Es kann beispielsweise wichtig sein, ein Kontakt- und Umgangsverbot beim Familiengericht zu erwirken. Diese Verbot ist gegebenenfalls mit Zwangsmitteln durchzusetzen.
  • Es kann auch sein, dass das Kind f?r kurze Zeit woanders untergebracht werden muss, um es vor Gewaltt?tigkeiten zu sch?tzen, und dass dieser Schutz nur auf gerichtlichem Wege durchgesetzt werden kann.

Wenden Sie sich an den f?r Sie zust?ndigen Allgemeinen Sozialen Dienst?im Bezirk. Dort k?nnen Sie sich ?ber die rechtlichen M?glichkeiten?informieren und erhalten weitere Beratung und Unterst?tzung. Um Strafanzeige zu erstatten, wenden Sie sich direkt an die in Hamburg f?r Sexualstraftaten zust?ndige Dienststelle des Landeskriminalamtes. Die Polizei wird zun?chst Ihr Kind als Zeugen befragen und weitere polizeiliche Ermittlungen einleiten.

Danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob Anklage erhoben wird oder ob das Verfahren eingestellt wird. In einer Gerichtsverhandlung kann es erforderlich sein, dass Ihr Kind erneut als Zeuge aussagt.

Wenn Sie sich zu einer Strafanzeige entschlie?en, sollten Sie einen erfahrenen Anwalt bzw. eine Anw?ltin mit der Interessenvertretung Ihres Kindes oder mit der Nebenklagevertretung beauftragen. Dadurch k?nnen Sie die Belastungen f?r Ihr Kind vermindern und die Rechte Ihres Kindes im Strafprozess sichern. Eine geeignete Anw?ltin bzw. einen Anwalt k?nnen Sie ?ber die Rechtsanwaltskammer erfragen.

Bei geringem Einkommen haben Sie die M?glichkeit, Prozesskostenhilfe beim Amtsgericht zu beantragen. (Bei der Antragstellung kann Ihnen eine Anw?ltin bzw. ein Anwalt behilflich sein.) Sie k?nnen sich auch an die ?ffentliche Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle (?RA) wenden.

Weitere Informationen

Weitere Hinweise und Adressen von Beratungsstellen finden Sie in dem Faltblatt Sexueller Missbrauch - was tun?