Tiergesundheit Wichtige Fragen und Antworten rund um Tiere und das Coronavirus

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Können Tiere sich mit dem Coronavirus anstecken? Dürfen Tierarztpraxen, Reitanlagen und Hundeschulen weiter geöffnet haben? Was gilt es, bei der Ein- und Ausreise mit Tieren zu beachten?

Corona: FAQ Tiere & Tiergesundheit

Übertragung

Bisher gibt es keinen wissenschaftlich belegbaren Hinweis, dass Tiere sich mit dem Coronavirus anstecken können. Das gilt sowohl für Hunde, Katzen und andere Haustiere sowie Nutztiere wie Pferde, Schweine oder Kühe. Es gibt daher auch keinen Nachweis, dass diese Tiere das Coronavirus auf Menschen übertragen können. Die Experten des Instituts für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut, FLI) weisen allerdings darauf hin, dass die Entwicklungen des Coronavirus dynamisch sind.

Grundsätzlich müssen Personen, die unter häuslicher Quarantäne stehen, keine Maßnahmen für Hunde und Katzen vornehmen. Das heißt, man muss sich nicht von einem geliebten Haustier trennen. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen, um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Zeichnet sich ab, dass sich Tierbesitzer vorübergehend oder dauerhaft nicht um ihre Tiere kümmern können, sollten sie sich rechtzeitig um eine alternative Versorgung kümmern, um behördliche Maßnahmen aus Tierschutzgründen und deren Folgekosten zu vermeiden.

Hundebesitzer, die sich aufgrund eines Corona-Verdachts oder einer tatsächlichen Erkrankung durch das Coronavirus in häuslicher Quarantäne befinden, dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Auch nicht, um mit ihrem Hund Gassi zu gehen. Sie sind dazu angehalten, sich selbst einen Gassi-Service zu organisieren – das können Freunde, Nachbarn oder Familienmitglieder sein.

Das FLI hat Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 begonnen. Mit ersten belastbaren Ergebnissen ist nicht vor Ende April zu rechnen.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren finden sich auf den Internetseiten des Friedrich-Loeffler-Institutes, der World Organisation for Animal Health sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Tierärztliche Versorgung

Tierarztpraxen in Hamburg können trotz der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Freien und Hansestadt Hamburg geöffnet bleiben. Tierarztpraxen sind bundesweit als systemrelevant eingestuft. Tierärzte sind bemüht, die tierärztliche Infrastruktur aufrecht zu halten. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter und Tierbesitzer vor der Corona-Infektion geschützt werden. Dazu zählt, die persönlichen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Nicht dringende Tierarztbesuche sollten daher verschoben werden. In einzelnen Praxen werden offene Sprechstunden geschlossen und nur noch Terminsprechzeiten angeboten.

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Tierarztpraxis nach den aktuellen Gegebenheiten.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Bundestierärztekammer sowie der Hamburger Tierärztekammer (Praxenfinder).

Ein- und Ausreise mit Tieren

Wenn eine vorgezogene Abreise wegen der CORONA-Lage in einem Land notwendig ist und Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) nicht die regulären Einreisebedingungen in die Europäische Union erfüllen, können Ausnahmegenehmigungen gemäß Artikel 32 der EU-Heimtierverordnung Nr. 576/2013 erteilt werden.

Es ist unbedingt zu beachten, dass der Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vor der Ankunft der Tiere gestellt werden muss. Der Antrag ist bei der zuständigen Veterinärbehörde des Bundeslandes zu stellen über dessen Einfuhrort die Einreise erfolgen soll. Kontaktdaten finden Sie auf der Webseite des BMEL.

Eine Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wird für jeden Einzelfall unter Berücksichtigung des Risikos der Übertragung von Tollwut oder anderer Tierkrankheiten geprüft und entschieden.

Grundsätzlich muss das Tier nach der Ankunft unverzüglich und direkt zum Zielort transportiert werden. Außerdem ist es für einen bestimmten Zeitraum unter amtlicher Überwachung zu isolieren. Ob die Isolierung in einer geeigneten Einrichtung oder im häuslichen Umfeld erfolgen kann, hängt vom Seuchenstatus des Herkunftslandes, dem Tollwutstatus des Tieres und den Haltungsumständen am Zielort ab.

Bitte prüfen Sie dennoch, ob Tiere bis zum Erreichen der regulären Einreisebedingungen im jeweiligen Drittland "in Pflege" gegeben werden können, um sie zu einem späteren Zeitpunkt als Frachttier nach Deutschland einreisen zu lassen.

Ausgeschlossen ist die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für Tiere, die in Deutschland an Dritte weiter gegeben werden sollen. Dazu gehört auch die Vermittlung über eine Tierschutzorganisation.

In Bezug auf grenzüberschreitenden Verkehr, insbesondere bei der Ausreise mit Tieren, wird auf die zum Teil erheblichen Wartezeiten an Grenzübertritten hingewiesen. Berücksichtigen Sie diese in Bezug auf die Versorgung der Tiere bei der Transportplanung in angemessenem Maße, um das Wohl der Tiere nicht zu gefährden bzw. sehen Sie von unnötigen Transporten ab.

Reitanlagen

Grundsätzlich sind Reitställe von der der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Freien und Hansestadt Hamburg erfasst. Damit müssen Reitunterricht, Schulbetrieb und Zusammenkünfte aller Art in allen Pferdesportanlagen eingestellt werden. Auch Reiterferien müssen abgesagt werden. Gleichzeitig ist es aus Gründen des Tierschutzes erforderlich, die notwendige Versorgung und Bewegung der Pferde sicher zu stellen. Mit Blick auf das Wohl der Tiere können Anträge auf Ausnahmegenehmigungen für Reitanlagen beim Landessportamt der Behörde für Inneres und Sport gestellt werden.

Hundeschulen

Auch Hundeschulen sind betroffen, da grundsätzlich alles vermieden werden muss, wo Personen in Gruppen aufeinandertreffen, wobei in diesem Zusammenhang auch das Argument eines Zusammentreffens im Freien nicht relevant ist. Anders dagegen sind Einzelkontakte zwischen Personen mit einem Tier zu sehen (Abgabe eines Hundes an eine Hundepension – zum Beispiel aufgrund Quarantäne/Erkrankung des Halters, Bewegen/Training eines Hundes).

Imkereien

Die Imkerei ist ein wichtiger Bestandteil der Land- und Ernährungswirtschaft mit der Produktion von Nahrungsmitteln (Honig) sowie aufgrund der Bestäubung von Obstbäumen, Ölpflanzen und anderen Kulturen. Der Besuch von Bienenstandorten und die Durchführung erforderlicher Arbeiten sind möglich. Gleiches gilt für die Verbringung an einen anderen Standort. Das Erfordernis der Einhaltung tierseuchenrechtlicher Bestimmungen bleibt davon unberührt. Bei den Arbeiten ist auf die Einhaltung ausreichender Hygienemaßnahmen zum Schutz gegen eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu achten. Dazu gehört u.a. Fahrten zu den Bienen auf das erforderliche Maß zu beschränken und bei der Tätigkeit mehrerer Personen in einer Imkerei die allgemeinen Hygieneregeln, insbesondere weitgehende Vermeidung körperlicher Kontakte; Reinigung und Desinfektion der Hände; ggf. erforderliches Niesen in die Armbeuge, einzuhalten.

Tierphysiotherapie

Behandlungen, die akut und zwingend notwendig sind, um physiologische Funktionen des Bewegungsapparates beim Tier zu verbessern oder wiederherzustellen, können weiterhin durchgeführt werden. Bei den Behandlungen der Tiere ist auf die Einhaltung ausreichender Hygienemaßnahmen zu achten. Nicht zwingend erforderliche oder auf einen späteren Zeitpunkt verschiebbare Behandlungen, sowie Veranstaltungen in Gruppen sind im Gegensatz dazu derzeit nicht durchführbar und müssen ausgesetzt oder verschoben werden.

Tierheime

Die Versorgung von Tieren, die sich in menschlicher Obhut befinden, muss auch unter den Corona-bedingten Einschränkungen weiterhin gewährleistet sein. Tierheime sind eine wichtige Einrichtung zur Versorgung von den Tieren, um die sich ein Halter nicht selbst kümmern kann oder die auf behördliche Veranlassung untergebracht werden müssen.

Bei der Tierpflege ist auf die Einhaltung ausreichender Hygienemaßnahmen zum Schutz gegen eine Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu achten. Dazu gehören die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln, insbesondere die weitgehende Vermeidung körperlicher Kontakte und die Einhaltung der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen.

Die aktuellen Allgemeinverfügungen finden Sie unter folgendem Link: https://www.hamburg.de/allgemeinverfuegungen/.

Rechtsverordnungen finden Sie hier: https://www.hamburg.de/verordnung/.

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