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Ihre Fragen - unsere Antworten FAQ Starkregenvorsorge

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Starkregen werden infolge des Klimawandels und des Temperaturanstiegs zunehmen. Auf dieser Seite finden Sie FAQs zur Starkregenvorsorge in vier Themenblöcken mit unseren Antworten.

Illustration der vier Themenblöcke: Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser; Die Situation in Hamburg; Hamburgs Strategie; Starkregen vorsorgen! Illustration der Themenblöcke zur Starkregenvorsorge

Häufige Fragen zu Starkregen

Die Klimaanpassung einschließlich der Starkregenvorsorge ist Teil des Hamburger Klimaplans. Starkregen kann überall auftreten, jeden treffen und immense Schäden verursachen. Es ist daher wichtig, sich grundsätzlich mit dem Thema Starkregenvorsorge auseinanderzusetzen, um die eigene Betroffenheit richtig einzuschätzen, geeignete Vorkehrungen zu treffen und das richtige Verhalten im Fall von Starkregen zu kennen. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie diese per Mail an starkregenvorsorge@bukea.hamburg.de richten.


Kapitelübersicht

Themenblock 1 - Starkregen - Sturzfluten und Hochwasser

Container für FAQ-Elemente Starkregen

Was ist Starkregen?


Von Starkregen spricht man, wenn in kurzer Zeit besonders hohe Niederschlagsmengen auftreten. Es besteht allerdings keine feste Definition für Starkregen.

Der Deutsche Wetterdienst warnt beispielsweise mit der Warnstufe "Orange" vor Starkregen, wenn

  • mehr als 15 Millimeter Niederschlag in einer Stunde vorhergesagt sind oder
  • mehr als 20 Millimeter Niederschlag  in 6 Stunden vorhergesagt sind. 

Es können aber auch deutlich höhere Regenmengen fallen. 
Hamburg Wasser hat zur besseren Kommunikation in Hamburg einen Starkregenindex eingeführt, bei dem ähnlich wie bei den Windstärken eine Einteilung auf einer Skala von 1 bis 12 vorgenommen wird. Dabei wird ein Starkregen bis zu dem Index 2 durch die Regelentwässerung abgeführt und ein Ereignis mit dem Index 12 ist ein extremer Starkregen. Nähere Informationen zum Starkregenindex finden Sie unter https://sri.hamburgwasser.de/ 

Wann und wo tritt Starkregen auf?


Starkregen tritt verstärkt in warmen Sommermonaten auf, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. An der Grenze zu Kaltluftgebieten kondensiert die Feuchtigkeit schlagartig und es kommt zu unwetterartigen Regenfällen. Wo genau ein Starkregen niederschlägt, lässt sich kaum vorhersagen. Jeder Ort kann betroffen sein.

Die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes DWD gibt Warnungen über Unwettergefahren für ganze Regionen aus, in denen oftmals nur sehr kleine Gebiete tatsächlich betroffen sind. Auch die Warnapp NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt regionale Warnungen.

Was unterscheidet Überflutungen durch Starkregen von Hochwasser?


Hochwasser bezeichnet insbesondere Überschwemmungen durch über Ufer tretende Gewässer. Dies tritt im Zusammenhang mit starken oder langanhaltenden Niederschlägen oder durch Sturmfluten auf.

Im Gegensatz dazu entstehen durch Starkregen hervorgerufene Überflutungen auf der Fläche direkt aus dem Niederschlag und dem daraus entstehenden, wild abfließenden Oberflächenwasser. Diese Überflutungen sind zum Großteil durch die Topografie (Form der Geländeoberfläche) bedingt. So stellen einerseits tiefe Senken in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden eine potentielle Gefahr dar. Andererseits besteht bei Straßen mit größerer Neigung die Gefahr, dass hohe Fließgeschwindigkeiten entstehen.


Was sind die Folgen von Starkregen?


Durch Starkregen können die Niederschlagsentwässerungssysteme einschließlich der Gewässer in kurzer Zeit vollständig überlastet werden, sodass sich das Regenwasser an der Oberfläche sammelt oder mehr oder minder unkontrolliert abfließt.

Welche Gefahren entstehen durch Starkregen?


Bei Starkregen besteht die mögliche Gefahr des Wassereintritts in Gebäude. Dies passiert beispielsweise über Kellerabgänge, Lichtschächte, Tiefgarageneinfahrten oder tiefliegende Hauseingänge.

Dadurch können immense Sachschäden entstehen, beispielsweise durch Wassereintritt oder durch Erosion (Sturzfluten) und Unterspülen von Gebäudefundamenten.

Es kann aber auch eine Gefahr für Leib und Leben entstehen, da sich Türen selbst bei geringem Wasserstand nicht mehr öffnen lassen und Fluchtwege versperrt sein können. Wenn elektrische Anlagen unter Wasser stehen, drohen Stromschläge bei Kontakt mit nassen Bereichen. Denken Sie dabei an tiefliegende Steckdosen oder Haushaltsgeräte wie Tiefkühltruhen und Waschmaschinen. Betreten Sie überflutete Bereiche erst, nachdem Sie den Strom abgeschaltet haben.

Die Gefahr, die von Starkregen ausgeht, verstärkt sich durch die oftmals kurzen Vorwarnzeiten und die schnelle Konzentration des Wassers, die kaum Zeit zur Vorbereitung lässt.

Kapitelübersicht

Themenblock 2 - Die Situation in Hamburg

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Wie ist die allgemeine Gefahrenlage in Hamburg?


Grundsätzlich besteht eine flächendeckende Gefährdung durch Starkregen, da Starkregenereignisse im gesamten Stadtgebiet auftreten können. Daher muss auch flächendeckend geprüft werden, welche Vorsorgemaßnahmen im Sinne einer Risikominderung umgesetzt werden können. Eine besonders hohe Gefährdung durch Überflutungen besteht beispielsweise in Bereichen mit hoher Versiegelung und Verdichtung, im Übergangsbereich der Geest zur Marsch oder auch an Gräben und Gewässern. 

Ist die Regenwasserinfrastruktur der Stadt Hamburg ausreichend?


Die Anpassung der Regeninfrastruktur (RISA) an die Folgen des Klimawandels ist Teil des Hamburger Klimaplans. Mit RISA werden die Umsetzung des Konzeptes der "Schwammstadt" und die offene und naturnahe Oberflächenentwässerung verfolgt. Ziel ist es, eine ausreichende Resilienz (Widerstrandsfähigkeit) der Stadt gegenüber Starkregen zu schaffen. Gleichzeitig werden der lokale Wasserhaushalt und das sommerliche Stadtklima durch sogenannte blau-grüne Infrastrukturelemente verbessert.

Warum werden die Siele nicht vergrößert?


Eine Vergrößerung der Siele ist in den meisten Fällen keine Option. Neben den vergleichsweise hohen Kosten und einem schlechten Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen nehmen Sielbaumaßnahmen viel Zeit und Raum in Anspruch. Außerdem können auch größere Siele nicht die Wassermengen jedes physikalisch möglichen Starkregens aufnehmen. Irgendwann gibt es ein Starkregenereignis, welches auch die neue Kanalisation überlastet.

Mit der Anpassung der Regeninfrastruktur (RISA) erfolgt eine Umorientierung der Regenwasserbewirtschaftung. Ziele hierbei sind neben einer Entlastung der Siele unter anderem ein naturnaher lokaler Wasserhaushalt, ein Überflutungs- und Binnenhochwasserschutz sowie eine Verbesserung des Stadtklimas. Alle Ziele von RISA sind auf der Internetseite https://www.risa-hamburg.de/hintergrund-ziele dargestellt.


Warum müssen wir Starkregenvorsorge betreiben?


Starkregen wird infolge des Klimawandels zunehmen und kann jeden Ort der Stadt gleichermaßen treffen. Die Entwässerungssysteme sind nicht unbegrenzt für die Wassermengen bemessen, die bei Starkregen auftreten können. Die anfallenden Wassermengen müssen schadlos oberflächlich abgeleitet oder zurückgehalten werden. Durch angemessene Starkregenvorsorge lässt sich das Risiko für Schäden minimieren.

Wo und wann war Hamburg bisher von Starkregen betroffen?


Hamburg wurde in den letzten Jahren mehrfach von Starkregen getroffen, die teils erhebliche Sachschäden verursacht haben.

  • 18.06.2020 in Neugraben-Fischbek mit einer Stärke von bis zu Starkregenindex 9 (geringe Schäden)
  • 10.05.2018 in Lohbrügge/Boberg/Nettelnburg, mit einer Stärke von bis zu Starkregenindex 10 (Schäden durch Unterspülungen und Erosion)
  • 06.06.2011 in Winterhude (erhebliche Sachschäden durch geflutete Tiefgaragen und Ladengeschäfte)
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Themenblock 3 - Hamburgs Strategie

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Was unternimmt die Stadt Hamburg zur Starkregenvorsorge?


In Hamburg wurden schon frühzeitig mit dem RISA-Projekt (RegenInfraStrukturAnpassung) solide Grundlagen geschaffen und städtebauliche Möglichkeiten zur Starkregenvorsorge anhand von Pilotprojekten aufgezeigt. Mit dem Hamburger Klimaplan und dem Transformationspfad Klimaanpassung hat der Senat den Vollzug der Starkregenvorsorge beschlossen. Mit diesem Auftrag wurde ein institutionsübergreifendes Kernteam Starkregenvorsorge gebildet. Von diesem werden fachplanerische Grundlagen wie die Starkregenhinweiskarte und Informationsmaterial für Hamburger Dienststellen und die Öffentlichkeit erarbeitet und laufend weiterentwickelt.

Wie wird Starkregenvorsorge in der städtebaulichen Planung berücksichtigt?


In den städtebaulichen Planungen wird die Starkregenvorsorge regelhaft mit geprüft. Mit den Entwässerungskonzepten, die für Bauprojekte in der Regel erstellt werden müssen, muss der Nachweis erfolgen, dass ausreichende Rückhaltekapazitäten vorgesehen sind. Die Umsetzung des Projektes darf nicht zu einer Verschlechterung der Entwässerungssituation oder gar zu einer Überlastung der öffentlichen Entwässerungssysteme führen.

Fachplanerische Grundlagen wie die Starkregenhinweiskarte geben erste Hinweise auf mögliche Gefährdungen durch Starkregen. Für die konkreten Plangebiete sind weitergehende, belastungsabhängige Starkregengefährdungsanalysen erforderlich. Gegebenenfalls sind geeignete Maßnahmen zur Starkregenvorsorge umzusetzen.


Welche Maßnahmen zur Starkregenvorsorge wurden in Hamburg bereits umgesetzt?


Neben den umgesetzten Pilotprojekten aus dem RISA-Projekt (2009 bis 2015) wurden in zahlreichen Bebauungsplänen und Neubauvorhaben nachhaltige Entwässerungskonzepte umgesetzt. 

Beispiele sind

Die aufgeführten Projekte sorgen zum Beispiel durch große Retentionsvolumen (Wasserrückhalteräume), eine offene Oberflächenentwässerung (mit Mulden und Gräben), Versickerungsmöglichkeiten, smarte Systeme der Regenwassernutzung und Gründächer für eine verbesserte Resilienz (Widerstandsfähigkeit) gegen Starkregen.

Hierbei ist die Multicodierung (Mehrfachnutzung) von Flächen eine nachhaltige Strategie, um trotz knapper Kassen und Flächenkonkurrenz die Gemeinschaftsprojekte der Klimaanpassung wie Starkregen- und Hitzevorsorge umzusetzen.

Als Unterstützung für die Planung solcher RISA konformer Entwässerungen dienen 

Wer ist in der Stadt Hamburg für die Starkregenvorsorge verantwortlich?


Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Es liegt in der Eigenverantwortung aller Eigentümer*innen und Nutzer*innen von Infrastruktur in Hamburg, eine mögliche Gefährdung durch Starkregen zu prüfen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. 

Dies gilt für Privatleute ebenso wie beispielweise für Betriebe oder die Bezirksämter mit ihrer Zuständigkeit für öffentliche Einrichtungen.

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Themenblock 4 - Starkregen vorsorgen!

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Bin ich durch Starkregen betroffen und welche Gefahren bestehen für mich?


Starkregen kann überall in der Stadt auftreten und nahezu unvermittelt Gefahren hervorrufen. Starkregen kann damit alle Personen treffen, die sich in Hamburg aufhalten oder dort Eigentum besitzen oder nutzen.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Starkregenvorsorge ist daher für alle wichtig. Erste Hinweise darauf, wo es insbesondere aufgrund topografischer Tiefpunkte (Senken) und topografischer Gradienten (Fließwege) zu Überflutungen in Folge von Starkregenereignissen kommen könnte, finden Sie in der Starkregenhinweiskarte für Hamburg.

Wie kann ich Besitz und Eigentum schützen?


Mit geeignetem Objektschutz können Gebäude oder sonstige Objekte vor eindringendem Wasser oder schadhaftem Aufstau geschützt werden. Besonders gefährdete Bereiche sind Kellerschächte und -abgänge, Tiefgarageneinfahrten, Unterführungen und Gebäudeeingänge. 

Wenn mit angemessenem Aufwand kein ausreichender Schutz vor eindringendem Wasser erreicht werden kann, dann prüfen Sie bitte, wie Sie auf andere Weise Ihr Eigentum oder Besitz schützen können. Überlegen Sie, welche Wertsachen Sie aus den möglicherweise überflutungsgefährdeten Bereichen entfernen können. Ist Fußbodenbelag im Keller erforderlich? Können Einrichtungsgegenstände hochgestellt werden?

Weitere Hinweise finden Sie in der Broschüre Hamburg schützt sich vor Starkregen.

Wie muss ich mich bei Starkregen verhalten? Wie kann ich mich schützen?


Wenn Starkregen droht, sollten Sie tiefer gelegene Bereiche meiden. Begeben Sie sich in höher gelegene Räume. Tiefgaragen und Kellerräume sind gefährlich, wenn sie mit Wasser geflutet werden. Fluchtwege können schnell unpassierbar werden. Türen lassen sich schon bei geringen Wassertiefen nicht mehr gegen den Wasserdruck öffnen. Wenn durch eindringendes Wasser Kurzschlüsse in elektrischen Anlagen entstehen, drohen lebensgefährliche Stromschläge. Denken Sie hierbei auch an tiefliegende Steckdosen und elektrische Geräte wie Waschmaschinen und Tiefkühlgeräte. Betreten Sie überflutete Räume erst, nachdem Sie den Strom abgeschaltet haben.

Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten während Starkregenereignissen finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Überflutungen durch Starkregen können sehr schnell erfolgen. Soweit möglich erhalten Sie Vorwarnungen über die Warnapp NINA des BBK, den Warndienst Binnenhochwasser Hamburg (WaBiHa) und über die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes DWD.

Wer ist für Schutzmaßnahmen verantwortlich?


Auch Privatleute sind rechtlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen zur Eigenvorsorge zu treffen. § 5 Absatz 2 Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen anzupassen. Zum Hochwasserbegriff gehört hier auch wild abfließendes Oberflächenwasser. Abgesehen von der rechtlichen Verpflichtung sind Maßnahmen zur Starkregenvorsorge i.d.R. günstiger als eine Schadensbeseitigung. Mit kleinen Maßnahmen kann der Schaden spürbar verringert oder gänzlich vermieden werden. Im Leitfaden „Hamburg schützt sich vor Starkregen“ finden Sie konkrete Tipps und Hinweise.

Habe ich einen ausreichenden Versicherungsschutz?


Im Fall von Starkregen und daraus folgenden Überflutungen reicht eine Wohngebäudeversicherung nicht aus. Nur mit einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung können Schäden durch Starkregen versichert werden.

Bitte überprüfen Sie Ihren bestehenden Versicherungsschutz, ob er Schäden durch Starkregen mit abdeckt.

Der Versicherungsschutz kann allerdings den eigenverantwortlich vorzunehmenden Objektschutz nicht ersetzen. Bei mangelndem Objektschutz kann der Versicherungsschutz unter Umständen sogar ausdrücklich ausgeschlossen sein.

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?


Weitere Informationen zur Starkregenvorsorge finden Sie auf der Internetseite zu RISA. Informationen zum Thema Objektschutz hält die Broschüre "Hamburg schützt sich vor Starkregen" bereit. Auch von den Hamburger Energielotsen können Sie Unterstützung erhalten und beispielsweise einen Klimaanpassungscheck durchführen lassen. Bei konkreten Anliegen zur Starkregenvorsorge können Sie die Fachleute in der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft über die Mailadresse starkregenvorsorge@bukea.hamburg.de ansprechen. 

Kontakt

Starkregenvorsorge

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Abteilung Wasserwirtschaft
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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