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Geschäftsbericht 2020 6. Finanzierungstätigkeit

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Im Jahr 2020 nahm die Kernverwaltung Deckungskredite am Kapitalmarkt in Höhe von nominal 4.250 Mio. Euro – einschließlich Agien in Höhe von 46 Mio. Euro und Disagien in Höhe von 23 Mio. Euro – auf (Vorjahr: 1.920 Mio. Euro).

6. Finanzierungstätigkeit

Es wurden vorwiegend mittel- und langfristige Geschäfte mit Festverzinsung abgeschlossen, um sich die günstigen Zinskonditionen auf dem Kapitalmarkt zu sichern. Lediglich ein Geschäft hat eine variable Zinsgestaltung. Die Refinanzierung erfolgte ausschließlich in Form von Wertpapieren – Landesschatzanweisungen und Ländergemeinschaftsanleihen. Die durchschnittliche Laufzeit der neu aufgenommenen Landesschatzanweisungen und Ländergemeinschaftsanleihen beträgt 13,9 Jahre.

Abermals deutlich zurückgegangen ist die gewichtete durchschnittliche effektive Verzinsung dieser Wertpapiere. Sie liegt nunmehr bei null Prozent (Vorjahr: 0,54 Prozent). Anleihen der öffentlichen Hand gelten in der Wahrnehmung von Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger auch weiterhin als „sicherer Hafen“.

Die Kredit- und Kapitalmarktverschuldung der Kernverwaltung betrug zum 31.12.2020 insgesamt 25.006 Mio. Euro (Vorjahr: 23.269 Mio. Euro). Der deutliche Anstieg der Verschuldung gegenüber dem Vorjahr (+1.737 Mio. Euro) stand im Zusammenhang mit der Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Corona-Pandemie. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit des Portfolios beträgt 8,3 Jahre.

Die tagesaktuelle Liquiditätsversorgung der Stadt in Form von Kassenverstärkungskrediten ist in der zuvor beschriebenen Zusammensetzung der Kredit- und Kapitalmarktverschuldung nicht enthalten. Kassenverstärkungskredite dienen ausschließlich der Liquiditätssicherung. Sie sind binnen sechs Monaten zurückzuführen und stellen somit kein Substitut für Deckungskredite dar. Der Haushaltsbeschluss gestattet es der Kernverwaltung, Kassenverstärkungskredite bis zur Höhe von 4.500 Mio. Euro aufzunehmen. Der Höchstbetrag wurde angesichts der Corona-Pandemie auf 7.000 Mio. Euro aufgestockt. Dieser Rahmen wurde aber bei weitem nicht ausgeschöpft (siehe Abbildung 8), da sich die Liquiditätssituation der Stadt deutlich günstiger entwickelte als zunächst befürchtet und keine Engpässe drohten.

Inanspruchnahme von Kassenverstärkungskrediten Abbildung 8: Höhe der in Anspruch genommenen Kassenkredite seit 2016

Das Gesamtvolumen der Kassenverstärkungskredite (Summe der täglichen Aufnahmen bei Banken und verbundenen Organisationen) betrug 2020 kumuliert etwa 137 Mrd. Euro. Dies entspricht einer täglichen Aufnahme von rund 373 Mio. Euro. Hiervon entfallen rund 134 Mrd. Euro und damit 366 Mio. Euro täglich auf Konzernorganisationen ohne Geschäftskonten bei der Kasse.Hamburg. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) und die Stadtreinigung Hamburg AöR stellten mehr als die Hälfte dieser Summe zur Verfügung.

Auf Konzernebene betragen die Gesamtverbindlichkeiten 50.109 Mio. Euro (Vorjahr: 48.395 Mio. Euro). Die Verschuldung ausgeweitet hat unter anderem die IFB (+421 Mio. Euro für die Finanzierung ihrer Programme). Die Stromnetz Hamburg GmbH gewährte der Hamburg Energienetze GmbH ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 116 Mio. Euro. Hieraus finanzierte die Hamburg Energienetze GmbH Investitionen in das Stromnetz. Die HGV konnte ihre Kreditmarktverbindlichkeiten insbesondere durch planmäßige Tilgungen um 105 Mio. Euro zurückführen.


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