FC St. Pauli Am Ende nur auf Platz neun

Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als Kultverein bekannt. Allein in Deutschland gibt es elf Millionen St. Pauli-Sympathisanten. In der vergagenen Saison ging es gegen den Abstieg. Am Ende der Saison rutschte das Team noch auf Platz neun ab. Ziel war eigentlich ein Platz unter den ersten sechs.

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Verein St.Pauli

Millerntor Stadion

Adresse
Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg
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Austragungsort:
Im Millerntor-Stadion finden die Heimspiele des FC St. Pauli statt.

St. Pauli muss nach Lübeck

Nia Künzer sei dank: Sie zog in der Sportschau den ersten Gegner des FC St. Pauli für die erste Runde im DFB-Pokal. Und der heißt VfB Lübeck und spielt in der dritten Liga. Jos Luhukay, St. Paulis Cheftrainer über das Los: „Es ist gut, dass das Spiel nicht weit weg ist und es wird dort sicher eine tolle Atmosphäre herrschen. Der VfB Lübeck hat zuletzt eine richtig starke Saison in der Regionalliga gespielt und den Aufstieg am Ende nur knapp verpasst. Wir haben Respekt vor dem Gegner, wollen uns dort als Zweitligist natürlich dennoch durchsetzen.“ Gespielt wird vom 9. bis zum 12. August. In der vergangenen Saison schied der FC St. Pauli in der ersten Runde aus. Quelle: Hamburger Abendblatt

St. Pauli News

Stürmer aus Duisburg
Der dritte Neuzugang steht fest. Nach Mittelfeldspieler Rico Benatelli (Dresden) und Luca Zander (war von Bremen geliehen und wurde nun gekauft) kommt Stürmer Boris Tashchy vom Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg. Der 25-jährige Ukrainer wechselt ablösefrei ans Millerntor und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.
Sieg in  den USA
Der FC St. Pauli hat sein zweites Spiel in den USA gegen den FC Buffalo mit 2:0 gewonnen. Die Tore schossen Sami Allagui und Richard Neudecker. Beide werden den Verein verlassen.

Meier geht
Alexander Meier, Brian Koglin und Maurice Litka müssen den Verein verlassen. Ihre Verträge wurden nicht verlängert. Dagegen bleibt der von Werder Bremen ausgeliehene Rechtsverteidiger Luca Zander weitere vier Jahre. Ablösesumme: 150.000 Euro.

Niederlage gegen Cosmos
Die erste von zwei Partien der USA-Reise 2019 ging für die Boys in Brown mit 1:2 verloren. Die frühe Führung durch Sembroni (6.) konnte Sami Allagui wenig später per Handelfmeter ausgleichen (15.). Kurz vor Schluss erzielte Hassan den entscheidenden Treffer für New York Cosmos (89.).
Quelle: FC St. Pauli

Ausblick auf die neue Saison

Trainer Jos Luhukay auf der St. Pauli Homepage: „In erster Linie muss die DNA jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde sichtbar sein. Damit meine ich, dass wir als Mannschaft und jeder einzelne Spieler in den 90 Minuten auf dem Platz das heraustragen muss, was unsere Fans, die St. Pauli lieben und ein großes Herz für unseren Club haben, vorleben. Wir wollen Mentalität und Charakter auf den Platz bringen und dazu eine Spielweise entwickeln, in der wir die Initiative ergreifen und aggressiv und offensiv agieren wollen. Mein Traum ist, dass wir so Fußball spielen, dass eine Wechselwirkung zwischen Fans und Mannschaft entsteht – nicht nur bei Siegen, sondern auch bei Niederlagen, nach denen die Fans der Mannschaft dennoch Anerkennung zeigen. Das hinzubekommen, ist harte Arbeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir in die Richtung kommen müssen. Die Spielweise soll attraktiv werden. Gegen Bochum fehlten nur die Tore. Wir haben die letzten drei Heimspiele nicht verloren und sind mit Blick auf die letzten Wochen auf einem guten Weg.“

Termine

• 23. Juni: Traingstart
• 3 bis 12. Juli: Trainingslager in Österreich
• 10. Juli: Testspiel gegen WSG Swarovski Tirol
• 20. Juli: Testspielen gegen den SC Heerenveen (Holland)
• 26. bis 30. Juli: Saisonstart

Neuer Trikotsponsor

Die Reise in die USA hat sich gelohnt. Der FC St. Pauli hat mit Jack Daniels einen neuen Sponsor. Der US-Whiskey-Hersteller wird auf dem Tourbus des FC werben. Geschätzte 300.000 Euro lässt sich das Jack Daniel Kosten. Die Firma war bereits von 1997 bis 2000 beim FC St. Pauli aktiv, damals noch als Trikotsponsor.

Bornemann neuer Sportdirektor

Andreas Bornemann (47) wird neuer Sport-Direktor beim FC St. Pauli. Bornemann unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 und tritt sein Amt erst am 1. Juli 2019 an. Trotzdem ist er schon jetzt in die Kaderplanung eingebunden. Bornemann, der in Neuenburg am Rhein geboren wurde, war zuletzt beim Bundesligisten 1. FC Nürnberg unter Vertrag. Dort wurde er im Februar 2019 entlassen.

Lizenz ohne Auflagen

Der FC St. Pauli hat am Mittag des 23. April 2019 die Lizenz für die Spielberechtigung in der 2. Bundesliga für die Saison 2019/20 ohne Bedingungen und Auflagen erhalten. Im Rahmen der Entscheidung hat die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des FC St. Pauli als gegeben angesehen. Auch die weiteren für die Lizenzierung relevanten Kriterien wurden vom FC St. Pauli erfüllt, so dass keine Bedingungen und Auflagen an die Erteilung der Lizenz geknüpft werden.
Quelle: FC St. Pauli

Trainer Kauczinski entlassen

Zweitligist FC St. Pauli hat am 10. April 2019 sein sportliches Führungsduo ausgetauscht. Die Hamburger stellten Trainer Markus Kauczinski (49) und Sportchef Uwe Stöver (52) mit sofortiger Wirkung frei und reagierten damit auf die schwachen Ergebnisse der vergangenen Wochen. Dies teilte St. Pauli am Mittwoch mit.

Neuer Trainer wird der Niederländer Jos Luhukay (55), die Aufgaben von Stöver übernimmt interimsmäßig bis zum Saisonende Geschäftsführer Andreas Rettig (55). Die neuen sportlich Verantwortlichen werden am Donnerstag gemeinsam vorgestellt.

Als Tabellen-Sechster hat der FC St. Pauli derzeit vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Seit vier Spielen sind die Kiezkicker aber sieglos. Dem 0:4 im Derby gegen den Hamburger SV folgte ein weiteres 0:4 beim SV Sandhausen, ein 0:0 gegen den MSV Duisburg und ein 1:2 bei Holstein Kiel.

Mit Jos Luhukay, der einen Vertrag bis Sommer 2021 erhielt,  übernimmt ein erfahrener Coach die Mannschaft. Der 55 Jahre alte Niederländer, der zuletzt in England bei Sheffield Wednesday arbeitete, war in Deutschland als Cheftrainer beim VfB Stuttgart, Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und dem SC Paderborn tätig war. Dabei schaffte er mit Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg den Aufstieg in die Bundesliga, als Co-Trainer gelang ihm dies mit dem 1. FC Köln sogar zweimal. Luhukay soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Quelle: Welt.de

PS: Luhukay wurde bei Sheffield Wednesday kurz vor Weihnachten 2018 beurlaubt, da er zuvor nur eines seiner letzten zehn Spiele (sieben Niederlagen) gewann. Ähnlich, wie bei Kauczinski. Dessen Bilanz seiner letzten zehn Spiele: Drei Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen…

Rettig verlässt St. Pauli

Überraschung beim FC St. Pauli: Wie der Zweitligist am Dienstag mitteilte, wird Geschäftsführer Andreas Rettig den Klub zum 30. September aus persönlichen Gründen verlassen und in seine Wahlheimat Köln zurückkehren.

Rettig habe dem Präsidium seine Entscheidung und die privaten Gründe, die dazu geführt haben, langfristig vorher mitgeteilt, hieß es in einer Vereinsmitteilung. In den Gesprächen über einen bestmöglichen Ablauf habe man sich auf ein Ausscheiden zum 30. September 2019 geeinigt.

Die Entscheidung sei ihm „unglaublich schwergefallen“, aber es gebe „50+1 private und persönliche Gründe“ für den Schritt, erklärte Rettig, der sich für die „in jeder Hinsicht vertrauensvolle Zusammenarbeit“ bedankte. Quelle: Kicker.de

Weitere Informationen: St. Pauli Ticketcenter

Der Spielplan 2018/19

SpieltagTerminZeitSpielErgebnis
1So.,  5. 8.13.30Magdeburg – St. Pauli1:2
2Fr., 10. 8.20.30St. Pauli – Darmstadt2:0
3So., 26. 8.13.30Union Berlin – St. Pauli4:1
4So.,   2. 9.13.30St. Pauli – 1. FC Köln3:5
5So., 16. 9.13.30Erzgebirge Aue – St. Pauli3:1
6Fr., 21. 9.18.30Ingolstadt – St. Pauli0:1
7Mi., 26. 9.18.30St. Pauli – Paderborn2:1
8So., 30. 9.13.30HSV – St. Pauli0:0
9So.,   7. 10.13.30St. Pauli – Sandhausen3:1
10Mo., 22. 10.20.30MSV Duisburg – St. Pauli0:1
11So., 28. 10.13.30St. Pauli – Holstein Kiel0:1
12So.,   4. 11.13.30Arminia Bielefeld – St. Pauli1:2
13Sa., 10. 11.13.00St. Pauli – Heidenheim1:1
14So., 25. 11.13.30Jahn Regensburg – St. Pauli1:1
15Sa.,   1. 12.13.00St. Pauli – Dynamo Dresden1:1
16Mo., 10. 12.20.30VfL Bochum – St. Pauli1:3
17Sa., 15. 12.13.00St. Pauli – Greuther Fürth2:0
18Sa., 22. 12.13.00St. Pauli – Magdeburg4:1
19Di., 29. 1. 201920.30Darmstadt – St. Pauli2:1
20Mo., 4. 2. 201920.30St. Pauli – Union Berlin3:2
21Fr.,  8. 2. 201918.301. FC Köln – FC St. Pauli4:1
22Sa., 16. 2. 201913.00St. Pauli – Erzbebirge Aue1:2
23Sa. 23. 2. 201913.00St. Pauli – Ingolstadt1:0
24Sa., 2. 3. 201913.00Paderborn – St. Pauli0:1
25So., 10. 3. 201913.30St. Pauli – HSV0:4
26Sa., 16. 3. 201913.00Sandhausen – St. Pauli4:0
27Fr., 29. 3. 201918.30St. Pauli – MSV Duisburg0:0
28Sa.,  6. 4. 201913.00Holstein Kiel – St. Pauli2:1
29So., 14. 4. 201913.30St. Pauli – Arminia Bielefeld1:1
30So., 21. 4. 201913.30Heidenheim – St. Pauli3:0
31Sa., 27. 4. 201913.00St. Pauli – Jahn Regensburg4:3
32Fr., 3. 5. 201918.30Dynamo Dresden – St. Pauli2:0
33So., 12. 5. 201915.30St. Pauli – VfL Bochum0:0
34So., 19. 5. 201915.30Greuther Fürth – St. Pauli

2:1

Die Tabelle

11. FC Köln (A)*3483:46+3763
2 SC Paderborn 08 (N)*3475:47+2657
3Union Berlin***3453:31+2157
4Hamburger SV (A)3445:42+356
51. FC Heidenheim3451:43+1055
6Holstein Kiel3460:50+949
7Armina Bielefeld3445:51+249
8Jahn Regensburg3453:52+149
9FC St. Pauli3451:50-749
10SV Darmstadt 983447:48-846
11VfL Bochum3444:53-144
12Dynamo Dresden3443:46-742
13Greuther Fürth3438:47-1942
14Erzgebirge Aue3435:55-440
15SV Sandhausen3443:50-738
16FC Ingolstadt 043441:51-1235
171. FC Magdeburg (N)**3434:52-1831
18MSV Duisburg**3439:62-2628

*Der 1. FC Köln steht als erster Aufsteiger in die Bundesliga fest.
** Magdeburg und Duisburg sind abgestiegen.
***Union Berlin spielt in der Relegation gegen den VfB Stuttgart. Hinspiel in Stuttgart: 2:2

Der vorläufige Kader 2019/20

Nr.Name (Land)PositionVertrag bis
30Robin Himmelmann (D)Tor2021
33Svend Brodersen (D)Tor2021
2Jakub Bednarczyk (D/POL)Abwehr2021
4Philipp Ziereis (D)Abwehr2019
19Luca Milan-ZanderAbwehr2023
15Daniel Buballa (D)Abwehr2019
16Marc Hornschuh (D)Abwehr2019
27Jan-Philipp Kalla (D)Abwehr2020
38Florian Carstens (D)Abwehr2022
39Yi-Young Park (KOR)Abwehr2022
5Marvin Knoll (D)Abwehr2022
6Christopher Avevor (D)Mittelfeld2019
10Christopher Buchtmann (D)Mittelfeld2022
13Ryõ Miyaichi (JAP)Mittelfeld2019
14Mats Møller Dæhli (NOR)Mittelfeld2021
17Finn Ole Becker (D)Mittelfeld2022
22Cenk Sahin (TÜR)Mittelfeld2021
23Johannes Flum (D)Mittelfeld2020
28Waldemar Sobota (POL)Mittelfeld2020
34Jakob Münzner (D)Mittelfeld2020
31Erzin Zehir (D/TUR)Mittelfeld2023
45Dimitrios DiamantakosSturm2020
36Louis Coordes (D/DOM))Sturm2021
25Henk Veerman (NL)Sturm2021
7Kevin Lankford (D/USA)Sturm2022
Boris Tasshchy (UKR)Sturm2022
Jos Luhukay (NL)Trainer2021
André Trulsen (D)Co-Trainer2020

Zugänge zur Saison 2019/20
Rico Benatelli (ablösefrei von Dynamo Dresden)
Luca Zander (war von Bremen ausgeliehen, Ablöse 150.000 Euro)
Boris Tashchy (ablösefrei vom MSV Duisburg)
Cenk Sahin (war an Absteiger Ingolstadt ausgeliehen)

Abgänge nach der Saison 2018/19
Jeremy Dudziak (ablösefrei zum Hamburger SV)
Richard Neudecker (VVV Venlo/Holland, 1. Liga))
Jan-Marc Schneider (zur SSV Jahn Regensburg)
Korbinian Müller (Ziel unbekannt)
Justin Hogma (war ausgeliehen, zurück nach Hoffenheim)
Trainer Markus Kauczinski (freigestellt)
Sami Allagui (Vertrag nicht verlängert)
Alexander Meier (Vertrag nicht verlängert)
Brian Koglin (Vertrag nicht verlängert, ablösefrei zum 1. FC Magdeburg)
Maurice Litka (zu Preußen Münster/3. Liga))

Vom biederen Verein zum Freibeuter-Klub

Sie nennen sich Freibeuter der Liga, FC Alternativ oder einfach nur „Der etwas andere Fußballclub“. Die Abgrenzung von anderen Profivereinen gehört heute zum Selbstverständnis des FC St. Pauli. Dabei fristete der Verein, der 2010 seinen 100. Geburtstag feierte, 70 Jahre lang ein durchaus biederes Dasein.

Das ändert sich schlagartig, als die linke Szene in der Hafenstraße von St. Pauli marode Häuser besetzt, die abgerissen werden sollen. Unter den Hausbesetzern befindet sich auch „Doctor Mabuse“. Um seinem Protest Nachdruck zu verleihen, kauft sich der Doc eine Totenkopf-Flagge, die er an einen Besenstiel tackert. Später, nach eigener Aussage 1982 oder 1983, nimmt er die Flagge einfach mit ins Stadion am Millerntor. Schon bald wehen auf den Tribünen Dutzende von Piratenflaggen und das Stadion wird zur Brutstätte einer alternativen Fanbewegung. Auch wenn es wohl eher Zufall war – der heute 55-Jährige Doc Mabuse gilt bis heute als Erfinder des Freibeutertums beim Kiezklub.

Der Totenkopf gehört längst zur „Corporate Identity“ des Vereins und ist ein Renner in den Fanartikelgeschäften. Nach einer Jacke oder einem T-Shirt ohne Totenkopfaufdruck muss man lange suchen.

Vereinsgründung

Offiziell gegründet wurde der FC St. Pauli am 15. Mai 1910, damals noch als Fußballabteilung des „Hamburg-St. Pauli Turnverein 1862“. Zu den Vereinsfarben wurde braun/weiß bestimmt. Als selbstständiger Verein existiert der Club seit 1924, als die Trennung vom Turnverein vollzogen wurde. Neben der Männer-Fußballabteilung hat der  FC St. Pauli heute vom Bowling bis zum Schach 16 weitere Abteilungen für Breitensport. Die Mitgliederzahl liegt bei 20.149 (Stand: 12. Februar 2014). Damit liegt der Club auf Platz 14 der größten Sportvereine Deutschlands.

Über Jahrzehnte geht es auf und ab

Bei Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 spielte St. Pauli in der zweitklassigen Regionalliga Nord, bis diese 1974 aufgelöst wurde. Auch danach spielte der Verein meist in der 2. Bundesliga, manchmal auch nur in der Amateurliga. Immerhin haben es die Kiezkicker aber geschafft, fünf Mal in die 1. Liga aufzusteigen und dort insgesamt sieben Jahre „Höhenluft“ zu schnuppern. Zuletzt war das Team in der Saison 2010/11 erstklassig. Nach einem 1:0-Auswärtssieg beim Erzrivalen HSV feierten die Fans ihren Hamburger Meister. Auch der Verein feierte – aber wohl ein bisschen zu lange. Aus den folgenden 13 Spielen holte die Mannschaft nur noch vier Punkte und stieg als 18. und Letzter ab. In der abgelaufen Saison kam der FC St. Pauli auf Platz acht, spielte aber lange um den Aufstieg mit.

2003 verhindert die „Retter-Kampagne“ das Aus

Am Ende der Zweitligasaison 2002/03 war St. Pauli in die Regionalliga Nord abgestiegen. Zur sportlichen Talfahrt gesellten sich Schulden in Millionenhöhe. Der drohende Lizenzentzug konnte durch die „Retter-Kampagne“ – eine bundesweit Aufsehen erregende Spendenaktion - gerade noch   abgewendet werden. Gemeinsam gelang es Anhängern und Verein unter anderem durch den Verkauf von 140 000 „Retter“- T-Shirts und einem „Retter-Spiel“ gegen den „Klassenfeind“ FC Bayern, mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Beim Retter-Spiel spazierte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß, bis dahin noch der „Lieblingsfeind“ der St.-Pauli-Fans, im „Retter-Shirt“ durchs Millerntorstadion und wurde dafür euphorisch gefeiert.

Unter Präsident Littmann saniert sich der Verein

Corny Littmann (61) war von 2002 bis 2010 Präsident des FC St. Pauli und hatte bereits an der „Retter-Kampagne“ maßgeblichen Anteil. Der Schauspieler, Theater-Betreiber und Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen sanierte den Verein Schritt für Schritt, erst finanziell, später auch sportlich. Heute ist der Klub gut aufgestellt und kann sich sogar ein neues Stadion leisten: Seit 2007 wird das Stadion umgebaut. Bisher wurden Südtribüne, Haupttribüne und Gegengerade abgerissen und neu gebaut. Nach dem ersten Heimspiel gegen Ingolstadt (2. Augus) soll die Nordkurve abgerissen und neu errichtet werden. Geplante Bauzeit: acht Monate. Das fertige Millerntor bietet dann etwa 30 000 Zuschauern Platz. Derzeit passen 29 063 Fans hinein.

Politisch engagierte Fans

Im Vergleich zu den Fans anderer Fußballvereine sind die Fans des FC St. Pauli politisch äußerst engagiert. Ab Mitte der 80er Jahre formierte sich im Millerntorstadion ein klarer Widerstand gegen Rechtsextremismus. Auch sexistische  Äußerungen werden im Stadion nicht gerne gehört. St. Pauli war der erste Verein, der entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte. Verstöße können mit Stadionverbot geahndet werden.

Die größten Erfolge

1977, 1988, 1995, 2001, 2010: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga
2002: „Weltpokalsiegerbesieger“ durch einen 2:1 Sieg über den FC Bayern München
2006: Einzug als Regionalligist in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, welches mit 0:3 verloren wurde

 

Alle weiteren Informationen auf der Homepage des FC St Pauli.
Mehr über Fußball in Hamburg lesen Sie bei uns unter Ballsport.

Am Ende nur auf Platz neun
Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als Kultverein bekannt. Allein in Deutschland gibt es elf Millionen St. Pauli-Sympathisanten. In der vergagenen Saison ging es gegen den Abstieg. Am Ende der Saison rutschte das Team noch auf Platz neun ab. Ziel war eigentlich ein Platz unter den ersten sechs.
20190616 10:03:42