FC St. Pauli Ein Platz unter den besten sechs

Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als Kultverein bekannt. Allein in Deutschland gibt es elf Millionen St. Pauli-Sympathisanten. In der vergagenen Saison ging es gegen den Abstieg. Aktuell steht das Team auf Platz sechs. Das war auch urprünglich das Saisonziel. Allerdings ist Platz drei durchaus noch zu schaffen. Ein neuer Trainer soll es richten.

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Verein St.Pauli

Millerntor Stadion

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Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg
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Austragungsort:
Im Millerntor-Stadion finden die Heimspiele des FC St. Pauli statt.

Lizenz ohne Auflagen

Der FC St. Pauli hat am Mittag des 23. April 2019 die Lizenz für die Spielberechtigung in der 2. Bundesliga für die Saison 2019/20 ohne Bedingungen und Auflagen erhalten. Im Rahmen der Entscheidung hat die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des FC St. Pauli als gegeben angesehen. Auch die weiteren für die Lizenzierung relevanten Kriterien wurden vom FC St. Pauli erfüllt, so dass keine Bedingungen und Auflagen an die Erteilung der Lizenz geknüpft werden.
Quelle: FC St. Pauli

0:3 in Heidenheim

Der erhoffte Effekt des Trainerwechsel beim FC St. Pauli ist offenbar bereits verpufft. Die Kiezkicker blieben im zweiten Spiel unter Trainer Jos Luhukay nicht nur zum zweiten Mal ohne Sieg, die Art und Weise, wie es zur 0:3 (0:3)-Niederlage beim 1. FC Heidenheim kam, stimmte sehr nachdenklich. "Das Spiel war nach 30 Minuten eigentlich entschieden", stellte Luhukay enttäuscht fest. "Spiel und Ergebnis sind irritierend." Durch die Ergebnisse vom Vortag hätten die Hamburger, die nunmehr seit sechs Spielen auf einen Dreier warten, noch einmal in das Aufstiegsrennen zurückkehren können. Doch statt wie von Präsident Oke Göttlich beim Trainerwechsel gefordert, wieder zu zeigen, dass "wir Spiele gewinnen wollen", agierte das Team viel zu lange wie das bemitleidenswerte Kaninchen vor der Schlange und ist nun als Achter auch tabellarisch in der Mittelmäßigkeit angekommen.

Tore: 1:0 Schnatterer (18.), 2:0 Dovedan (26.), 3:0 Dovedan (28.)

Trainer Kauczinski entlassen

Zweitligist FC St. Pauli hat am 10. April 2019 sein sportliches Führungsduo ausgetauscht. Die Hamburger stellten Trainer Markus Kauczinski (49) und Sportchef Uwe Stöver (52) mit sofortiger Wirkung frei und reagierten damit auf die schwachen Ergebnisse der vergangenen Wochen. Dies teilte St. Pauli am Mittwoch mit.

Neuer Trainer wird der Niederländer Jos Luhukay (55), die Aufgaben von Stöver übernimmt interimsmäßig bis zum Saisonende Geschäftsführer Andreas Rettig (55). Die neuen sportlich Verantwortlichen werden am Donnerstag gemeinsam vorgestellt.

Als Tabellen-Sechster hat der FC St. Pauli derzeit vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Seit vier Spielen sind die Kiezkicker aber sieglos. Dem 0:4 im Derby gegen den Hamburger SV folgte ein weiteres 0:4 beim SV Sandhausen, ein 0:0 gegen den MSV Duisburg und ein 1:2 bei Holstein Kiel.

Mit Jos Luhukay, der einen Vertrag bis Sommer 2021 erhielt,  übernimmt ein erfahrener Coach die Mannschaft. Der 55 Jahre alte Niederländer, der zuletzt in England bei Sheffield Wednesday arbeitete, war in Deutschland als Cheftrainer beim VfB Stuttgart, Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und dem SC Paderborn tätig war. Dabei schaffte er mit Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg den Aufstieg in die Bundesliga, als Co-Trainer gelang ihm dies mit dem 1. FC Köln sogar zweimal. Luhukay soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Quelle: Welt.de

PS: Luhukay wurde bei Sheffield Wednesday kurz vor Weihnachten 2018 beurlaubt, da er zuvor nur eines seiner letzten zehn Spiele (sieben Niederlagen) gewann. Ähnlich, wie bei Kauczinski. Dessen Bilanz seiner letzten zehn Spiele: Drei Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen…

Rettig verlässt St. Pauli

Überraschung beim FC St. Pauli: Wie der Zweitligist am Dienstag mitteilte, wird Geschäftsführer Andreas Rettig den Klub zum 30. September aus persönlichen Gründen verlassen und in seine Wahlheimat Köln zurückkehren.

Rettig habe dem Präsidium seine Entscheidung und die privaten Gründe, die dazu geführt haben, langfristig vorher mitgeteilt, hieß es in einer Vereinsmitteilung. In den Gesprächen über einen bestmöglichen Ablauf habe man sich auf ein Ausscheiden zum 30. September 2019 geeinigt.

Die Entscheidung sei ihm „unglaublich schwergefallen“, aber es gebe „50+1 private und persönliche Gründe“ für den Schritt, erklärte Rettig, der sich für die „in jeder Hinsicht vertrauensvolle Zusammenarbeit“ bedankte. Quelle: Kicker.de

Meier kam…

Der Wechsel war am Sonntagmittag (6. Januar) perfekt. Der vereinslose Alex Meier (35) kehrt ans Millerntor zurück. In der vergangenen Saison spielte er für Eintracht Frankfurt, kam aber nur am 33. Spieltag zum Einsatz. Und schoss gleich ein Tor. Kurioserweise gegen den HSV… . Meier spielte bereits von 2001 bis 2003 beim FC St. Pauli, ging dann ein Jahr zum HSV. Die vergangenen 15 Jahre war er bei der Eintracht. Nun soll er den verletzten Holländer Henk Veermann ersetzen. in 336 Erst- und Zweiligaspielen erzielte er 119 Tore. In der Saison 2014/15 wurde er mit 19 Toren Bundesliga-Torschützenkönig.

…und Nehrig ging

Der Kapitän geht von Bord: Bernd Nehrig hat wie angekündigt den FC St. Pauli in der Winterpause verlassen. Der 32 Jahre alte Defensiv-Allrounder bleibt dem Norden erhalten und wechselt eine Liga tiefer zur akut abstiegsbedrohten Eintracht aus Braunschweig, wo er einen Vertrag bis 2021 unterschrieben hat.

Trotz aller Vorfreude auf seine neue Aufgabe fällt Nehrig der Abschied beim FC St. Pauli schwer, wo er 117 Pflichtspiele in fünfeinhalb Jahren absolvierte und in den zurückliegenden eineinhalb Jahren die Mannschaft als Kapitän anführte. "Ich gehe schweren Herzens und bin extrem dankbar für die Zeit beim Club. Die positive Rückmeldung, die ich von Fans, Mitarbeitern und aus dem Team erhalten habe, werde ich nicht vergessen. Man geht ja nie so ganz. Der FC St. Pauli wird immer einen Platz in meinem Herzen haben“, lauten seine emotionalen Abschiedsworte. Quelle: Hamburger Abendblatt

DFB-Pokal: Das war's schon

„Die Enttäuschung hält sich in Grenzen“, sagte St. Paulis Trainer Marcus Kauzcinski nach der 2:3-Niederlage nach Verlängerung bei Wehen  Wiesbaden in der ersten Runde des DFB-Pokals. Seine Begründung. „Die Fantes haben ein tolles abwechslungsreiches Spiel gesehen“. Da hat er wohl recht. Die Torreihenfolge: 1:0 Sören Redemann (35.), 1:1 Richard Neudecker (51.), 2:1 Manuel Schäffler (103., Elfmeter), 3:1 Niklas Schmidt (105 + 1), 3:2 Christopher Avevor (109.).

Weitere Informationen: St. Pauli Ticketcenter

Der Spielplan 2018/19

SpieltagTerminZeitSpielErgebnis
1So.,  5. 8.13.30Magdeburg – St. Pauli1:2
2Fr., 10. 8.20.30St. Pauli – Darmstadt2:0
3So., 26. 8.13.30Union Berlin – St. Pauli4:1
4So.,   2. 9.13.30St. Pauli – 1. FC Köln3:5
5So., 16. 9.13.30Erzgebirge Aue – St. Pauli3:1
6Fr., 21. 9.18.30Ingolstadt – St. Pauli0:1
7Mi., 26. 9.18.30St. Pauli – Paderborn2:1
8So., 30. 9.13.30HSV – St. Pauli0:0
9So.,   7. 10.13.30St. Pauli – Sandhausen3:1
10Mo., 22. 10.20.30MSV Duisburg – St. Pauli0:1
11So., 28. 10.13.30St. Pauli – Holstein Kiel0:1
12So.,   4. 11.13.30Arminia Bielefeld – St. Pauli1:2
13Sa., 10. 11.13.00St. Pauli – Heidenheim1:1
14So., 25. 11.13.30Jahn Regensburg – St. Pauli1:1
15Sa.,   1. 12.13.00St. Pauli – Dynamo Dresden1:1
16Mo., 10. 12.20.30VfL Bochum – St. Pauli1:3
17Sa., 15. 12.13.00St. Pauli – Greuther Fürth2:0
18Sa., 22. 12.13.00St. Pauli – Magdeburg4:1
19Di., 29. 1. 201920.30Darmstadt – St. Pauli2:1
20Mo., 4. 2. 201920.30St. Pauli – Union Berlin3:2
21Fr.,  8. 2. 201918.301. FC Köln – FC St. Pauli4:1
22Sa., 16. 2. 201913.00St. Pauli – Erzbebirge Aue1:2
23Sa. 23. 2. 201913.00St. Pauli – Ingolstadt1:0
24Sa., 2. 3. 201913.00Paderborn – St. Pauli0:1
25So., 10. 3. 201913.30St. Pauli – HSV0:4
26Sa., 16. 3. 201913.00Sandhausen – St. Pauli4:0
27Fr., 29. 3. 201918.30St. Pauli – MSV Duisburg0:0
28Sa.,  6. 4. 201913.00Holstein Kiel – St. Pauli2:1
29So., 14. 4. 201913.30St. Pauli – Arminia Bielefeld1:1
30So., 21. 4. 201913.30Heidenheim – St. Pauli3:0
31Sa., 27. 4. 201913.00St. Pauli – Jahn Regensburg
32Fr., 3. 5. 201918.30Dynamo Dresden – St. Pauli
33So., 12. 5. 201915.30St. Pauli – VfL Bochum
34So., 19. 5. 201915.30Greuther Fürth – St. Pauli

Die Tabelle

11. FC Köln (A)3075:39+3659
2Hamburger SV (A)3041:33+853
3SC Paderborn 08 (N)3068:43+2551
4Union Berlin3046:29+1750
51. FC Heidenheim3044:34+1049
6Holstein Kiel3055:45+1046
7Jahn Regensburg3044:42+245
8FC St. Pauli3040:46-645
9VfL Bochum3041:43-239
10Arminia Bielefeld3044:48-439
11Greuther Fürth3033:48-1538
12SV Darmstadt 983040:48-837
13Dynamo Dresden3036:42-636
14Erzgebirge Aue3036:42-633
15SV Sandhausen3037:43-631
161. FC Magdeburg (N)3030:44-1427
17FC Ingolstadt3034:51-1726
18MSV Duisburg3032:56-2424

Der Kader 2018/19

Nr.Name (Land)PositionVertrag bis
1Korbinian Müller (D)Tor2020
30Robin Himmelmann (D)Tor2021
33Svend Brodersen (D)Tor2021
2Jakub Bednarczyk (D/POL)Abwehr2021
4Philipp Ziereis (D)Abwehr2019
19Luca Milan-ZanderAbwehr2019
15Daniel Buballa (D)Abwehr2019
16Marc Hornschuh (D)Abwehr2019
27Jan-Philipp Kalla (D)Abwehr2020
35Brian Koglin (D)Abwehr2019
38Florian Carstens (D)Abwehr2022
39Yi-Young Park (KOR)Abwehr2022
5Marvin Knoll (D)Abwehr2022
22Justin Hoogma (NL)Abwehr2019
6Christopher Avevor (D)Mittelfeld2019
8Jeremy Dudziak (D/TUN)Mittelfeld2019
10Christopher Buchtmann (D)Mittelfeld2022
13Ryõ Miyaichi (JAP)Mittelfeld2019
14Mats Møller Dæhli (NOR)Mittelfeld2021
17Finn Ole Becker (D)Mittelfeld2022
20Richard Neudecker (D)Mittelfeld2019
22Cenk Sahin (TÜR)*Mittelfeld2021
23Johannes Flum (D)Mittelfeld2020
28Waldemar Sobota (POL)Mittelfeld2020
34Jakob Münzner (D)Mittelfeld2020
31Erzin Zehir (D/TUR)Mittelfeld2023
29Jan-Marc Schneider (D)Sturm2019
11Sami Allagui (TUN)Sturm2020
45Dimitrios DiamantakosSturm2020
36Louis Coordes (D/DOM))Sturm2021
25Henk Veerman (NL)Sturm2021
9Alex Meier (D)Sturm2019
7Kevin Lankford (D/USA)Sturm2022
Jos Luhukay (NL)Trainer2021
André Trulsen (D)Co-Trainer2020

Abgänge nach der Saison 2018/19
Jeremy Dudziak (ablösefrei zum Hamburger SV)
Trainer Markus Kauczinski (freigestellt)

Zugänge zur Rückrunde 2018/19
Alex Meier (vereinslos, daher ablösfrei; vorher Eintrach Frankfurt)
Kevin Lankford (vom 1. FC Heidenheim)
Jakub Bednarczyk (von Bayer Leverkusen)
Justin Hoogma (ausgeliehen von 1899 Hoffenheim)

Abgänge nach der Hinrunde 2018/19
Bernd Nehrig (zu Eintracht Braunschweig, 3. Liga)
Clemens Schoppenhauer (zum VfR Aalen, 3. Liga)
*Cenk Sahin (ausgeliehen an den FC Ingolstadt)

Zugänge zur Saison 2018/19
Marvin Knoll (für 200.000 Euro Ablöse von Jahn Regensburg)
Mats Møller Daehli (Ablöse rund 400.000 Euro; war von Freiburg ausgeliehen)
Jakob Münzner (von St. Pauli U 19)
Luis Coordes (von St. Pauli U 19)
Erzin Zehir (von St. Pauli II)
Henk Veerman (Ablöse: 450.000 Euro; vom SC Heerenveen/Holland)
Korbinian Müller (ablösefrei von der SpVgg Unterhaching)
Florian Carstens (FC St. Pauli II)
Finn Ole Becker (FC St. Pauli U 19)

Abgänge nach der Saison 2017/18
Lasse Sobiech (ablösefrei zum 1. FC Köln)
Joël Keller (ablösefrei zu Weiche 08 Flensburg)
Thibaut Verlinden (Leiende, zurück zu Stoke City U23)
Marvin Duksch (für 2 Millionen Euro Ablöse zu Fortuna Düsseldorf)
Maurice Litka (ausgeliehen an den KFC Uerdingen)
Kyoung-rok Choi (zum Karlsruher SC)
Aziz Bouhaddouz (für geschätzte 750.000 Euro Ablöse zu Al-Batin FC/Saudi-Arabien)
Philipp Heerwagen (zum FC Ingolstadt)

Zugänge während der Saison 2017/18
Dimitrios Diamantakos (vom VfL Bochum)

Abgänge während er Saison 2017/18
Trainer Olaf Janßen

Gerettet!

„Einstellung ist wichtiger als Aufstellung“, hatte Trainer Marcus Kauczinski vor dem Spiel gegen Bielefeld, das noch theoretische Aufstiegschancen hatte, gesagt. Und die stimmte bei St. Pauli 93. Minuten lang. Das ersatzgeschwächste Team kämpfte bis zum Umfallen. 

Die erste Chance hatte Lasse Sobiech bereits nach fünf Sekunden, aber Torwart Ortega konnte den Volleyschuss parieren. Die 29.546 Fans (ausverkauft) mussten bis zur 39. Minute warten, dann war es soweit: Nach einem gelungenen Spielzug über die linke Seite wurde Park in der linken Strafraumhälfte angespielt. Der umkurvte zwei Gegner und traf aus fünf Metern ins kurze Eck, das von Torwart Orteg sträflich vernachlässigt wurde. 1:0 zur Pause.

 Auch in der zweiten Hälfte ließen die Hamburger gegen die über weite Strecken harmlosen Arminen nichts anbrennen. Torwart Himmelmann musste nur einen Schuss parieren. Dann war es soweit: Schlusspfiff - Klassenerhalt – Riesenjubel! 

So konnte sich St. Pauli am letzten Spieltag auch eine 0:2-Niederlage gegen den MSV Duisburg leisten und beendet die Spielzeit 2017/18 auf Rang zwölf.

Buchtmann verlängert

Einen Tag nach dem 1:0-Sieg gegen Bielefeld und dem damit verbundenen Klassenerhalt hat Spielmacher Christopher Buchtmann seinen noch bis 2019 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2022 verlängert. „Buchti ist bei uns ein absoluter Führungsspieler und ein Topspieler in der 2. Liga. Mit seinem fußballerischen Vermögen und seiner Torgefahr kann er in unserem Spiel den Unterschied ausmachen“, sagte Sportchef Uwe Stöver der Hamburger Morgenpost.

Vom biederen Verein zum Freibeuter-Klub

Sie nennen sich Freibeuter der Liga, FC Alternativ oder einfach nur „Der etwas andere Fußballclub“. Die Abgrenzung von anderen Profivereinen gehört heute zum Selbstverständnis des FC St. Pauli. Dabei fristete der Verein, der 2010 seinen 100. Geburtstag feierte, 70 Jahre lang ein durchaus biederes Dasein.

Das ändert sich schlagartig, als die linke Szene in der Hafenstraße von St. Pauli marode Häuser besetzt, die abgerissen werden sollen. Unter den Hausbesetzern befindet sich auch „Doctor Mabuse“. Um seinem Protest Nachdruck zu verleihen, kauft sich der Doc eine Totenkopf-Flagge, die er an einen Besenstiel tackert. Später, nach eigener Aussage 1982 oder 1983, nimmt er die Flagge einfach mit ins Stadion am Millerntor. Schon bald wehen auf den Tribünen Dutzende von Piratenflaggen und das Stadion wird zur Brutstätte einer alternativen Fanbewegung. Auch wenn es wohl eher Zufall war – der heute 55-Jährige Doc Mabuse gilt bis heute als Erfinder des Freibeutertums beim Kiezklub.

Der Totenkopf gehört längst zur „Corporate Identity“ des Vereins und ist ein Renner in den Fanartikelgeschäften. Nach einer Jacke oder einem T-Shirt ohne Totenkopfaufdruck muss man lange suchen.

Vereinsgründung

Offiziell gegründet wurde der FC St. Pauli am 15. Mai 1910, damals noch als Fußballabteilung des „Hamburg-St. Pauli Turnverein 1862“. Zu den Vereinsfarben wurde braun/weiß bestimmt. Als selbstständiger Verein existiert der Club seit 1924, als die Trennung vom Turnverein vollzogen wurde. Neben der Männer-Fußballabteilung hat der  FC St. Pauli heute vom Bowling bis zum Schach 16 weitere Abteilungen für Breitensport. Die Mitgliederzahl liegt bei 20.149 (Stand: 12. Februar 2014). Damit liegt der Club auf Platz 14 der größten Sportvereine Deutschlands.

Über Jahrzehnte geht es auf und ab

Bei Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 spielte St. Pauli in der zweitklassigen Regionalliga Nord, bis diese 1974 aufgelöst wurde. Auch danach spielte der Verein meist in der 2. Bundesliga, manchmal auch nur in der Amateurliga. Immerhin haben es die Kiezkicker aber geschafft, fünf Mal in die 1. Liga aufzusteigen und dort insgesamt sieben Jahre „Höhenluft“ zu schnuppern. Zuletzt war das Team in der Saison 2010/11 erstklassig. Nach einem 1:0-Auswärtssieg beim Erzrivalen HSV feierten die Fans ihren Hamburger Meister. Auch der Verein feierte – aber wohl ein bisschen zu lange. Aus den folgenden 13 Spielen holte die Mannschaft nur noch vier Punkte und stieg als 18. und Letzter ab. In der abgelaufen Saison kam der FC St. Pauli auf Platz acht, spielte aber lange um den Aufstieg mit.

2003 verhindert die „Retter-Kampagne“ das Aus

Am Ende der Zweitligasaison 2002/03 war St. Pauli in die Regionalliga Nord abgestiegen. Zur sportlichen Talfahrt gesellten sich Schulden in Millionenhöhe. Der drohende Lizenzentzug konnte durch die „Retter-Kampagne“ – eine bundesweit Aufsehen erregende Spendenaktion - gerade noch   abgewendet werden. Gemeinsam gelang es Anhängern und Verein unter anderem durch den Verkauf von 140 000 „Retter“- T-Shirts und einem „Retter-Spiel“ gegen den „Klassenfeind“ FC Bayern, mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Beim Retter-Spiel spazierte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß, bis dahin noch der „Lieblingsfeind“ der St.-Pauli-Fans, im „Retter-Shirt“ durchs Millerntorstadion und wurde dafür euphorisch gefeiert.

Unter Präsident Littmann saniert sich der Verein

Corny Littmann (61) war von 2002 bis 2010 Präsident des FC St. Pauli und hatte bereits an der „Retter-Kampagne“ maßgeblichen Anteil. Der Schauspieler, Theater-Betreiber und Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen sanierte den Verein Schritt für Schritt, erst finanziell, später auch sportlich. Heute ist der Klub gut aufgestellt und kann sich sogar ein neues Stadion leisten: Seit 2007 wird das Stadion umgebaut. Bisher wurden Südtribüne, Haupttribüne und Gegengerade abgerissen und neu gebaut. Nach dem ersten Heimspiel gegen Ingolstadt (2. Augus) soll die Nordkurve abgerissen und neu errichtet werden. Geplante Bauzeit: acht Monate. Das fertige Millerntor bietet dann etwa 30 000 Zuschauern Platz. Derzeit passen 29 063 Fans hinein.

Politisch engagierte Fans

Im Vergleich zu den Fans anderer Fußballvereine sind die Fans des FC St. Pauli politisch äußerst engagiert. Ab Mitte der 80er Jahre formierte sich im Millerntorstadion ein klarer Widerstand gegen Rechtsextremismus. Auch sexistische  Äußerungen werden im Stadion nicht gerne gehört. St. Pauli war der erste Verein, der entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte. Verstöße können mit Stadionverbot geahndet werden.

Die größten Erfolge

1977, 1988, 1995, 2001, 2010: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga
2002: „Weltpokalsiegerbesieger“ durch einen 2:1 Sieg über den FC Bayern München
2006: Einzug als Regionalligist in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, welches mit 0:3 verloren wurde

 

Alle weiteren Informationen auf der Homepage des FC St Pauli.
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Ein Platz unter den besten sechs
Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als Kultverein bekannt. Allein in Deutschland gibt es elf Millionen St. Pauli-Sympathisanten. In der vergagenen Saison ging es gegen den Abstieg. Aktuell steht das Team auf Platz sechs. Das war auch urprünglich das Saisonziel. Allerdings ist Platz drei durchaus noch zu schaffen. Ein neuer Trainer soll es richten.
20190424 15:57:59