FC St. Pauli

FC St. Pauli Aufstieg kein Thema

Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als Kultverein bekannt. Allein in Deutschland gibt es elf Millionen St. Pauli-Sympathisanten. Trainer Luhukay steckt das Saisonziel tief: Ein Platz unter den besten neun. Ein Aufstieg ist nicht geplant, würde aber natürlich nicht ungelegen kommen.

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Millerntor-Stadion

0:1 gegen Hannover

Im wahrscheinlich schlechtesten Saisonspiel verlor der FC St. Pauli vor 26.546 Zuschauern (auseverkauft) völlig verdient mit 0:1 gegen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Das entscheidende Tor Schoss nach einem technischen Fauxpas von „Fußballgott“ Kalla Hannovers Stürmer Maina, der sich in den Hamburger Strafraum dribbelte und in der 7. Minute per Flachschuss ins lange Eck traf. Das war es dann auch schon. St. Pauli steht nun auf Platz 15 und muss sich ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen.

Der Spielplan 2019/20

SpieltagTerminZeitSpielErgebnis
1Montag, 29. 7.20.30Arminia Bielefeld – St. Pauli1:1
2Freitag, 2. 8.20.30St. Pauli – Greuther Fürth1:3
3Sonnabend, 17. 8.13.00VfB Stuttgart –  St. Pauli2:1
4Montag, 26. 8.20.30St. Pauli – Holstein Kiel2:1
5Sonnabend, 31. 8.13.00Dynamo Dresden – St. Pauli3:3
6Montag, 16. 9.20.30St. Pauli – HSV2:0
7Sonntag, 22. 9.13.30VfL Osnabrück – St. Pauli1:1
8Sonntag, 29. 9.13.30St. Pauli – Sandhausen2:0
9Sonntag, 6. 10.13.301. FC Nürnberg – St. Pauli1:1
10Sonnabend, 19. 10.13.00St. Pauli – Darmstadt 980:1
11Sonntag, 27. 10.13.30Heidenheim – St. Pauli1:0
12Sonnabend, 2. 11.13.00St. Pauli – Karlsruher SC2:2
13Freitag, 8. 11.18.30St. Pauli – VfL Bochum1:1
14Freitag, 22. 11.18.30Erzgebirge Aue – St. Pauli3:1
15Sonnabend, 30. 11.13.00St. Pauli – Hannover 960:1
16Sonntag, 8. 12.13.30Regensburg – St. Pauli
17Sonnabend, 14. 12.13.00St. Pauli – Wehen Wiesbaden
18Sonnabend, 21. 12.13.00St. Pauli – Bielefeld
19Freitag, 28. 1.20.30Greuther Fürth – St. Pauli
20Sonnabend, 1. 2.13.00St. Pauli – VfB Stuttgart
21Montag, 10. 2.20.30Holstein Kiel – St. Pauli
2214. bis 17. 2.St. Pauli – Dynamo Dresden
2321. 2. bis 24. 2.HSV – St. Pauli
2428. 2. bis 2. 3.St. Pauli – VfL Osnabrück
256. 3. bis 9. 3.SV Sandhausen – St. Pauli
2613. 3. bis 16. 3St. Pauli – 1. FC Nürnberg
2720. bis 23. 3.Darmstadt 98 – St. Pauli
283. 4. bis 6. 4.St. Pauli – Heidenheim
2911. bis 14. 4.Karlsruher SC – St. Pauli
3017. bis 20. 4.VfL Bochum – St. Pauli
3124. bis 27. 4.St. Pauli – Erzbebirge Aue
322. bis 5. 5.Hannover 96 – St. Pauli
3310. 5.15.30St. Pauli – Jahn Regensburg
3417. 5.15.30Wehen Wiesbaden – St. Pauli

Die Tabelle

1Arminia Bielefeld1533:16+1732
2Hamburger SV1533:15+1829
3VfB Stuttgart (A)1524:20+426
41. FC Heidenheim1523:17+623
5Erzgebirge Aue1523:22+123
6Holstein Kiel1523:22+121
7SV Sandhausen1517:16+121
8Jahn Regensburg1528:25+320
9VfL Osnabrück (N)1517:14+320
10Karlsruher SC (N)1526:28-219
11Greuther Fürth1516:19-319
12SV Darmstadt 981517:22-518
13VfL Bochum1527:27017
14Hannover 96 (A)1516:24-817
15FC St. Pauli1518:21-315
161. FC Nürnberg (A)1521:29-815
17Dynamo Dresden1519:32-1313
18SV Wehen-Wiesbaden (N)1516:28-1212

St. Pauli ist raus

Nach dem Hamburger SV (1:2 nach Verlängerung gegen den VfB Stuttgart) ist nun auch der FC St. Pauli in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Allerdings kam mit Eintracht Frankfurt auch ein Bundesligist, der in der EuropLeague spielt, ans Millerntor. Die Hessen gewannen knapp mit 2:1. Schon nach 16 Minuten stand es 2:0 für die Gäste. Bas Dost traf in der 4. Minute per Kopf und in der 16. Minute mit einem Heber über Torwart Korbian Müller, der seine Karriere schon beendet hatte und erst vor einigen Wochen reaktiviert wurde. Müller kam überraschend ins Team, Torwart Himmelmann saß nur auf der Bank.

Frankfurt war die klar tonangebende Mannschaft und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das 0:3 fallen würde. Dann ein erster Warnschuss der Hamburger: Marvin Knoll donnerte den Ball aus 20 Metern an den Pfosten. Der FC kam nun besser ins Spiel und in der 41. Minute ahndete Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck ein Handspiel von Martin Hinteregger im Straraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Waldemar Sobota sicher zum 1:2. So ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang trauten die 29.373 Zuschauer ihren Augen kaum. Es spielte nur noch der FC St. Pauli. Aber leider war es, wie immer. Der letzte Pass nach vorne war meistens zu ungenau.Trotz großem Kampf und einiger guter Chancen rettete die Eintracht das 2:1 über die Zeit. St. Pauli ist nunmehr seit 14 Jahren nicht über die zweite Runde hinaus gekommen und schaffte seit zwölf Jahren keinen Heimsieg im Pokal.

DFB-Pokal

RundeTagZeitSpielErgebnis
111. 8.15:30VfB Lübeck (4. Liga) – St. Pauli2:2, 3:3 n. V., 6:7 n. E.
230. 10.20:45St. Pauli – Eintracht Frankfurt (1. Liga)1:2

Neuer Trikotsponsor

Die Reise in die USA hat sich gelohnt. Der FC St. Pauli hat mit Jack Daniels einen neuen Sponsor. Der US-Whiskey-Hersteller wird auf dem Tourbus des FC werben. Geschätzte 300.000 Euro lässt sich das Jack Daniel Kosten. Die Firma war bereits von 1997 bis 2000 beim FC St. Pauli aktiv, damals noch als Trikotsponsor.

Bornemann neuer Sportdirektor

Andreas Bornemann (47) wird neuer Sport-Direktor beim FC St. Pauli. Bornemann unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 und tritt sein Amt erst am 1. Juli 2019 an. Trotzdem ist er schon jetzt in die Kaderplanung eingebunden. Bornemann, der in Neuenburg am Rhein geboren wurde, war zuletzt beim Bundesligisten 1. FC Nürnberg unter Vertrag. Dort wurde er im Februar 2019 entlassen.

Lizenz ohne Auflagen

Der FC St. Pauli hat am Mittag des 23. April 2019 die Lizenz für die Spielberechtigung in der 2. Bundesliga für die Saison 2019/20 ohne Bedingungen und Auflagen erhalten. Im Rahmen der Entscheidung hat die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des FC St. Pauli als gegeben angesehen. Auch die weiteren für die Lizenzierung relevanten Kriterien wurden vom FC St. Pauli erfüllt, so dass keine Bedingungen und Auflagen an die Erteilung der Lizenz geknüpft werden.
Quelle: FC St. Pauli

Trainer Kauczinski entlassen

Zweitligist FC St. Pauli hat am 10. April 2019 sein sportliches Führungsduo ausgetauscht. Die Hamburger stellten Trainer Markus Kauczinski (49) und Sportchef Uwe Stöver (52) mit sofortiger Wirkung frei und reagierten damit auf die schwachen Ergebnisse der vergangenen Wochen. Dies teilte St. Pauli am Mittwoch mit.

Neuer Trainer wird der Niederländer Jos Luhukay (55), die Aufgaben von Stöver übernimmt interimsmäßig bis zum Saisonende Geschäftsführer Andreas Rettig (55). Die neuen sportlich Verantwortlichen werden am Donnerstag gemeinsam vorgestellt.

Als Tabellen-Sechster hat der FC St. Pauli derzeit vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Seit vier Spielen sind die Kiezkicker aber sieglos. Dem 0:4 im Derby gegen den Hamburger SV folgte ein weiteres 0:4 beim SV Sandhausen, ein 0:0 gegen den MSV Duisburg und ein 1:2 bei Holstein Kiel.

Mit Jos Luhukay, der einen Vertrag bis Sommer 2021 erhielt,  übernimmt ein erfahrener Coach die Mannschaft. Der 55 Jahre alte Niederländer, der zuletzt in England bei Sheffield Wednesday arbeitete, war in Deutschland als Cheftrainer beim VfB Stuttgart, Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und dem SC Paderborn tätig war. Dabei schaffte er mit Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg den Aufstieg in die Bundesliga, als Co-Trainer gelang ihm dies mit dem 1. FC Köln sogar zweimal. Luhukay soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Quelle: Welt.de

PS: Luhukay wurde bei Sheffield Wednesday kurz vor Weihnachten 2018 beurlaubt, da er zuvor nur eines seiner letzten zehn Spiele (sieben Niederlagen) gewann. Ähnlich, wie bei Kauczinski. Dessen Bilanz seiner letzten zehn Spiele: Drei Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen…

Rettig verlässt St. Pauli

Überraschung beim FC St. Pauli: Wie der Zweitligist am Dienstag mitteilte, wird Geschäftsführer Andreas Rettig den Klub zum 30. September aus persönlichen Gründen verlassen und in seine Wahlheimat Köln zurückkehren.

Rettig habe dem Präsidium seine Entscheidung und die privaten Gründe, die dazu geführt haben, langfristig vorher mitgeteilt, hieß es in einer Vereinsmitteilung. In den Gesprächen über einen bestmöglichen Ablauf habe man sich auf ein Ausscheiden zum 30. September 2019 geeinigt.

Die Entscheidung sei ihm „unglaublich schwergefallen“, aber es gebe „50+1 private und persönliche Gründe“ für den Schritt, erklärte Rettig, der sich für die „in jeder Hinsicht vertrauensvolle Zusammenarbeit“ bedankte. Quelle: Kicker.de

Weitere Informationen: St. Pauli Ticketcenter

Der Kader 2019/20

Nr.Name (Land)PositionVertrag bis
30Robin Himmelmann (D)Tor2021
33Svend Brodersen (D)Tor2021
40Korbinian Müller (D)Tor2020
2Jakub Bednarczyk (D/POL)Abwehr2021
4Philipp Ziereis (D)Abwehr2022
19Luca Milan-ZanderAbwehr2023
15Daniel Buballa (D)Abwehr2021
17Matt Penney (GB)Abwehr2020
8Marc Hornschuh (D)Abwehr2020
21Jamens Lawrence (Wales)Abwehr2020
27Jan-Philipp Kalla (D)Abwehr2020
38Florian Carstens (D)Abwehr2022
20Yi-Young Park (KOR)Abwehr2022
5Marvin Knoll (D)Abwehr2022
3Leo Östigard (NOR)Abwehr2020
43Sebastian Ohlsson (SWE)Abwehr2021
6Christopher Avevor (D)Mittelfeld2023
10Christopher Buchtmann (D)Mittelfeld2022
12Ryõ Miyaichi (JAP)Mittelfeld2021
14Mats Møller Dæhli (NOR)Mittelfeld2021
37Finn Ole Becker (D)Mittelfeld2022
22Cenk Sahin (TÜR)*Mittelfeld2021
23Johannes Flum (D)Mittelfeld2020
28Waldemar Sobota (POL)Mittelfeld2020
34Jakob Münzner (D)Mittelfeld2020
31Erzin Zehir (D/TUR)Mittelfeld2023
26Rico Benatelli (D)Mittelfeld2022
44Youba Diarra (Mali)Mittelfeld2020
18Dimitrios DiamantakosSturm2020
36Louis Coordes (D/DOM))Sturm2021
25Henk Veerman (NL)Sturm2021
7Kevin Lankford (D/USA)Sturm2022
24Boris Tashchy (UKR)Sturm2022
9Victor Gyökeres (SWE)Sturm2020
Jos Luhukay (NL)Trainer2021
André Trulsen (D)Co-Trainer2020

*Aus politischen Gründen freigestellt

Zugänge zur Saison 2019/20
Rico Benatelli (ablösefrei von Dynamo Dresden)
Luca Zander (war von Bremen ausgeliehen, Ablöse 150.000 Euro)
Boris Tashchy (ablösefrei vom MSV Duisburg)
Cenk Sahin (war an Absteiger Ingolstadt ausgeliehen)
Leo Östigard (ausgeliehen vom eglischen Premiere League Club Brighton & Hove Albion)
Viktor Gyökeres (ausgeliehen vom eglischen Premiere League Club Brighton & Hove Albion)
James Lawrence (ausgeliehen vom RSC Anderlecht)
Matt Penney (ausgeliehen von Sheffield Wednesday)
Youba Diarra (ausgeliehen von RB Salzburg)
Sebastian Ohlsson (für 280.000 Euro Ablöse von IFK Göteborg)
Korbinian Müller (Karrieende, als Ersatz für für den verletzten Svend Brodersen reaktiviert)

Abgänge nach der Saison 2018/19
Jeremy Dudziak (ablösefrei zum Hamburger SV)
Richard Neudecker (VVV Venlo/Holland, 1. Liga))
Jan-Marc Schneider (zur SSV Jahn Regensburg)
Korbinian Müller (Ziel unbekannt)
Justin Hogma (war ausgeliehen, zurück nach Hoffenheim)
Trainer Markus Kauczinski (freigestellt)
Sami Allagui (Vertrag nicht verlängert, zu Royal Excel Mouscron/1. Liga Belgien)
Alexander Meier (Vertrag nicht verlängert, zu den Western Sydney Wanderers/1. Liga Australien)
Brian Koglin (Vertrag nicht verlängert, ablösefrei zum 1. FC Magdeburg)
Maurice Litka (zu Preußen Münster/3. Liga)

Vom biederen Verein zum Freibeuter-Klub

Sie nennen sich Freibeuter der Liga, FC Alternativ oder einfach nur „Der etwas andere Fußballclub“. Die Abgrenzung von anderen Profivereinen gehört heute zum Selbstverständnis des FC St. Pauli. Dabei fristete der Verein, der 2010 seinen 100. Geburtstag feierte, 70 Jahre lang ein durchaus biederes Dasein.

Das ändert sich schlagartig, als die linke Szene in der Hafenstraße von St. Pauli marode Häuser besetzt, die abgerissen werden sollen. Unter den Hausbesetzern befindet sich auch „Doctor Mabuse“. Um seinem Protest Nachdruck zu verleihen, kauft sich der Doc eine Totenkopf-Flagge, die er an einen Besenstiel tackert. Später, nach eigener Aussage 1982 oder 1983, nimmt er die Flagge einfach mit ins Stadion am Millerntor. Schon bald wehen auf den Tribünen Dutzende von Piratenflaggen und das Stadion wird zur Brutstätte einer alternativen Fanbewegung. Auch wenn es wohl eher Zufall war – der heute 55-Jährige Doc Mabuse gilt bis heute als Erfinder des Freibeutertums beim Kiezklub.

Der Totenkopf gehört längst zur „Corporate Identity“ des Vereins und ist ein Renner in den Fanartikelgeschäften. Nach einer Jacke oder einem T-Shirt ohne Totenkopfaufdruck muss man lange suchen.

Vereinsgründung

Offiziell gegründet wurde der FC St. Pauli am 15. Mai 1910, damals noch als Fußballabteilung des „Hamburg-St. Pauli Turnverein 1862“. Zu den Vereinsfarben wurde braun/weiß bestimmt. Als selbstständiger Verein existiert der Club seit 1924, als die Trennung vom Turnverein vollzogen wurde. Neben der Männer-Fußballabteilung hat der  FC St. Pauli heute vom Bowling bis zum Schach 16 weitere Abteilungen für Breitensport. Die Mitgliederzahl liegt bei 20.149 (Stand: 12. Februar 2014). Damit liegt der Club auf Platz 14 der größten Sportvereine Deutschlands.

Über Jahrzehnte geht es auf und ab

Bei Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 spielte St. Pauli in der zweitklassigen Regionalliga Nord, bis diese 1974 aufgelöst wurde. Auch danach spielte der Verein meist in der 2. Bundesliga, manchmal auch nur in der Amateurliga. Immerhin haben es die Kiezkicker aber geschafft, fünf Mal in die 1. Liga aufzusteigen und dort insgesamt sieben Jahre „Höhenluft“ zu schnuppern. Zuletzt war das Team in der Saison 2010/11 erstklassig. Nach einem 1:0-Auswärtssieg beim Erzrivalen HSV feierten die Fans ihren Hamburger Meister. Auch der Verein feierte – aber wohl ein bisschen zu lange. Aus den folgenden 13 Spielen holte die Mannschaft nur noch vier Punkte und stieg als 18. und Letzter ab. In der abgelaufen Saison kam der FC St. Pauli auf Platz acht, spielte aber lange um den Aufstieg mit.

2003 verhindert die „Retter-Kampagne“ das Aus

Am Ende der Zweitligasaison 2002/03 war St. Pauli in die Regionalliga Nord abgestiegen. Zur sportlichen Talfahrt gesellten sich Schulden in Millionenhöhe. Der drohende Lizenzentzug konnte durch die „Retter-Kampagne“ – eine bundesweit Aufsehen erregende Spendenaktion - gerade noch   abgewendet werden. Gemeinsam gelang es Anhängern und Verein unter anderem durch den Verkauf von 140 000 „Retter“- T-Shirts und einem „Retter-Spiel“ gegen den „Klassenfeind“ FC Bayern, mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Beim Retter-Spiel spazierte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß, bis dahin noch der „Lieblingsfeind“ der St.-Pauli-Fans, im „Retter-Shirt“ durchs Millerntorstadion und wurde dafür euphorisch gefeiert.

Unter Präsident Littmann saniert sich der Verein

Corny Littmann (61) war von 2002 bis 2010 Präsident des FC St. Pauli und hatte bereits an der „Retter-Kampagne“ maßgeblichen Anteil. Der Schauspieler, Theater-Betreiber und Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen sanierte den Verein Schritt für Schritt, erst finanziell, später auch sportlich. Heute ist der Klub gut aufgestellt und kann sich sogar ein neues Stadion leisten: Seit 2007 wird das Stadion umgebaut. Bisher wurden Südtribüne, Haupttribüne und Gegengerade abgerissen und neu gebaut. Nach dem ersten Heimspiel gegen Ingolstadt (2. Augus) soll die Nordkurve abgerissen und neu errichtet werden. Geplante Bauzeit: acht Monate. Das fertige Millerntor bietet dann etwa 30 000 Zuschauern Platz. Derzeit passen 29 063 Fans hinein.

Politisch engagierte Fans

Im Vergleich zu den Fans anderer Fußballvereine sind die Fans des FC St. Pauli politisch äußerst engagiert. Ab Mitte der 80er Jahre formierte sich im Millerntorstadion ein klarer Widerstand gegen Rechtsextremismus. Auch sexistische  Äußerungen werden im Stadion nicht gerne gehört. St. Pauli war der erste Verein, der entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte. Verstöße können mit Stadionverbot geahndet werden.

Die größten Erfolge

1977, 1988, 1995, 2001, 2010: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga
2002: „Weltpokalsiegerbesieger“ durch einen 2:1 Sieg über den FC Bayern München
2006: Einzug als Regionalligist in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, welches mit 0:3 verloren wurde

 

Alle weiteren Informationen auf der Homepage des FC St Pauli.
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