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Evangelisches Christentum Der Osterfestkreis

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Entsprechend dem Anliegen der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg und als Einladung an die anderen Religionen und Konfessionen werden in diesem Beitrag nicht nur historische und theologisch-dogmatische Informationen zu den Festen gegeben. Im Blick ist die Reflexion über den Zusammenhang von Festpraxis und kultureller Lebenswelt.

Ostern evangelische Feiertage Kalender Hamburg

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Kapitelübersicht

Karneval

Die ersten Wochen im Januar und Februar sind festzeitlich unbestimmt, sie sind gewissermaßen der Alltag als Eingewöhnung in das Neue Jahr. Quer dazu bilden die „närrischen Tage“ als Karneval oder Fastnacht, regional in sehr unterschiedlicher Intensität gefeiert, „ein spätwinterliches Festereignis, das eine eigene Welt jenseits des Alltags und seiner Ordnung kreiert.“[1]

Lateinisches Kreuz Lateinisches Kreuz, Symbol d. Christentums

Mit dem Ende des Karnevals zu Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit als Vorbereitung auf die Passion Jesu und das österliche Geschehen. Anders als die Adventszeit werden diese Wochen (zum Beispiel „Sieben Wochen ohne“) auch von vielen Menschen in der modernen Gesellschaft als Fastenzeit gelebt.

Die sogenannte fünfte Jahreszeit mit Vereinswesen, Karnevalssitzungen und Fastnachtsumzügen, Verkleidungen und Maskeraden ist in der Frühen Neuzeit seit dem 12. bis 14. Jahrhundert in deutschen Städten die Inszenierung einer „verkehrten Welt“, in der Bürger zu Räubern, Schulmädchen zu Prinzessinnen, die Obrigkeit verspottet und gesellschaftliche Institutionen persifliert werden. 

Seit dem Zweiten Weltkrieg boomt der Karneval vor allem in Rheinland und in Süddeutschland. Der Karneval lebt von der Differenz zum Alltag, ist ein „kontrollierter Exzess“, in dem die andere, chaotische, ekstatische Seite des Lebens für bestimmte Zeiten gelebt werden kann.

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Ostern 

- 12. bis 13. April 2020, bewegliche Feiertage -
Ostern und die vorangehenden Passionstage erinnern und vergegenwärtigen Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Im gottesdienstlichen Zentrum des Osterfestes steht der Übergang vom Tod in das Leben (1 Kor 15,3f.11).

Die Passionsgeschichten der Evangelien erzählen die Leidensgeschichte Jesu, seinen Tod am Kreuz, sie bezeugen Jesu Auferstehung und damit die Überwindung der Macht des Todes durch Gott.

Ostern ist zugleich dasjenige Fest, in dem am deutlichsten alttestamentlich-jüdische Festtraditionen (das Passah-Fest als Vergegenwärtigung der Befreiung des Volkes Gottes aus der Gefangenschaft in Ägypten) erinnert werden.

Die Tage vor Ostern vergegenwärtigen in ihren Gottesdiensten und auch in ihrem Lebensgefühl die Passion, das Leiden und Sterben des Jesus von Nazareth. Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Mahl Jesu. Der Karfreitag, im Christentum seit dem 4. Jahrhundert begangen, hat eine reiche musikalische und gottesdienstliche Kultur der vergegenwärtigenden Erinnerung an die Lebenshingabe des Gottessohnes hervorgebracht und ist bis heute gesetzlicher Feiertag mit einschränkenden Regeln für das gesellschaftliche Leben mit Blick auf bestimmte festliche Aktivitäten. Der Karsamstag mit dem Motiv des Abstiegs Christi in das Reich des Todes ist zugleich der dunkelste und der hoffnungsvollste Tag des Kirchenjahres: Christus ist in der Hölle und zugleich entreißt er die Verlorenen Tod und Teufel.

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Karfreitag

- 10. April 2020, beweglicher Feiertag -
Der Karfreitag, im Protestantismus mit der Vergegenwärtigung von Passion und Kreuzestod Jesu lange als das zentrale kirchliche Fest angesehen, gehört mit dem Osterfest unauflöslich zusammen.

Karfreitag bliebe ohne Beziehung auf Ostern bloße Klage über den Tod oder problematische Verherrlichung von Leiden; Ostern bliebe ohne Verbindung mit Karfreitag in der Gefahr einer illusionären Verdrängung des Leidens.

Auch das Osterfest strahlt, wenn auch nicht so intensiv wie Weihnachten, in die bürgerliche Kultur aus. Der Hefezopf bindet das christliche Osterfest an die Mahlzeittradition des jüdischen Passahs.

Ostereier und Osterhase verbinden auf der einen Seite das Osterfest mit außerchristlichen Fruchtbarkeitsfesten, setzen zugleich Geschenkrituale kleineren Ausmaßes in den Familien aus sich heraus. Heiligabend wirkt hier stilbildend auch auf das Osterfest, Geschenkaustausch, Ostermärkte und „Osterpyramiden“ imitieren den Symbolreichtum der Vorweihnachtszeit.

Autor: Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann

Anmerkungen

[1] Kristian Fechtner, Im Rhythmus des Kirchenjahres. Vom Sinn der Feste und Zeiten, Gütersloh, 2009, 91.

Schülerkommentare: Evangelische Feiertage

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