Ersatzneubau Die Norderelbbrücke

Ein bestehendes Brückenbauwerk mit Wahrzeichencharakter muss aufgrund seines Zustands und des 8-streifigen Ausbaus Platz für ein neues Bauwerk mit größerem Querschnitt schaffen.

Die Norderelbbrücke

Die bestehende Norderelbbrücke führt seit 1963 die Bundesautobahn 1 über die Norderelbe. Es handelt sich hierbei um eine Schrägseilbrücke mit einem Überbau für beide Fahrtrichtungen. Derzeit wird der Verkehr auf drei Fahrstreifen pro Richtung (ohne Standstreifen) über die Norderelbe geführt. Das Bauwerk weist diverse Schäden auf  und hat entsprechend der in 2016 durchgeführten Nachrechnung eine sehr begrenzte Nutzungsdauer. Aufgrund dieses  Zustandes und des 8-streifigen Ausbaus gemäß Bundesverkehrswegeplan 2030 wird ein Ersatzneubau mit angepasstem Querschnitt dieser Brücke geplant.

Die Verkehrsführung wird von 3 auf 4 Fahrstreifen sowie 2 Verflechtungsfahrstreifen pro Fahrtrichtung und zusätzlichem Standstreifen erweitert. Daher ist es notwendig eine gänzlich neue Brücke zu errichten. Zunächst soll neben der derzeitig bestehenden Norderelbbrücke eine weitere Brücke mit 6 Fahrstreifen gebaut werden. Temporär wird dann der gesamte Verkehr in beiden Fahrtrichtungen auf dieses Brückenbauwerk verlegt, damit  im Anschluss die alte Norderelbbrücke abgerissen werden und durch den Neubau der zweiten Brückenhälfte ersetzt werden kann.

Das heutige Brückenbauwerk liegt in einem naturschutzfachlich sensiblen Raum. Unmittelbar südlich des bestehenden Bauwerks grenzt das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Hamburger Unterelbe“ an. Nördlich befindet sich ein Vogelschutzgebiet. Weiterhin befinden sich zwei Naturschutzgebiete im näheren Umfeld des Bauwerks.

Aufgrund der gestalterischen Bedeutung, der technischen Besonderheiten und der besonders zu berücksichtigenden Umweltaspekte wurde für diesen Ersatzneubau ein Realisierungswettbewerb durchgeführt. Ebenfalls wurde beim Neubau ein Radweg eingeplant. Am 8. Februar 2019 wurde von einem Preisgericht der Siegerentwurf gekürt. Der erste Preis geht an die Planungsgemeinschaft Leonhard, Andrä und Partner (LAP) und Gerkan, Marg und Partner (gmp). Insgesamt haben sechs Beiträge aus nationalen und internationalen Planungsgemeinschaften von Ingenieur- und Architekturbüros am Wettbewerb teilgenommen.

Der Siegerentwurf überzeugte durch seinen filigranen ästhetischen Anspruch, bei dem sich Statik und Gestaltung die Hand geben. Er ist bis ins Detail sorgfältig durchgearbeitet. Die umfangreichen technischen Randbedingungen wurden gut erfüllt. Die Brücke antwortet auf die leicht asymmetrische Situation der Spannweiten mit einer dezenten Akzentuierung der Konstruktion durch unterschiedliche Pylonhöhen und Anzahl von Seilscharen.

Im Juni 2019 fand eine Ausstellung zur Norderelbbrücke in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen statt. Unten finden Sie eine Dokumentation zum Projekt.

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