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Lärmschutz Wilhelmsburg wird leiser

Durch den Neubau der Wilhelmsburger Reichsstraße an der Bahntrasse wird die Lärmbelastung im Stadtteil verringert. Dank neuer Lärmschutzwände verursachen beide Verkehrswege künftig gemeinsam weniger Lärm als die Bahntrasse heute alleine.

Wilhelmsburg wird leiser

Verkehr ist auch in Hamburg eine der Hauptlärmquellen. In Wilhelmsburg wird in den kommenden Jahren jedoch ein großer Schritt geleistet, um die Lärmbelastung im Stadtteil deutlich zu verringern. Mit dem Neubau der Wilhelmsburger Reichsstraße an der Bahntrasse entsteht ein gesetzlicher Anspruch der Anlieger auf einen umfassenden Lärmschutz, der die Immissionsgrenzwerte einhält.

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Der Lärmpegel entlang der neuen Strecke wird laut wissenschaftlicher Untersuchungen um bis zu 15 Dezibel, dB(A), verringert werden. Im Bereich der Buddestraße beträgt die Lärmreduzierung bis zu 11 dB(A), im Bereich des Haulander Wegs bis zu 10 dB(A) und im Bereich der Korallusstraße bis zu 9 dB(A).Bei 3 dB(A) weniger Lärm, entsteht der Eindruck, die Fahrzeuganzahl sei halbiert. Eine Lärmreduzierung um 10 dB(A) bedeutet sogar eine Halbierung des gesamten Lärmeindrucks.

Wofür steht dB(A)?

vergrößern Lärmschutz steigert die Lebensqualität und fördert die Gesundheit Lärmschutz steigert die Lebensqualität und fördert die Gesundheit (Bild: Fotolia) Wissenschaftler messen den Schalldruckpegel in Dezibel (dB). Da das menschliche Gehör jedoch Töne unterschiedlicher Frequenz als verschieden laut empfindet, werden die Schallsignale im Schalldruck-Messgerät so gefiltert, dass die Eigenschaften des Gehörs nachgeahmt werden. Man spricht dann von einer sogenannten A-Bewertung des Schallpegels, kurz dB(A).

Gestaltungskonzept: Den Lärmschutz ins Stadtbild integrieren

vergrößern Begrünt und modern gestaltet Begrünt und modern gestaltet (Bild: DEGES) Die Lärmschutzwände entlang der Bahntrasse und der Wilhelmsburger Reichsstraße sollen möglichst einheitlich gestaltet und optisch in die Umgebung integriert werden.

Die künftige Wilhelmsburger Reichsstraße wird auf ihrer gesamten Länge lückenlos mit Lärmschutzwänden der neuesten Generation sowie Lärmschutzwällen ausgestattet – größtenteils begrünt und optimal in das Stadtbild integriert. Der Straßenverkehr wird von den direkten Anwohnern kaum noch wahrgenommen. Ergänzend werden zwischen den Gleisen sowie an der Ostseite der S Bahntrasse Lärmschutzwände errichtet, die den Geräuschpegel zusätzlich eindämmen. Östlich der Bahntrasse im Bereich Max-Eyth-Straße sind transparente Lärmschutzwände geplant, um den Blick in die Umgebung zu ermöglichen.

In einem Gestaltungskonzept wurden Vorgaben für die Gestaltung sämtlicher Lärmschutzwände entwickelt. Diese sollen u.a.:

  • möglichst zusammenhängend, einfach und unaufdringlich gestaltet sein,
  • aus dauerhaften, schmutzunempfindlichen, pflegeleichten Materialien bestehen,
  • optisch Assoziationen zu natürlichen Materialien oder Recyclingstoffen herstellen,
  • in Gestaltung und Material Bezüge zur jeweiligen Umgebung aufweisen (z.B. mit Schotter gefüllte, aufgehängte Drahtkästen zu den Bahngleisen) und
  • ab einer Höhe von 4,5 Metern mit Rankhilfen für Pflanzen oder transparenten Aufsätzen versehen werden.

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Schwerpunkte: Gezielter Lärmschutz ist ein Gewinn für alle

vergrößern Übersicht verschiedener Lärmschutzwände an der neuen B 4/75 Übersicht verschiedener Lärmschutzwände an der neuen B 4/75 (Bild: DEGES / Kartengrundlage: LGV) Bei der Gestaltung der Lärmschutzwände und -wälle wird die jeweilige Umgebung in Wilhelmsburg berücksichtigt. Die sieben Gestaltungsschwerpunkte im Überblick:

Anschlussstelle Wilhelmsburg: Die Anschlussstelle HH-Wilhelmsburg-Süd bildet den Beginn der Baumaßnahme. Die Straße führt in einem Trog (abgesenkte Straße) unter einer Eisenbahnbrücke hindurch. Der Trog und die Lärmschutzwände werden als Auftakt der neu gestalteten Strecke besonders prägnant gestaltet.

Lärmschutzwall am Inselpark Wilhelmsburg (igs-Gelände): Die Lärmschutzwände auf Höhe des nördlichen Parkareals bilden zusammen mit einem begrünten Wall eine gestalterische Einheit. Der Erdwall wird im Süden und Norden in den abgerundeten Verlauf der Lärmschutzwände eingebunden.

S-Bahnhof Wilhelmsburg: Auf Höhe des S-Bahnhofes Wilhelmsburg sollen die Lärmschutzwände das auffällige Grün der neuen Fußgängerbrücke aufgreifen. Auf Höhe des Bahnsteiges werden zudem einige Lärmschutzwände transparent gestaltet werden, um eine natürliche Belichtung zu gewährleisten und besonders im Zugangsbereich die Orientierung der Fahrgäste zu erleichtern.

Hermann-Keesenberg-Brücke und Umfeld: Auf Höhe des Neubaus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wurde bereits eine 4,5 Meter hohe Lärmschutzwand in geschwungener Form realisiert.

Max-Eyth-Straße: An der Max-Eyth-Straße werden die Lärmschutzwände in einem Abstand von teilweise nur rund zwei Metern an den Wohngebäuden entlang führen. An der engsten Stelle werden die Wände deshalb auf einer Länge von 25 Metern komplett transparent sein. Um Vandalismus vorzubeugen, sollen die Wände  zur Wohnbebauung hin mit Moos bewachsen sein. Die Betonwände bekommen eine Perforierung aus Rillen, die die typische Grabenstruktur der Marschlandschaft mit Moosbewuchs nachempfindet.

Anschlussstelle Rotenhäuser Straße: Auf dem Damm sind die Lärmschutzwände transparent gestaltet, so dass die Verkehrsteilnehmer von hier aus die Hamburger Stadtsilhouette sehen können. Damit die Wände als homogene Fläche erscheinen, befinden sich die tragenden Konstruktionen hinter den Wänden.

Brücke Ernst-August-Kanal: Um das von der Brücke aus sichtbare Stadt-Panorama – Wilhelmsburg, Hafen und Innenstadt – erlebbar zu machen, sollen entlang der Brücke transparente, leicht geneigte Lärmschutzwände verwendet werden.