Behörde für Inneres und Sport

Sportlich Physischer Eignungstest der Feuerwehr Hamburg

Machen Sie sich fit für den physischen Eignungstest der Feuerwehr Hamburg! Nutzen Sie zur Vorbereitung auf die Prüfung auch das von der Sporthochschule Köln erstellte Trainingshandbuch, das wir Ihnen am Ende der Seite  als Download zur Verfügung stellen. Der physische Eignungstest wird komplett in einer Sporthalle durchgeführt und überprüft Kraft, Ausdauer und Koordination. Alle Aufgaben müssen erfolgreich absolviert werden. Viel Spaß beim Trainieren!

Physischer Eignungstest der Feuerwehr Hamburg

  

3000 m-Lauf

Der physische Eignungstest beginnt mit dem „3000-Meter-Lauf“. Mit dieser Testaufgabe überprüfen wir Ihre Grundlagenausdauer.  

Durchführung:

Sie laufen in der Sporthalle eine Strecke von 3000 Metern. Die Rundenlänge in der Sporthalle beträgt 50 Meter. Also absolvieren Sie 60 Runden.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Die Strecke von 3000 Metern muss in maximal 15 Minuten bewältigt werden.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Die Strecke von 3000 Metern muss in maximal 16 Minuten bewältigt werden.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Überschreiten der Startlinie: Sie berühren vor dem Start die Startlinie.
  • Behinderung von Mitläufern: Sie bedrängen einen Mitläufer.
  • Hineintreten in den Innenraum: Sie kürzen die Strecke ab.

 

  

Liegestütze

Ihre zweite Aufgabe ist es, gleichmäßig und kontrolliert Liegestütze ohne Unterbrechung in einem Bewegungstempo von vier Sekunden für eine Wiederholung auszuführen. Damit überprüfen wir die lokale dynamische Kraftausdauer der Armstreck- und Brustmuskulatur sowie Ihre Rumpfstabilität.

Durchführung:

Sie nehmen eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke auf dem Boden aufgestützt. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen. Auf Kommando beugen Sie die Arme bis der Ellbogenwinkel 90 Grad beträgt (Dauer zwei Sekunden). Anschließend strecken Sie Arme bis der Ellbogenwinkel 180 Grad beträgt (Dauer zwei Sekunden). Die Körperhaltung bleibt durchgehend gestreckt. Eine Hohlkreuzhaltung ist zu vermeiden.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Es werden 12 gültige Wiederholungen erwartet.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Es werden 10 gültige Wiederholungen erwartet.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Fehlende Körperstreckung: Liegestütze, bei denen Sie sich im Hohlkreuz hochdrücken, werden nicht gezählt.
  • Unvollständige Armstreckung/-beugung: Liegestütze, bei denen Sie die Arme nicht ausreichend beugen (90°) oder strecken (180°), werden nicht gezählt.
  • Unkontrolliertes Bewegungstempo: Sie bewegen sich zu schnell zwischen den Endpositionen, verharren in den Endposition oder sind zu langsam und können dem Tempo nicht folgen.

Sofortiges Abbruchkriterium:

  • Ablegen eines Körperteils: Sie legen den Oberkörper oder die Beine/Knie ab.

  

Wechselsprünge

Bei dieser Testaufgabe springen Sie seitlich so schnell wie möglich über eine Leine hin und her. Die „Wechselsprünge“ dienen dazu, die Schnellkraftausdauer und Reaktivkraftfähigkeit Ihrer unteren Extremitäten sowie Ihre Ganzkörperkoordination unter Zeitdruck zu überprüfen.

Durchführung

Sie stehen absprungbereit seitlich zur Leine mit den Beinen hüftbreit auseinander. Die Leine befindet sich in einer Höhe von 33 Zentimetern. Nach dem Startkommando springen Sie mit beiden Beinen gleichzeitig seitlich über die Leine hin und her ohne diese zu berühren. Dies wiederholen Sie ohne Unterbrechung und möglichst ohne Zwischensprünge bis der Testleiter den Test nach 30 Sekunden beendet.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Erfolgreich sind Sie, wenn Sie innerhalb von 30 Sekunden mindestens 42 gültige Wiederholungen schaffen.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Erfolgreich sind Sie, wenn Sie innerhalb von 30 Sekunden mindestens 35 gültige Wiederholungen schaffen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Einbeiniger Absprung: Sprünge, bei denen der Absprung einbeinig erfolgt, werden nicht gezählt.
  • Frontaler Wechselsprung: Sprünge, bei denen die Stange/Leine nicht seitlich übersprungen wird, werden nicht gezählt.
  • Berühren der Leine

  

Beugehang

Beim „Beugehang“ hängen Sie frei mit gebeugten Armen im Kammgriff an einer Stange, so dass das Kinn ohne Berührung über der Stange verbleibt. Auf diese Weise überprüfen wir die lokale statische Kraftausdauer der Armbeuge- und Handmuskulatur.

Durchführung:

Sie greifen schulterbreit im Kammgriff an die Klimmzugstange. Dann nehmen Sie die Ausgangsposition mit gebeugten Armen ein, so dass das Kinn oberhalb der Klimmzugstange gehalten werden kann. Das Einnehmen der Ausgangsposition erfolgt ohne freihängende Klimmzugbewegung direkt mit einer Aufstiegshilfe. Die Zeitmessung beginnt, sobald Sie die Beugehangposition erreicht haben, in der Sie bei ruhiger Körperhaltung verharren.

Anforderung:

Das Kinn darf dabei nicht abgesenkt oder abgelegt, die Beine nicht angezogen oder gekreuzt werden. Auch Strampeln mit den Beinen ist nicht gestattet.

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Halten die Position mindestens 45 Sekunden ruhig.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Halten diese Position mindestens 30 Sekunden ruhig.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Unruhige Körperhaltung: Sie fangen aufgrund nachlassender Kräfte an mit den Beinen zu strampeln oder zu schwingen, um das Kinn oberhalb der Stange zu halten. Die Verletzungsgefahr nimmt zu und die korrekte Testposition ist nicht mehr eindeutig erkennbar.
  • Griffhaltung weiter oder enger als schulterbreit: Sie sind in einer abweichenden Ausgangsposition gestartet oder verändern sie durch das Nachgreifen der Hände. Es werden andere muskuläre Anteile in die Testaufgabe einbezogen.
  • Ablegen des Kinns auf der Klimmzugstange: Sie versuchen bei nachlassenden Kräften eine Entlastung zu finden, indem Sie das Kinn aufstützen.

Sofortige Abbruchkriterien:

  • Verlassen der gültigen Halteposition: Sie rutschen mit der Kinnspitze unter die Klimmzugstange.
  • Wechsel der Griffhaltung: Sie greifen in den Ristgriff um.

  

Seitlicher Medizinballwurf

Beim „seitlichen Medizinballwurf“ ist es Ihre Aufgabe, pro Seite einen Medizinball von 4 Kilogramm aus einer seitlich geführten Wurfbewegung  möglichst weit nach vorn zu werfen. Ihre Schnellkraft und die Koordination der Bein-, Rumpf- und Armmuskelkette werden dabei überprüft.

Durchführung:

Sie stehen seitlich zur Abwurflinie und greifen den Medizinball mit beiden Händen. Sie nehmen eine deutliche Kniebeugeposition (100-120 Grad innerer Kniewinkel) ein. Sie rotieren den Oberkörper in gestreckter Haltung leicht entgegengesetzt zur Wurfrichtung, so dass der Medizinball mit gestreckten Armen seitlich außen neben dem Knie gehalten werden kann. Aus einer aufeinander abgestimmten Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführten Wurfbewegung wird der Medizinball soweit wie möglich nach vorn geworfen. Ein weiteres Schwungholen durch starke Oberkörperrotation oder starkes Vorbeugen im Oberkörper ist untersagt.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Auf beiden Wurfseiten müssen Sie mit einem 4 Kilogramm schweren Medizinball mindestens eine Weite von 7,50 Metern erreichen. Für den Wurf steht Ihnen einen Korridor von 4 Metern Breite zur Verfügung.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Auf beiden Wurfseiten müssen Sie mit einem 3 Kilogramm schweren Medizinball mindestens eine Weite von 7,50 Metern erreichen. Für den Wurf steht Ihnen einen Korridor von 4 Metern Breite zur Verfügung.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Übertreten der Abwurflinie: Würfe, bei denen Sie vor, während oder nach der Wurfbewegung über die Linie treten, werden nicht gezählt.
  • Einhändiger Abwurf: Würfe, bei denen Sie den Kontakt mit einer Hand zum Ball verlieren und der Abwurf einhändig erfolgt, werden nicht gezählt.
  • Störungen in der Wurfabfolge: Würfe, bei denen Sie die Bein- und Oberkörperstreckung nicht zur Wurfbewegung abstimmen, werden nicht gewertet.

Sofortiges Abbruchkriterium:

  • Mangelnde Koordinationsfähigkeit: Sie können die Wurfbewegung ausschließlich aus einer Rumpfrotation ohne Beinstreckung durchführen.

  

Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test

Beim „CKCU-Test“ greifen Sie innerhalb von 15 Sekunden aus dem Stütz mit den Händen aus einer 90 Zentimeter breiten Markierungszone möglichst oft wechselseitig über. Die Testaufgabe überprüft die Schnellkraftausdauer der Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur, die dynamische Rumpfstabilität sowie die Armkoordination unter Zeitdruck.

Durchführung:

Sie nehmen eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke innen an den Markierungen (90 Zentimeter) auf dem Boden platziert. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen. Auf ein Startsignal greifen Sie schnellstmöglich, wechselseitig mit den Fingerspitzen seitlich über die Markierungen, wobei die Stützhand neben der jeweiligen Markierung platziert ist. Die Körperhaltung verbleibt gestreckt mit geschlossenen Beinen. Eine Hohlkreuzhaltung oder das Anheben des Beckens ist zu vermeiden.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Es werden 23 gültige Übergriffe innerhalb von 15 Sekunden erwartet.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Es werden 20 gültige Übergriffe innerhalb von 15 Sekunden erwartet.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Fehlende Körperstreckung: Übergriffe, bei denen Sie ins Hohlkreuz fallen, das Becken anheben oder die Beine auseinandernehmen, werden nicht gezählt.
  • Unvollständiges Übergreifen: Übergriffe, bei denen Sie mit den Fingern die Markierung berühren oder mit der ganzen Hand aufsetzen, werden nicht gezählt.
  • Mittiges Platzieren der Stützhand: Übergriffe, bei denen Sie die jeweilige Stützhand mittig unterhalb des Körpers statt seitlich an den Markierungen platzieren, werden nicht gezählt.

Sofortiges Abbruchkriterium:

  • Ablegen eines Körperteils: Sie legen den Oberkörper oder die Beine/Knie ab

  

Kasten-Bumerang-Test vergrößern Grafik Kasten Bumerang Test (Bild: Feuerwehr Hamburg)

Beim „Kasten-Bumerang-Test“ durchlaufen Sie schnellstmöglich einen Parcours aus drei Kastenteilen, die einerseits übersprungen und andererseits durchkrochen werden müssen. Mithilfe dieser Station überprüfen wie Ihre Ganzkörperkoordination innerhalb einer komplexen Bewegungsaufgabe.

Durchführung:

Sie stehen in Schrittstellung vor der Mattenkante, die als Start-/Ziellinie fungiert. Nach dem Startsignal beginnen Sie den Parcours mit einer Rolle vorwärts über die Matte. Sie laufen zum Kastenteil 1, indem Sie das Hütchen rechts umlaufen. Sie überspringen das Kastenteil 1 und durchkriechen es in Richtung des Hütchens. In der Folge umlaufen Sie jeweils rechts das Hütchen auf dem Weg zu den Kastenteilen 2 und 3, die Sie ebenfalls überspringen und durchkriechen.
Nach Kastenteil 3 umlaufen Sie das Hütchen wieder rechts und laufen auf der rechten Seite der Matte bis hinter die Start-/Ziellinie.

Anforderung:

Der ganze Parcours ist innerhalb von maximal 19 Sekunden zu durchlaufen.

Fehlerquelle, die bei Wiederholung zum Abbruch führen kann:

  • Sie stützen sich auf einem Kastenteil ab.

Sofortiges Abbruchkriterium:

  • Falscher Laufweg: Sie halten sich nicht an den vorgegebenen Laufweg (immer rechts um das Hütchen laufen, Kastenteil 1, dann 2, dann 3 anlaufen, das jeweilige Kastenteil erst überspringen und dann durchkriechen).

  

Personenrettung

Bei der letzten Station ist Ihre Aufgabe, einen  75 Kilogramm schweren Dummy rückwärts zu ziehen. Die Testaufgabe „Personenrettung“ dient der Überprüfung einer berufsspezifischen Ganzkörperbelastung zur Kraftausdauer des Ober- und Unterkörpers, der Handkraft sowie der anaeroben Ausdauer.

Durchführung:

Sie ziehen rückwärtig einen Dummy innerhalb von drei Runden insgesamt 66 Metern um zwei Pylonen herum. Der Abstand der Pylonen beträgt 11 Meter. Der Dummy liegt mit dem Kopf in Zugrichtung vor der Start-/Ziellinie. Sie greifen den Dummy an den Schulterriemen, so dass der Oberkörper des Dummys vom Boden abhebt, die Beine jedoch noch vollständig aufliegen. Sie nehmen mit angehobenem Dummy eine aktionsbereite Startposition an der Startlinie mit dem Rücken zur Laufstrecke ein. Nach dem Startsignal beginnen Sie den Dummy schnellstmöglich, aber dennoch kontrolliert, rückwärtig über den Boden zu ziehen. Eine Grifferneuerung am Schulterriemen des Dummys ist erlaubt. Die Pylonen signalisieren für Sie die jeweiligen Wendemarkierungen, um die Sie den Dummy herumziehen. Die Laufrichtung verbleibt immer rückwärtig.

Anforderung:

Für Brandmeister-Anwärter/innen & Brandoberinspektor-Anwärter/innen: Die Strecke von 66 Metern ist mit einem 75 Kilogramm schweren Dummy innerhalb von 60 Sekunden zu bewältigen.

Für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in & Berufsfeuerwehrfrau/mann: Die Strecke von 66 Metern ist mit einem 56 Kilogramm schweren Dummy innerhalb von 70 Sekunden zu bewältigen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Zu hohes oder zu niedriges Anheben des Dummys: Sie heben entweder den Dummy zu hoch, so dass die Beine nicht mehr vollständig auf dem Boden aufliegen, oder zu niedrig an, so dass der Rücken des Dummys noch über den Boden schleift.
  • Einhändiges Ziehen/ Falsche Griffhaltung am Dummy: Sie lösen eine Hand von den Schulterriemen oder heben den Dummy an einer anderen Stelle an.
  • Seitliches Ziehen: Sie ziehen den Dummy in einer seitlichen Laufhaltung.

Sofortiges Abbruchkriterium:

  • Ablegen des Dummy: Sie legen den Dummy vollständig ab, stützen oder ruhen sich auf dem Dummy aus.
  • Hinfallen: Sie kommen ins Straucheln und fallen hin.
  • Berühren einer Pylone: Sie berühren bei einer Wende selbst oder mit dem Dummy die Wendemarkierung (Pylone).

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