Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Color Line Arena im Volkspark Hamburg

Color Line Arena im Volkspark Hamburg

Lage der Fläche

Nach Beginn der Grundwasserförderung in Hamburg-Stellingen war der Grundwasserspiegel weiträumig abgesunken, so dass ein im Nahbereich des ehemaligen HSV-Volksparkstadions gelegener Paddelsee trocken fiel und bis in die 50er Jahre sukzessive mit Müll und Schutt verfüllt wurde. Um 1960 wurde die Verfüllung abgedeckt und als Spiel- und Sportfläche hergerichtet.

historisches Luftbild von 1929 (Quelle Staatsarchiv Hamburg)

1995 wurde die Standortfrage für eine Multifunktionsarena erneut aufgegriffen. Der Senat startete eine internationale Investoren- und Betreiberausschreibung, zu welcher eine Investorengruppe Anfang 1997 den Zuschlag für den kombinierten Neubau einer Multifunktionsarena sowie die Sanierung des inzwischen maroden, angrenzenden Volksparkstadions erhielt.

Die Erkundung der ehemaligen Paddelseefläche erbrachte unter einer Abdeckung aus Bodenmaterial eine ca. 2,5 m bis 3 m mächtige Auffüllung aus Trümmerschutt, Hausmüll, Aschen und Schlacken. Diese wurden von einem ehemals als Gewässerbasis eingebrachten, geringmächtigen Geschiebemergel unterlagert. In der müllhaltigen Auffüllung wurden schwer eluierbare Belastungen durch PAK, MKW und Schwermetalle festgestellt, so dass aus wasserwirtschaftlicher Sicht keine Sanierungsrelevanz bestand. Trotz der geringen Auffüllungsmächtigkeit wurden jedoch hohe Deponiegaskonzentrationen (Methan bis zu 63 Vol %) festgestellt.

vergrößern Schnittzeichnung  Für die Gründung der Multifunktionsarena waren neben dem Deponiekörper der sensible, in rund 12 m Tiefe querende HERA-Tunnel des Deutschen Elektronensynchrotons (DESY) sowie der unmittelbar unterhalb der Deponiesohle anstehende erste Grundwasserleiter zu berücksichtigen. Die Entscheidung fiel auf eine vollständige Auskofferung des Deponiekörpers im Bereich des Baufeldes und eine Flachgründung der Arena auf den gewachsenen Sanden der Aushubsohle. Zum Schutz des Arena-Bauwerks gegen Deponiegase aus dem verbliebenen Deponiekörper wurde dieser mit einem umlaufenden Dichtungssporn sowie einer Entlastungsdränage gesichert. Nach 16-monatiger Bauzeit wurde am 8. November 2002 die Color Line Arena feierlich eröffnet.

Panoramafoto der Color Line Arena 2006

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