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Statistik Fluglärmbeschwerden 2020

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Im Jahr 2020 wurden insgesamt 75.478 Beschwerden erfasst. Im Vergleich zu 2019 ist das Beschwerdeaufkommen damit auf ein Viertel des Vorjahres gesunken. Der Großteil dieser Beschwerden wurde, ebenso wie in den Vorjahren, nicht namentlich abgegeben.

Abbildung 3 : Grafik über die Anzahl der Beschwerden in den verschiedenen Orten und Stadtteilen Regionale Verteilung der Beschwerden

Fluglärmbeschwerden 2020

Grafik über die Anzahl der Beschwerdeführer Abbildung 1: Grafik über die Anzahl der Beschwerdeführenden

Die Anzahl der Beschwerden und die Zahl der Personen, die sich über Fluglärm beschweren, werden entsprechend datenschutzrechtlicher Bestimmungen jährlich getrennt statistisch erfasst, um eine individuelle Zuordnung von Beschwerden und Beschwerdeführenden zu vermeiden. Insgesamt wurden 2020 von 462 Beschwerdeführenden 14.584 Beschwerden abgegeben. 60.894 Beschwerden wurden dagegen ohne Nennung des Namens und der Adresse eingereicht. Aufgrund fehlender personenbezogener Daten lässt sich nicht ermitteln, wie viele Bürger*innen diese nicht namentlichen Beschwerden abgeben haben. Die Angabe des Ortes bzw. in Hamburg des Stadtteils ist eine Pflichtangabe, der zur Zuordnung erforderliche Name und die Adresse der/des Beschwerenden sind hingegen freiwillige Daten. Eine genaue Auflistung der Anzahl der Beschwerden und Beschwerdeführenden nach Orten und Stadtteilen können Sie unter diesem Dokument einsehen.

Bereits in den Vorjahren gab es einen steigenden Trend nicht namentlicher Beschwerden, der sich 2020 fortsetzte. Mit einem Anteil von 81 Prozent liegen die nicht namentlichen Beschwerden damit in etwa so hoch wie in 2019. Eindeutige Hinweise aus der EDV-Abteilung der BUKEA sowie die Taktung der Beschwerden zeigen, dass es sich bei mindestens 95 Prozent der nicht namentlichen Beschwerden um maschinell erstellte Beschwerden handelt. Dies lässt sich auch an der Entwicklung der nicht namentlichen Beschwerden der letzten Jahre ableiten. Lag der Anteil der Beschwerden, die keinem Beschwerdeführenden zugeordnet werden konnten 2017 nur bei 40 Prozent, waren es 2018 bereits 75 Prozent und 2019 schon circa 81 Prozent.

Grafik über die Anzahl der Beschwerden von 2010 bis 2020 Abbildung 2: Grafik über die Anzahl der Beschwerden

Ein weiteres Indiz für die maschinelle Erstellung dieser Beschwerden sind die angegebenen Beschwerdegründe. Wurden bei den namentlichen Beschwerden im Schnitt 2,0 Beschwerdegründe angegeben, sind es bei den nicht namentlichen nur circa 1,1 gewesen. Dabei haben 86 Prozent der nicht namentlichen Beschwerden die Häufigkeit der Flugbewegungen als Beschwerdegrund angegeben, wohingegen es bei den namentlichen Beschwerden nur 29 Prozent waren.

Regionale Verteilung

Aufgrund der höheren Aussagekraft der namentlichen Beschwerden wird bei der regionalen Verteilung nur noch auf diese Beschwerden eingegangen.

Von den insgesamt 14.584 namentlichen Beschwerden kamen etwa 60 Prozent (8.774) aus Schleswig-Holstein, wohingegen nur 27 Prozent der Beschwerdeführenden aus Schleswig-Holstein kamen (125). Aus Hamburg stammten ungefähr 37 Prozent der Beschwerden (5.398) von insgesamt 72,3 Prozent der Beschwerdeführenden (334). Aus Niedersachsen kamen weniger als 3 Prozent der Beschwerden (412) von insgesamt nur 3 Beschwerdeführenden.

Somit kommen auch in 2020 mit 63 Prozent die meisten der 14.584 namentlichen Beschwerden aus dem Hamburger Umland, wohingegen die Mehrheit der Beschwerdeführenden aus Hamburg kommt (73,6 Prozent). Bereits im Jahr 2019 kam die Mehrheit der 60.248 namentlichen Beschwerden aus dem Hamburger Umland (88 Prozent), während die Mehrheit der Beschwerdeführenden (79,5 Prozent) aus Hamburg stammte.

 Richtung Norderstedt/Quickborn

Obwohl mit knapp 42 Prozent der An- und Abflüge die meisten Flugbewegungen in Richtung Norderstedt gingen, wurden aus dem Kreis Segeberg die wenigsten namentlichen Beschwerden des direkten Umlandes registriert. Insgesamt haben sich aus dem Kreis Segeberg 39 Beschwerdeführende 259-mal beschwert: 57 Prozent der Beschwerden wurden von 36 Personen aus Norderstedt eingereicht. Dabei ist die Zahl im Vergleich zu 2019 deutlich gesunken. Damals hatten sich 72 Beschwerdeführende 1.640-mal beschwert.

Auch die Zahl der Beschwerden aus dem Kreis Pinneberg ist von 2019 (7.591 Beschwerden) auf 2020 (1.802 Beschwerden) deutlich gesunken. Die Zahl der Beschwerdeführenden hat sich von 141 Personen auf 48 Personen reduziert. Dabei kamen die meisten Beschwerden aus Quickborn, mit insgesamt 1.469 Beschwerden von 19 Beschwerdeführenden.

Richtung Langenhorn/Lemsahl

Der Stadtteil Langenhorn ist der Stadtteil mit den meisten Beschwerdeführenden in Hamburg (42). Die Beschwerdeanzahl (136) ist angesichts der Fluglärmbelastungen als moderat einzuschätzen und im Vergleich zu 2019 (439) deutlich zurückgegangen. Die Piste Richtung Langenhorn/Lemsahl ist mit 30 Prozent der Flugbewegungen 2020 die am zweitstärksten genutzte Piste am Hamburger Flughafen.

Aus dem Kreis Stormarn wurden 2020 insgesamt 6.701 namentliche Beschwerden von 32 Personen registriert, 2019 waren es noch 43.798 Beschwerden von 69 Personen. Die Zahl der Beschwerden sowie Beschwerdeführenden ist massiv zurückgegangen. Die meisten Beschwerden kamen dabei aus Großhansdorf (4.469) und Bargteheide (1.960) von lediglich 8 Personen.

Richtung Niendorf/Blankenese

Die Nutzung der Piste Richtung Niendorf/Blankenese ist mit 27 Prozent der Flugbewegungen in 2020 leicht angestiegen (+ 5,2 Prozent), sie ist die am dritthäufigsten genutzte Piste am Hamburger Flughafen. Aus den angrenzenden Hamburger Bezirk Eimsbüttel setzten 73 Beschwerdeführenden 534 Beschwerden ab. 2019 waren es noch 229 Beschwerdeführende mit 1.036 Beschwerden.

Gleiches gilt für die Beschwerden aus dem Bezirk Altona. Dort sind 2019 noch 1.689 Beschwerden von 297 Beschwerdeführenden eingegangen. Im Jahr 2020 sind es hingegen nur noch 483 Beschwerden von 65 Beschwerdeführenden gewesen.

Piste Alsterdorf/Hamm

Die Piste über die Innenstadt wird gemäß der Bahnbenutzungsregelung nur in Ausnahmefällen genutzt. So wurden lediglich etwas mehr als 1 Prozent der Flugbewegungen über diese Piste abgewickelt. Trotz der geringen Nutzung sind vor allem die Stadtteile Barmbek-Süd (15 Beschwerdeführende mit 37 Beschwerden), Alsterdorf (10 Beschwerdeführende mit 27 Beschwerden) und Eilbek (7 Beschwerdeführende mit 75 Beschwerden) betroffen.

Abbildung 3 : Grafik über die Anzahl der Beschwerden in den verschiedenen Orten und Stadtteilen

Beschwerdegründe

Bei jeder Fluglärmbeschwerde sind bei der Angabe der Beschwerdegründe Mehrfachnennungen möglich. Dies wird vor allem bei den namentlichen Beschwerden genutzt; im Durchschnitt werden hier 2 Beschwerdegründe pro Beschwerde angegeben.

Wie im Vorjahr sind die meistgenannten Beschwerdegründe der namentlichen Fluglärmbeschwerden die „Häufigkeit der Flugbewegungen“ und „Flugzeuge im Einzelfall“ mit jeweils 61 Prozent. Darauf folgt neu mit 12 Prozent der Beschwerdegrund „Flugroutenabweichung“. Im Vorjahr belegt die „Störung der Nachtruhe“ mit 35 Prozent noch Platz drei, in 2020 gaben nur 9 Prozent der Beschwerden diesen Grund an.

Grafik über die Beschwerdegründe der namentlichen Beschwerden Abbildung 4: Grafik über die Beschwerdegründe der namentlichen Beschwerden

Lesen Sie mehr zur Methodik der Datenerhebung und dem Datenschutz in dem Artikel Fluglärmbeschwerden.

Hier zum Vergleich die Beschwerdesituation 2019:

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