Behörde für Umwelt und Energie

Statistik Fluglärmbeschwerden

Alle Beschwerden, die bei der Fluglärmschutzbeauftragten eingehen, werden erfasst, bearbeitet und gezählt. Einmal jährlich werden die wichtigsten Erkenntnisse in der Beschwerdestatistik veröffentlicht.

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Fluglärmbeschwerden

Die Zahl der Fluglärmbeschwerden in 2017 beläuft sich auf 107.157, ein Plus von +24% im Vergleich zur Beschwerdesituation 2016. Damit setzt sich der ansteigende Trend bei den eingehenden Fluglärmbeschwerden fort (vgl. die Entwicklung der Fluglärmbeschwerden). Der Anstieg der Beschwerden korreliert nicht mit der Entwicklung der Flugbewegungen, die in 2017 um 0,5% gesunken sind. Die nächtlichen Flugbewegungen von 22 bis 6 Uhr haben jedoch zugenommen.

Die Zahl der Beschwerdeführer beträgt 1.950, im 2. Halbjahr des Vorjahres waren es 751 Personen (Zählung ab 13.7.2016). Bei 65.602 Beschwerden, die einer bestimmten Person zuzuordnen sind, sind das im Durchschnitt 34 Einwendungen pro Beschwerdeführer. Bei der Befassung mit den Beschwerden ist der Eindruck entstanden, dass es dabei eine große Bandbreite gibt, von vielen Beschwerdeführern mit einer Beschwerde bis zu wenigen Beschwerdeführern, die einige hundert Beschwerden pro Monat einreichen.

Monatliche Entwicklung

Die Monatsbetrachtung zeigt in 2017 Hochstände im Juni und im Dezember. Die Höchstwerte im Dezember sowie ein Großteil im Juni sind darauf zurückzuführen, dass einzelne Beschwerdeführer am Jahresende bzw. zur Jahresmitte gesammelte Beschwerden für das Kalenderjahr einreichen. Auch im Dezember 2016 sind aus diesem Grund viele Beschwerden eingegangen. Ansonsten gibt es keinen einheitlichen Verlauf in 2016 und 2017.

Die hohen Beschwerdezahlen der Sommermonate 2017 spiegeln u.a. die Situation der Verspätungsflüge nach 23 Uhr und die Steigerungen in den regulären Nachtflügen (22-23 Uhr) wider.

Nicht zuzuordnende Beschwerden

Nicht zuzuordnende Beschwerden enthalten keine ausreichenden persönlichen Daten, um sie eindeutig einem Beschwerdeführer zuordnen zu können (vgl. Erklärung zum Fluglärmbeschwerde-Formular). Der Stadtteil bzw. der Ort ist eine Pflichtangabe, die zur Zuordnung erforderlichen Name und Adresse sind hingegen freiwillige Daten.  

Gut 60% der Beschwerden sind einzelnen Beschwerdeführern zuzuordnen. Ein Vergleich zu 2016 ist nicht möglich, da die Beschwerdestatistik erst seit 2017 zwischen zuzuordnenden und nicht zuzuordnenden Beschwerden unterscheidet.

Regionale Verteilung

Knapp 49% der Beschwerden kommen aus Hamburg. Bei den Beschwerdeführern sind es 74% (1.441) (vgl. Graphik und Tabellen zur regionalen Verteilung).

In fast alle Bezirken und Landkreisen haben die Beschwerden im Vergleich zu 2016 zugelegt oder sogar stark zugelegt, z.B. in Wandsbek (+16.753), im Kreis Segeberg (+7.994) und in Altona (+6.606). Gesunken ist die Zahl der Beschwerden vor allem im Kreis Stormarn (-10.625) und im Bezirk Nord (-6.760).

Wie in den letzten Jahren ist auffällig, dass Gebiete in direkter Nähe zum Flughafen, wie z.B. Langenhorn und Groß Borstel, sowie mit Abstrichen Norderstedt und Niendorf verhältnismäßig moderate Beschwerdezahlen aufweisen. Dies könnte u.a. darauf zurückzuführen sein, dass nicht alle Belästigten sich gleichermaßen beschweren.

Die Zahl der Beschwerdeführer ist gleichmäßiger verteilt als die der Beschwerden. Die meisten Beschwerdeführer kommen aus Norderstedt (104), Barmbek-Süd (96), Niendorf (86), Winterhude (80) und Hamm (78).

Beschwerdegründe

Bei jeder Fluglärmbeschwerde sind bei der Angabe der Beschwerdegründe Mehrfachnennungen möglich. Dies wird sehr oft genutzt - im Durchschnitt werden zwei Beschwerdegründe pro Beschwerde angegeben.

81% der Fluglärmbeschwerden beschweren sich über die Häufigkeit der Flugbewegungen. Oft wird ein zweiter und z.T. ein dritter Beschwerdegrund hinzugefügt. Unter „sonstige Lärmereignisse“ (33%) werden u.a. die Bahnbenutzungsregeln subsumiert, die erst ab 2018 eine eigene Kategorie bilden.

Die Darstellung der Beschwerdegründe wurde mit dieser Auswertung geändert. 2016 wurde bei Mehrfachnennungen jeder Grund quasi als eine Beschwerde gezählt, so dass die Anteile der verschiedenen Gründe zusammen 100% ergaben. Da in dieser Sichtweise die einzelnen Gründe in den Hintergrund treten, wurde die Darstellung angepasst.

Lesen Sie mehr zur Methodik der Datenerhebung und Datenschutz unter dem Artikel Fluglärmbeschwerden.

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