Statistik Fluglärmbeschwerden 2019

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Die Zahl der Fluglärmbeschwerden in Hamburg 2019 beläuft sich auf 317.998, damit hat sich die Zahl der Beschwerden im Vergleich zu 2018 fast verdoppelt. Dies korreliert nicht mit der Entwicklung der Beschwerdeführenden und der Flugbewegungen.

Abbildung 3 : Grafik über die Anzahl der Beschwerden in den verschiedenen Orten und Stadtteilen Regionale Verteilung der Beschwerden

Fluglärmbeschwerden 2019

Grafik über die Anzahl der Beschwerdeführer Abbildung 1: Grafik über die Anzahl der Beschwerdeführenden

Im Jahr 2019 gab es insgesamt 1.517 Beschwerdeführende, was ein Rückgang von circa 35 Prozent zum Vorjahr darstellt; in 2018 hatten sich noch 2.311 Personen beschwert. Ein Grund für den Rückgang sind vermutlich die rückläufigen Flugbewegungen zwischen 23:00 und 24:00 Uhr. So gab es 2018 noch 1.174 verspätete Flugzeuge, während 2019 nur noch 678 Flüge zwischen 23:00 und 24:00 Uhr gelandet bzw. gestartet sind. Die Zahl der Flugbewegungen am Hamburger Flughafen war 2019 in etwa genauso hoch wie 2018.

Von den 1.517 Beschwerdeführenden sind insgesamt 60.248 Beschwerden eingegangen; 2018 waren es nur 42.092 Beschwerden von 2.311 Beschwerdeführenden. Der hohe Anstieg ist vor allem auf die Beschwerden aus dem Kreis Stormarn zurückzuführen, dort hatte man sich 2018 insgesamt 24.287-mal beschwert, während 2019 insgesamt 43.798 Beschwerden aus diesem Kreis eingingen.

Eine genaue Auflistung der Anzahl der Beschwerden und Beschwerdeführenden nach Orten und Stadtteilen können Sie unter diesem Dokument einsehen.

Weiterhin gab es 2019 insgesamt 257.750 nicht namentliche Beschwerden. Bei diesen handelt es sich um Beschwerden, die aufgrund fehlender personenbezogener Daten nicht eindeutig einem Beschwerdeführenden zugeordnet werden können. Der Stadtteil bzw. der Ort ist eine Pflichtangabe, der zur Zuordnung erforderliche Name und die Adresse des Beschwerenden sind hingegen freiwillige Daten. 

Grafik über die Anzahl der Beschwerden von 2009 bis 2019 Abbildung 2: Grafik über die Anzahl der Beschwerden

Eindeutige Hinweise aus der EDV-Abteilung sowie die Taktung der Beschwerden zeigen, dass es sich bei mindestens 95 Prozent der nicht namentlichen Beschwerden um maschinell erstellte Beschwerden handelt. Dies lässt sich auch an der Entwicklung der nicht namentlichen Beschwerden in den letzten Jahren ableiten. Konnten 2019 circa 81 Prozent der Beschwerden keinem Beschwerdeführenden zugeordnet werden, lag der Anteil 2018 bei 75 Prozent und 2017 nur bei 40 Prozent. Der große Zuwachs an Fluglärmbeschwerden korreliert dabei nicht mit der Entwicklung der Flugbewegungen - diese sind in 2018 um 2,2% zurückgegangen und waren 2019 gleichbleibend. Die verspäteten Flugbewegungen (23:00-24:00 Uhr) sind 2019 sogar um circa 42 Prozent gesunken.

Ein weiteres Indiz für die maschinelle Erstellung der nicht namentlichen Beschwerden sind die angegebenen Beschwerdegründe. Wurden bei den namentlichen Beschwerden im Schnitt 2,0 Beschwerdegründe angegeben, sind es bei den nicht namentlichen nur circa 1,1 gewesen. Dabei haben 99 Prozent der nicht namentlichen Beschwerden die Häufigkeit der Flugbewegungen als Beschwerdegrund angegeben, wohingegen es bei den namentlichen Beschwerden nur 57 Prozent waren.

Aufgrund der höheren Aussagekraft der namentlichen Beschwerden, wird im Folgenden nur noch auf die Verteilung dieser Beschwerden eingegangen.

 

Regionale Verteilung

Von den insgesamt 60.248 namentlichen Beschwerden kamen ungefähr 89 Prozent (54.264) aus Schleswig-Holstein, wohingegen nur circa 20 Prozent der Beschwerdeführenden aus Schleswig-Holstein kamen (311). Aus Hamburg stammten ungefähr 10 Prozent der Beschwerden (5.984) von insgesamt fast 80 Prozent der Beschwerdeführenden (1.206). Aus Niedersachsen kamen insgesamt nur 1 Prozent der Beschwerden (1.198) von ungefähr 0,6 Prozent der Beschwerdeführenden (10).

Bereits im Jahr 2018 kam die Mehrheit der Beschwerden aus dem Hamburger Umland, während die Mehrheit der Beschwerdeführenden aus Hamburg stammte. Von den 42.092 namentlichen Beschwerden 2018 waren damals nur knapp 30 Prozent aus Hamburg, wohingegen 85 Prozent der Beschwerdeführenden aus Hamburg kamen.

Abbildung 3 : Grafik über die Anzahl der Beschwerden in den verschiedenen Orten und Stadtteilen Abbildung 3: Regionale Verteilung der Beschwerden

Richtung Norderstedt/Quickborn

Die meisten An- und Abflüge in 2019 gingen, wie bereits in der Vergangenheit, in Richtung Norderstedt mit 43,8% der Flugbewegungen. Der Kreis Segeberg war trotz dessen der Kreis mit den wenigsten namentlichen Beschwerden im Hamburger Umland. Insgesamt haben sich aus dem Kreis Segeberg 72 Beschwerdeführende 1.640-mal beschwert. Dabei ist die Zahl im Vergleich zu 2018 deutlich gesungen. Damals hatten sich 121 Beschwerdeführende 2.172-mal beschwert.

Die Zahl der Beschwerden aus dem Kreis Pinneberg ist hingegen von 2018 (4.300) auf 2019 (7.591) deutlich angestiegen. Auch die Zahl der Beschwerdeführenden hat sich von 119 Personen auf 141 Personen erhöht. Dabei kamen die meisten Beschwerden aus Quickborn mit insgesamt 6.126 Beschwerden von 65 Beschwerdeführenden.

Richtung Langenhorn/Lemsahl

Der Stadtteil Langenhorn ist der Stadtteil mit den meisten Beschwerdeführenden in Hamburg (99). Die Beschwerdeanzahl (439) ist angesichts der Fluglärmbelastungen als moderat einzuschätzen und im Vergleich zu 2018 (1.135) deutlich zurück gegangen. Die Piste Richtung Langenhorn/Lemsahl ist mit 31,1 Prozent der Flugbewegungen 2019 die am zweitstärksten genutzte Piste am Hamburger Flughafen.

Die Zahl der Beschwerdeführenden aus dem Kreis Stormarn betrug 2019 insgesamt 69 Personen, 2018 waren es noch 95 Personen. Die Zahl der Beschwerden ist dennoch massiv angestiegen. So sind von den 69 Beschwerdeführenden insgesamt 43.798 Beschwerden eingegangen, wohingegen es 2018 nur 24.287 Beschwerden waren. Dies ist bei weitem die höchste Anzahl von Beschwerden aus dem Hamburger Umland. Die meisten Beschwerden kamen dabei aus Bargteheide (16.701 von 9 Beschwerdeführenden), Ahrensburg (16.432 von 21 Beschwerdeführenden) und Großhansdorf (9.178 von 3 Beschwerdeführenden).

Richtung Niendorf/Blankenese

Die Piste Richtung Niendorf/Blankenese ist mit 21,7 Prozent der Flugbewegungen 2019 die am dritthäufigsten genutzte Piste am Hamburger Flughafen. Die Nutzung der Piste ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gesunken und auch die Anzahl der Flugbewegungen zwischen 23:00 und 06:00 Uhr hat sich auf dieser Piste um circa 42 Prozent verringert, womit die deutliche Verringerung der Beschwerdeführenden und Beschwerden erklärt werden könnte. Waren es 2018 noch 377 Beschwerde-führende mit 3.300 Beschwerden sind es 2019 nur noch 297 Beschwerdeführende mit 1.689 Beschwerden gewesen.  

Gleiches gilt für die Beschwerden aus dem Bezirk Eimsbüttel. Dort sind 2018 noch 1.585 Beschwerden von 326 Beschwerdeführenden eingegangen. Im Jahr 2019 sind es hingegen nur noch 1.036 Beschwerden von 229 Beschwerdeführenden gewesen.

Piste Alsterdorf/Hamm

Die Piste über die Innenstadt wird gemäß den Bahnbenutzungsregeln nur in Ausnahmefällen genutzt. Sie wird deswegen mit 3,4 Prozent der Flugbewegungen deutlich weniger genutzt als die anderen Pisten am Hamburger Flughafen. Trotz dessen haben sich aus Alsterdorf insgesamt 38 Personen 115-mal beschwert. In Hamm waren es 69 Personen, die sich 153-mal beschwerten.

 

Beschwerdegründe

Bei jeder Fluglärmbeschwerde sind bei der Angabe der Beschwerdegründe Mehrfachnennungen möglich. Dies wird vor allem bei den namentlichen Beschwerden genutzt; im Durchschnitt werden hier 2 Beschwerdegründe pro Beschwerde angegeben.

Bei 57 Prozent der namentlichen Fluglärmbeschwerden beschweren sich die Beschwerdeführenden über die „Häufigkeit der Flugbewegungen“. Danach folgen mit 54 Prozent "Flugzeuge im Einzelfall" und mit 35 Prozent "Störung der Nachtruhe". 

 

Grafik über die Beschwerdegründe der namentlichen Beschwerden Abbildung 4: Grafik über die Beschwerdegründe der namentlichen Beschwerden

 

Lesen Sie mehr zur Methodik der Datenerhebung und dem Datenschutz in dem Artikel Fluglärmbeschwerden.

Auch interessant ist die Beschwerdesituation 2018:

 

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