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14. Newsletter Forum Flüchtlingshilfe Nach dem Forum ist vor dem Forum

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Termin vormerken! Fünftes Forum Flüchtlingshilfe am 30. August 2019

Die beiden Moderatoren mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher

Newsletter Forum Flüchtlingshilfe

Wie war das 4. Forum Flüchtlingshilfe? 

Ihre Meinung ist gefragt – jede Stimme ist wichtig

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung und haben deshalb einen Fragebogen entwickelt. Schließlich ist nach dem Forum vor dem Forum. Und dann soll alles mindestens genauso gut laufen, wenn nicht besser.

Sie waren beim 4. Offenen Forum Flüchtlingshilfe am 31.08.2018 auf Kampnagel dabei, entweder als Besucherin bzw. Besucher oder mit einem Marktstand auf dem Markt der Akteure?

Ihre Meinung ist uns wichtig. Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit und machen Sie mit bei unserer Umfrage.

Kapitelübersicht

Lesen sie am Ende des Newsletters wie sich die beiden Moderatoren Kerstin Graupner und Hussam Al Zaher in einem Tandem-Rückblick an die Eröffnungsveranstaltung erinnern.

Das war unser viertes Forum Flüchtlingshilfe

Walk in my Shoes

Geflüchtete kommen mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch – ein Integrationsprojekt der ganz besonderen Art

Ayoub Hoseyni ist vor fünf Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit  Mohammad Khalefeh, der vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, sind sie die Haupt-Player im Projekt „Walk in my shoes“.

Die Idee dabei ist: Geflüchtete sprechen mit Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse ganz persönlich über ihre Flucht. Die Kinder können Fragen stellen und lernen dabei spielerisch und interaktiv,  dass jede Fluchtgeschichte so individuell ist wie der Mensch, der sie erlebt hat. Im Rollentausch erleben sie außerdem die Herausforderungen, sich in einem neuen Land zu behaupten. Wie ist es beispielsweise, wenn man einem Arzt erklären muss, dass man starke Bauschmerzen hat und noch kein Deutsch spricht? Oder wie holt man sich eine Fahrkarte am Automaten ohne Sprachkenntnisse?

Durch die Arbeit mit Ayoub und Mohammad wird zudem ganz nebenbei die Distanz zu „den Flüchtlingen“ verringert. Indem Geflüchtete selber in die Schule gehen und ihre Erfahrungen berichten, werden sie aktive Teilnehmer der gesellschaftlichen Diskussion. Sie setzen selber die Themen, statt dass, wie bisher üblich, passiv über „die Flüchtlinge“ gesprochen wird. Viele Kinder berichten, dass sie bei dieser Begegnung zum ersten Mal mit Geflüchteten gesprochen haben.

Kapitelübersicht

Das Projekt „Walk in my shoes“ gehört zum Verein „Kids Welcome“.

Ayoub und Mohammad sind festangestellt. Es war für den Deutschen Integrationspreis nominiert und erfolgreich im Crowdfunding desselben Preises. Schulen, die Interesse am Besuch von Ayoub und Hoseyni haben, können sich gern unter folgender Mailadresse melden:  walkinmyshoes@kids-welcome.org


Hamburger Bürgerschaft unterstützt Patenschaftsprojekte

Anträge können ab sofort gestellt werden.

Patenschaften haben eine hohe Bedeutung für den Aufbau und die Stabilisierung guter Nachbarschaften und ein lebendiges, vielfältiges und friedliches Zusammenleben in Hamburg. Der Kontakt von Mensch zu Mensch ist oft die beste Gelegenheit, Vorurteile abzubauen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken.

Deshalb hat die Hamburger Bürgerschaft beschlossen, Patenschaftsprojekte und –initiativen zu fördern, zu stärken und zu qualifizieren. Entsprechende finanzielle Mittel werden aus dem Hamburger Integrationsfonds zur Verfügung gestellt.

Kapitelübersicht

Patenschaften reichen von Vormundschaften oder Gastfamilien über regelmäßige praktische Unterstützung bei der Bewältigung erster Behördengänge und des Alltags im Gastland bis hin zu Begleitung bei der Wohnungssuche, der Integration in den Arbeitsmarkt oder die Hausaufgabenbetreuung. Gefördert werden nicht nur 1:1 Patenschaften, Engagierte können auch Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen übernehmen.

Frist für die Antragstellung ist Freitag, der 7. Dezember 2018.​​​​​​​

Workshops für Patenschafts-Initiativen

Drei Träger – ein Ziel!

Die ASB Zeitspenderagentur, das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI) und die BürgerStiftung Hamburg - Mentor.Ring e.V. haben sich zusammengeschlossen und arbeiten an einer Kampagne für mehr Patenschaften mit Geflüchteten in Hamburg.

Der eigentliche Kampagnenstart ist für das Frühjahr 2019 geplant, aber schon in diesem Herbst gibt es verschiedene Aktionen für Initiativen. Die Auswertung des von dem Zusammenschluss veranstalteten Open Space im Mai, an dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Initiativen und Patenprojekte teilgenommen haben, ergab, dass die Initiativen sich vor allem Unterstützung in der Medienarbeit und in der Eventplanung wünschen.

In Zusammenarbeit mit den Landungsbrücken für Geflüchtete und der Agentur Polycore werden drei Workshops angeboten, die den medialen Handlungsspielraum von Initiativen erweitern und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigen, wie die Kampagne für die eigene Arbeit genutzt werden kann.

Social Media Basics - Wie werden wir sicher im Umgang mit Social-Media-Kanälen?
Donnerstag, 22. November 2018

Event-Organisation Basics - Wie planen wir Events, die weite Kreise ziehen und viele Menschen ansprechen?
Donnerstag, 27. November 2018

Pressearbeit Basics - Wie machen wir in Zeiten von Online-Medien mit guter Pressearbeit auf unser Engagement vor Ort aufmerksam?
Dienstag, 22. Januar 2019

Kapitelübersicht

Alle Workshops finden von 17 bis 20 Uhr in den Räumen der BürgerStiftung Hamburg, Schopenstehl 31, statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! Anmeldungen an die in den verlinkten Dokumenten angegebenen Adressen sollten so schnell wie möglich erfolgen.

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei, die Anmeldung jedoch verbindlich.

Piktogramm des Dialogforum "Kultur - Willkommenskultur", Violinschlüssel, stilisiertes Theater und ein Pinsel.
Hamed engagiert sich bei den KulturistenHoch2

Hamed (18) kam als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Hamburg. Er ist aus Afghanistan hierher geflohen. Sein Start in der neuen Heimat war nicht einfach. Ohne Familie aufzuwachsen in einem fremden Land, ist schwer. Hamed hat es geschafft. In wenigen Wochen wird er sein Abitur ablegen und damit hat er ein sehr wichtiges selbstgestelltes Ziel erreicht. Geholfen hat ihm dabei auch sein Engagement bei den KulturistenHoch2. Regelmäßig geht er dort mit Seniorinnen und Senioren ins Theater. Dafür wurde er im Rahmen unserer Engagement-Kampagne #mitdirgehtmehr als Staffelstabträger geehrt. Wir haben ihn bei einem Theaterbesuch mit der Kamera begleitet.

Kapitelübersicht

Hamed (18) steht vor dem Plakat "Mit die geht mehr" und hält den Staffelstab der Engagementkampagne in der Hand. Ein Klick auf das Foto bringt Sie zum Film auf youtube. 

Piktogramm Dialogforum "Schutz von Frauen vor Gewalt in Unterkünften", eine Person öffnet einer anderen die Tür und bittet sie herein.
Nie wieder Opfer sein

25. November - Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Nie wieder Opfer sein – das ist der Wunsch aller Betroffenen, denen es gelingt, sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien. Jahr für Jahr werden laut Statistik des BKA rund 130.000 Menschen in Deutschland Opfer von partnerschaftlicher Gewalt, über 80 % davon Frauen.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen erinnert seit 1999 weltweit an diese nicht hinnehmbare und nach wie vor vielfach tabuisierte Situation.

In Hamburg engagieren sich zahlreiche Menschen haupt- und ehrenamtlich für von Gewalt Betroffene. Sie machen Mut sich aus diesen Beziehungen zu befreien und helfen dabei, einen Ausweg zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln. Ihnen dankt der Senat traditionell im Rahmen eines Empfangs im Rathaus.

Kapitelübersicht

Das umfangreiche Hilfesystem für Frauen nach Gewalterfahrung wird auch durch einen kleinen Film gewürdigt. Diesen Film, der erstmalig auf dem Empfang gezeigt wird, stellen wir Ihnen in unserem nächsten Newsletter vor.

Rund um den 25. November finden außerdem in der Stadt verschiedene Aktionen und Veranstaltungen statt. Weitere Informationen finden sich unter:

https://www.hamburg.de/opferschutz/

Piktogramm Dialogforum "Integration in Ausbildung und Arbeit", zwei Zahnräder und ein Schreibstift.
Geflüchtet.Weiblich.Arbeitsuchend

Ein Informations- und Diskussionsabend für und mit geflüchteten Frauen

Gewöhnlich wird es bei W.I.R – work and integration for refugees – am Millerntorplatz abends eher ruhig. Diesmal aber herrschte ab 18 Uhr reger Betrieb: Rund 80 Frauen und Männer – ja, es waren auch Männer da – kamen zu unserem Info-Abend.

Birte Steller, Leiterin des zuständigen Referats in der Hamburger Sozialbehörde, gab 

Grundinformationen (PDF; 920 KB) zum Thema und beantwortete Fragen aus dem Publikum. In Interviews mit Teilnehmerinnen und Fachfrauen aus besonderen Projekten wurden Chancen und Herausforderungen deutlich.

Birte Steller zeigt Wege für geflüchtete Frauen in den Arbeitsmarkt an Hand einer PowerPointPräsentation


Eine aus Syrien stammende Hautärztin erzählte, dass es natürlich nicht einfach sei, Deutschkurs, Praktikum, Familie, Haushalt und Lernen für die Fachkundeprüfung unter einen Hut zu bringen. Motivation bekomme sie aber stets durch ihre Freude darüber, dass sie hier in Frieden mit ihrer Familie in Hamburg in einer eigenen kleinen Wohnung leben könnte, und wenn der Ehemann mithilft, dann sei auch alles zu schaffen.

Spätestens an dieser Stelle wurde deutlich, dass geflüchtete Frauen und alteingesessene Hamburgerinnen und Hamburger manchmal mit sehr ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Als dann noch eine angehende pharmazeutisch-technische Assistentin die Frauen ermunterte, sich in Hamburg auf jeden Fall beruflich auf den Weg zu machen, egal wie schwer es sei, bekam sie dafür viel Applaus.

Wie sieht die Kita-Betreuung in Hamburg aus? Wer bezahlt sie und wie funktioniert das Gutscheinsystem? Solche und ähnliche Informationen – vorgetragen von Jörn Westphal vom Referat Kindertagesbetreuung der Sozialbehörde – wurden regelrecht aufgesogen. Kein Wunder, schließlich ist auch für geflüchtete Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema. Zumal bei den geflüchteten Frauen als zusätzliche Belastung auch noch der Sprachkurs dazu kommt.

Zwei fachkundige Mitarbeitende aus W.I.R übersetzten gekonnt auch schwierige Begriffe wie „Kita-Gutscheine“ oder „Bezirksamt“ in Farsi/Dari und Arabisch, so konnten wirklich alle verstehen, wovon die Rede war.

Zum Info-Abend waren weit mehr Kinder gekommen, als gedacht, aber auch das war kein Problem: Zwei Mitarbeitende aus der Sozialbehörde hatten schnell Buntstifte organisiert und falteten aus Papier kleine Flieger – schon war die W.I.R–Kinderbetreuung für diesen Abend gesichert.

Kapitelübersicht

Beim anschließenden Get-Together stellten geflüchtete Frauen vom Catering-Projekt „Chickpeace“ mit leckeren Kleinigkeiten ihre internationalen Kochkünste unter Beweis. „Chickpeace“ ist übrigens auch ein Beispielprojekt dafür, wie es gelingen kann, Geflüchtete in Arbeit zu bringen. Bei leckerem Finger-Food zum geselligen Ausklang nutzen viele Teilnehmerinnen dann noch die Gelegenheit, mit Staatsrätin Petra Lotzkat persönlich zu sprechen.

Piktogramm Dialogforum "Sprachförderung für Erwachsene", drei Sprechblasen: Hallo! Hello! Moin!
Oh Schreck, die DTZ-Prüfung naht – Wie kann ich unterstützen?

Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen, das sind die vier Fertigkeiten, die getestet werden in der bundesweit einheitlichen und standardisieren Abschlussprüfung der Integrationskurse, dem „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ).

Aber wie läuft dieser Test genau ab und was kann man tun, um gut vorbereitet in diese wichtige Prüfung zu gehen. Wie können ehrenamtliche Lernbegleiterinnen und -begleiter ihre „Schützlinge“ auf dem Weg unterstützen?

Um auf diese Fragen zu antworten hat das Dialogforum Sprache einen Info-Abend für Ehrenamtliche in der Sprachförderung ins Leben gerufen. Der Abend bietet ganz konkrete Hilfen, z.B. zur Frage wo findet man im Internet Test- und Lernmaterial mit denen man die Prüflinge bei der Vorbereitung sinnvoll unterstützen kann und was welches Angebot gibt es von den Hamburger Bücherhallen.

Am 14. November war das Dialogforum Sprache im Bezirksamt Wandsbek zu Gast. Frau Koelln-Prisner von der Hamburger Volkshochschule, Frau Keite von den Bücherhallen Hamburg und Björn Keßner von der Sozialbehörde vermittelten den 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein realistisches Bild vom Prüfungsgeschehen. Es wurden der DTZ vorgestellt, ein Überblick über Sprachförderung im Allgemeinen gegeben und konkret die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein B1-Ergebnis benannt.

Titelblatt der FAQ Sammlung des dialogforums im Anschnitt. Im Hintergrund drei Teilnehmerinnen die in die Arbeitsunterlagen schauen.

Im Anschluss gab es einen Überblick über die vielen Lehr- und Lern- und Lesematerialien, die an den verschieden Standorten der Bücherhallen zur Verfügung stehen. Und es wurde u.a. auch auf die kostenfrei verfügbaren Lehr- und Lernmaterialien zur Prüfungsvorbereitung hingewiesen, die man unter www.telc.net oder bei den großen Lehrbuchverlagen finden kann.

Zudem wurden die ehrenamtlichen Gesprächsgruppen Dialog in Deutsch und Sprache im Alltag vorgestellt, die über 140 Termine jede Woche anbieten um ins Gespräch zu kommen, denn Begegnung und Gespräch sind der Schlüssel zum Spracherwerb.

Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, auch die zweite Veranstaltung zum DTZ ist sehr gut angekommen. Der Bedarf an Information und Hilfestellung ist groß. Darum ist auch schon ein dritter Termin in Planung. 

Kapitelübersicht

Ein großes "Danke" geht an die drei Engagierten, die hinterher spontan beim Aufräumen geholfen haben. Das war eine große Hilfe!

Piktogramm als Schaltfläche zum Fortbildungsangebot des Forum Flüchtlingshilfe
Fortbildungsangebote Forum Flüchtlingshilfe

Haltung zeigen!

Das Argumentationstraining gegen diskriminierende Äußerungen und Stammtischparolen wird als Abendveranstaltung von 17 bis 21 Uhr angeboten. Zwischendurch gibt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Abendsnack.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Anmeldung wie immer über unser Online-Formular.

Kapitelübersicht

Bei Interesse können auch weitere Veranstaltungstermine organisiert und Fortbildungen, wie z.B. der Kurzüberblick über das Ausländer- und Flüchtlingsrecht, wieder aufgegriffen werden. Hierfür senden Sie uns bitte eine Email an forumfluechtlingshilfe@soziales.hamburg.de

Im Kursportal der AKTIVOLI-Freiwilligenakademie finden Sie ein breites Angebot kostenloser Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen.

Piktogramm der Schaltfläche "Aktuelles", ein i in einem Kreis

Gesundheitsversorgung in Deutschland

Eine Informationsbroschüre für Migrantinnen und Migranten in Hamburg.

Insbesondere Sprache stellt in der medizinischen Versorgung und der Förderung der Gesundheit von Migrantinnen und Migranten eine entscheidende Hürde im Zugang dar. Oftmals bedarf es verschiedener Hilfe- und Unterstützungssysteme. 

Kapitelübersicht

Die von der Arbeitsgruppe (AG) “Interkulturelle Gesundheitsförderung“ der Altonaer Gesundheits- und Pflegekonferenz gemeinsam erarbeitete Broschüre konzentriert sich auf das Basiswissen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die Inhalte sind in einfacher Sprache aufbereitet und mit erklärenden Bildern und Piktogrammen unterstützt.

Die Broschüre ist in neun Sprachen übersetzt und kann kostenfrei heruntergeladen werden.


Das war unser viertes Forum Flüchtlingshilfe

Die beiden Moderatoren Kerstin Graupner und Hussam Al Zaher erinnern sich in einem Tandem-Rückblick daran, wie sie die Eröffnungsveranstaltung erlebt haben.

Kerstin Graupner: Seit Tagen lerne ich meinen Text. „Ahlaan, wasahlaam bkm, linaa krystyn. – Herzlich willkommen, mein Name ist Kerstin. Arabisch ist echt schwer. Hussam hat mir extra alles in Lautschrift und dann auch noch als Sprachnachricht geschickt. Trotzdem ist es nicht leicht, wenigstens die Begrüßung zum Forum Flüchtlingshilfe in dieser mir so fremden Sprache hinzubekommen.

Hussam  Al Zaher: Die meisten Schwierigkeiten habe ich damit, deutsche Namen auszusprechen. Bürgermeister Peter Tschentscher, Senatorin Melanie Leonhard, Staatsrat Jan Pörksen – ich möchte wirklich mal wissen, was diese Namen bedeuten. Bei uns hat jeder Name eine Bedeutung. Hussam heißt Schwert.

Aber was bedeutet Tschentscher? Im Internet habe ich gefunden, dass der Name aus dem slawischen stammen soll, die Bedeutung aber sei unbekannt. Ob ich ihn auf der Bühne als Moderator das fragen darf?

Kerstin Graupner: Stellprobe für die Moderation und die Künstlerinnen

Der Erste Bürgermeister im Interview mit Kerstin Graupner und Hussam Al Zaher
und Künstler auf der Bühne am Vormittag. Lorenda Opoku, die 18jährige Wilhelmsburgerin ist sehr aufgeregt. Sie wird gleich zu Beginn ihren Poetry Slam rezitieren. Soll sie im Dunkeln auf der Bühnen stehen und dann kommt Spotlight auf sie? Ich glaube, es ist besser, wenn sie auf die Bühne geht. So lange im Dunkeln zu stehen und zu warten bis alle sitzen, ist ja auch ziemlich anstrengend für eine 18jährige mit Lampenfieber. Und wie geht’s dann weiter? Was wenn der Bürgermeister nicht pünktlich kommt? Was wenn überhaupt keiner kommt? Ich glaube, ich habe auch Lampenfieber.

Hussam Al Zaher: Ich liebe das Forum Flüchtlingshilfe. Mit unserem Magazin „Flüchtling“ sind wir nun schon zum 2. Mal dabei. Als wir das 1. Mal dabei waren, habe ich mich mit Herrn Scholz getroffen, der damals Bürgermeister war. Und unser Flüchtling-Magazin hat zwei neue ehrenamtliche Kollegen gefunden. Überhaupt haben damals viele Leute unser Flüchtling-Magazin kennengelernt.

Die beiden Moderatoren Kerstin Graupner und Hussam Al Zaher

Jetzt stehe ich zum ersten Mal hier auf der Bühne und moderiere gemeinsam mit Kerstin, die ich immer nur Kristin nennen kann, weil Kerstin gibt es auf Arabisch nicht. Ich habe schon so viel erlebt, so schnell bringt mich nichts aus der Ruhe. Aber jetzt kommt der Bürgermeister. Und jetzt bin ich doch aufgeregt. Wie gut, dass Kerstin neben mir ist.

Kerstin Graupner: „Ahlaan, wasahlaam bkm, linaa krystyn“, höre ich mich sagen. Natürlich habe ich es wieder falsch ausgesprochen. Hussam korrigiert mich liebenswert dezent. Ach wie schön, dass er da ist. Und nicht nur er. Der Saal ist voll – rund 800 Besucherinnen und Besucher. Und sie alle sind gekommen, weil sie die Vielfalt unserer Gesellschaft lieben, weil es für sie selbstverständlich ist, sich für Menschen einzusetzen, die vor Krieg und Gewalt aus ihren Heimatländern fliehen mussten und weil sie weltoffen und eben nicht nationalistisch denken. Es tut so gut, mit Gleichgesinnten ein Fest der Demokratie und Toleranz zu feiern, gerade nach den Ereignissen in Chemnitz. Dieser volle Saal zur Eröffnung des Forums Flüchtlingshilfe ist ein starkes Signal gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft. In einer solchen Gemeinschaft fühle ich mich wohl. Die Aufregung ist verflogen.

Hussam Al Zaher: Als Kerstin mich fragte, ob wir diese Veranstaltung gemeinsam moderieren wollen, habe ich sofort „Ja“ gesagt, denn ich wollte auf diese Art und Weise den Geflüchteten eine Stimme geben. Deswegen habe ich auch das Schreib-Tandem für unser Flüchtling-Magazin erfunden. So können sich Geflüchtete auf Deutsch ausdrücken und der Tandem-Partner kann es entsprechend korrigieren. Moderieren ist für mich neu. Aber mit „Kristin“ hat es viel Spaß gemacht.

Kerstin Graupner: Mitten im Interview mit dem Bürgermeister stehen im

Demonstranten halten Transparente mit der Aufschrift: "Hamburg zum sicheren Hafen machen." Als Ort für die Aufnahme von Geflüchteten, die von Rettungsbooten im Mittelmeer aufgenommen wurden.
Publikum einige auf und halten etwas hoch. Ich versuche es zu lesen. Es geht aber nicht. Die Scheinwerfer blenden und der Text ist so lang, dass ich ihn nicht in Sekunden erfassen kann. Wenn ich nicht weiß, worum es geht, kann ich auch nicht darauf eingehen. Ich wünschte sie hätten mich vorher darauf angesprochen.

Hussam Al Zaher: Ich frage den Bürgermeister, warum alle Behördenschreiben so kompliziert sind? Warum gibt es Amtsdeutsch und normales Deutsch? Er sagt, dass dieses Amtsdeutsch daher kommt, dass die Behörden immer alles rechtlich sicher ausdrücken wollen. Aber das muss auch in verständlicher Sprache möglich sein und deshalb wollen sie das ändern. Das würde mich wirklich freuen. Ich kenne viele Landsleute, die es aufgegeben haben, Behördenschreiben zu lesen. Sie verpassen so ganz wichtige Fristen, Informationen und damit auch ein Stück Integration. Wer einen deutschen Paten hat, der hat Glück. Aber selbst die Deutschen wissen mit den meisten Schreiben nichts anzufangen und müssen sich erst erkundigen. Ich bin für die schnelle und sofortige Abschaffung der amtsdeutschen Sprache.

Kerstin Graupner: Mein Film über das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe kommt gut an. Beim Drehen war ich selbst auch

Zum Schlussbild sind alle mitwirkenden auf der Bühne versammelt
beeindruckt, wie viele Hamburgerinnen und Hamburger sich nach wie vor in diesem Bereich engagieren. Das Engagement hat nicht abgenommen. Die Inhalte sind andere – statt Kleiderspenden und Unterkünfte schaffen, steht jetzt die Integration im Mittelpunkt, Sprache lernen und üben, Ausbildung und Arbeit finden, auf Wohnungssuche gehen. Es ist großartig, was Ehrenamtliche leisten. Unermüdlich stehen sie mit Rat und Tat zur Seite, geben nicht auf, obwohl die Situation oft ausweglos scheint, helfen immer und immer wieder. Sogar viele, die selbst geflüchtet sind, engagieren sich mittlerweile freiwillig. Auch bei den Anmeldungen zum Forum zeigt sich, dass noch immer sehr viele in der Flüchtlingshilfe dabei sein. Mehr als 150 Aussteller machen beim Markt der Akteure mit. So viel wie noch nie.

Bürgermeister Peter Tschentscher steht in einer Gruppe von Geflüchteten und läßt Selfies machen.
Hussam Al Zaher: Der Bürgermeister verteilt Blumen an die Ehrenamtlichen. Am liebsten würde ich selbst auch Blumen verteilen. Mir wurde hier so viel geholfen. Meine Lieblingsblume ist Jasmin. Sie riecht so gut und ist so weiß und zart. Sie riecht wie meine Heimat Syrien. Wenn ich könnte, würde ich an alle, die mir geholfen haben, Jasmin verteilen. Dann würde Hamburg genauso riechen wie Damaskus im Frieden.

KapitelübersichtKapitelübersicht

Kerstin Graupner: Die ganze Fußballmannschaft von unserem syrischen Staffelstabträger Majed ist auf die Bühne gekommen, um dem Bürgermeister die Hand zu schütteln. Auch alle Jungs wollten eine Blume und so gab es nicht für alle Ehrenamtlichen eine. Das ist mir jetzt ein bisschen peinlich. Aber sonst hat die Eröffnungsveranstaltung für unser Forum Flüchtlingshilfe wunderbar geklappt. Fand ich jedenfalls.

Und wie ging es Ihnen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und schicken uns unseren Fragebogen zurück. Schreiben uns Ihre Ideen und Anregungen, denn schließlich ist nach dem Forum vor dem nächsten Forum. Und dann soll alles mindestens genauso gut laufen, wenn nicht noch besser, als in diesem Jahr.

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Hamburger Straße 47, 22083 Hamburg
Redaktion: Alexandra Ziegler, Doris Kersten, Marcel Schweitzer, Kerstin Graupner, Florian Giertzuch
Technische Realisierung: Florian Giertzuch (verantwortlich gemäß MDStV)
Tel. (040) 428 63 - 33 95
E-Mail: forumfluechtlingshilfe@soziales.hamburg.de
Homepage: www.hamburg.de/forum-fluechtlingshilfe/

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