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Flüchtlingshilfe versus Corona Trotz Corona weiterreden, damit Sprache verbindet

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Wie für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche gilt auch für „Sprache im Alltag“, dass mit der Corona-Pandemie und der Allgemeinverfügung des Hamburger Senats vom 15. März 2020 zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus sowie Folgeverordnungen nichts mehr so ist, wie es einmal war. Alle laufenden Vorgänge mussten von jetzt auf sofort gestoppt, alle Planungen kurzerhand völlig neu gedacht werden. Im Vordergrund stand, genau das zu vermeiden, was bei „Sprache im Alltag“ von zentraler Bedeutung und Wirksamkeit ist: die persönliche Begegnung.

Sprachbrücke-Hamburg e.V.

„Sprache im Alltag“: Gesprächsrunden virtuell und vor Ort

Bei den aktiven Ehrenamtlichen, ganz besonders bei den Gesprächsleiterinnen und Gesprächsleitern hat dies vor allem zu einer inhärenten Verunsicherung geführt, die auch Monate nach dem Lockdown und trotz der inzwischen zahlreichen Erkenntnisse über das Virus anhält. Wird es jemals wieder möglich sein, unbeschwert mit fremden Menschen in einem geschlossenen Raum zu sitzen und eine Gesprächsrunde zu führen? Woher weiß ich, ob die Teilnehmer*innen nicht gerade aus einem Risikogebiet kommen? Wie stark bin ich gefährdet, wenn ich dieses Ehrenamt fortsetze? In Anbetracht dieser Fragen haben viele trotz allen Interesses und aller Wertschätzung gegenüber Menschen anderer Kulturen ihr Engagement beendet. Andere haben dies erst gar nicht begonnen.

Die Aussetzung der Präsenz-Gesprächsrunden brachte für die Teilnehmer*innen einen doppelt harschen Einschnitt, weil sie neben den gesundheitlichen Sorgen von heute auf morgen kaum noch Möglichkeiten zur Sprachübung für den Alltagsgebrauch haben und der erfolgreiche Weg ihrer Integration auf dem Spiel steht. Die notwendigen Kontaktsperren führen nicht nur zum plötzlichen Stopp beim Deutschlernen, sondern zogen auch den Abbruch aller sozialer Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts mit sich, was in einem noch fremden Land, einer noch fremden Kultur besonders fatal ist. So befürchteten viele nicht nur, ihre mühsam erlernten Deutschkenntnisse zu verlieren, sondern sie fühlten sich zugleich völlig vereinsamt. Besonders hart traf es die Deutschlernenden mit noch geringen Sprachkenntnissen, denn für sie war der Zugang zu den jeweils aktuellen Verordnungen und Regelungen besonders schwer. Sie mussten nicht nur einen enormen Lern- und Kontaktverlust hinnehmen, sondern verstanden oft gar nicht, warum dem so ist.

Präsenz-Gesprächsrunden im Aufwind

Nachdem die Corona-Pandemie im März 2020 sämtliche Präsenz-Gesprächsrunden von Sprachbrücke-Hamburg e. V. abrupt zum Pausieren gebracht hatte, kann der Verein sehr zur Freude aller Beteiligten Mitte September 2020 die Rückkehr von über der Hälfte der Deutsch-Gesprächsrunden vor Ort vermelden. Durch die Hygienekonzepte der jeweiligen Standorte und zusätzlich eines eigenen Sprachbrücke-Hamburg-Hygienekonzepts wird die Sicherheit von Gesprächsleitern*innen und Teilnehmer*innen im hohen Maß gewährleistet.

Neben dem Wiederstart an den bisherigen Standorten ist der Verein jetzt schon wieder dabei, sein Präsenz-Angebot durch weitere Gesprächsrunden an neuen Orten auszubauen.

Krisen bergen Chancen

Da der Lockdown alle Präsenz-Gesprächsrunden und Exkursionen auf null sinken ließ, waren alternative corona-taugliche Ideen gefragt. Die notwendigen Einschränkungen persönlichen Miteinanders zum Schutz der Gesundheit aller bewirkten nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland einen längst fälligen Digitalisierungsschub – so wurde aus der Not eine Tugend gemacht.

Die ins Leben gerufenen Online-Gesprächsrunden fanden direkt Anklang, das Angebot wird seither kontinuierlich ausgebaut. Es umfasst mittlerweile über 10 wöchentliche Online-Gesprächsrunden (nebst Online-Exkursionen), um wieder soziale Kontakte aufbauen zu können, auch wenn der digitale Weg mit persönlichen Treffen nicht vergleichbar ist.
Die Online-Angebote stellen auch eine willkommene Alternative für Menschen dar, die aufgrund von Corona vorerst nicht zurück nach Hamburg bzw. Deutschland reisen dürfen oder nicht auf lange risikobehaftete Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgreifen können oder möchten. Auch Menschen, die lieber im Kreis der Familie bleiben und gesundheitliche Bedenken haben, können mit Wahrung räumlicher Distanz weiterhin an den Gesprächsrunden teilnehmen – von zu Hause aus.

In den Gesprächsrunden ist auch Corona selbst Thema, um für entsprechende Sensibilisierung der Teilnehmenden zu sorgen, da sie einen erschwerten Zugang zu den jeweils aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen und Schutzregeln haben. So trägt das Projekt „Sprache im Alltag“ über die sprachliche, soziale und kulturelle Wirkung hinaus auch zur Gesundheitsvorsorge bei.

Online-Gesprächsrunden zukunftsfähig

Die Dankbarkeit von Sprachlernenden und Ehrenamtlichen, endlich wieder in Kontakt kommen zu können, war und ist jede Mühe wert. Unabhängig vom Infektionsgeschehen haben Teilnehmer*innen wieder die Chance, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe zu erlangen. Alle Beteiligten sehen in den Online-Angeboten einen Weg, der Bedrohung einer Vereinsamung zu entkommen, auch wenn eine Online-Begegnung die persönliche Begegnung nicht ersetzen kann, sie auch gar nicht ersetzen soll.

Zusätzlich ist es durch die Digitalisierung der Gesprächsrunden gelungen, neue Teilnehmerkreise zu erreichen, denen es nicht möglich ist, eine Präsenz-Gesprächsrunde wahrzunehmen, und solche, für die die virtuelle Kommunikation selbstverständlicher Teil ihres Lebens ist.

Aufgrund der ausgesprochen guten Resonanz ist bereits wenige Monate nach Start des Online-Angebots sicher: Sprachbrücke-Hamburg e. V. wird neben seinen Präsenz-Angeboten auch seine Online-Tätigkeiten komplementär weiter ausbauen, unabhängig vom zukünftigen Corona-Geschehen.

Die Präsenz-Gesprächsrunden von „Sprache im Alltag“ sind erfolgreich wieder aus der coronabedingten Pause zurückgekehrt. Gleichzeitig läuft das Angebot der Online-Gesprächsrunden weiter.

"Sprache im Alltag“, das bedeutet Sprachhürden gemeinsam überwinden

Sprachbrücke-Hamburg e.V. bietet kostenlose Gesprächsrunden im ganzen Hamburger Stadtgebiet für erwachsenen Zuwanderer an. In kleinen Gruppen wird auf Deutsch über Hamburg, Kultur oder Alltägliches gesprochen. Thematisch passende Exkursionen ergänzen das Angebot und sollen helfen, das Sprechen in alltagsnahen Situationen zu erleichtern.

Gemeinsam schaffen Teilnehmende und ehrenamtliche Gesprächsleiterinnen und -leiter Brücken, um Sprachhürden zu überwinden. Und nicht nur diese. Es kostet Überwindung, in einer Gruppe auf Deutsch zu sprechen. „Sprache im Alltag” ist ein Ort der Begegnung auf Augenhöhe, wo es darum geht voneinander und miteinander zu wachsen, und nicht wie im Sprachunterricht gute Leistungen abzuliefern.

Die Corona-Pandemie hat von heute auf morgen auch die Präsenzangebote von „Sprache im Alltag“ zum Stillstand gebracht: keine Gesprächsrunde und keine Exkursionen mehr. Das bedeutete auch: keine sprachliche Förderung mehr für die erwachsenen Zuwanderer. Einmal mehr galt es, gemeinsam Lösungen zu suchen und Hürden zu überwinden.

Die corona-taugliche Alternative zum Präsenzangebot: digitale Angebote

Als Gemeinschaftswerk von Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und der Projektleitung sind so die Online-Gesprächsrunden und -Exkursionen entstanden.

Und so funktionieren sie:

Auf einem Laptop-Monitor sind sechs Teilnehmer einer Gesprächsrunde abgebildet.


  • Online-Gesprächsrunden
    Mithilfe eines Video-Konferenz-Tools treffen sich Gesprächsleiterinnen und -leiter mit den Teilnehmenden zu einer vereinbarten Zeit wöchentlich am virtuellen Gesprächsstandort. Teilnehmende erhalten vorab einen Link, über den sie sich einwählen. Gesprächsleiterinnen und -leiter moderieren wie sonst auch die einstündigen Gespräche und motivieren zum Sprechen.

Fragen und Anmeldung: kontakt@sprachbruecke-hamburg.de

Ein Eintrag auf Facebook über die Exkursion in das Naturschutzgebiet Höltigbaum mit Foto von einem Galloway-Rind.


  • Online-Exkursionen
    Während die gemeinsamen Ausflüge ausfallen müssen, können Teilnehmende die Stadt digital oder auf eigene Faust kennenlernen. Kurze Beiträge auf Facebook laden ein, unter den geltenden Schutzmaßnahmen interessante Orte der Hansestadt zu entdecken. Dafür erstellt „Sprache im Alltag“ regelmäßige Posts mit Foto und kurzem Text.

Füreinander da sein auch und gerade in Krisenzeiten

Die Online-Angebote von Sprachbrücke-Hamburg e.V. geben den Teilnehmenden ein Stück ihres Alltags zurück. In den Online-Gesprächen geht es viel um die aktuellen Regelungen. Sie helfen den Teilnehmenden damit auch, sich in dieser Ausnahmesituation besser zurecht zu finden. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Sprachkenntnisse sind, um am Gesellschaftsleben teilzuhaben.

Sprachbrücke-Hamburg e.V. ist auch weiterhin zu den regelmäßigen Bürozeiten telefonisch erreichbar: 040 / 2847 8998

Montag und Mittwoch: 14 - 17 Uhr
Dienstag, Donnerstag und Freitag: 10 - 13 Uhr

Bleiben Sie gesund. Gemeinsam können wir es schaffen, Hürden zu überwinden und Krisen zu meistern.

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