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Flüchtlingshilfe versus Corona Ein kleiner Einblick in die Arbeit der Hafen-Helfer in Corona-Zeiten

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„DER HAFEN HILFT!“ ist keine ausgesprochene Flüchtlingshilfe-Initiative. Aber „DER HAFEN HILFT!“ unterstützt die Initiativen und natürlich auch Geflüchtete in und außerhalb der Unterkünfte und viele andere Menschen und Einrichtungen in der Stadt.
Und natürlich haben sich die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch auf die Arbeit der Hafen-Helfer ausgewirkt.

Corona: Einblick in die Arbeit von „DER HAFEN HILFT!“

Zur aktuellen Lage:

Inzwischen hat sich der Betrieb bei "DER HAFEN HILFT!" wieder weitgehend normalisiert. Im Juni sind die Hafen-Helfer in ein größeres Spendenlager gezogen. Dort gibt es jetzt viel Platz und gute Durchlüftung, so dass dort unter Einhaltung aller gängigen Schutzregeln Gäste empfangen werden können. Alle Engagierten von "DER HAFEN HILFT!" sind froh über den gelungenen Umzug und arbeiten am neuen Ort wieder sehr erfolgreich.

Aber "DER HAFEL HILFT!" hilft nicht nur mit Hardware. In der Zeit der strengen Beschränkungen haben die Hafen-Helfer auch angefangen Musiker für "Hofkonzerte" zu vermitteln (siehe letzten Absatz dieses Artikels). Und solche "Hofkonzerte", vor allem für Wohneinrichtungen, gab es noch einige. Zum großen Teil von der Karin-und-Walter-Blüchert-Gedächtnisstiftung finanziert und alle von den Hafen-Helfern vermittelt.

ROCK DIE STRASSE, Hafennacht und Werner Pfeifer spielten (nicht nur) für die Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenresidenzen und brachten ein bisschen Lebensfreude in Corona-Zeiten.


Wir hatten gefragt: 

Frau Weil, wie gehen Sie bei „Der Hafen Hilft!“ mit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie um?

Grundsätzlich machen wir nichts anderes als vor der Epidemie. Wir unterstützen viele verschiedene soziale Einrichtungen über unser großes Netzwerk mit ganz verschiedenen Sachspenden.

Ein Waschsalon voller Stoffbeutel für die Hamburger Tafel. Im Hintergrund Waschmaschinen, vorne ein Haufen Stoffbeutel auf einem Tisch. Ein Waschsalon voller Stoffbeutel für die Hamburger Tafel

Der Unterscheid liegt mehr darin, dass viele Initiativen und Einrichtungen im Notbetrieb arbeiten und zum Teil ganz andere Dinge gebraucht werden und Bedarfe oft sehr dringend sind und schnell gedeckt werden müssen Für die Lebensmittelausgaben der Hamburger Tafel wurden zum Beispiel dringend Stoffbeutel gebraucht, damit die Übergabe an die Kundinnen und Kunden kontaktarm stattfinden kann. Da haben wir dann einen Spendenaufruf auf unsere Website gestellt und bei facebook gepostet und innerhalb ganz kurzer Zeit hatten wir rund 12.000 Stoffbeutel. Sogar aus Düsseldorf ist ein Paket gekommen.

In einem Transporter liegt ein großer Haufen gestapelter Pappbecher, darunter Getränkekisten. Trinkwasser und Becher für die Versorgung von Wohnungslosen
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Zum Beginn des Lock-Downs gab es das Problem, dass sehr kurzfristig nahezu alle Einrichtungen und Anlaufstellen für wohnungslose Menschen schließen mussten. Gleichzeitig brachen Versorgungsmöglichkeiten wie Pfand sammeln und betteln komplett weg. Neben allem anderen was da plötzlich an dringend Notwendigem fehlte, gab es auch keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser für die auf der Straße lebenden Menschen.

In Kooperation mit dem Herz As, der Bahnhofsmission und anderen Einrichtungen konnten wir von verschiedenen Firmen Getränkespenden organisieren.

Elf genähte Alltagsmasken in verschiedenen Mustern. Stoffmasken, u.a. für die Seemannsmission.

Für „Hamburg näht!“ haben wir Stoff, Nähgarn und Gummilitze zur Verfügung gestellt. Es nähen aber auch einige unserer Hafen-Helferinnen und -Helfer selber Masken, zum Beispiel für die Seemannsmission oder verschiedene Wohneinrichtungen.

Müssen Angebote auf Grund der Corona-Bestimmungen entfallen?

Nein, wir versorgen und unterstützen natürlich weiter mit Alltagsgegenständen

Neben einem Verkehrsschild (Parkverbot) stehen mehrere Kisten und Klappboxen mit Gegenständen für die Abholung. Bereit zur Abholung.
aus unserem Spendenlager, denn auch jetzt erhalten immer wieder Menschen eine Chance zum Neustart nach Haft, Flucht oder Obdachlosigkeit.

Aber wir können nicht mehr mit ihnen gemeinsam durch unser Lager gehen und sie selber die benötigten Dinge auswählen lassen. Das müssen wir jetzt auf Grundlage ihrer Bestellung auf unserer Artikelliste für sie machen. Wir packen dann Pakete und stellen sie zum Abholen zur verabredeten Zeit vor die Tür zur kontaktlosen Übergabe.

Viele Initiativen haben alternative, meist digitale Angebote entwickelt. Das ist bei „Der Hafen Hilft!“ ja offenbar nicht der Fall. Oder hat Corona auch bei Ihnen dazu geführt, dass ein völlig anderes Angebot entstanden ist?

Neu ist eine besondere Form der Vernetzung: Wir vermitteln z.B. seit Corona Musiker für Hofkonzerte in Wohneinrichtungen. Die Bewohnerinnen und Bewohner in Seniorenheimen oder Behinderteneinrichtungen leiden besonders unter den Einschränkungen, weil kein Besuch kommen darf und Freizeitangebote ausfallen. Wir haben Kontakt zu verschiedenen Musikern, die gerne Hofkonzerte gegen die Langeweile spielen. Den Zuhörern bringt so ein Konzert Spaß und Abwechslung und für die Musiker ist es derzeit die einzige Chance auf einen bezahlten Auftritt. Die bisherigen Veranstaltungen waren für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis. Wer auch Interesse an so einem Konzert hat – ob für eine Einrichtung oder als Musiker – melde sich gerne bei uns.

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