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10. Mai 2016 Senatsfrühstück für die HamburgAmbassadors

Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Senatsfrühstück für die HamburgAmbassadors

Sehr geehrter Herr Erster Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte HamburgAmbassadors,
meine Damen und Herren,

Hamburg freut sich sehr, Sie mitten in diesem bewegten Monat in seinem – und Ihrem – Rathaus zu begrüßen. Ich heiße Sie herzlich in ihrer Heimatstadt willkommen zu Ihrem 11. Meeting, das unter dem Motto steht: Hamburg – Wissenschaft und Innovation.

Sie haben zu solchen, für unsere Stadt entscheidenden Themen wie Innovation und Clusterpolitik schon inhaltsreiche Vorträge gehört und sind auch auf den aktuellen Stand gebracht worden, was die wirtschaftlichen Perspektiven Hamburgs betrifft. Sie dürfen jetzt ein wenig durchatmen und sich beim Senatsfrühstück für noch kommende Informationen stärken. Und natürlich für Ihr weiteres Wirken als „Ambassadors“, in diesem herausfordernden und, wie ich hoffe, immer wieder Freude machenden Ehrenamt.

Herr Walter Kägi, ehemaliger Schweizerischer Generalkonsul und über sechs Jahre lang bis zu Beginn dieses Jahres im Ehrenamt eines HamburgAmbassador in unserem Nachbarland am Südstrand des Bodensees hat voriges Jahr einmal gesagt, Hamburg gelte in der Schweiz als „der Inbegriff einer internationalen und weltoffenen Handelsmetropole“. Ein größeres Lob kann es für unsere Stadt kaum geben und wir sind uns bewusst, dass wir uns diesen Status immer aufs Neue verdienen müssen.

Auch in Singapur, zum Beispiel, ist uns ein gutes Standing wichtig und ich begrüße heute Herrn Ralf Schmidt als neuen HamburgAmbassador in der Hafenstadt auf der anderen Seite der Welt. Ich freue mich darauf, im Juli dieses Jahres selbst nach Singapur reisen zu können, um die Kontakte vor Ort weiter zu intensivieren.

Gern begrüße ich auch Jens-Peter Saul als neuen HamburgAmbassador in Kopenhagen. Die Verbindung zwischen unseren beiden Städten ist eng und herzlich, und sie wird verkehrstechnisch gesehen, bald auch immer kürzer. Um dieses Thema wird es ja bei den Fehmarnbelt Days gehen, die Hamburg im September ausrichtet.
Ich freue mich, dass wir Herrn Saul und Herrn Schmidt als neue HamburgAmbassadors gewinnen konnten. Seien Sie herzlich willkommen!

Mit Stolz möchte ich Ihnen außerdem verkünden, soweit es sich nicht schon herumgesprochen hat, dass der ehemalige Hamburg Ambassador in Rio de Janeiro, Herr Rolf Bohnhof – ein Ambassador der ersten Stunde – das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Ihm gelten meine Glückwünsche.

Mein Dank aber gilt Ihnen allen: dafür, dass Sie Ihr Ehrenamt so hoch motiviert wahrnehmen und Hamburg auf so individuelle Weise präsentieren. Ihr Wirken für Hamburg als ideelle Botschafter ist einzigartig. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass Hamburg als Weltstadt einen ausgezeichneten Ruf genießt und dass ihr weltweites Netzwerk funktioniert. Das tut es seit mehr als zehn Jahren, und ich freue mich, dass es in diesem Jahr wieder „Jubilare“ gibt, drei an der Zahl. Einem von ihnen darf ich, zum Dank für zehn Jahre Wirken als HamburgAmbassador, dieses hier überreichen:  (ein Buddelschiff) 

Herrn Professor Dr. Dr. Wolfgang Michalski aus Paris. Herzlichen Dank für Ihr langjähriges erfolgreiches Engagement für Ihre Stadt und dafür, dass Sie gleich für die HamburgAmbassadors zu uns sprechen werden.

Herr Andreas Becker aus Hong Kong und Herr Wolfgang Jakob aus Kapstadt sind ebenfalls seit zehn Jahren Hamburg Ambassadors. Sie können heute nicht hier sein, aber ich hoffe, dass die beiden Buddelschiffe sie auf dem Seeweg erreichen. 

Meine Damen und Herren,

bis inklusive gestern hat Hamburg die Europawoche gefeiert. Viele von Ihnen haben die Gelegenheit genutzt, die eine oder andere Veranstaltung aus dem umfangreichen Programm zu besuchen. Ein Teil der Ausstellungen läuft noch weiter, oder wird überhaupt erst noch eröffnet, zum Beispiel gibt es im Chilehaus die Fotoausstellung des Spaniers Ignacio Evangelista, der alte, verlassene und wie wir geglaubt haben: allmählich verfallende Grenzposten in der Europäischen Union dokumentiert hat.

Kein Thema wird in Europa derzeit so intensiv diskutiert wie die offenen Grenzen, der Schutz der Außengrenzen und die Flüchtlingssituation. Die Vereinbarung zur Aufteilung von zunächst 160.000 Flüchtlingen auf die Staaten Europas ist ein kleiner erster Schritt. Auch die Teilung der Verantwortung zwischen der EU und der Türkei ist vernünftig. Für die Aufnahme von Flüchtlingen brauchen wir eine gemeinsame Lösung aller EU-Staaten. Dies ist eine Frage der europäischen Identität.

Es kommen im Moment weniger Flüchtlinge an, dennoch: In diesem Jahr hat Hamburg schon mehr Flüchtlinge aufgenommen, als im gleichen Zeitraum zuvor. Es ist daher sehr realistisch, wenn wir jetzt sagen: Die Zahl der Aufzunehmenden wird weiterhin fünfstellig bleiben. Wir sind in der Pflicht, unseren Anteil aufzunehmen und unterzubringen.

Wir müssen so viele Unterbringungskapazitäten schaffen, dass die Aufgenommenen planvoll aus der Erstaufnahme in die Folgeunterbringung ziehen können und wir müssen die Anzahl der prekären Unterbringungen reduzieren. Auch müssen wir bedenken, dass Asylverfahren Zeit in Anspruch nehmen, die nicht beliebig verkürzt werden kann, so dass wir Leute über einen langen Zeitraum und doch vorübergehend unterbringen müssen.
Wir arbeiten auf allen Ebenen an Maßnahmen zur Integration: Hamburg hat die Kapazitäten der Kitas erhöht, neue Lehrerstellen für Unterricht geschaffen und gemeinsam mit Kammern und Betrieben kümmern wir uns um die Ausbildung und berufliche Integration der Zuwanderer. 

Meine Damen und Herren,

wir haben den Anspruch, unsere Stadt weiter zu entwickeln, wir wollen ein wirtschaftlich starkes, lebenswertes und weltoffenes Hamburg.

Sie alle, die HamburgAmbassadors, tragen gemeinsam dazu bei. Sie präsentieren die Stadt als eine Metropole, die Aufgaben anpackt und löst.

Die Elbphilharmonie ist ein Symbol dafür. Sie wird Hamburgs Ruf als Kultur- und Musikmetropole weit in die Welt hinaus tragen. Es lohnt sich, auch schon vor der Eröffnung am 11. und 12. Januar 2017 viel darüber zu sprechen. Sie wird eines der klangvollsten Konzerthäuser der Welt, das mit seiner weithin schimmernden Glasfassade schon jetzt ein echter Hingucker ist. In ihr spiegeln sich unsere Stadt, die Kontraste und unser Ehrgeiz, über uns hinaus zu wachsen.

Im Juni wird Hamburg die UNESCO Urkunde über die Anerkennung der Speicherstadt als Weltkulturerbe in Empfang nehmen. Im Herbst wird Deutschland den OSZE-Vorsitz 2016 übernehmen und im Dezember wird der Ministerrat in Hamburg tagen. Und, da wir schon an der Vorbereitung arbeiten: Im Sommer 2017 wird in Hamburg der G 20-Gipfel stattfinden. All das sind Beispiele für die große Anerkennung, die unsere Stadt international genießt.
Das ist auch Ihre Leistung. Hamburg lebt in der Welt durch Ihre Arbeit, durch die Kontakte und die Glaubwürdigkeit, die Sie unserem Anliegen verleihen.

Ich danke Ihnen dafür, freue mich auf weitere Zusammenarbeit und verlasse mich auch weiterhin sehr gerne auf Sie.

Vielen Dank!

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