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Singapur Scholz: Auch Metropolen brauchen ein eigenes Gesicht

Am zweiten Tag seiner Singapurreise hat Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz verschiedene Stadtentwicklungsoprojekte in der Metropole besichtigt. Außerdem auf dem Programm: ein Treffen mit Premierminister Lee Hsien Loong.

Scholz: Auch Metropolen brauchen ein eigenes Gesicht

Beeindruckt war Olaf Scholz, der von einer zehnköpfigen Delegation aus Hamburger Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsexperten begleitet wird, von dem Besuch des Stadtentwicklungsareals „one-north“. Der 200 Hektar großen Businesspark beherbergt viele Forschungseinrichtungen und die sogenannten „flatted factories“. Diese von der städtischen Liegenschaftsverwaltung errichteten Gebäude werden an gewerbliche Nutzer vermietet - eine Art Gewerbe-Wohngemeinschaft. Mehrere Unternehmen, die ähnliche Anforderungen haben, teilen sich ein Gebäude. Für Bürgermeister Olaf Scholz liegen die Vorteile auf der Hand: Die Unternehmen koste es weniger Geld, und die Stadt koste es weniger Fläche, wenn nicht jede Firma ihr eigenes Gebäude baue. Seine Empfehlung: "Wirtschaft und Politik sollten sich auch in Hamburg intensiv mit solchen Ansätzen beschäftigen. Auch wir müssen sparsam mit der Ressource Raum umgehen, bei Gewerbebauten höher bauen und zugleich Gewerbe- und Industrie im Stadtgebiet halten. Wie gut das hier klappt, ist bemerkenswert."

Im Bereich des Wohnungsbaus geht Singapur andere Wege als Hamburg. Die gigantischen Wohnhochhäuser, die der Staat hier baut und anschließend größtenteils an die Mieter verkauft, "würden sicher nicht in unsere Stadt passen", ist Scholz überzeugt. Singapur hat erst spät den Wert seiner alten Bausubstanz entdeckt und folglich erst seit den 2000er Jahren damit begonnen, die letzten alten Gebäude zu bewahren – eine „gute Entscheidung“, lobte Scholz. Denn: "Auch Metropolen brauchen ein eigenes Gesicht. Diese Viertel machen außerdem auf beeindruckende Weise die Vielfalt kultureller Identitäten im Stadtbild Singapurs erfahrbar."

Am Nachmittag traf Scholz den Premierminister von Singapur, Lee Hsien Loong. Für einen Hamburger Bürgermeister stehe die Beziehung zu Singapur weit oben auf der Agenda, erklärte Scholz: "Die Beziehungen zwischen Singapur und Hamburg sind älter als die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Stadtstaat und der Bundesrepublik. Wir sind beide erfolgreiche Hafenmetropolen und als Handelspartner eng verbunden." In dem Gespräch ging es unter anderem um die Themen Stadtentwicklung und Integration sowie den G20-Gipfel im kommenden Jahr.

Bis Mittwoch besucht Bürgermeister Olaf Scholz Singapur. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Liegenschaftsmanagement und Wissenschaft. Am Dienstag ist Scholz Gast des World Cities Summit.

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