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Künstlerisches Konzept Konzept des Gedenkortes für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz

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Konzept des so genannten Deserteurdenkmals

Der Ort


Der neue Gedenkort für Deserteure am Dammtorbahnhof Der neue Gedenkort für Deserteure am Dammtorbahnhof

Am Stephansplatz/Dammtor befand sich bereits das 1936 errichtete monumentale Kriegerdenkmal von Richard Kuöhl, das an die Soldaten des Infanterie-Regiments „Hamburg Nr. 76“ erinnert, sowie das 1983-86 als Gegendenkmal errichtete und unvollendet gebliebene „Mahnmal gegen den Krieg“ von Alfred Hrdlicka.


Der Wettbewerb


Die Grundlagen für den Wettbewerb wurden von einem Beirat mit insgesamt 15 Vertretern aus Wissenschaft, Kunst, Architektur, Verbänden und Politik erarbeitet. Zum anonym durchgeführten Wettbewerb waren nach einem Auswahlverfahren 14 Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen eingeladen, Vorschläge für die Gestaltung des Ortes zu erarbeiten, von denen elf einen Vorschlag eingereicht haben. Das elfköpfige Preisgericht unter Vorsitz von Konstantin Kleffel fasste die Realisierungsempfehlung für das Konzept von Volker Lang einstimmig.

Das Konzept


Modell des Entwurfs von Volker Lang Modell des Entwurfs von Volker Lang

Das Konzept von Volker Lang sieht einen transparenten Baukörper in der Form eines gleichseitigen Dreiecks zwischen dem 76er Denkmal von Richard Kuöhl und dem Gegendenkmal von Alfred Hrdlicka vor. Zwei der drei Wände werden aus bronzenen Schriftgittern gebildet. Eine gefaltete geschlossene Wand schließt den Raum zum Dammtordamm ab. Die Texte der Schriftgitter sind dem Werk „Deutschland 1944“ des Autors Helmut Heißenbüttel entnommen, das auch als Audioinstallation am Ort zu hören ist. Die historischen Informationen zum Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz werden als Schrift auf der gefalteten Betonwand angebracht. Das Konzept sieht des Weiteren auch an anderen Unrechtsorten der NS-Militärjustiz Verweise zu dem Gedenkort vor.

Das Preisgericht hob hervor, dass der Entwurf durch ein zurückhaltendes und zugleich präsentes, klares Auftreten zwischen den beiden vorhandenen Denkmälern überzeugt. Dabei erliegt er nicht der Versuchung, deren starkem materiellem Auftreten mit Wucht entgegenzutreten oder sie zu harmonisieren. Die Qualität des filigranen Raumkörpers liegt vielmehr darin, dass er eigenständig wahrgenommen werden kann. Mit dem Text von Heißenbüttel, der einen weiten Assoziationsbogen spannt, bringt der Künstler im wahrsten Sinne des Wortes einen neuen Klang auf den Platz. Er vertraut auf die Kraft des Geistigen gegen die Idealisierung der Gewalt.

Alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge und das Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs wurden vom 12. bis 25. Juni 2014 im Leo-Lippmann-Saal der Finanzbehörde präsentiert.

Die Dokumentation zum Gestaltungswettbewerb sowie die Drucksachen "20/4467" und "20/7833" finden Sie unten im Download.

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Kontakt

Dr. Annette Busse

Planetarium, Erinnerungskultur

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Kultur und Medien
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Sophia Mayer

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