Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Naturschutz am Fuße der Deponie Georgswerder

Im Sommer 2002 wurde eine etwa 14 Hektar große Fläche mit Grünland, Teichen und Röhrichten südlich der Deponie Georgswerder in das Grundeigentum der Abteilung Naturschutz überwiesen, um sie naturschutzfachlich aufzuwerten und damit einen Ausgleich für die bei der Deponiesanierung zerstörten Lebensräume zu schaffen. Drei unterschiedliche Ziele wurden dabei verfolgt:

Naturschutz am Fuße der Deponie Georgswerder

Heimische Fische in den Ziegeleiteichen

Kernstück des Gebietes am Niedergeorgswerder Deich bilden die „Ziegeleiteiche“, flache Gewässer mit steilen Uferrändern, die durch Tonabbau entstanden sind. Um hier die heimische Fischwelt zu fördern, wird Bodenmaterial aus den Teichen entnommen und mit dem gewonnenen Aushub ein flacherer Ufersaum gestaltet. Dadurch werden nicht nur tiefe Bereiche zur frostfreien Überwinterung für die Fische geschaffen, sondern auch Laichplätze für Kleinfische in den neuen flachen Uferzonen.

vergrößern Luftbild Georgswerder Ausschnitt Maßnahmenfläche am Fuße der Deponie (Bild: BSU) In Zusammenarbeit mit dem ansässigen Angelsportverein erfolgt der Besatz der Teiche künftig nur noch mit heimischen und an den Standort angepassten Fischarten.

Neuer Lebensraum in 1200 Meter neuer Gräben

Für den Schutz von gefährdeten Amphibienarten sind breite Gräben, flache Ufer und hohe Wasserstände bedeutend. Um die vorhandenen Beetgräben für den Naturschutz verwenden zu können, wurde entlang des Niedergeorgswerder Deiches ein Ringgraben für die Entwässerung der anliegenden Grundstücke angelegt. Dadurch konnten die Beetgräben vom ursprünglichen System abgekoppelt und mit Hilfe von zwei neu errichteten Wehren angestaut werden. Auf diese Weise konnten neue Lebensräume für Amphibien hergestellt werden.

Lebensraumvielfalt in Georgswerder

Die bis 2003 ungenutzte Grünlandfläche wird neben den Gewässern von hoch gewachsenen Grasfluren, dichten Brombeergebüschen, Silberweiden und Weißdornen bestimmt.

Um den Bewuchs niedrig zu halten und dadurch Wiesenbrütern Brutmöglichkeiten zu bieten, wird die Fläche zeitweilig mit Robustrindern beweidet. Vernässte, extensiv beweidete Grünlandflächen sind selten, jedoch bilden sie Lebensraum für besonders viele, teilweise gefährdete Arten. Unter anderem für viele Pflanzen, Amphibien, Heuschrecken und Libellen, die auf der Roten Liste stehen.