Neugraben Falkenberg

Der Falkenberg ist ein sogenannter Zeugenberg am Südrand des Elbe-Urstromtales. Er ist im Dauerfrostgebiet (Periglazialgebiet) der Weichsel-Eiszeit bei der großräumigen Abtragung umliegender saalezeitlicher Ablagerungen verschont worden und legt somit Zeugnis ab über den Bau und die frühere Ausdehnung saaleeiszeitlicher Ablagerungen.

Falkenberg

Der "Zeugenberg"

Zum Teil ist die Geest der Harburger Berge so stark zerschnitten worden, dass lediglich einzelne Kuppen der ursprünglichen Hochfläche als „Zeugenberge“ zurückblieben. Das beste Beispiel hierfür ist der 64,8 m hohe Falkenberg in Neugraben. Die Höhe des Berges und der Nordhang sind durch eine mehrteilige Wallanlage befestigt. Die Sage behauptet, dass Gödeke Michels, der gefürchtete Seeräuber und Kumpan Störtebekers auf dem Falkenberg bei Neugraben gehaust habe.

Lage

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:9
Bezeichnung:Falkenberg
Lage:

Neugraben, Neugrabener Heideweg

Ortsbezeichnung:Neugraben
Bundesland:Hamburg
TK 25-Nr.:2525 Harburg
Rechts- u. Hochwert:R 35 578, H 59 262
Geländehöhe:NN +20 bis 65 m
Geotoptyp:periglazial geformte Trockentäler

Regionalgeologische
Zuordnung:

Periglazialgebiet der südlichen Randzone der Weichsel-Vereisung

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

weichseleiszeitlich überformte saalezeitliche Sande

Petrographische
Beschreibung:

Der Falkenberg ist aus ungestört lagernden saalezeitlichen Schmelzwassersanden aufgebaut.
Genese:

Zeugenberg am Südrand des Elbe-Urstromtales

Aufschlussart:Die saalezeitlichen Sande des Zeugenbergs waren früher in einer großen Sandgrube am Scharpenbargsweg aufgeschlossen.
Größe des Objekts:ca. 13 ha
Erreichbarkeit:

Das Gebiet ist durch Wanderwege gut erschlossen.

zu erreichen:

über S-Bahn Neuwiedenthal (1400 m) oder 240

Nutzung:

Erholungsgebiet

Zustand des
Objektes:

relativ gut; die sich ausbreitende Bewaldung erschwert jedoch den Blick auf die Geländeformen. Von der früheren Bebauung (Gaststätte auf der Kuppe, mehrere Häuser am Fuß des Berges) steht heute nur noch das Haus am Westfuß des Falkenbergs.

Schutzstatus:

Der Falkenberg liegt im Naturschutzgebiet Fischbeker Heide.

Bemerkungen/Kurzbeschreibung

Die Harburger Berge sind in der Saale-Eiszeit entstanden. Sie sind überwiegend aus Schmelzwassersanden aufgebaut. In der Weichsel-Eiszeit haben die Gletscher die Elbe nicht mehr überschritten. Die Harburger Berge lagen jedoch im Einflussbereich des Periglazialklimas. Dauerfrostboden führte dazu, dass Niederschlags- und Schneeschmelzwasser nicht versickern konnte. Im Sommer taute der Boden bis in eine Tiefe von gut 1 m auf. Die wassergesättigte Auftauschicht war äußerst mobil. Ab einer Hangneigung von 2 Grad kam es zu Bodenfließen (Solifluktion). Auf diese Weise sind die großen Trockentäler der Geest entstanden. Zum Teil führte die Zerschneidung der Hochgebiete so weit, dass lediglich einzelne Kuppen der ursprünglichen Hochfläche als "Zeugenberge" zurückblieben. Das beste Beispiel hierfür ist der Falkenberg in Neugraben.

Literatur

Ehlers, J. (1978): Die quartäre Morphogenese der Harburger Berge und ihrer Umgebung. - Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg 68: 181 S.

Ehlers, J. (1987): Geologische Karte von Hamburg 1:25.000, Erläuterungen zu Blatt Nr. 2525 Harburg. - Hamburg: Geologisches Landesamt. 120 S.

Ehlers, J. (1990): Untersuchungen zur Morphodynamik der Vereisungen Norddeutschlands unter Berücksichtigung benachbarter Gebiete. - Bremer Beiträge zur Geographie und Raumplanung 19: 166 S.

Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (1996): Das Naturschutzgebiet Fischbeker Heide. – In: Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 1): 49-62.

Prigge, H. (1937): Grundsätzliches über die Endmoränen Norddeutschlands. - Aus der Heimat 50 (2): 33-41.

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