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Oldenfelde-Meiendorf Stellmoorer Tunneltal

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Das Stellmoorer Tunneltal ist durch Schmelzwassererosion unter dem Inlandeisrand der letzten Vereisung (Weichsel-Eiszeit) entstanden. Die Oberflächenformen und der innere Bau des Untergrundes im Bereich des Tunneltals sind gut erforscht.

Stellmoorer Tunneltal

Bemerkungen/Kurzbeschreibung

Mit Hilfe von über 2000 Bohrungen und Peilstangen-Sondierungen wurde der geologische Bau untersucht. Der petrographische Aufbau der weichselzeitlichen Sedimente (kiesige Schmelzwassersande mit Moränenlinsen) und die Gestaltung der unruhigen Weichsel-Basisfläche (z. B. Übertiefungen in der Fließrichtung) zeigen, dass es sich nicht um ein normales Flusstal handelt. Sie weisen auf eine Entstehung durch subglaziale Schmelzwässer hin. Querrippen und Drumlins mit aufragenden saalezeitlichen Sedimentkernen finden sich an der Talsohle.

Die Oberfläche der weichselkaltzeitlichen Sedimente wurde beim Zerfall des Weichsel-Eises durch begrabenes Toteis geprägt. In die Spätphase der Vergletscherung fällt auch die Entstehung des Wallberges. Er ist durch Sedimentaufschüttung unter dem Eis entstanden. An einer Reihe von spätglazialen Seen schlugen die Rentierjäger am Ende der letzten Eiszeit ihre Sommerlager auf. Im Stellmoorer Tunneltal finden sich bedeutsame archäologische Fundplätze. Die „Hamburger Stufe“ dieser jungsteinzeitlichen Jäger und Sammler gehört der Kultur des Magdalénien an.

Lage

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:24
Ortsbezeichnung:Oldenfelde - Meiendorf
Bundesland:Hamburg
TK 25-Nr.:2326 Fuhlsbüttel/2327 Ahrensburg
Rechts- u. Hochwert:R 35 769 - 35 798, H 59 431 - 59 457
Geländehöhe:NN + 8 bis 50 m
Geotoptyp:Tunneltal (durch die letzte Eiszeit, die Weichsel-Eiszeit, geprägte Landschaftsform)

Regionalgeologische
Zuordnung:

Jungmoränenlandschaft

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

Weichsel-Eiszeit

Petrographische
Beschreibung:

Das Tunneltal ist zum Teil mit spät-weichselzeitlichen Schmelzwasserablagerungen, zum Teil mit holozänen Mudden und Torfen verfüllt. Die im Tunneltal vorhandenen Wallberge bestehen aus Kies und Sand.
Genese:

Erosion durch unter dem Gletscher (subglazial) fließende Schmelzwässer; zum Teil Aufschüttung von Wallbergen (Osern) in Schmelzwasserbahnen (sog. Tunneln) unter dem Eis.

Aufschlussart:kein Aufschluss
Größe des Objekts:...
Erreichbarkeit:

gut

Nutzung:

überwiegend Weideland

Zustand des
Objektes:

gut

Schutzstatus:

Naturschutzgebiet (seit 1978)

Literatur

Grube, F. (1968): Zur Geologie der weichsel-eiszeitlichen Gletscherrandzone von Rahlstedt-Meiendorf. Ein Beitrag zur regionalen Geologie von Hamburg. – Abhandlungen und Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg N.F. XIII: 141-194.

Grube, F. (2008): Geologische Streifzüge durch die Meiendorfer Schweiz. - Rahlstedter Jahrbuch für Geschichte & Kultur 2008: 6-14.

Grube, E.-F.; Glitz, D. (1975): Die Schutzwürdigkeit des Stellmoorer Tunneltales (Ahrensburg/Holstein - Hamburg-Rahlstedt). - Hammaburg, NF 2: 21-31.

Grube, E.-F.; Homci, H. (1976): Geologie und Geomorphologie des südlichen Stellmoorer Tunneltales. - In: Tromnau, G. (Hrsg.): Neue Ausgrabungen im Ahrensburger Tunneltal. Ein Beitrag zur Erforschung des Jungpaläolithikums im nordwesteuropäischen Flachland: 94-98. Neumünster: Wachholtz

Homci, H. (1974): Jungpleistozäne Tunneltäler im Nordosten von

Hamburg (Rahlstedt-Meiendorf. - Mitteilungen aus dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Hamburg 43: 99-126.

Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (1996): Das Naturschutzgebiet Stellmoorer Tunneltal. – In: Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 1): 91-102.

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