Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Duvenstedt Wittmoor

Durch Torfabbau und Absenkung des Grundwasserspiegels hat sich das Moor großflächig zu Birken- und Birken-Weiden-Bruchwald entwickelt. Seit 1978 ist die Entwässerung gestoppt worden; die Birken auf den überstauten Flächen sterben ab, und erneute Moorentwicklung setzt ein. Sowohl die zu Hamburg als auch die zu Schleswig-Holstein gehörenden Teile des Wittmoores sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

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Wittmoor

Bemerkungen/Kurzbeschreibung

Das Wittmoor liegt in einer Niederung, die ursprünglich von einer Gletscherzunge der Weichsel-Eiszeit ausgeschürft wurde (Wittmoor-Gletscher nach Grube, 1963). In der feuchten Senke setzte nach dem Ende der Eiszeit Vermoorung ein. Die Moorentwicklung hat hier vom Niedermoor über ein Übergangsmoor zum Hochmoor geführt.  

Während im Hamburger Anteil der ehemalige Hochmoorkörper fast vollständig abgebaut worden ist, ist auf schleswig-holsteinischer Seite ein weitgehend unbeschädigter Hochmoorrumpf erhalten, der von Birkenwald und Birkenbruchwald umsäumt ist. Im Wittmoor ist früher großflächig Torf abgebaut worden.

Wie die Schwarzweiß-Aufnahmen von 1949 zeigen, sind dabei zum Teil Eichenstämme freigelegt worden (untere Bilder). Durch Torfabbau und Absenkung des Grundwasserspiegels hat sich das Moor großflächig zu Birken- und Birken-Weiden-Bruchwald entwickelt. Seit 1978 ist die Entwässerung gestoppt worden; die Birken auf den überstauten Flächen sterben ab (siehe oberes Bild), und erneute Moorentwicklung setzt ein. Sowohl die zu Hamburg als auch die zu Schleswig-Holstein gehörenden Teile des Wittmoores sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Spuren des weichselzeitlichen Dauerfrostbodens sind auf den angrenzenden Geestflächen noch heute im Luftbild erkennbar. Polygonmuster ehemaliger Frostspalten sind auf Grund der Feuchteunterschiede im Boden bei günstiger Witterung klar zu erkennen.

Lage

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:29
Ortsbezeichnung:Duvenstedt
Bundesland:Hamburg, Schleswig-Holstein
TK 25-Nr.:2326 Fuhlsbüttel/2226 Wakendorf
Rechts- u. Hochwert:R 35 705 - 35 717, H 59 514 - 59 537
Geländehöhe:NN + 29-39 m
Geotoptyp:Übergangs-/Hochmoor

Regionalgeologische
Zuordnung:

Randzone der Weichsel-Vereisung

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

Holozän

Petrographische
Beschreibung:

Torf
Genese:

Das Wittmoor ist in einer Niederung entstanden, die von einer Gletscherzunge der Weichsel-Eiszeit ausgeschürft wurde (vgl. Grube, 1963). Hier hat sich durch Vernässung im Holozän ein Übergangs- und später ein Hochmoor entwickelt.

Aufschlussart:kein Aufschluss
Größe des Objekts:ca. 160 ha; davon 72 ha Hamburger Anteile
Erreichbarkeit:

gut

zu erreichen:

über Bus 176, 276, 376 oder 378

Nutzung:

-

Zustand des
Objektes:

Durch Torfabbau und Absenkung des Grundwasserspiegels großflächig zu Birken- und Birken-Weiden-Bruchwäldern entwickelt; Renaturierung wird angestrebt.

Schutzstatus:

Sowohl die zu Hamburg als auch die zu Schleswig-Holstein gehörenden Teile des Wittmoores sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Literatur

Grube, F. (1963): Geologie der Ziegelei-Tongruben von Hamburg-Hummelsbüttel. - Jahrbuch des Alstervereins 42: 25-30.

Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (1996): Das Naturschutzgebiet Wittmoor. – In: Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 1): 35-45.

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