4.1.1 Alleinerziehende

Definition

Alleinerziehende Frauen und Männer 2009 bis 2018 in Hamburg

Bedeutung

Der Indikator zeigt die Verteilung der Sorgearbeit bei nicht zusammenlebenden Elternpaaren auf. Er gibt Hinweise auf

  • die Ungleichverteilung der Sorgearbeit auf Frauen,
  • diskontinuierliche Erwerbsverläufe,
  • Erfordernis eines flexiblen Angebots auch höher qualifizierender Berufsausbildungen in Teilzeit,
  • unzureichende Altersvorsorge.

Alleinerziehende in Hamburg 2009 bis 2018

Die Abbildung veranschaulicht, dass die meisten Alleinerziehenden Frauen sind. Mit teilweise fast dem Zehnfachen (2010) liegen Frauen als Alleinerziehende deutlich über dem Anteil der Männer (Linien). Im Zeitvergleich wird ersichtlich, dass sich dies in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert hat. So verdeutlichen die Säulen, dass 2009 91 Prozent der Alleinerziehenden weiblich sind, im Jahr 2018 waren es 88 Prozent.

Alleinerziehende (in 1.000) in Hamburg 2009 bis 2018

Jahr Frauen Männer Insgesamt
2009 58 7 64
2010 65 7 72
2011 63 8 71
2012 63 9 72
2013 61 9 70
2014 62 8 70
2015 62 8 70
2016 56 9 65
2017 56 8 64
2018 54 8 62

Methodischer Hinweis

Die Daten stammen aus dem Mikrozensus, einer monatlichen Haushaltsbefragung der Bevölkerung am Hauptwohnsitz mit einer Ein-Prozent-Stichprobe, die auf der Grundlage der Bevölkerungszahlen des Zensus (Volkszählung) die Ergebnisse auf die gesamte Bevölkerung hochrechnet. Bis 2010 werden die Ergebnisse der Volkszählung 1987 fortgeschrieben. Mit Fertigstellung des Zensus 2011 sind die daraus resultierenden Bevölkerungszahlen die neue Grundlage, woraus sich eine Einschränkung der Vergleichbarkeit der Daten zwischen 2009 und 2010 sowie 2011 und 2018 ergibt.

Die amtliche Statistik definiert Alleinerziehende primär als Mütter oder Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartnerin bzw. -partner mit mindestens einem ledigen Kind unter 18 Jahren in einem Haushalt zusammenleben. Unerheblich ist dabei, wer im juristischen Sinn für das Kind sorgeberechtigt ist. Im Vordergrund steht im Mikrozensus vielmehr der aktuelle und alltägliche Lebens- und Haushaltszusammenhang. Aus diesem Grund wird auch nicht zwischen leiblichen, Stief-, Pflege- und Adoptivkindern unterschieden.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Mikrozensus 2010 bis 2019

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