4.1.1 Alleinerziehende

Definition

Alleinerziehende Frauen und Männer 2008 bis 2017 in Hamburg

Bedeutung

Der Indikator zeigt die Verteilung der Sorgearbeit bei nicht zusammenlebenden Elternpaaren auf. Er gibt Hinweise auf

  • die Ungleichverteilung der Sorgearbeit auf Frauen,
  • diskontinuierliche Berufsverläufen,
  • Erfordernis eines flexiblen Angebots auch höher qualifizierender Berufsausbildungen in Teilzeit,
  • unzureichende Altersvorsorge,

Alleinerziehende in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Die Abbildung veranschaulicht, dass die meisten Allerziehenden Frauen sind. Mit teilweise fast dem Zehnfachen (2010) liegen Frauen als Alleinerziehende deutlich über dem Anteil der Männer (Säulen). Im Zeitvergleich wird anhand der Linien deutlich, dass sich dies in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert hat. So waren 2008 88 Prozent der Alleinerziehenden weiblich, 2010 waren es 90 Prozent und im Jahr 2017 waren es wieder 88 Prozent.

Alleinerziehende (in 1.000) in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Jahr Frauen Männer Insgesamt
2008 58 8 66
2009 58 7 64
2010 65 7 72
2011 63 8 71
2012 63 9 72
2013 61 9 70
2014 62 8 70
2015 62 8 70
2016 56 9 65
2017 56 8 64

Methodischer Hinweis

Die Daten stammen aus dem Mikrozensus, einer monatlichen Haushaltsbefragung der Bevölkerung am Hauptwohnsitz mit einer Ein-Prozent-Stichprobe, die auf der Grundlage der Bevölkerungszahlen des Zensus (Volkszählung) die Ergebnisse auf die gesamte Bevölkerung hochrechnet. Bis 2010 werden die Ergebnisse der Volkszählung 1987 fortgeschrieben. Mit Fertigstellung des Zensus 2011 sind die daraus resultierenden Bevölkerungszahlen die neue Grundlage, woraus sich eine Einschränkung der Vergleichbarkeit der Daten zwischen 2008 und 2010 sowie 2011 und 2017 ergibt.

Die amtliche Statistik definiert Alleinerziehende primär als Mütter oder Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartnerin bzw. -partner mit mindestens einem ledigen Kind unter 18 Jahren in einem Haushalt zusammenleben. Unerheblich ist dabei, wer im juristischen Sinn für das Kind sorgeberechtigt ist. Im Vordergrund steht im Mikrozensus vielmehr der aktuelle und alltägliche Lebens- und Haushaltszusammenhang. Aus diesem Grund wird auch nicht zwischen leiblichen, Stief-, Pflege- und Adoptivkindern unterschieden.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Mikrozensus, Hamburg 2008 bis 2017