Gleichstellungsmonitor 3. Arbeit und Einkommen

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3. Arbeit und Einkommen

Nicht zuletzt durch den strukturellen Wandel am Arbeitsmarkt, die Chancen der Digitalisierung und die Zunahme flexibler Beschäftigungsformen hat sich die Erwerbsquote der Frauen schrittweise erhöht.

Dabei sind Frauen allerdings immer noch häufig in geringfügigen oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen, in Teilzeitbeschäftigungen und/oder in Leiharbeit tätig. Nach wie vor übernehmen überwiegend Frauen die Verantwortung für Familien- und Sorgearbeit. Infolgedessen sind es auch insbesondere Frauen, die sich den Herausforderungen einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen, immer wieder auf Aufstiegsmöglichkeiten verzichten müssen und dabei gleichzeitig auf (institutionalisierte) Dienstleistungen und Unterstützungsangebote angewiesen sind. Erwerbsunterbrechungen, nicht hinreichend existenzsichernde Erwerbsverhältnisse oder die Schwierigkeit, überhaupt eine Anstellung finden zu können gehen mit den Vereinbarkeitsanforderungen einher. 

Vielfach ist die Konsequenz daraus die Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen im Alter und ein deutlich erhöhtes Risiko für Altersarmut.

In Berufsfeldern, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, liegen die Verdienste überdies zum Teil erheblich unter den Einkommen in „typischen Männerberufen“. Die unbereinigte statistische Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern liegt in den letzten Jahren bundesweit nahezu unverändert bei 21 beziehungsweise 22 Prozent. Für Hamburg geben Ihnen die nächsten Seiten detailliert Auskunft zum so genannten Gender Pay Gap. 

Die Ursachen der Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen sind vielfältig und fordern neben der konsequenten Anwendung des Lohngleichheitsgesetzes weitere politische Maßnahmen. Es bleibt eine zentrale Herausforderung, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern. Daneben ist es notwendig, sich auch mit dem Berufswahlverhalten von Frauen und Männern, das heißt sektoraler Segregation, unter anderem aufgrund von geschlechterstereotyper Berufsberatung durch Eltern, Lehrende und Agenturen zu befassen.

Die in diesem Kapitel dargestellten Indikatoren legen die Unterschiede in der Erwerbs- und Einkommenssituation von Frauen dar und geben Hinweise auf mögliche Einflüsse geschlechtsspezifischer Rollenzuschreibungen sowie die Notwendigkeit verbesserungswürdiger Rahmenbedingungen für Frauen.

Sie liefern Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern Anhaltspunkte für die Entwicklung konstruktiver Maßnahmen, die dazu geeignet sind, Frauen wie Männern ein eigenständiges und existenzsicherndes Einkommen in allen Berufsgruppen und Branchen zu ermöglichen.