3.1.2 Arbeitszeitmodelle nach Wirtschaftsbereichen

Definition

Frauen und Männer in Vollzeit- und Teilzeitarbeit sowie in geringfügiger Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich in Hamburg 2009 bis 2018

Bedeutung

Der Indikator bildet die Verteilung von Frauen und Männern in Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügigen Arbeitsverhältnissen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich ab. Er gibt Hinweise auf:

  • die Rolle von Geschlechterstereotypen bei Berufswahl und -ausübung,
  • unterschiedliche Attraktivität der Erwerbsbereiche für Frauen und Männer sowie
  • mögliche Vereinbarkeitsgefälle.

Beschäftigte in Hamburg 2009 bis 2018 nach Wirtschaftsbereichen

Diese Abbildung zeigt, dass sowohl Frauen als auch Männer überwiegend im Dienstleistungsbereich tätig sind. Im Produzierenden Gewerbe war im Jahr 2018 der Anteil der beschäftigten Männer mit 20,8 Prozent gut dreimal so hoch wie der der Frauen (6,2 Prozent).

Beschäftigte in Hamburg 2009 bis 2018 nach Wirtschaftsbereichen

Produzierendes Gewerbe Dienstleistungsbereich
Jahr Frauen Männer Frauen Männer
in %
2009 7,3 22,7 92,7 77,2
2010 7,3 21,9 92,7 78,1
2011 7,3 22,2 92,7 77,8
2012 7,2 24,2 92,8 75,8
2013 6,9 23,5 93,0 76,4
2014 7,1 23,8 92,9 76,3
2015 6,8 22,4 93,2 77,6
2016 7,2 23,2 92,8 76,8
2017 6,7 21,5 93,3 78,5
2018 6,2 20,8 93,8 79,3

Arbeitszeitmodelle im Produzierenden Gewerbe in Hamburg 2009 bis 2018

Im Produzierenden Gewerbe ist die Vollzeitbeschäftigung sowohl bei Frauen (2018: 65,5 Prozent) als auch bei Männern (2018: 94,3 Prozent) das überwiegende Arbeitszeitmodell. Im Zeitverlauf von 2009 bis 2018 hat Teilzeitarbeit bei den Frauen um knapp neun Prozentpunkte zugenommen, was mit einem Rückgang von drei Prozentpunkten bei der Vollzeitarbeit und von gut fünf Prozentpunkten bei der geringfügigen Beschäftigung einherging.

Arbeitszeitmodelle im Dienstleistungsbereich in Hamburg 2009 bis 2018

Auch im Dienstleistungsbereich ist die Vollzeitbeschäftigung bei den Männern dominierend (77,7 Prozent der Arbeitszeitmodelle im Jahr 2018). Während sich der Anteil der geringfügig Beschäftigten im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2009 um 2 Prozentpunkte verringert hat, nahm der Anteil der Teilzeitbeschäftigung um gut fünf Prozentpunkte auf 12,7 Prozent zu.

Im Jahr 2009 arbeiteten bei den Frauen 55,2 Prozent in Vollzeit. Bis 2018 nahm dieser Anteil auf 48 Prozent ab, knapp 30 Prozentpunkte unter dem Vollzeitanteil der Männer. Teilzeitbeschäftigung hat bei Frauen von 2009 bis 2018 um knapp acht Prozentpunkte auf 40,2 Prozent zugelegt und entsprechend an Bedeutung gewonnen.

Arbeitszeitmodelle in Prozent der Beschäftigten in Hamburg 2009 bis 2018 nach Wirtschaftsbereichen

Produzierendes Gewerbe Dienstleistungsbereich
Jahr Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt
in % in %
weiblich
2009 68,9 19,3 11,8 55,2 32,4 12,4
2010 68,4 20,6 11,0 54,2 32,8 13,0
2011 69,3 20,5 10,3 53,5 34,0 12,6
2012 66,4 24,9 8,7 51,7 37,6 10,6
2013 66,6 26,1 7,3 50,4 38,4 11,2
2014 66,9 25,8 7,3 49,9 38,3 11,8
2015 66,8 25,8 7,4 48,9 38,4 12,8
2016 67,1 27,0 5,9 49,1 39,0 11,9
2017 66,3 27,4 6,3 48,9 39,6 11,4
2018 65,5 27,9 6,7 48,0 40,2 11,8
männlich
2009 95,5 1,9 2,6 84,9 7,4 7,8
2010 95,7 1,7 2,6 83,9 7,7 8,4
2011 95,8 1,7 2,6 83,3 8,0 8,7
2012 96,1 2,0 1,9 82,8 9,7 7,6
2013 96,2 2,1 1,7 82,1 9,9 8,0
2014 95,8 2,3 1,9 79,8 10,3 9,9
2015 95,2 2,6 2,2 80,3 11,2 8,5
2016 95,1 2,5 2,4 80,9 10,6 8,5
2017 95,2 2,5 2,3 80,2 11,7 8,1
2018 94,3 3,9 1,8 77,7 12,7 9,6

Methodische Hinweise

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Sie wird als Stichprobenerhebung durchgeführt. Grundsätzlich werden Betriebe mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einbezogen. Für ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen auch Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Für Einheiten der Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ werden die Merkmale aus der Personalstandstatistik und aus Tarifangaben geschätzt und fließen in das Ergebnis des Dienstleistungsbereichs ein.

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen erfragt. Auszubildende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit werden nicht einbezogen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten als teilzeitbeschäftigt, wenn ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt.

Datenquelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2009 bis 2018 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008))

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