3.1.2 Arbeitszeitmodelle nach Wirtschaftsbereichen

Definition

Frauen und Männer in Vollzeit- und Teilzeitarbeit sowie in geringfügiger Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich in Hamburg 2008 bis 2017

Bedeutung

Der Indikator bildet die Verteilung von Frauen und Männern auf Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügige Arbeitsverhältnisse im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich ab.

Er steht im Zusammenhang mit

  • Stereotype in Berufswahl und -ausübung,
  • unterschiedliche Attraktivität der Erwerbsbereiche für Frauen und Männer sowie
  • möglichen Vereinbarkeitsgefällen.

Beschäftigte in Hamburg 2008 bis 2017 nach Wirtschaftsbereichen und Geschlecht

Diese Abbildung zeigt, dass sowohl Frauen als auch Männer überwiegend im Dienstleistungsbereich tätig sind. Im Produzierenden Gewerbe war im Jahr 2017 der Anteil der beschäftigten Männer mit 21,5 Prozent gut dreimal so hoch wie der der Frauen (6,7 Prozent).

Beschäftigte in Hamburg 2008 bis 2017 nach Wirtschaftsbereichen und Geschlecht

Produzierendes Gewerbe Dienstleistungsbereich
Jahr Frauen Männer Frauen Männer
in %
2008 7,4 22,7 92,6 77,3
2009 7,3 22,7 92,7 77,2
2010 7,3 21,9 92,7 78,1
2011 7,3 22,2 92,7 77,8
2012 7,2 24,2 92,8 75,8
2013 6,9 23,5 93,0 76,4
2014 7,1 23,8 92,9 76,3
2015 6,8 22,4 93,2 77,6
2016 7,2 23,2 92,8 76,8
2017 6,7 21,5 93,3 78,5

Arbeitszeitmodelle im Produzierenden Gewerbe in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Im Produzierenden Gewerbe ist die Vollzeitbeschäftigung sowohl bei Frauen (2017: 66,3 Prozent) als auch bei Männern (2017: 95,2 Prozent) das überwiegende Arbeitszeitmodell. Im Zeitverlauf von 2008 bis 2017 hat die Teilzeit bei den Frauen um knapp neun Prozentpunkte zugenommen, was mit einem Rückgang von knapp vier Prozentpunkten bei der Vollzeitarbeit und von gut fünf Prozentpunkten bei der geringfügigen Beschäftigung einherging.

Arbeitszeitmodelle im Dienstleistungsbereich in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Auch im Dienstleistungsbereich ist die Vollzeitbeschäftigung bei den Männern dominierend (80,2 Prozent der Arbeitszeitmodelle im Jahr 2017). Während sich der Anteil der geringfügig Beschäftigten im Jahr 2017 im Vergleich zum Jahr 2008 nicht verändert hat, nahm der Anteil der Teilzeitbeschäftigung um gut vier Prozentpunkte auf 11,7 Prozent zu.

Im Jahr 2008 arbeiteten bei den Frauen 54,9 Prozent in Vollzeit. Bis 2017 nahm dieser Anteil auf 48,9 Prozent ab, gut 31 Prozentpunkte unter dem Vollzeitanteil der Männer. Teilzeitbeschäftigung hat bei Frauen von 2008 bis 2017 um knapp acht Prozentpunkte auf 39,6 Prozent zugelegt und entsprechend an Bedeutung gewonnen.

Arbeitszeitmodelle in Prozent der Beschäftigten in Hamburg 2008 bis 2017 nach Wirtschaftsbereichen und Geschlecht

Produzierendes Gewerbe Dienstleistungsbereich
Jahr Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt
in % in %
weiblich
2008 69,8 18,5 11,7 54,9 32,1 13,0
2009 68,9 19,3 11,8 55,2 32,4 12,4
2010 68,4 20,6 11,0 54,2 32,8 13,0
2011 69,3 20,5 10,3 53,5 34,0 12,6
2012 66,4 24,9 8,7 51,7 37,6 10,6
2013 66,6 26,1 7,3 50,4 38,4 11,2
2014 66,9 25,8 7,3 49,9 38,3 11,8
2015 66,8 25,8 7,4 48,9 38,4 12,8
2016 67,1 27,0 5,9 49,1 39,0 11,9
2017 66,3 27,4 6,3 48,9 39,6 11,4
männlich
2008 95,3 2,1 2,6 84,2 7,4 8,4
2009 95,5 1,9 2,6 84,9 7,4 7,8
2010 95,7 1,7 2,6 83,9 7,7 8,4
2011 95,8 1,7 2,6 83,3 8,0 8,7
2012 96,1 2,0 1,9 82,8 9,7 7,6
2013 96,2 2,1 1,7 82,1 9,9 8,0
2014 95,8 2,3 1,9 79,8 10,3 9,9
2015 95,2 2,6 2,2 80,3 11,2 8,5
2016 95,1 2,5 2,4 80,9 10,6 8,5
2017 95,2 2,5 2,3 80,2 11,7 8,1

Methodische Hinweise

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Sie wird als Stichprobenerhebung durchgeführt. Grundsätzlich werden Betriebe mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einbezogen. Für ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen auch Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Für Einheiten der Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ werden die Merkmale aus der Personalstandstatistik und aus Tarifangaben geschätzt und fließen in das Ergebnis des Dienstleistungsbereichs ein.

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen erfragt. Auszubildende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit werden nicht einbezogen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten als teilzeitbeschäftigt, wenn ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt.

Datenquelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2008 bis 2017 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008))