3.1.1 Arbeitszeitmodelle

Definition

Frauen und Männer in Vollzeit- und Teilzeitarbeit in Hamburg 2009 bis 2018

Bedeutung

Der Indikator zeigt die Verteilung von Frauen und Männern auf Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügige Arbeitsverhältnisse auf. Er gibt Hinweise auf

  • diskontinuierliche Erwerbsverläufe bei Frauen,
  • die Schwierigkeit einer wirtschaftlich unabhängigen Lebensführung von Frauen aufgrund ihres hohen Anteils an Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung,
  • unzureichende Altersvorsorge insbesondere bei Frauen,
  • die möglicherweise geringere Wahrscheinlichkeit für Frauen, eine Führungsposition zu erreichen.

Arbeitszeitmodelle in Hamburg 2009 bis 2018

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist Vollzeitarbeit das überwiegende Arbeitszeitmodell, auch wenn diese Form der Erwerbsarbeit zwischen 2009 und 2018 zurückgegangen ist (Frauen: sieben Prozentpunkte; Männer: sechs Prozentpunkte). Dafür erfuhr die Teilzeitbeschäftigung einen Anstieg um acht (Frauen) bzw. fünf (Männer) Prozentpunkte. Der Anteil der geringfügig beschäftigten Männer nahm etwas zu und lag 2018 bei acht Prozent. Bei den Frauen liegt dieser Anteil insgesamt auf einem stabilen Niveau von zwölf Prozent. Im Jahr 2018 bestand der Hauptunterschied zwischen Frauen und Männern darin, dass der Anteil der Vollzeitarbeit bei den Frauen 32 Prozentpunkte niedriger war als bei den Männern. Frauen arbeiteten häufiger in Teilzeitarbeit (29 Prozentpunkte mehr als die Männer).

Hinweis: Abweichungen zu 100 durch Rundungen.

Arbeitszeitmodelle der Beschäftigten in Hamburg 2009 bis 2018

Frauen Männer
Jahr Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt
in % in %
2009 56,2 31,4 12,4 87,2 6,1 6,6
2010 55,2 31,9 12,9 86,5 6,4 7,1
2011 54,6 33,0 12,4 86,1 6,6 7,3
2012 52,8 36,7 10,5 86,0 7,8 6,2
2013 51,5 37,5 10,9 85,3 8,1 6,5
2014 51,1 37,4 11,5 83,7 8,4 8,0
2015 50,1 37,5 12,4 83,6 9,3 7,1
2016 50,4 38,1 11,5 84,2 8,7 7,1
2017 50,1 38,8 11,1 83,4 9,7 6,9
2018 49,1 39,4 11,5 81,2 10,9 8,0

Methodische Hinweise

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Sie wird als Stichprobenerhebung durchgeführt. Grundsätzlich werden Betriebe mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einbezogen. Für ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen auch Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Für Einheiten der Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ werden die Merkmale aus der Personalstandstatistik und aus Tarifangaben geschätzt.

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen erfragt. Auszubildende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit werden nicht einbezogen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten als teilzeitbeschäftigt, wenn ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2009 bis 2018 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008))

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