3.1.1 Arbeitszeitmodelle

Definition

Frauen und Männer in Vollzeit- und Teilzeitarbeit in Hamburg 2008 bis 2017

Bedeutung

Der Indikator zeigt die Verteilung von Frauen und Männern auf Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügige Arbeitsverhältnisse auf. Er gibt Hinweise auf

  • diskontinuierliche Erwerbsverläufe bei Frauen,
  • die Einschränkung eigenständiger, wirtschaftlich unabhängiger Lebensführung,
  • unzureichende Altersvorsorge insbesondere bei Frauen
  • die möglicherweise geringere Wahrscheinlichkeit, eine Führungsposition zu erreichen.

Arbeitszeitmodelle in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist Vollzeitarbeit das überwiegende Arbeitszeitmodell, auch wenn diese zwischen 2008 und 2017 zurückgegangen ist (Frauen: sechs Prozentpunkte; Männer: vier Prozentpunkte). Dafür erfuhr die Teilzeitbeschäftigung einen Anstieg um acht (Frauen) bzw. vier (Männer) Prozentpunkte. Der Anteil der geringfügigen Beschäftigung bewegt sich bei den Männern auf einem insgesamt stabilen Niveau von sieben Prozent. Im Laufe der Jahre sank bei den Frauen der Anteil der geringfügigen Beschäftigung um zwei Prozentpunkte auf elf Prozent.

Im Jahr 2017 bestand der Hauptunterschied zwischen Frauen und Männern darin, dass der Anteil der Vollzeitarbeit bei den Frauen 33 Prozentpunkte niedriger war als bei den Männern. Frauen arbeiteten häufiger in Teilzeitarbeit (29 Prozentpunkte mehr als die Männer).

Hinweis: Abweichungen zu 100 durch Rundungen.

Arbeitszeitmodelle in Prozent der Beschäftigten in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

 Frauen Männer
Jahr Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt Vollzeit Teilzeit Geringfügig beschäftigt
in % in %
2008 56,0 31,1 12,9 86,7 6,2 7,1
2009 56,2 31,4 12,4 87,2 6,1 6,6
2010 55,2 31,9 12,9 86,5 6,4 7,1
2011 54,6 33,0 12,4 86,1 6,6 7,3
2012 52,8 36,7 10,5 86,0 7,8 6,2
2013 51,5 37,5 10,9 85,3 8,1 6,5
2014 51,1 37,4 11,5 83,7 8,4 8,0
2015 50,1 37,5 12,4 83,6 9,3 7,1
2016 50,4 38,1 11,5 84,2 8,7 7,1
2017 50,1 38,8 11,1 83,4 9,7 6,9

Methodische Hinweise

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Sie wird als Stichprobenerhebung durchgeführt. Grundsätzlich werden Betriebe mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einbezogen. Für ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen auch Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Für Einheiten der Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ werden die Merkmale aus der Personalstandstatistik und aus Tarifangaben geschätzt.

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen erfragt. Auszubildende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit werden nicht einbezogen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten als teilzeitbeschäftigt, wenn ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2008 bis 2017 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)