4.2.4 Art der Pflege

Definition

Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2009 bis 2017 nach Leistungsarten

Bedeutung

Der Indikator weist die Verteilung bei Frauen und Männern in stationärer und ambulanter Pflege aus. Er gibt Hinweise auf

  • eine mögliche Zurückhaltung hinsichtlich der Antragsstellung bei Männern,
  • eingeschränkte familiäre Pflegeressourcen, insbesondere für ältere Frauen,
  • ein tendenziell höheres Alter und damit höhere Pflegebedürftigkeit von Frauen,
  • ein höheres Risiko pflegeintensiver Krankheiten bei Frauen.

Leistungsempfängerinnen und -empfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2009 bis 2017 nach Leistungsarten

Von 2009 bis 2017 stieg die Zahl der zu Hause gepflegten Frauen um 38,7 Prozent auf gut 28.200 (Linien). Hierbei handelt es sich um Leistungsempfängerinnen, die von ambulanten Diensten betreut wurden oder ausschließlich Pflegegeld erhielten (Betreuung durch Angehörige). Demgegenüber bleibt die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen versorgten Frauen im Zeitverlauf nahezu unverändert und lag 2017 bei gut 11.400. Bei den Männern ist sowohl ein Anstieg der häuslichen Pflege (um 64,3 Prozent auf gut 18.600) als auch eine Zunahme der vollstationären Heimbetreuung um 48,0 Prozent auf knapp 4.900 zu verzeichnen. Von allen zu Hause gepflegten Personen waren im Beobachtungszeitrum jeweils rund zwei Fünftel Frauen (Säulen). Bei der vollstationären Heimpflege ging der Frauenanteil zwischen 2009 und 2017 von 77 auf 70 Prozent zurück.

Leistungsempfängerinnen und -empfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2009 bis 2017 nach Leistungsarten

Es ist erkennbar, dass pflegebedürftige Frauen in allen Jahren vergleichsweise häufiger in Heimen und von ambulanten Pflegediensten betreut werden als Männer, also öfter auf „institutionelle“ Pflege angewiesen sind als männliche Pflegebedürftige. Beim reinen Bezug von Pflegegeld, hinter dem regelmäßig eine Betreuung ausschließlich durch Angehörige, Verwandte und / oder Bekannte steht, war es dagegen umgekehrt.

Leistungsempfängerinnen und -empfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2017 nach Leistungsarten

Frauen

Männer

 

Von allen Leistungsempfängerinnen erhielten 2017 die meisten (39,2 Prozent) ausschließlich Pflegegeld und wurden zu Hause von Angehörigen betreut. Bei 32,0 Prozent erfolgt die häusliche Pflege durch professionelle Pflegedienste. Bei 28,8 Prozent war eine vollstationäre Unterbringung in Pflegeheimen erforderlich. Demgegenüber erhielten über die Hälfte (52,5 Prozent) aller Leistungsbezieher ausschließlich Pflegegeld. Bei 26,7 Prozent kam ein ambulanter Pflegedienst zur Betreuung ins Haus und 20,8 Prozent aller pflegedürftigen Männer wurden vollstationär in Heimen versorgt.

Leistungsempfängerinnen und -empfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2009 bis 2017 nach Leistungsarten

zu Hause Gepflegte
Jahr insgesamt vollstationäre Pflege in Pflegeheimen von ambulanten Pflegediensten Bezug von ausschließlich Pflegegeld
weiblich
2009 31.363 11.027 9.606 10.730
2011 31.092 11.230 9.323 10.539
2013 33.619 11.687 10.608 11.324
2015 35.754 11.525 11.407 12.822
2017 39.639 11.434 12.674 15.531
männlich
2009 14.634 3.309 4.195 7.130
2011 16.115 3.643 4.190 8.282
2013 18.507 4.318 5.040 9.149
2015 20.569 4.607 5.604 10.358
2017 23.506 4.896 6.276 12.334
insgesamt
2009 45.997 14.336 13.801 17.860
2011 47.207 14.873 13.513 18.821
2013 52.126 16.005 15.648 20.473
2015 56.323 16.132 17.011 23.180
2017 63.145 16.330 18.950 27.865

Methodischer Hinweis

Erfasst sind die Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Pflegeversicherung, auch wenn deren Pflegebedarf zusätzlich aus anderen Quellen finanziert wird. Die Pflegestatistik wird zweijährlich durchgeführt. Für die von Pflegediensten und Pflegeheimen betreuten Personen ist das bestehende Vertragsverhältnis am 15.12. maßgebend, bei Personen mit ausschließlichem Bezug von Pflegegeld erfolgt die Erhebung zum 31.12.. Pflegebedürftige Personen, die keinerlei Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, ihren Pflegebedarf etwa ausschließlich durch Eigenmittel, Leistungen der Krankenversicherung oder der Sozialhilfe bestreiten, werden in der Pflegestatistik nicht erfasst.

Datenquelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Pflegestatistik 2018

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch