Gleichstellungsmonitor 2. Bildung, Ausbildung und wissenschaftliche Qualifizierung

Ausbildung, Teamwork, Profession

2. Bildung, Ausbildung und wissenschaftliche Qualifizierung

Unter Bildung wird im Allgemeinen die Aneignung oder der Besitz von Wissen verstanden. Diese kann sowohl autodidaktisch erworben sein als auch in Schulen, Hochschulen und in der betrieblichen Ausbildung vermittelt werden. Gemessen wird der Bildungsstand der Bevölkerung überwiegend durch die Anzahl der schulischen, betrieblichen und akademischen Abschlüsse.

Gleichwohl richtet sich das Interesse in der Bildungsforschung und -statistik aber auch auf den Elementarbereich, das heißt auf die frühkindliche Bildung, sowie auf die Übergangsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Bildungseinrichtungen.

Der Bildungsstand ist sowohl mikro- als auch makroökonomisch von herausragender Bedeutung. Sozialer Wohlstand und die Chance für eine selbstbestimmte Lebensführung korrelieren nachweislich mit dem Ausmaß individueller Bildung und der Möglichkeit, Bildungsabschlüsse adäquat beruflich zu verwerten.

Unabhängig vom Geschlecht verbessert ein hoher Bildungsstand die Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt, ungebrochene Erwerbsbiografien, ein hohes Einkommen und damit einhergehend breite gesellschaftliche Teilhabe.

Mädchen und jungen Frauen sind nachweislich bei den Schulabschlüssen im Vergleich erfolgreicher als Jungen und junge Männer. Wir wissen aber heute, dass sich dessen ungeachtet geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten bereits im Kindes- und Jugendalter herausbilden und Geschlechterstereotype weitgehend angenommen werden. Das wirkt sich nachhaltig auf Berufs- und Studienwahlverhalten aus und führt zu unterschiedlichen Segregationsprozessen, die Mädchen und Frauen auf den Arbeitsmarkt benachteiligen können.

Obwohl in Hamburg bereits einige erfolgreiche Programme mit dem Ziel aufgelegt wurden, der geschlechtsspezifischen Ungleichverteilung im Bildungssektor durch spezifische Maßnahmen entgegenzuwirken, zeigen die Indikatoren dieses Kapitels weiteren Handlungsbedarf auf.