1.1.2 Bundestagswahl

Definition:

Wahlbeteiligung und Parteipräferenz von wahlberechtigten Frauen und Männern in Hamburg 2002 bis 2017 nach Altersgruppen

Der Indikator bildet geschlechtsspezifisches Wahl- und Wahlbeteiligungsverhalten ab.

Er gibt Hinweise auf

  • die Einflussnahme von Frauen und Männern auf politisches Geschehen,
  • einen möglicherweise bestehenden Gender Gap,
  • die Wahlbeteiligung nach Geschlecht,
  • die Wahlbeteiligung nach Alter,
  • Zielgruppen,
  • Politikfelder,
  • Demografie.

Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen in Hamburg 2002 bis 2017 nach Geschlecht

Die Unterschiede bezüglich der Wahlbeteiligung zwischen Frauen und Männern sind äußerst gering. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede variieren im Bereich von 0,6 bis höchstens 1,2 Prozentpunkte. Dennoch ist ersichtlich, dass die Wahlbeteiligung der Männer in den Jahren 2002 und 2005 noch etwas höher lag. Seit 2009 beteiligen sich hingegen mehr Frauen als Männer an der Bundestagswahl.

Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl in Hamburg 2017 nach Altersgruppen und Geschlecht

Während die Wahlbeteiligung der Wählerinnen über 60 Jahre 3,4 Prozentpunkte unter der der gleichaltrigen Wähler lag, wählten unter jüngeren Jahrgängen deutlich mehr Frauen als Männer. Die Wahlbeteiligung der Frauen betrug bei den 18- bis 34-Jährigen rund fünf Prozentpunkte mehr als bei den Männern.

Parteipräferenz bei der Bundestagswahl in Hamburg 2017 nach Geschlecht

Frauen

Männer

 

Parteipräferenz bei der Bundestagswahl in Hamburg 2013 nach Geschlecht

Frauen

Männer

 

Die CDU hatte sowohl 2013 als auch 2017 deutlich mehr Unterstützung von Wählerinnen als von Wählern. Auch die Unterstützung der GRÜNEN fiel bei Frauen deutlich höher aus als bei Männern. Umgekehrt wählten Männer häufiger FDP, AfD und die LINKE. Bei der SPD war die Zustimmung von Frauen und Männern ungefähr gleich groß.

Parteipräferenz der Frauen bei der Bundestagswahl in Hamburg 2017 nach Alter

Die Grafik verdeutlicht, dass bei der Bundestagswahl 2017 die Unterstützung der SPD und der CDU durch Frauen mit zunehmendem Alter stieg. Eine Ausnahme bilden die 18- bis 24-Jährigen, bei denen die Zustimmung zur SPD höher lag als bei 25- bis 44-Jährigen. Auffällig ist zudem der größere Anteil dieser Wählerinnen, die sich für die Partei Die LINKE sowie die GRÜNEN entschieden.

Parteipräferenz der Männer bei der Bundestagswahl in Hamburg 2017 nach Alter

Bei Männern fiel die Zustimmung zu den GRÜNEN und zur Partei Die LINKE ebenfalls in den jüngeren Jahrgängen höher aus. Die 18- bis 24-Jährigen wählten die SPD deutlich häufiger als die 25- bis 44-Jährigen. Klar erkennbar war auch die Zustimmung zur AfD mit zunehmendem Alter.

Wahlbeteiligung und Parteipräferenz bei Bundestagswahlen in Hamburg 2009 bis 2017 nach Alter und Geschlecht

Wahlbeteiligung / Partei 2009 2013 2017
weiblich
Wahlbeteiligung 71,8 73,2 76,3
CDU 29,1 32,8 29,0
SPD 28,7 32,6 23,2
GRÜNE 17,3 15,0 16,8
Die LINKE 9,8 8,3 12,2
FDP 11,4 3,9 9,0
AfD - 3,5 5,3
Sonstige 3,6 3,8 4,6
männlich
Wahlbeteiligung 71,1 72,6 75,1
CDU 24,6 28,1 22,5
SPD 27,3 32,9 23,5
GRÜNE 13,6 11,7 12,6
Die LINKE 13,1 9,9 13,9
FDP 14,9 6,1 12,5
AfD - 5,3 10,0
Sonstige 6,5 6,1 5,1
insgesamt
Wahlbeteiligung 71,5 72,9 75,8
CDU 27,0 30,6 25,9
SPD 28,0 32,8 23,3
GRÜNE 15,6 13,5 14,8
Die LINKE 11,4 9,1 13,0
FDP 13,1 4,9 10,6
AfD - 4,3 7,5
Sonstige 4,9 4,9 4,8

Methodischer Hinweis

Die aufgeführten Ergebnisse beruhen auf der Erhebung der repräsentativen Wahlstatistik. Die repräsentative Wahlstatistik, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften erhoben wird, ermöglicht Aufschlüsse über die alters- und geschlechtsspezifische Parteipräferenz. Sie wird in Hamburg bei Bürgerschafts-, Bundestags-, und Europawahlen durchgeführt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Repräsentative Wahlstatistik Hamburg 2017