1.1.1 Europawahl

Definition:

Wahlbeteiligung und Parteienpräferenz von Frauen und Männern in Hamburg zur Europawahl 2004 bis 2019

Bedeutung

Der Indikator bildet die Wahlbeteiligung und die Parteienpräferenz von Frauen und Männern in Hamburg zu den Europawahlen 2004 bis 2019 nach Altersgruppen ab. Er gibt Hinweise auf:

  • die Einflussnahme von Frauen und Männern auf politisches Geschehen,
  • einen möglicherweise bestehenden Gender Gap,
  • mögliche Handlungsbedarfe bei einzelnen definierbaren Zielgruppen.

Wahlbeteiligung bei den Europawahlen in Hamburg 2004 bis 2019

2004 gingen noch verhältnismäßig weniger Frauen zur Europawahl als Männer, bei den Wahlen 2009 und 2014 lagen sie bereits gleichauf mit den Männern. Bei den Wahlen 2014 und 2019 lag die Wahlbeteiligung von Frauen über der der Männer. Während bei den Wahlen 2004 und 2009 die Wahlbeteiligung zwischen 35,2 und 36,2 Prozent lag, stieg sie bei Frauen wie bei Männern zur Europawahl 2014 auf rund 47 Prozent. Ein starker Anstieg der Wahlbeteiligung wurde zur Europawahl 2019 verzeichnet. Hier lag die Beteiligung der Frauen bei 62,1 Prozent, die der Männer bei 61,6 Prozent.

Wahlbeteiligung bei der Europawahl in Hamburg 2019 nach Altersgruppen

Betrachtet man die Wahlbeteiligung getrennt nach Altersgruppen, waren bei der Wahl 2019 deutliche Unterschiede zu erkennen. Bei den älteren Jahrgängen ab 60 Jahren lag die Wahlbeteiligung der Männer knapp neun Prozentpunkte über der der Frauen. Bei den 25- bis 34-Jährigen war hingegen die Wahlbeteiligung der Frauen knapp zehn Prozentpunkte über der der Männer. Insgesamt stieg die Wahlbeteiligung mit zunehmendem Alter deutlich an.

Parteipräferenz bei der Europawahl in Hamburg 2019

Frauen

Männer

 

Unterschiede im Wahlverhalten zwischen Frauen und Männern zeigten sich im Jahr 2019 nur gering. So gingen die GRÜNEN insgesamt als stärkste Partei aus der Wahl hervor. Die Partei wurde von 30,5 Prozent der Frauen und 24,6 Prozent der Männer gewählt. SPD, CDU, DIE LINKE und sonstige Parteien wurden von Frauen und Männern mit jeweils ähnlichen Prozentwerten präferiert. Lediglich bei der Wahl von AfD und FDP sind Abweichungen durch eine stärke Präferenz bei den Männern zu benennen.

Parteipräferenz bei der Europawahl in Hamburg 2014

Frauen

Männer

 

Im Jahr 2014 wurde die SPD sowohl bei Frauen als auch bei Männern von rund 33 Prozent der Wählerschaft gewählt. Am deutlichsten war der Geschlechterunterschied bei der Zustimmung zu den GRÜNEN: Diese wurden von 21,7 Prozent der Wählerinnen gewählt. Im Gegensatz zu den Frauen stimmten allerdings lediglich 16,5 Prozent der Männer für die GRÜNEN. Bei allen anderen aufgeführten Parteien lag der Unterschied lediglich zwischen 1,6 und 3,2 Prozentpunkten.

Parteipräferenz der Frauen bei der Europawahl in Hamburg 2019 nach Alter

Die Grafik verdeutlicht für das Jahr 2019, dass die Unterstützung für SPD und CDU bei Frauen mit steigendem Alter zunahm. Auffällig ist zudem der größere Anteil jüngerer Wählerinnen, die sich für die Partei DIE LINKE und die GRÜNEN entschieden.

Parteipräferenz der Männer bei der Europawahl in Hamburg 2019 nach Alter

Bei Männern fiel im Jahr 2019 die Zustimmung zu den GRÜNEN und zur Partei DIE LINKE in den jüngeren Jahrgängen ebenfalls höher aus. Deutlich sichtbar wurde auch die vergleichsweise hohe Zustimmung zur AfD bei den Männern über 60 Jahren.

Wahlbeteiligung und Parteipräferenz bei Europawahlen in Hamburg 2009 bis 2019

Wahlbeteiligung / Partei 2009 2014 2019
weiblich
Wahlbeteiligung 36,2 46,8 78,4
CDU 30,9 24,2 19,6
SPD 25,3 32,9 21,4
GRÜNE 23,4 21,7 30,5
DIE LINKE 5,6 8,6 6,5
FDP 9,2 2,9 4,8
AfD - 3,7 5,6
Sonstige 5,7 6,0 11,6
männlich
Wahlbeteiligung 36,2 46,5 76,3
CDU 27,2 21,0 18,4
SPD 24,4 33,0 20,1
GRÜNE 18,9 16,5 24,6
DIE LINKE 8,5 10,5 6,8
FDP 13,8 4,5 7,1
AfD - 6,8 9,4
Sonstige 7,2 7,7 13,6
insgesamt
Wahlbeteiligung 36,2 46,6 77,4
CDU 29,2 22,7 19,0
SPD 24,9 32,9 20,8
GRÜNE 21,3 19,2 27,7
DIE LINKE 6,9 9,5 6,6
FDP 11,4 3,7 5,9
AfD - 5,2 7,4
Sonstige 6,4 6,8 12,5

Methodischer Hinweis

Die aufgeführten Ergebnisse beruhen auf der Erhebung der repräsentativen Wahlstatistik. Die repräsentative Wahlstatistik, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften erhoben wird, ermöglicht Aufschlüsse über das alters- und geschlechtsspezifische Wahlverhalten. Sie wird in Hamburg bei Bürgerschafts-, Bundestags-, und Europawahlen durchgeführt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Repräsentative Wahlstatistik Hamburg, 2004 bis 2019

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