1.1.1 Europawahl

Definition:

Der Indikator bildet geschlechtsspezifisches Wahl- und Wahlbeteiligungsverhalten in Hamburg 2009 bis 2014 ab.

Er gibt Hinweise auf

  • die Einflussnahme von Frauen und Männern auf politisches Geschehen,
  • einen möglicherweise bestehenden Gender Gap,
  • die Wahlbeteiligung nach Geschlecht,
  • die Wahlbeteiligung nach Alter,
  • Zielgruppen,
  • Politikfelder,
  • Demografie.

Wahlbeteiligung bei den Europawahlen in Hamburg 2004 bis 2014 nach Geschlecht

Bezüglich der Wahlbeteiligung waren 2014 zwischen Frauen und Männern kaum Unterschiede zu erkennen. Während bei den Wahlen 2004 und 2009 die Wahlbeteiligung zwischen 35,2 und 36,2 Prozent lag, stieg sie bei beiden Geschlechtern zur Europawahl 2014 auf rund 47 Prozent.

Wahlbeteiligung bei der Europawahl in Hamburg 2014 nach Altersgruppen und Geschlecht

Betrachtet man die Wahlbeteiligung getrennt nach Altersgruppen, waren bei der Wahl 2014 deutliche Unterschiede zu erkennen. Bei den älteren Jahrgängen ab 60 Jahren lag die Wahlbeteiligung der Männer rund fünf Prozentpunkte über der der Frauen. Bei den 25- bis 34-Jährigen war hingegen die Wahlbeteiligung der Frauen um rund fünf Prozentpunkte über der der Männer. Insgesamt stieg die Wahlbeteiligung mit zunehmendem Alter deutlich an.

Parteipräferenz bei der Europawahl in Hamburg 2014 nach Geschlecht

Frauen

Männer

 

Im Jahr 2014 wurde die SPD sowohl bei Frauen als auch bei Männern von rund 33 Prozent der Wählerschaft gewählt. Am deutlichsten war der Unterschied bei der Zustimmung zu den GRÜNEN. Diese wurden von 21,7 Prozent der Wählerinnen gewählt. Im Gegensatz zu den Frauen stimmten lediglich 16,5 Prozent der Männer für die GRÜNEN. Bei allen anderen aufgeführten Parteien lag der Unterscheid zwischen 1,6 und 3,2 Prozentpunkten.

Parteipräferenz bei der Europawahl in Hamburg 2009 nach Geschlecht

Frauen

Männer

 

Im Jahr 2009 wurde die SPD von rund 25 Prozent der Frauen und von rund 24 Prozent der Männer gewählt. Am deutlichsten war der Unterschied bei der Zustimmung zu den GRÜNEN und zur FDP. Diese wurden von 23,4 bzw. 9,2 Prozent der Wählerinnen gewählt. Im Gegensatz zu den Frauen stimmten 18,9 bzw. 13,8 Prozent der Männer für die GRÜNEN bzw. für die FDP. Bei allen anderen aufgeführten Parteien lag der Unterscheid zwischen 2,9 und 3,7 Prozentpunkten.

Parteipräferenz der Frauen bei der Europawahl in Hamburg 2014 nach Alter

Die Grafik verdeutlicht für das Jahr 2014, dass die Unterstützung für SPD und CDU mit steigendem Alter zunahm. Eine Ausnahme bildeten die 18- bis 24-Jährigen. Sie wählten häufiger die CDU als die 25- bis 59-Jährigen. Auffällig ist zudem der größere Anteil dieser Wählerinnen, die sich für die Partei Die LINKE sowie für die GRÜNEN entschieden.

Parteipräferenz der Männer bei der Europawahl in Hamburg 2014 nach Alter

Bei Männern fiel im Jahr 2014 die Zustimmung zu den GRÜNEN und zur Partei Die LINKE in den jüngeren Jahrgängen ebenfalls höher aus. Die 18- bis 24-jährigen Männer wählten, im Gegensatz zu den Frauen, häufiger als die 25- bis 44-Jährigen die SPD. Deutlich sichtbar wurde auch die Zustimmung zur AfD bei den Männern über 60 Jahren.

Wahlbeteiligung und Parteipräferenz bei Europawahlen in Hamburg 2014 und 2009 nach Geschlecht

Wahlbeteiligung / Partei 2009 2014
weiblich
Wahlbeteiligung 36,2 46,8
CDU 30,9 24,2
SPD 25,3 32,9
GRÜNE 23,4 21,7
Die LINKE 5,6 8,6
FDP 9,2 2,9
AfD - 3,7
Sonstige 5,7 6,0
männlich
Wahlbeteiligung 36,2 46,5
CDU 27,2 21,0
SPD 24,4 33,0
GRÜNE 18,9 16,5
Die LINKE 8,5 10,5
FDP 13,8 4,5
AfD - 6,8
Sonstige 7,2 7,7
insgesamt
Wahlbeteiligung 36,2 46,6
CDU 29,2 22,7
SPD 24,9 32,9
GRÜNE 21,3 19,2
Die LINKE 6,9 9,5
FDP 11,4 3,7
AfD - 5,2
Sonstige 6,4 6,8

Methodischer Hinweis

Die aufgeführten Ergebnisse beruhen auf der Erhebung der repräsentativen Wahlstatistik. Die repräsentative Wahlstatistik, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften erhoben wird, ermöglicht Aufschlüsse über das alters- und geschlechtsspezifische Wahlverhalten. Sie wird in Hamburg bei Bürgerschafts-, Bundestags-, und Europawahlen durchgeführt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Repräsentative Wahlstatistik Hamburg, 2004 bis 2014