3.2.2 Gender Pay Gap

Definition

Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Hamburg 2009 bis 2018

Bedeutung

Der Indikator zeigt die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern (Gender Pay Gap – GPG). Der Indikator gibt Hinweise auf:

  • unterschiedliches Berufswahlverhalten von Frauen und Männern,
  • niedrigere Verdienste in Berufen, die noch überwiegend von Frauen ausgeübt werden,
  • unterschiedliche Formen der Beschäftigung (von der Vollzeitbeschäftigung über Teilzeitbeschäftigung und Minijobs),
  • diskontinuierliche Erwerbsverläufe von Frauen (diese unterbrechen und reduzieren familienbedingt ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger),
  • geringere Aufstiegschancen von Frauen (sog. gläserne Decke),
  • unterschiedliches Verhalten in Lohnverhandlungen.

Unbereinigter Gender Pay Gap in Hamburg und Deutschland 2009 bis 2018

Im Jahr 2009 lag der unbereinigte Gender Pay Gap (Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern) in Hamburg bei 23 Prozent, stieg auf 24 Prozent im Jahr 2012 und fiel bis zum Jahr 2018 auf 20 Prozent. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Frauen im Jahr 2018 20 Prozent unter dem der Männer lag.

Für Deutschland bewegt sich der unbereinigte Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern auf ähnlichem Niveau und hat sich von 23 Prozent im Jahr 2009 zu 21 Prozent im Jahr 2018 entwickelt.

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst und Gender Pay Gap in Hamburg und Deutschland 2014

Im Jahr 2014 betrug in Hamburg der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer 22,56 Euro, die Frauen verdienten pro Stunde durchschnittlich 17,61 Euro (in der Abbildung dargestellt als Punkte). Das entsprach einem unbereinigten Gender Pay Gap von 21,9 Prozent (jeweils linke Säule).

Werden die Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern mit gleicher Erwerbsbiographie, Qualifikation und Tätigkeiten miteinander verglichen, lag im Jahr 2014 der Verdienst der Frauen 5,9 Prozent unter dem der Männer (bereinigter Gender Pay Gap; jeweils rechte Säule).

Die Verdienste in Hamburg lagen etwas höher als in Deutschland, der unbereinigte und bereinigte Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern unterschieden sich jedoch nicht wesentlich.

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst und Gender Pay Gap in Hamburg und Deutschland 2014

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst Gender Pay Gap
Region Jahr Frauen Männer unbereinigt bereinigt
in Euro in %
Hamburg 2014 17,61 22,56 21,9 5,9
Deutschland 2014 15,44 19,87 22,3 5,8

Methodische Hinweise

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in allen Branchen und Berufen ohne Berücksichtigung individueller Merkmale. Ursachen und Hintergründe für diesen Verdienstabstand - wie zum Beispiel unterschiedliche Berufswahl oder Erwerbsbiografien – werden dabei nicht deutlich. Mit dem bereinigten Gender Pay Gap wird der Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien gemessen.

Grundlage der hier dargestellten Verdienstunterschiede ist die vierjährliche Verdienststrukturerhebung. In den Jahren zwischen der Verdienststrukturerhebung wird der unbereinigte Gender Pay Gap mit den Daten der Vierteljährlichen Verdiensterhebung fortgeschrieben.

Detaillierte Informationen zur Berechnung des bereinigten Gender Pay Gap sowie zu den dabei berücksichtigten Einflussvariablen sind in einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes abzurufen.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Verdienststrukturerhebung für Hamburg der Jahre 2010 und 2014 (in den Wirtschaftsabschnitten B-S ohne O (Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) und ohne Kleinstbetriebe (weniger als 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer)); Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2008, 2009, 2011 bis 2013, 2015 bis 2008 bis 2018 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008))

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