3.4.2 Grundsicherung: Vollbezug

Definition

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ohne angerechnetes Einkommen ("Vollbezug") in Hamburg 2008 bis 2017 nach Altersgruppen

Bedeutung

Der Indikator zeigt auf, wie viele Frauen und Männer ausschließlich von Grundsicherung leben.

Er gibt Hinweise auf

  • die Armutsrisikoquote,
  • fehlende Alterssicherung verstärkt bei Frauen,
  • unzureichende Selbstfürsorge,
  • eingeschränkte gesellschaftlicher Teilhabe.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ohne angerechnetes Einkommen („Vollbezug") in Hamburg 2008 bis 2017 nach Altersgruppen

Beim „Vollbezug von Grundsicherung“ sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern nicht so stark ausgeprägt. Betrachtet man die Entwicklung seit 2008, waren die Frauen bis 2015 bei den Leistungsempfängerinnen und -empfängern in der Überzahl, seit 2016 erhalten hingegen zunehmend mehr Männer als Frauen Grundsicherung im Vollbezug.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ohne angerechnetes Einkommen („Vollbezug") in Hamburg 2017 nach Altersgruppen

Hamburg

 

Während sich bei den Frauen „Grundsicherung bei Erwerbsminderung“ und „Grundsicherung im Alter“ im Jahr 2017 in Hamburg die Waage hielten, gab es mit 32 Prozent mehr Männer zwischen 18 und 65 Jahren als Männer ab 65 Jahren (18,4 Prozent), die Grundsicherung bezogen.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ohne angerechnetes Einkommen ("Vollbezug") in Hamburg 2008 bis 2017 nach Altersgruppen

 Hamburg Bundesgebiet
davon im Alter von davon im Alter von
Jahresende insgesamt 18 bis unter 65 Jahren 65 Jahren und älter insgesamt 18 bis unter 65 Jahren 65 Jahren und älter
weiblich
2008 4.096 1.845 2.251 115.614 60.161 55.453
2009 4.122 1.925 2.197 110.611 61.585 49.026
2010 4.259 2.062 2.197 115.165 65.203 49.962
2011 4.327 2.133 2.194 115.586 66.802 48.784
2012 4.328 2.181 2.147 114.639 67.462 47.177
2013 4.394 2.218 2.176 116.342 69.285 47.057
2014 4.530 2.359 2.171 . . .
2015 4.650 2.361 2.289 109.582 . .
2016 4.622 2.367 2.255 110.615 . .
2017 4.720 2.375 2.345 113.352 . .
männlich
2008 3.978 2.257 1.721 112.413 75.476 36.937
2009 3.997 2.327 1.670 111.294 77.654 33.640
2010 4.134 2.521 1.613 116.957 82.898 34.059
2011 4.215 2.585 1.630 119.420 85.839 33.581
2012 4.245 2.641 1.604 119.528 87.070 32.458
2013 4.340 2.741 1.599 124.182 91.498 32.684
2014 4.497 2.908 1.589 . . .
2015 4.622 2.946 1.676 116.329 . .
2016 4.746 3.023 1.723 118.190 . .
2017 4.804 3.051 1.753 121.993 . .
insgesamt
2008 8.074 4.102 3.972 228.027 135.637 92.390
2009 8.119 4.252 3.867 221.905 139.239 82.666
2010 8.393 4.583 3.810 232.122 148.101 84.021
2011 8.542 4.718 3.824 235.006 152.641 82.365
2012 8.573 4.822 3.751 234.167 154.532 79.635
2013 8.734 4.959 3.775 240.524 160.783 79.741
2014 9.027 5.267 3.760 . . .
2015 9.272 5.307 3.965 225.911 . .
2016 9.368 5.390 3.978 228.805 . .
2017 9.524 5.426 4.098 235.345 . .

Methodischer Hinweis

Dargestellt sind jene Personen, die vom in Hamburg ansässigen Träger am Jahresende Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII, 4. Kapitel) erhalten und bei denen kein Einkommen (wie z.B. Alters- oder Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenversorgung, Betriebsrente, Einkommen von im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen) angerechnet wurde. Die Unterstützten bestritten ihren laufenden Lebensunterhalt praktisch ausschließlich von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Betroffene bis zur Altersgrenze zum Renteneintrittsalter (§41, Abs. 2 SGB XII) erhalten „Grundsicherung bei Erwerbsminderung“, die älteren Betroffenen „Grundsicherung im Alter“.

Datenquelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Statistik über Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Bis einschließlich des Berichtsjahres 2014 wurde die Statistik dezentral in den Statistischen Ämtern der Länder geführt, ab Berichtsjahr 2015 zentral vom Statistischen Bundesamt. Ab 2014 tritt an die Stelle von 65 Jahren die höhere Rentenaltersgrenze nach §31 Abs. 2 SGB XII (jedoch nur im Bundesgebiet). Stand 2018.