3.4.1 Grundsicherung

Definition

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Hamburg und im Bundesgebiet 2008 bis 2017 nach Altersgruppen und Art des Empfangs

Bedeutung

Die Grundsicherung ist eine steuerfinanzierte, bedarfsorientierte Basisleistung im Alter und bei Erwerbsminderung. Die Leistung der Grundsicherung soll den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt von Menschen absichern, die wegen Alters aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und/oder deren Einkünfte für den notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreichen.

Die Quote der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter ist ein Indikator für Altersarmut.

Er gibt zudem Hinweise auf

  • geringere Tariflöhne bzw. Einkommen in für Frauen typischen Berufen,
  • niedrigere Verdienste in den entsprechenden Branchen und Betrieben,
  • unterschiedliche Formen der Erwerbseinbindung,
  • diskontinuierliche Erwerbsverläufe,
  • unzureichenden Schutz vor Altersarmut verstärkt bei Frauen,
  • Handlungserfordernisse bezüglich Teilhabe sowie
  • unzureichende Arbeitsangebote für erwerbsgeminderte Personen.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Hamburg 2008 bis 2017 nach Altersgruppen

Seit 2008 ist sowohl die Anzahl der Frauen als auch die der Männer, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beziehen, deutlich gestiegen. Dabei sind in allen Jahren unverkennbar mehr Frauen auf Grundsicherung angewiesen. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen bezieht die Altersgruppe ab 65 Jahren häufiger Grundsicherung.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Hamburg 2017 nach Art des Empfangs

Frauen

Männer

 

21,3 Prozent der Frauen erhielten im Jahr 2017 Grundsicherung ohne Anrechnung von Einkommen (Vollbezug) und 78,7 Prozent der Empfängerinnen von Grundsicherung waren Aufstockerinnen, die Hilfen zusätzlich zu vorhandenem Einkommen benötigten. Im Vergleich dazu waren 23 Prozent der Männer Vollbezieher und 77 Prozent Aufstocker.

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Hamburg und in Deutschland 2008 bis 2017 nach Altersgruppen

 Hamburg Bundesgebiet
davon im Alter von davon im Alter von
Jahresende insgesamt 18 bis unter 65 Jahren ab 65 Jahren insgesamt 18 bis unter 65 Jahren ab 65 Jahren
weiblich
2008 14.839 4.397 10.442 429.310 158.003 271.307
2009 14.920 4.513 10.407 419.377 159.864 259.513
2010 15.832 5.042 10.790 433.666 168.661 265.005
2011 16.884 5.497 11.387 456.237 178.464 277.773
2012 17.966 5.988 11.978 484.278 190.471 293.807
2013 19.235 6.476 12.759 515.005 201.895 313.110
2014 20.330 7.174 13.156 525.127 212.739 312.388
2015 21.262 7.474 13.788 540.362 218.330 322.032
2016 21.252 7.589 13.663 525.840 217.114 308.726
2017 22.121 7.857 14.264 539.551 223.126 316.425
männlich
2008 12.078 5.033 7.045 338.372 199.721 138.651
2009 12.634 5.278 7.356 344.487 204.163 140.324
2010 13.688 5.890 7.798 362.980 215.904 147.076
2011 14.742 6.399 8.343 387.793 229.356 158.437
2012 15.923 6.976 8.947 415.568 244.539 171.029
2013 17.127 7.576 9.551 447.182 260.997 186.185
2014 18.693 8.441 10.252 477.420 277.610 199.810
2015 19.707 8.806 10.901 497.646 283.557 214.089
2016 20.191 9.018 11.173 500.063 283.194 216.869
2017 20.895 9.236 11.659 519.276 291.611 227.665
insgesamt
2008 26.917 9.430 17.487 767.682 357.724 409.958
2009 27.554 9.791 17.763 763.864 364.027 399.837
2010 29.520 10.932 18.588 796.646 384.565 412.081
2011 31.626 11.896 19.730 844.030 407.820 436.210
2012 33.889 12.964 20.925 899.846 435.010 464.836
2013 36.362 14.052 22.310 962.187 462.892 499.295
2014 39.023 15.615 23.408 1.002.547 490.349 512.198
2015 40.969 16.280 24.689 1.038.008 501.887 536.121
2016 41.443 16.607 24.836 1.025.903 500.308 525.595
2017 43.016 17.093 25.923 1.058.827 514.737 544.090

Methodischer Hinweis

Dargestellt sind jene Personen, die vom in Hamburg ansässigen Träger am Jahresende Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII, 4. Kapitel) erhalten haben. Bei dieser Sozialleistung handelt es sich um eine bedarfsorientierte Unterstützung für alte und dauerhaft erwerbsgeminderte Personen. Betroffene bis zur Altersgrenze zum Renteneintrittsalter (§41, Abs. 2 SGB XII) erhalten „Grundsicherung bei Erwerbsminderung“, die älteren Betroffenen „Grundsicherung im Alter“.

Zur Gruppe mit „Aufstockung“ zählen jene Hilfebezieherinnen und -bezieher, bei denen Einkommen (wie zum Beispiel Alters- oder Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenversorgung, Betriebsrente, Einkommen von im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen) angerechnet wurde. Die Betroffenen erhielten damit die Hilfe gewissermaßen ergänzend zu ihrem bzw. ihnen zuzurechnendem Einkommen. Demgegenüber gab es beim „Vollbezug“ keine Anrechnung von Einkommen, sodass diese Personen ihren laufenden Lebensunterhalt praktisch ausschließlich von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bestritten.

Datenquelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Statistik über Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Bis einschließlich des Berichtsjahres 2014 wurde die Statistik dezentral in den Statistischen Ländern der Länder geführt, ab Berichtsjahr 2015 zentral vom Statistischen Bundesamt. Ab 2014 tritt an die Stelle von 65 Jahren die höhere Rentenaltersgrenze nach §31 Abs. 2 SGB XII (jedoch nur im Bundesgebiet). Stand 2018.