1.2.1 Hamburgische Bürgerschaft

Definition

Frauen und Männer mit Mandat in der Hamburgischen Bürgerschaft von 1946 bis 2020

Bedeutung

Der Indikator steht für die Vertretung von Frauen und Männern im Hamburger Landesparlament. Er gibt Hinweise auf

  • den Frauenanteil im höchsten Landesgremium,
  • Frauen in Wahlvorschlägen,
  • geschlechtsspezifische Segregation der politischen Themen sowie
  • Handlungsbedarf in Bezug auf die ausgewogene Repräsentation von Frauen und Männern.

Mandate in der Hamburgischen Bürgerschaft von 1946 bis 2020

Derzeit liegt der Frauenanteil der Bürgerschaftsmandate bei 46 Prozent und damit deutlich höher als in der vorangegangen Legislaturperiode. Es handelt sich gegenwärtig um den höchsten Anteil weiblicher Mandate seit 1946. Der niedrigste Anteil an Frauen ist 1978 mit zehn Prozent zu verzeichnen. Ein deutlicher Anstieg vollzog sich im Jahr 1986: Während der Frauenanteil in der Vorperiode bei lediglich 17 Prozent lag, stieg er mit der Wahl 1986 auf 33 Prozent an. In den knapp 30 Folgejahren stieg der Anteil insgesamt um rund 13 Prozentpunkte.

Mandate in der Hamburgischen Bürgerschaft 2020 nach Partei

Der Anteil der Frauen in den einzelnen Parteien fällt recht unterschiedlich aus. Den höchsten Frauenanteil von 63,6 Prozent haben die GRÜNEN (abgesehen von der FDP, wo der Frauenanteil bei 100% liegt, sich dahinter aber nur eine direkt gewählte Kandidatin verbirgt), den zweithöchsten Anteil DIE LINKE mit 48,2 Prozent, die CDU hat den geringsten Frauenanteil mit 20 Prozent.

Mandate in der Hamburgischen Bürgerschaft von 1946 bis 2020

davon
Frauen Männer
Wahljahr insgesamt Anzahl in % Anzahl in %
1946 110 17 15,5 93 84,6
1949 120 15 12,5 105 87,5
1953 120 14 11,7 106 88,3
1957 120 19 15,8 101 84,2
1961 120 21 17,5 99 82,5
1966 120 18 15,0 102 85,0
1970 120 14 11,7 106 88,3
1974 120 15 12,5 105 87,5
1978 120 12 10,0 108 90,0
1982 120 19 15,8 101 84,2
1982 120 20 16,7 100 83,3
1986 120 40 33,3 80 66,7
1987 120 36 30,0 84 70,0
1991 121 40 33,1 81 66,9
1993 121 43 35,5 78 64,5
1997 121 44 36,4 77 63,6
2001 121 36 29,8 85 70,3
2004 121 41 33,9 80 66,1
2008 121 43 35,5 78 64,5
2011 121 47 38,8 74 61,2
2015 121 47 38,8 74 61,2
2020 123 57 46,3 66 53,7

Methodische Hinweise

Der Anteil der Frauen und Männer in der Bürgerschaft bezieht sich auf das Wahlergebnis. Sollten einzelne Mandatsträgerinnen und Mandatsträger im Laufe einer Legislaturperiode ihr Mandat niedergelegt haben und durch Nachrückerinnen oder Nachrücker ersetzt worden sein, wird dies im vorliegenden Indikator nicht berücksichtigt. Im Jahr 1982 gab es Nachwahlen, daher liegen hier zwei Wahlergebnisse vor.

Datenquelle

Die Zahlen wurden für den vorliegenden Bericht von der Stabsstelle Gleichstellung und geschlechtliche Vielfalt mit Unterstützung der Bürgerschaftskanzlei ermittelt.

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