5.2.2. Inhaftierte

Definition

Strafgefangene und sicherungsverwahrte Frauen und Männer in Hamburg 2009 bis 2019 nach Inhaftierungsgrund

Bedeutung

Der Indikator stellt die Entwicklung bei Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in Hamburg nach Frauen und Männern dar. Er gibt Hinweise auf

  • die überwiegende Begehung schwerer Straftaten durch Männer,
  • Präventionserfordernisse insbesondere bei Jungen und (jungen) Männern,
  • Schwerpunktsetzungen bei sozialpädagogischer Begleitung, Gefangenenhilfe und Resozialisierungsbemühungen,
  • Ausgestaltungserfordernisse (auch räumlich) im Vollzug.

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2009 bis 2019

Seit 2009 hat sich die Anzahl der Inhaftierten in Hamburg, hier Strafgefangene und Sicherungsverwahrte, nur wenig verändert (Linien). Waren es 2009 noch 54 Frauen und 1.190 Männer, so belief sich die Zahl 2019 auf 79 Frauen und 1.279 Männer. An den Säulen ist abzulesen, dass – abgesehen von einem Hoch von zehn Prozent im Jahr 2016 – sich der Anteil der Frauen an allen Inhaftierten von 2009 bis 2019 ebenfalls kaum geändert hatte (von 4,3 auf 5,8 Prozent).

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2009 bis 2019 nach Hauptdeliktgruppen

Bei den Frauen waren Vermögensstraftaten über alle betrachteten Jahre der häufigste Inhaftierungsgrund. Häufigster Inhaftierungsgrund waren auch bei den Männern Vermögensstraftaten, gefolgt von Straftaten gegen die Person.

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2019 nach Hauptdeliktgruppen

Der überwiegende Teil der Inhaftierten in Hamburg 2019 waren Männer. Dies galt für alle Inhaftierungsgründe. Die größten Frauenanteile je Inhaftierungsgrund fanden sich bei „Anderen Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte“ (13,2 Prozent) sowie bei „Straftaten gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und im Amt“ (18,8 Prozent).

Aufteilung der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in Hamburg 2019 nach Hauptdeliktgruppen

Weibliche Strafgefangene und Sicherungsverwahrte

Männliche Strafgefangene und Sicherungsverwahrte

Die Abbildungen veranschaulichen noch einmal die Aufteilung auf die Inhaftierungsgründe nach Frauen und Männern. Unter allen inhaftierten Frauen wurden 2019 die meisten für „Diebstahl und Unterschlagung“ (39,2 Prozent), „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte“ (25,3 Prozent), „Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen“ (11,4 Prozent) und „Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr)“ (10,1 Prozent) inhaftiert. Bei den Männern waren die Gründe für die Inhaftierung „Diebstahl und Unterschlagung“ (25,3 Prozent), „Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr)“ (21,9 Prozent) und „Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen“ (18,1 Prozent), gefolgt von „Raub und räuberischer Erpressung“ mit 13,9 Prozent aller inhaftierten Männer.

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2009 bis 2019 nach Hauptdeliktgruppen

Jahr Straftaten gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und im Amt Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr) Diebstahl und Unterschlagung Raub, räuberische Erpressung, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte Gemeingefährliche einschließlich Umweltstraftaten Straftaten im Straßenverkehr Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen Insgesamt
weiblich
31.03.2009 1 1 12 12 2 20 - - 6 54
31.03.2010 - - 9 10 2 16 1 1 5 44
31.03.2011 - - 6 9 1 16 2 1 8 43
31.03.2012 1 - 10 18 6 13 - - 14 62
31.03.2013 1 - 8 23 6 13 - - 13 64
31.03.2014 - - 10 21 2 12 - - 5 50
31.03.2015 1 2 5 18 3 16 - 2 6 53
31.03.2016 2 - 26 42 8 24 - 2 10 114
31.03.2017 2 - 14 27 3 16 - 1 4 67
31.03.2018 1 - 11 31 2 16 - - 4 65
31.03.2019 3 2 8 31 5 20 - 1 9 79
männlich
31.03.2009 21 125 242 288 174 135 29 32 144 1.190
31.03.2010 16 115 225 245 190 131 35 34 122 1.113
31.03.2011 11 96 262 248 192 128 29 29 125 1.120
31.03.2012 30 92 298 276 178 162 7 26 221 1.290
31.03.2013 21 87 292 283 174 137 11 30 198 1.233
31.03.2014 19 92 258 281 182 136 13 21 229 1.231
31.03.2015 24 83 234 274 157 121 7 20 178 1.098
31.03.2016 21 84 234 280 152 115 8 17 159 1.070
31.03.2017 23 68 245 331 160 137 14 21 167 1.166
31.03.2018 14 65 278 342 175 119 10 26 220 1.249
31.03.2019 13 89 280 323 178 132 10 22 232 1.279
insgesamt
31.03.2009 22 126 254 300 176 155 29 32 150 1.244
31.03.2010 16 115 234 255 192 147 36 35 127 1.157
31.03.2011 11 96 268 257 193 144 31 30 133 1.163
31.03.2012 31 92 308 294 184 175 7 26 235 1.352
31.03.2013 22 87 300 306 180 150 11 30 211 1.297
31.03.2014 19 92 268 302 184 148 13 21 234 1.281
31.03.2015 25 85 239 292 160 137 7 22 184 1.151
31.03.2016 23 84 260 322 160 139 8 19 169 1.184
31.03.2017 25 68 259 358 163 153 14 22 171 1.233
31.03.2018 15 65 289 373 177 135 10 26 224 1.314
31.03.2019 16 91 288 354 183 152 10 23 241 1.358

Methodischer Hinweis

Dargestellt sind Strafgefangene und Sicherungsverwahrte, die am 31.3. in Strafvollzugsanstalten Hamburgs einsaßen (einschließlich solcher im offenen Vollzug). Nicht in den Angaben enthalten sind insbesondere Untersuchungs- und Abschiebehäftlinge. Die Zuordnung zu den Delikten erfolgt anhand der Hauptstraftat (Straftat mit der höchsten Strafe).

Quelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Strafverfolgungsstatistik 2019

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