5.2.2. Inhaftierte

Definition

Strafgefangene und sicherungsverwahrte Frauen und Männer in Hamburg 2008 bis 2017 nach Inhaftierungsgrund

Bedeutung

Der Indikator stellt die Entwicklung bei Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in Hamburg nach Geschlecht dar.

Er gibt Hinweise auf

  • die überwiegende Begehung schwerer Straftaten durch Männer,
  • Präventionserfordernis insbesondere bei Jungen und (jungen) Männern,
  • Schwerpunktsetzungen bei sozialpädagogischer Begleitung, Gefangenenhilfe und Resozialisierungsbemühungen,
  • Ausgestaltungserfordernisse (auch räumlich) im Vollzug,
  • gesellschaftliche Folgekosten.

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Seit 2008 hat sich die Anzahl der Inhaftierten in Hamburg, hier Strafgefangene und Sicherungsverwahrte, kaum verändert (Linien). Waren es 2008 noch 54 Frauen und 1.236 Männer, so belief sich die Zahl 2017 auf 67 Frauen und 1.166 Männer. An den Säulen ist abzulesen, dass, abgesehen von einem Hoch von zehn Prozent im Jahr 2016, sich der Anteil der Frauen an allen Inhaftierten von 2008 bis 2017 kaum geändert hat (+1,0 Prozentpunkt von vier auf fünf Prozent).

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht und Inhaftierungsgrund

Bei den Frauen waren Vermögensstraftaten über alle betrachteten Jahre der häufigste Inhaftierungsgrund. Häufigster Inhaftierungsgrund waren auch bei den Männern Vermögensstraftaten, gefolgt von Straftaten gegen die Person.

Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2017 nach Geschlecht und Inhaftierungsgrund

Der überwiegende Teil der Inhaftierten in Hamburg 2017 waren Männer. Dies galt für alle Inhaftierungsgründe. Die größten Frauenanteile je Inhaftierungsgrund fanden sich bei „Anderen Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte“ (10,5 Prozent) sowie bei „Straftaten gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und im Amt“ (8,0 Prozent).

Aufteilung der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten je Geschlecht in Hamburg 2017 nach Hauptdeliktgruppe

Weibliche Strafgefangene und Sicherungsverwahrte

Männliche Strafgefangene und Sicherungsverwahrte

Die Abbildungen veranschaulichen noch einmal die Aufteilung auf die Inhaftierungsgründe nach Geschlecht. Unter allen inhaftierten Frauen wurden 2017 die meisten für „Diebstahl und Unterschlagung“ (40,3 Prozent), „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte“ (23,9 Prozent) und „Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr)“ (20,9 Prozent) inhaftiert. Bei den Männern waren die Gründe für die Inhaftierung „Diebstahl und Unterschlagung“ (28,4 Prozent), „Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr)“ (21,0 Prozent) und „Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen“ (14,3 Prozent), dicht gefolgt von „Raub und räuberischer Erpressung“ mit 13,7 Prozent.

Strafgegangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2008 bis 2017 nach Inhaftierungsgrund und Geschlecht

Jahr Straftaten gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und im Amt Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr) Diebstahl und Unterschlagung Raub, räuberische Erpressung, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte Gemeingefährliche einschließlich Umweltstraftaten Straftaten im Straßenverkehr Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen Insgesamt
weiblich
31.03.2008 2 2 12 9 2 18 0 1 8 54
31.03.2009 1 1 12 12 2 20 0 0 6 54
31.03.2010 0 0 9 10 2 16 1 1 5 44
31.03.2011 0 0 6 9 1 16 2 1 8 43
31.03.2012 1 0 10 18 6 13 0 0 14 62
31.03.2013 1 0 8 23 6 13 0 0 13 64
31.03.2014 0 0 10 21 2 12 0 0 5 50
31.03.2015 1 2 5 18 3 16 0 2 6 53
31.03.2016 2 0 26 42 8 24 0 2 10 114
31.03.2017 2 0 14 27 3 16 0 1 4 67
männlich
31.03.2008 14 140 251 289 177 150 35 36 144 1236
31.03.2009 21 125 242 288 174 135 29 32 144 1190
31.03.2010 16 115 225 245 190 131 35 34 122 1113
31.03.2011 11 96 262 248 192 128 29 29 125 1120
31.03.2012 30 92 298 276 178 162 7 26 221 1290
31.03.2013 21 87 292 283 174 137 11 30 198 1233
31.03.2014 19 92 258 281 182 136 13 21 229 1231
31.03.2015 24 83 234 274 157 121 7 20 178 1098
31.03.2016 21 84 234 280 152 115 8 17 159 1070
31.03.2017 23 68 245 331 160 137 14 21 167 1166
insgesamt
31.03.2008 16 142 263 298 179 168 35 37 152 1290
31.03.2009 22 126 254 300 176 155 29 32 150 1244
31.03.2010 16 115 234 255 192 147 36 35 127 1157
31.03.2011 11 96 268 257 193 144 31 30 133 1163
31.03.2012 31 92 308 294 184 175 7 26 235 1352
31.03.2013 22 87 300 306 180 150 11 30 211 1297
31.03.2014 19 92 268 302 184 148 13 21 234 1281
31.03.2015 25 85 239 292 160 137 7 22 184 1151
31.03.2016 23 84 260 322 160 139 8 19 169 1184
31.03.2017 25 68 259 358 163 153 14 22 171 1233

Methodischer Hinweis

Dargestellt sind Strafgefangene und Sicherungsverwahrte, die am 31.3. in Strafvollzugsanstalten Hamburgs einsaßen (einschließlich solcher im offenen Vollzug). Nicht in den Angaben enthalten sind insbesondere Untersuchungs- und Abschiebehäftlinge. Die Zuordnung zu den Delikten erfolgt anhand der Hauptstraftat (Straftat mit der höchsten Strafe).

Quelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Strafvollzugsstatistik 2018