4.2.1 Pflegeversicherung

Definition

Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Pflegeversicherung in Hamburg 2007 bis 2017 nach Pflegegrad/-stufe

Bedeutung

Der Indikator stellt die Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung durch Frauen und Männer dar.

Er weist hin aus

  • den Zusammenhang mit einem tendenziell höheren Alter und damit höherer Pflegebedürftigkeit von Frauen,
  • eine mögliche Zurückhaltung der Antragsstellung bei Männern, möglicherweise aufgrund häuslicher Pflege ohne Beantragung von Pflegegraden,
  • eingeschränkte familiäre Pflegeressourcen, insbesondere bei hochbetagten verwitweten Frauen sowie
  • ein höheres Risiko pflegeintensiver Krankheiten bei Frauen.

Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2007 bis 2017

Die Abbildung veranschaulicht die stetige Zunahme der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversicherung seit 2007 (Linien). Im Gegenzug verringerte sich – wie den Säulen zu entnehmen ist – der Anteil der Frauen an den Leistungsempfängerinnen und -empfängern von 69 Prozent (2007) auf 63 Prozent (2017).

Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger in Hamburg 2017 nach Pflegegrad

Im Jahr 2017 waren die meisten Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger in den Pflegegraden 2 bis 4 eingestuft. In allen Pflegegraden überstieg die Anzahl der Frauen die der Männer. So waren beispielsweise im Pflegegrad 2 mit über 18.700 Pflegeversicherungsempfängerinnen knapp 65 Prozent weiblich, im Pflegegrad 4 waren es mit knapp 6.300 Frauen gut 61 Prozent weibliche Pflegeversicherungsempfängerinnen.

Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Pflegeversicherung in Hamburg 2007 bis 2017 nach Pflegestufen/Pflegegraden

Pflegestufe/Pflegegrad weiblich männlich insgesamt
2007
Pflegestufe I 15.566 6.682 22.248
Pflegestufe II 10.373 4.980 15.353
Pflegestufe III 3.658 1.587 5.245
noch ohne Zuordnung 183 111 294
insgesamt 29.780 13.360 43.140
2009
Pflegestufe I 17.202 7.600 24.802
Pflegestufe II 10.235 5.171 15.406
Pflegestufe III 3.783 1.781 5.564
noch ohne Zuordnung 143 82 225
insgesamt 31.363 14.634 45.997
2011
Pflegestufe I 17.473 8.669 26.142
Pflegestufe II 9.658 5.472 15.130
Pflegestufe III 3.792 1.888 5.680
noch ohne Zuordnung 169 86 255
insgesamt 31.092 16.115 47.207
2013
Pflegestufe I 18.416 9.460 27.876
Pflegestufe II 9.623 5.706 15.329
Pflegestufe III 3.799 2.000 5.799
noch ohne Zuordnung 349 213 562
ohne Pflegestufe mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz 1.432 1.128 2.560
insgesamt 33.619 18.507 52.126
2015
Pflegestufe I 19.883 10.486 30.369
Pflegestufe II 9.678 6.029 15.707
Pflegestufe III 4.000 2.256 6.256
noch ohne Zuordnung 202 115 317
ohne Pflegestufe mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz 1.991 1.683 3.674
insgesamt 35.754 20.569 56.323
2017
Pflegegrad 1 808 396 1.204
Pflegegrad 2 18.705 10.242 28.947
Pflegegrad 3 11.180 7.519 18.699
Pflegegrad 4 6.248 3.914 10.162
Pflegegrad 5 2.614 1.397 4.011
noch ohne Zuordnung 84 38 122
Insgesamt 39.639 23.506 63.145

Methodischer Hinweis

In der Pflegestatistik werden von den Statistischen Ämtern der Länder alle zwei Jahre zum 15. Dezember bei den stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen (Einrichtungen, die Leistungen nach SGB XI erbringen) ausgewählte Angaben zu den von diesen betreuten Personen (Pflegebedürftigen) erhoben, soweit diese Personen Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Maßgebend ist das am Erhebungsstichtag bestehende Vertragsverhältnis. Außerdem erhebt das Statistische Bundesamt zentral zum 31. Dezember bei den Pflegekassen Angaben zu den Bezieherinnen und Beziehern von Pflegegeld.

In der Ergebnisdarstellung erfolgt die regionale Zuordnung bei den von Pflegeheimen und Pflegediensten versorgten Leistungsempfängerinnen und -empfängern anhand des Sitzes der Pflegeeinrichtung und bei den Bezieherinnen und Beziehern von Pflegegeld nach deren Wohnsitz.

Bedingt durch gesetzliche Änderungen haben sich im Zeitverlauf insbesondere die Merkmalsausprägungen bei der Darstellung der „Schwere“ der Pflegebedürftigkeit verändert. Bis einschließlich Berichtsjahr 2013 erfolgte die Erfassung nach Pflegestufen, die 2013 und 2015 um die Kategorie „ohne Pflegestufe mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ ergänzt wurden. Ab dem Berichtsjahr 2017 sind die Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt worden.

Quelle:

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Pflegestatistik, Hamburg 2018